2 Erklärung
Weg von Gott
Ellen G. White beschreibt, wie es dazu kam: Nach der Flut lebten Noahs Nachkommen zuerst gemeinsam in den Bergen, wo die Arche gelandet war. Doch viele wollten Gott vergessen und störten sich an den Gläubigen. Darum zogen sie weg in die Ebene „im Lande Sinear“, am Fluss Euphrat, im heutigen Irak.
Ellen G. White
Accordingly they journeyed to the plain of Shinar, on the banks of the river Euphrates.Zusammenfassung: So zogen sie in die Ebene Sinear, an die Ufer des Flusses Euphrat.
Warum ein Turm?
Die Menschen sagen selbst, was sie wollen: „daß wir uns einen Namen machen, damit wir ja nicht über die ganze Erde zerstreuet werden!“. Sie wollen berühmt werden und an einem Ort zusammenbleiben, obwohl Gott ihnen gesagt hatte: „erfüllet die Erde!“
Ellen G. White nennt noch einen Grund: Viele glaubten Gottes Versprechen nicht, dass keine Flut mehr kommt. Manche leugneten Gott ganz und erklärten die Flut mit natürlichen Ursachen. Der Turm sollte so hoch werden, dass sie bei einer neuen Flut sicher wären. Und in seinen prächtigen Räumen stellten sie ihre Götzen auf.
Ellen G. White
Here they decided to build a city, and in it a tower of such stupendous height as should render it the wonder of the world.Zusammenfassung: Hier beschlossen sie, eine Stadt zu bauen und darin einen Turm von so gewaltiger Höhe, dass er das Wunder der Welt sein sollte.
Ellen G. White
Many of them denied the existence of God and attributed the Flood to the operation of natural causes.Zusammenfassung: Viele von ihnen leugneten, dass es Gott gibt, und erklärten die Flut mit natürlichen Ursachen.
Ellen G. White
One object before them in the erection of the tower was to secure their own safety in case of another deluge.Zusammenfassung: Ein Ziel beim Bau des Turms war, sich vor einer weiteren Flut in Sicherheit zu bringen.
Ellen G. White
other apartments, splendidly furnished and adorned, were devoted to their idols.Zusammenfassung: Andere Räume, prächtig eingerichtet und geschmückt, waren ihren Götzen geweiht.
Ist Zusammenhalt nicht etwas Gutes?
Wer das liest, denkt vielleicht: Es ist doch schön, wenn Menschen zusammenhalten. Warum ist Gott dagegen?
Gott ist nicht gegen Zusammenhalt. Er war dagegen, wofür und gegen wen sie zusammenhielten. Sie taten sich zusammen, um ohne Gott und gegen Gott zu leben.
Ausführlich erklärt:
1. Gott liebt Einheit. Die Bibel sagt: „Siehe, wie fein und lieblich ist's, wenn Brüder einträchtig beisammen wohnen!“ Und Jesus betet für seine Jünger, „auf daß sie alle eins seien“. Zusammenhalt ist also etwas Gutes, wenn er von Gott kommt.
2. In Babel ging es um etwas anderes. Die Menschen wollten sich «einen Namen machen», also selbst gross und berühmt sein, statt Gott zu ehren. Sie wollten eine Regierung gründen, die unabhängig von Gott ist. Es sollte ein Reich werden, in dem Gott nichts zu sagen hat, mit einer Hauptstadt, die die ganze Welt beherrscht.
3. Gottes Auftrag war ein Segen. „erfüllet die Erde!“ war kein Befehl zur Trennung, sondern ein Geschenk: Die ganze schöne Erde sollte bewohnt und gepflegt werden. Wer sich darüber hinwegsetzte, misstraute Gott. Viele glaubten ja nicht einmal seinem Versprechen, dass keine Flut mehr kommt.
4. Vereint im Bösen wird das Böse gross. Gott sagt: „Nun wird es ihnen nicht unmöglich sein, alles auszuführen, was sie sich vorgenommen haben“. Vor der Flut hatte die Menschheit gezeigt, wohin das führt. Hätte Gott sie gewähren lassen, wäre die junge Menschheit schon ganz am Anfang wieder völlig verdorben worden.
5. Man kann es mit heute vergleichen: Ein Team, das zusammenhält, ist etwas Gutes. Eine Bande, die zusammenhält, um anderen zu schaden, ist es nicht. Entscheidend ist nicht nur, dass Menschen zusammenhalten, sondern wofür.
Ellen G. White
The men of Babel had determined to establish a government that should be independent of God.Zusammenfassung: Die Menschen von Babel hatten beschlossen, eine Herrschaft zu errichten, die von Gott unabhängig sein sollte.
Ellen G. White
a kingdom established for self-exaltation, but in which God was to have no rule or honor.Zusammenfassung: Ein Reich, gegründet zur Selbsterhöhung, in dem Gott weder Herrschaft noch Ehre haben sollte.
Ellen G. White
Thus their city would become the metropolis of a universal empireZusammenfassung: So sollte ihre Stadt zur Hauptstadt eines Weltreichs werden.
Ellen G. White
Had they gone on unchecked, they would have demoralized the world in its infancy.Zusammenfassung: Hätte man sie ungehindert weitermachen lassen, hätten sie die Welt schon in ihrer Kindheit sittlich verdorben.
Gott verwirrt die Sprache
„Da fuhr der HERR herab, daß er die Stadt und den Turm sähe“. Und er beschliesst: „laßt uns hinabfahren und daselbst ihre Sprache verwirren, daß keiner des andern Sprache verstehe!“
Ellen G. White beschreibt, wie das geschah: Weil der Turm so hoch war, gaben die Arbeiter die Anweisungen von einem zum nächsten weiter. Plötzlich verstanden sie einander nicht mehr. Es wurde falsches Material gebracht, Befehle kamen verkehrt an. Es gab Streit, und die Arbeit stand still. Blitze vom Himmel zerstörten die Spitze des Turms.
Das war Gnade. Gott hat damit verhindert, dass die junge Menschheit in einem gottlosen Weltreich ganz verdorben wurde. Und so geschah doch, was Gott wollte: Die Menschen verteilten sich über die Erde (1. Mose 11,8).
Ellen G. White
As messages were thus passing from one to another the language was confounded, so that material was called for which was not neededZusammenfassung: Als die Botschaften so von einem zum andern weitergegeben wurden, wurde die Sprache verwirrt, sodass Material verlangt wurde, das nicht gebraucht wurde.
Ellen G. White
Lightnings from heaven, as an evidence of God’s displeasure, broke off the upper portion of the tower and cast it to the ground.Zusammenfassung: Blitze vom Himmel brachen als Zeichen von Gottes Missfallen den oberen Teil des Turms ab und warfen ihn zu Boden.
Ellen G. White
In mercy He confounded their speech, thus putting a check on their purposes of rebellion.Zusammenfassung: Aus Barmherzigkeit verwirrte er ihre Sprache und setzte so ihren Plänen der Auflehnung eine Grenze.
Was bedeutet der Name «Babel»?
Die Bibel erklärt den Namen selbst: „Daher gab man ihr den Namen Babel, weil der HERR daselbst die Sprache der ganzen Welt verwirrte“. Im Hebräischen klingt «Babel» wie das Wort «balal», und das heisst «verwirren» oder «durcheinanderbringen».
Die Babylonier selbst verstanden den Namen ganz anders. In ihrer Sprache hiess die Stadt «Bab-ili», das bedeutet «Tor der Götter». Sie wollten also ein Tor zum Himmel bauen, ein Tor zu ihren Göttern. Gott hat daraus ein Zeichen für Verwirrung gemacht.
Aus «Babel» wurde später der griechische Name «Babylon». Es ist dieselbe Stadt. Viele Jahrhunderte später wird sie die Hauptstadt des mächtigen Babylonischen Reiches unter König Nebukadnezar, und dorthin wird Daniel verschleppt.
Ganz am Ende der Bibel taucht der Name noch einmal auf, als Bild: „Babylon, die Große“. Der Name kommt von «Babel» und bedeutet Verwirrung. In der Bibel steht er für alle Formen von falscher Religion, in der Wahrheit und Irrtum vermischt sind. Darum ruft Gott in der Offenbarung: „Gehet aus ihr heraus, mein Volk“. Mehr dazu, wenn wir zur Offenbarung kommen.
Ellen G. White
The term “Babylon” is derived from “Babel,” and signifies confusion. It is employed in Scripture to designate the various forms of false or apostate religion.Zusammenfassung: Der Name «Babylon» kommt von «Babel» und bedeutet Verwirrung. In der Bibel bezeichnet er die verschiedenen Formen falscher oder abgefallener Religion.
Was die Menschen mitnahmen
Ellen G. White erklärt etwas sehr Wichtiges: Gott wollte, dass die Menschen, wenn sie in alle Welt ziehen und Völker gründen, das Wissen über ihn mitnehmen. Noah lebte noch 350 Jahre nach der Flut, Sem sogar 500 Jahre. Sie hätten allen von Gott erzählen können.
Aber viele wollten davon nichts wissen. Sie nahmen stattdessen den Götzendienst mit. Satan verführte sie dazu, die Opfer, die auf Jesus hinwiesen, nachzuahmen und zu verdrehen: Sie opferten sogar ihre eigenen Kinder ihren Göttern.
Ellen G. White
It was His purpose that as men should go forth to found nations in different parts of the earth they should carry with them a knowledge of His willZusammenfassung: Es war Gottes Absicht, dass die Menschen, wenn sie hinauszogen, um in verschiedenen Teilen der Erde Völker zu gründen, die Kenntnis seines Willens mitnehmen sollten.
Ellen G. White
Noah, the faithful preacher of righteousness, lived for three hundred and fifty years after the Flood, Shem for five hundred yearsZusammenfassung: Noah, der treue Prediger der Gerechtigkeit, lebte nach der Flut noch dreihundertfünfzig Jahre, Sem fünfhundert Jahre.
Ellen G. White
he led them to counterfeit these offerings and sacrifice their own children upon the altars of their gods.Zusammenfassung: Er verleitete sie dazu, diese Opfer nachzuahmen und ihre eigenen Kinder auf den Altären ihrer Götter zu opfern.
Wissenswert: Ziegel, Asphalt und Tempeltürme
Die Bibel sagt genau, wie gebaut wurde: „Und sie brauchten Ziegel für Steine und Asphalt für Kalk“. Genau so haben die Menschen in Mesopotamien gebaut. In der Ebene am Euphrat gibt es kaum Steine. Archäologen finden dort gebrannte Ziegel, die mit Asphalt (Erdpech) verbunden sind.
In vielen Städten Mesopotamiens standen riesige Tempeltürme mit Stufen, sogenannte Zikkurats. Der grösste in Babylon hiess «Etemenanki», das bedeutet «Haus des Fundaments von Himmel und Erde». Nach alten Keilschrifttafeln war er etwa 90 Meter hoch. Viele Forscher sehen in solchen Tempeltürmen eine Erinnerung an den Turm von Babel.
Heute gibt es auf der Welt etwa 7000 Sprachen. Sprachforscher ordnen sie in über hundert Sprachfamilien. Eine gemeinsame Ursprache aller Sprachen konnten sie bisher nicht nachweisen. Die Bibel erklärt, warum: Gott hat die Sprache in Babel verwirrt.
Gedankenspiel: keine Lehre der BibelWas wäre, wenn …? Pyramiden und Göttergeschichten in aller WeltAntippen zum Lesen
Auf allen Kontinenten bauten Menschen in alter Zeit gewaltige Stufentürme und Pyramiden: in Mesopotamien, Ägypten, Mexiko, Guatemala und Peru. Und viele Völker erzählen ähnliche Geschichten:
In Babylon erzählte man von Oannes, einem Fischmenschen, der aus dem Meer kam und die Menschen Schrift, Städtebau und Tempel lehrte. In Indien warnt ein Fisch den Manu vor einer grossen Flut, und Manu rettet sich in einem Schiff. In Mexiko brachte Quetzalcoatl, die «gefiederte Schlange», den Menschen Wissen, und in Cholula soll nach einer Flut ein Riese eine Pyramide bis zum Himmel gebaut haben, die die Götter zerstörten. In Peru zog Viracocha nach einer Flut lehrend durchs Land. In Griechenland glaubte man, Riesen hätten die gewaltigen Mauern von Mykene gebaut.
Was wäre, wenn all das eine gemeinsame Wurzel in Babel hätte? In Babel bauten alle zusammen an einem Tempelturm. Als Gott die Sprachen verwirrte, zogen die Gruppen in alle Richtungen und nahmen mit, was sie kannten: die Kunst, gewaltig zu bauen, und die Erinnerung an die Flut und an Riesen. Aber sie nahmen auch die falschen Priester und den falschen Gottesdienst mit, genau wie Ellen G. White es beschreibt.
Wichtig: Das ist ein Gedankenspiel. Die Bibel sagt nichts über Pyramiden in Ägypten oder Amerika, und es ist nicht bewiesen, dass sie mit Babel zusammenhängen.
An Pfingsten wird Babel umgekehrt
In Babel verstanden sich die Menschen plötzlich nicht mehr. An Pfingsten geschah das Gegenteil: Der Heilige Geist kam, und Menschen aus vielen Ländern hörten die Apostel, „ein jeder in seiner Sprache, darin wir geboren sind“.
In Babel wollten die Menschen sich selbst einen Namen machen und wurden zerstreut. Durch Jesus werden Menschen aus allen Völkern und Sprachen wieder zu einer Familie (Offb 7,9).
Ellen G. White fasst Babel so zusammen: Das Denkmal ihres Stolzes wurde zum Denkmal ihrer Torheit.
Ellen G. White
The monument to their pride became the memorial of their folly.Zusammenfassung: Das Denkmal ihres Stolzes wurde zum Denkmal ihrer Torheit.
Für dich
Die Menschen in Babel wollten sich selbst einen Namen machen. Wofür möchtest du einmal bekannt sein: für dich selbst oder für Gott?