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Frühgeschichte des Menschen
Ötzi, der Mann aus dem Eis: Was erzählt er über die frühen Menschen?
Kurze Antwort
Ötzi ist ein Mann, der hoch oben in den Alpen starb und im Eis so gut erhalten blieb, dass man heute sogar weiss, was er zuletzt gegessen hat. Er war kein primitiver Höhlenmensch: Er besass ein Beil aus Kupfer, gut durchdachte Kleidung, Heilmittel und Feuerzeug. Er lebte in einer Zeit, als Menschen schon Ackerbau, Viehzucht und Metallarbeit kannten, genau wie es die Bibel von den frühen Menschen erzählt. Und er wurde ermordet: ein trauriges Zeugnis dafür, wohin die Sünde die Menschheit geführt hat.
Ein Fund im Gletscher
Am 19. September 1991 wanderte ein Ehepaar aus Nürnberg in den Ötztaler Alpen, an der Grenze zwischen Österreich und Italien. Auf über 3200 Metern Höhe, am , sahen sie etwas Braunes aus dem schmelzenden Eis ragen: einen menschlichen Körper.
Zuerst dachte man an einen verunglückten Bergsteiger. Doch dann fand man neben ihm ein Beil, einen Bogen, Pfeile und Kleidung aus Fell. Bald war klar: Dieser Mann war sehr, sehr alt. Weil er in den Ötztaler Alpen gefunden wurde, nannte man ihn «Ötzi». Heute liegt er in einem gekühlten Raum im Archäologiemuseum in Bozen (Südtirol).
Ötzi ist die am besten erhaltene Mumie dieser Zeit. Er wurde nicht künstlich einbalsamiert wie die Mumien Ägyptens. Kälte, Wind und Eis haben ihn auf natürliche Weise getrocknet und bewahrt, sogar seine Haut, seine Haare und den Inhalt seines Magens.
Wer war Ötzi?
Ötzi war etwa 1,60 Meter gross und ungefähr 45 Jahre alt, als er starb. Für die damalige Zeit war das schon ein reifes Alter. Wie er ausgesehen haben könnte, zeigt eine , die nach genauen Messungen seines Körpers gemacht wurde.
Sein Erbgut wurde entschlüsselt. Er hatte braune Augen, eine eher dunkle Haut und schon schütteres Haar. Seine Vorfahren waren vor allem Bauern, deren Familien ursprünglich aus dem Gebiet der heutigen Türkei nach Europa eingewandert waren. Ein Blick in die Bibel: Genau aus dieser Gegend, aus dem Raum um Babel und die Berge Ararat, verteilten sich die Menschen nach der Sintflut über die Erde (1. Mose 8,4; 1. Mose 11,8).
Sein Körper erzählt auch von Krankheit und Mühe: Er hatte abgenutzte Gelenke, verkalkte Blutgefässe, schlechte Zähne und Würmer im Darm. Auf seiner Haut fand man über 60 Tätowierungen, kleine Striche und Kreuze, vor allem an Gelenken und am Rücken, wo er wohl Schmerzen hatte. Vielleicht waren sie eine Art Behandlung.
Gut ausgerüstet
Das Erstaunlichste an Ötzi ist seine Ausrüstung. Er trug : eine Mütze aus Bärenfell, einen Mantel aus Ziegen- und Schaffell, Beinlinge und Schuhe, die mit Heu gefüttert waren, damit die Füsse warm blieben. Darüber hatte er wohl einen Umhang aus geflochtenem Gras gegen Regen und Wind.
Er hatte ein , einen Dolch aus Feuerstein, einen Bogen aus Eibenholz, einen Köcher mit Pfeilen, Behälter aus Birkenrinde, Material zum Feuermachen und sogar Stücke eines Pilzes, der gegen Entzündungen und Würmer hilft. Er war also eine Art wandelnde Apotheke.
Ein Kupferbeil herzustellen ist nicht einfach. Man muss Erz finden, es bei grosser Hitze schmelzen, in eine Form giessen und die Klinge schärfen. Das zeigt: Zu Ötzis Zeit konnten Menschen schon Metall gewinnen und verarbeiten.
Ötzis letzte Tage
Aus seinem Magen weiss man, was er zuletzt gegessen hat: Fleisch vom Steinbock und Brot aus Einkorn, einer alten Weizensorte. Pollen in seinem Darm zeigen sogar, durch welche Täler er in seinen letzten Tagen gewandert ist.
Lange dachte man, er sei erfroren oder in einem Sturm umgekommen. Doch im Jahr 2001 entdeckte man auf einem Röntgenbild eine steinerne Pfeilspitze in seiner linken Schulter. Der Pfeil hatte eine grosse Ader getroffen. Ötzi wurde von hinten erschossen und verblutete. Dazu hatte er eine Verletzung am Kopf und eine frische Schnittwunde an der Hand, vielleicht von einem Kampf kurz vorher.
Wer ihn getötet hat und warum, weiss niemand. Seltsam ist: Der Mörder liess das wertvolle Kupferbeil liegen. Es ging also wohl nicht um Raub.
Was die Bibel dazu sagt
Ötzi war kein «Affenmensch» und kein primitiver Wilder. Er war ein ganz normaler Mensch wie wir, mit Wissen, Geschick und Erfahrung. Das passt zu dem, was die Bibel erzählt: Schon die ersten Generationen kannten Ackerbau und Viehzucht (1. Mose 4,2) und Metallarbeit. Tubal-Kain war „den Meister in allerlei Erz und Eisenwerk“. Auch nach der Flut wurde gleich wieder Ackerbau betrieben: „Noah aber begann und legte als Landmann einen Weinberg an.“
Ötzi lebte in der Zeit, die Forscher «Kupferzeit» nennen. Nach biblischem Verständnis gehört er in die Zeit, nachdem sich die Menschen von Babel aus über die Erde verteilt hatten. Kleine Gruppen zogen bis in die Alpentäler, rodeten Wälder, bauten Getreide an und hielten Ziegen und Schafe.
Ötzis Körper zeigt aber auch, wohin die Sünde die Menschen geführt hat: Krankheit, Schmerzen, Parasiten und ein Leben, das viel kürzer war als das der Väter vor der Flut. Nach der Sintflut erlaubte Gott den Menschen, Fleisch zu essen (1. Mose 9,3), und von da an wurde das Leben der Menschen immer kürzer.
Und schliesslich der Mord. Die erste Gewalttat der Bibel war ein Brudermord: Als sie auf dem Feld waren, „da erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot“. Vor der Sintflut heisst es: „Aber die Erde war verderbt vor Gott und mit Frevel erfüllt.“ Und auch danach hörte die Gewalt nicht auf. Ötzi, der im Eis verblutete, ist ein stilles Zeugnis dafür, wie sehr die Menschheit einen Erlöser braucht.
Ellen G. White
Crime would increase through successive generations, and the curse of sin would rest more and more heavily upon the human raceZusammenfassung: Das Verbrechen würde von Generation zu Generation zunehmen, und der Fluch der Sünde würde immer schwerer auf dem Menschengeschlecht lasten.
Wie alt ist Ötzi?
Mit der Radiokarbon-Methode (C14) wird Ötzis Alter auf über fünftausend Jahre geschätzt. Diese Methode misst, wie viel von einer bestimmten Art Kohlenstoff in einem toten Körper noch übrig ist. Sie geht davon aus, dass dieser Kohlenstoff in der Luft immer ungefähr gleich häufig war. Darum muss man die Werte mit anderen Messungen abgleichen und «eichen».
Bibelgläubige Forscher geben zu bedenken: Die Sintflut hat die Erde und wohl auch die Luft stark verändert. Wenn der Kohlenstoff in der Luft früher anders verteilt war, wären solche Altersangaben zu hoch. Darum sehen sie Ötzi jünger, in den Jahrhunderten nach Babel. Mit letzter Sicherheit lässt sich das nicht entscheiden. Die Bibel selbst gibt keine Jahreszahl für Ötzi.
Was wir sicher wissen
Ötzi war ein Mensch mit einem Namen, den wir nicht kennen, mit einer Familie, mit Freuden und Sorgen. Er lebte in einer harten Welt voller Mühe, wie Gott es nach dem Sündenfall gesagt hatte: „Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen“. Gott kennt jeden Menschen, auch den Mann aus dem Eis. Und er hat versprochen, dass einmal kein Mord, kein Schmerz und kein Tod mehr sein wird (Offb 21,4).
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