Start › Andere Fragen › Schöpfung und Wissenschaft
Schöpfung und Wissenschaft
Wie passen die Dinosaurier zur Bibel?
Kurze Antwort
Das Wort «Dinosaurier» kommt in der Bibel nicht vor, es wurde erst 1842 erfunden. Die Bibel sagt aber: Gott schuf alle Landtiere am sechsten Tag, am selben Tag wie den Menschen. Nach der Bibel lebten Dinosaurier also mit den ersten Menschen zusammen und gingen grösstenteils in der Sintflut unter. Die meisten Wissenschaftler datieren sie dagegen viele Millionen Jahre vor den Menschen. Hier liegt beides nebeneinander.
Was sind Dinosaurier?
Seit etwa 200 Jahren findet man auf der ganzen Welt riesige versteinerte Knochen, sogar in der Antarktis. 1842 gab der englische Forscher Richard Owen diesen Tieren den Namen «Dinosaurier», das heisst «schreckliche Echsen». Heute kennt man über tausend Arten.
Manche waren klein wie ein Huhn. Die grössten Pflanzenfresser, die Langhalssaurier, waren über 30 Meter lang und schwerer als zehn Elefanten. Es gab auch Tiere wie den , mit riesigen Zähnen. Keines dieser Tiere lebt heute noch.
Was die Bibel sagt
Die Bibel nennt keine Tierarten mit heutigen Namen. Sie sagt aber, wann Gott die Tiere schuf: am fünften Tag die Tiere im Wasser und die Vögel (1. Mose 1,21), am sechsten Tag „Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes nach ihrer Art“, und am selben Tag den Menschen (1. Mose 1,26–27). Auch die Dinosaurier gehören zu den Tieren, die Gott gemacht hat. „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“
Am Anfang gab es keinen Tod. Gott gab „allen Tieren der Erde“ Pflanzen zur Nahrung. Erst durch die Sünde kam der Tod in die Welt (Röm 5,12), und Paulus schreibt, „daß die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt“. Nach der Bibel jagten also auch die grossen Raubtiere ursprünglich keine anderen Tiere.
Waren Dinosaurier in der Arche?
Gott sagte zu Noah: „von allem Fleisch, sollst du je zwei in die Arche führen“. In die Arche kamen „alle Arten der Tiere und des Viehs und allerlei Kriechendes, was auf Erden kriecht, von jeglicher Art“. Die Bibel nennt keine Tierart, die ausgeschlossen war. Nach ihrem Wortlaut gehörten also auch die Dinosaurier zu den Tieren, die mitgenommen wurden.
Wie passten so grosse Tiere in die Arche? Die meisten Dinosaurier waren nicht riesig, viele nur so gross wie ein Schaf oder kleiner. Und auch die grössten Arten schlüpften aus Eiern. Selbst die grössten bekannten Dinosaurier-Eier sind höchstens etwa so lang wie ein Unterarm. Junge Tiere brauchten wenig Platz und wenig Futter. Viele denken darum, dass Noah junge Tiere mitnahm.
Warum gibt es sie heute nicht mehr? Nach der Flut war die Erde eine andere: Das Klima änderte sich, ganze Landschaften waren verschwunden, die Pflanzenwelt war ärmer. Viele grosse Tierarten konnten sich nicht mehr halten, und Menschen jagten sie. Auch heute sterben immer wieder Tierarten aus. Die Bibel erklärt nicht ausdrücklich, warum die Dinosaurier verschwanden. Das bleibt eine Deutung.
Gott machte die Erde zu einem Grab
Bei der Sintflut „ging alles Fleisch zugrunde, das auf Erden sich bewegte“. Viele verstehen die meisten Dinosaurier-Fossilien darum als Tiere, die in der Sintflut umkamen und begraben wurden.
Ellen G. White beschreibt, was danach geschah: Überall lagen die toten Körper von Menschen und Tieren. Gott liess nicht zu, dass sie liegen blieben, verwesten und die Luft verpesteten. Darum machte er die Erde zu einem riesigen Grab. Ein gewaltiger Wind, der das Wasser trocknen sollte (1. Mose 8,1), bewegte die Wassermassen mit grosser Kraft. Er riss manchmal sogar Berggipfel ab und häufte Bäume, Felsen und Erde über die Toten.
Auch die Grösse der Funde erklärt sie so: Menschen, Tiere und Bäume waren vor der Sintflut um ein Vielfaches grösser als heute. Sie wurden begraben und so als Zeugnis für spätere Generationen erhalten. Die Funde zeigen, dass früher vieles anders war. Wann das war, sagt allein der Bericht der Bibel.
Ellen G. White
Everywhere were strewn the dead bodies of men and beasts.Zusammenfassung: Überall lagen die toten Körper von Menschen und Tieren.
Ellen G. White
therefore He made of the earth a vast burial ground.Zusammenfassung: Darum machte er die Erde zu einem riesigen Begräbnisplatz.
Ellen G. White
A violent wind which was caused to blow for the purpose of drying up the waters, moved them with great force, in some instances even carrying away the tops of the mountains and heaping up trees, rocks, and earth above the bodies of the dead.Zusammenfassung: Ein heftiger Wind, der wehen musste, um die Wasser zu trocknen, bewegte sie mit grosser Kraft, trug manchmal sogar Berggipfel ab und häufte Bäume, Felsen und Erde über die Leichen.
Ellen G. White
In the days of Noah, men, animals, and trees, many times larger than now exist, were buried, and thus preserved as an evidence to later generations that the antediluvians perished by a flood.Zusammenfassung: In den Tagen Noahs wurden Menschen, Tiere und Bäume, viele Male grösser als die heutigen, begraben und so als Beweis für spätere Generationen erhalten, dass die Menschen vor der Sintflut in einer Flut umkamen.
Schnell begraben: was die Funde zeigen
Damit aus einem Tier ein Fossil wird, muss es sehr schnell unter Schlamm, Sand oder Asche begraben werden. Ein totes Tier, das offen daliegt, wird in wenigen Tagen oder Wochen von anderen Tieren gefressen, von Bakterien zersetzt und vom Wetter zerstört. Darin sind sich alle Forscher einig. Viele Funde zeigen, dass das Begraben sehr plötzlich geschah:
In Holzmaden in Süddeutschland fand man einen versteinerten (Ichthyosaurier), der gerade ein Junges zur Welt brachte. Mutter und Junges wurden mitten in der Geburt zugedeckt.
In der Wüste Gobi in der Mongolei fand man 1971 zwei Dinosaurier, einen Velociraptor und einen Protoceratops, die mitten im Kampf ineinander verkeilt begraben wurden. Man nennt diesen Fund die «».
In Gesteinsschichten in den USA findet man versteinerte Fische, die gerade dabei waren, einen anderen Fisch zu verschlucken. Sie hatten keine Zeit mehr, die Beute hinunterzuschlucken.
In Kanada fand man 2011 einen (Borealopelta), der so gut erhalten ist, dass man noch die Hautplatten und Spuren seiner Farbe erkennt. Er sieht aus wie eine Statue.
An manchen Orten liegen Tausende Knochen dicht beieinander wie auf einem riesigen Friedhof, etwa im in den USA. Und an mehreren Orten der Welt stehen versteinerte Baumstämme aufrecht durch mehrere Gesteinsschichten hindurch, zum Beispiel bei Joggins in Kanada. Die Schichten um sie herum müssen sich abgelagert haben, bevor der Baum verrotten konnte.
Dass diese Tiere und Pflanzen schnell begraben wurden, bestreitet kein Fachmann. Strittig ist die Deutung: Die meisten Forscher erklären die Funde mit vielen einzelnen Katastrophen über sehr lange Zeit, etwa Überschwemmungen, Schlammlawinen oder Sandstürme. Wer der Bibel folgt, sieht darin die Spuren der einen grossen Flut, in der „die damalige Welt infolge einer Wasserflut zugrunde ging“.
Waren die Menschen früher grösser?
Die Bibel erzählt, dass es vor der Sintflut Riesen gab: „Die Riesen waren auf Erden in jenen Tagen“. Auch später gab es noch sehr grosse Menschen. Das eiserne Bett des Königs Og war „neun Ellen lang und vier Ellen breit“, also etwa vier Meter lang. Goliath war „sechs Ellen und eine Spanne hoch“, fast drei Meter.
Ellen G. White schreibt, dass Adam viel grösser war als die Menschen heute. Er kam aus Gottes Hand hoch gewachsen und vollkommen gebaut. Vor der Sintflut gab es viele Riesen, gross, stark und sehr begabt. Durch die Sünde nahmen Lebenszeit, Körpergrösse und Kraft der Menschen nach und nach ab.
Ellen G. White
Adam’s height was much greater than that of men who now inhabit the earth.Zusammenfassung: Adam war viel grösser als die Menschen, die heute auf der Erde leben.
Ellen G. White
The days of man would be shortened by his own course of sin; he would deteriorate in physical stature and endurance and in moral and intellectual powerZusammenfassung: Durch seinen eigenen sündigen Weg würden die Tage des Menschen verkürzt; er würde an Körpergrösse, Ausdauer sowie moralischer und geistiger Kraft abnehmen.
Ellen G. White
There were many giants, men of great stature and strength, renowned for wisdom, skillful in devising the most cunning and wonderful worksZusammenfassung: Es gab viele Riesen, Männer von grosser Gestalt und Kraft, berühmt für ihre Weisheit und geschickt darin, die kunstvollsten und wunderbarsten Werke zu erfinden.
Riesenknochen und menschliche Fussabdrücke?
Ellen G. White schreibt, dass man Knochen von Menschen und Tieren gefunden hat, die viel grösser waren als heute. Viele Fossilien von Tieren bestätigen das: Es gab riesige Libellen mit einer Flügelspannweite von etwa 70 Zentimetern, Krokodile von bis zu zehn Metern Länge und Farne so gross wie Bäume.
Bei Menschen ist es schwieriger. Im Internet kursieren viele Bilder von angeblichen Riesenskeletten. Sie sind Fälschungen, oft Fotomontagen aus einem Bildbearbeitungs-Wettbewerb. Auch der berühmte «Riese von Cardiff» in den USA (1869) war eine aus Stein gehauene Figur, ein bewusster Betrug. Ein wissenschaftlich untersuchtes Skelett eines Riesen ist bis heute nicht bekannt.
Ähnlich ist es mit den «Menschenspuren» neben Dinosaurierspuren am in Texas. Lange galten sie als Beweis, dass Menschen und Dinosaurier gleichzeitig lebten. Genauere Untersuchungen in den 1980er-Jahren zeigten aber, dass es meist verwitterte Spuren von Dinosauriern sind und einige nachträglich eingemeisselt wurden. Auch viele Schöpfungsforscher raten heute davon ab, sie als Beweis zu verwenden.
Dass solche Beweise fehlen, heisst nicht, dass die Bibel irrt. Die Menschen vor der Sintflut lebten wohl in Gegenden, die heute tief unter Gestein oder unter dem Meer begraben sind. Die Bibel braucht keine unsicheren Funde. Es genügt, was einer Prüfung standhält.
Ellen G. White
Those who reason so confidently upon its discoveries have no adequate conception of the size of men, animals, and trees before the Flood, or of the great changes which then took place.Zusammenfassung: Wer so selbstsicher über die Funde urteilt, hat keine angemessene Vorstellung von der Grösse der Menschen, Tiere und Bäume vor der Sintflut oder von den grossen Veränderungen, die damals geschahen.
Ellen G. White
Relics found in the earth do give evidence of conditions differing in many respects from the present, but the time when these conditions existed can be learned only from the Inspired Record.Zusammenfassung: Funde in der Erde zeigen Verhältnisse, die sich in vielem von heute unterscheiden; aber wann diese Verhältnisse bestanden, kann man nur aus dem inspirierten Bericht erfahren.
Was die Wissenschaft sagt
Die grosse Mehrheit der Wissenschaftler sieht es anders. Sie datiert die Dinosaurier auf die Zeit von etwa 230 bis 66 Millionen Jahren vor heute, also lange vor den ersten Menschen. Die Zahlen stammen vor allem aus Messungen an vulkanischem Gestein in den Erdschichten (radiometrische Datierung). Als Grund für das Aussterben gilt meist ein riesiger Meteoriteneinschlag, dessen Krater man in Mexiko gefunden hat (Chicxulub).
Es gibt aber auch Funde, die Forscher selbst überrascht haben. 2005 entdeckte die Paläontologin Mary Schweitzer in einem Tyrannosaurus-Knochen weiche, biegsame Strukturen, die wie Blutgefässe aussehen. Viele fragen sich, wie so etwas viele Millionen Jahre überdauern konnte. Die Forscher erklären es unterschiedlich, und die Diskussion ist nicht abgeschlossen.
Wo die Wissenschaft schätzt und sich korrigiert
Wissenschaft ist wertvoll, aber sie arbeitet mit Messungen, Annahmen und Schätzungen, und ihre Ergebnisse ändern sich immer wieder. Gerade bei Dingen, die niemand beobachtet hat, ist das wichtig zu wissen. Einige Beispiele:
Die Altersangaben beruhen auf Annahmen. Wer Gestein datiert, muss voraussetzen, wie viel von einem Stoff am Anfang darin war und dass sich die Zerfallsgeschwindigkeit nie verändert hat. Verschiedene Methoden ergeben für dasselbe Gestein manchmal sehr unterschiedliche Alter. Ein bekanntes Beispiel: Lava vom Ausbruch des Mount St. Helens im Jahr 1980 wurde mit einer gängigen Methode auf Hunderttausende Jahre datiert. Die meisten Geologen sagen, diese Methode passe für so junges Gestein nicht. Das zeigt aber: Eine Zahl ist nur so gut wie die Annahmen, auf denen sie beruht.
Die Forscher sind sich auch untereinander nicht einig. Ob die Dinosaurier durch einen Meteoriten ausstarben oder durch riesige Vulkanausbrüche in Indien (Dekkan-Trapp), wird seit Jahrzehnten heftig diskutiert.
Und die Wissenschaft korrigiert sich oft. Über hundert Jahre lang galt der «Brontosaurus» als bekannter Dinosaurier. Dann hiess es, er sei nur ein falsch benanntes anderes Tier, und 2015 wurde er wieder als eigene Gattung eingeführt. Lange stellte man sich Dinosaurier als schuppige Echsen vor, heute weiss man, dass viele Federn hatten. Und die Grösse der grössten Arten schätzen Forscher je nach Methode sehr unterschiedlich, zwischen 30 und 40 Metern.
Ein weiteres Beispiel aus der Geologie: In den 1920er-Jahren behauptete der Geologe J Harlen Bretz, eine riesige Flut habe in kurzer Zeit eine ganze Landschaft im Nordwesten der USA geformt. Er wurde jahrzehntelang ausgelacht, weil man glaubte, solche Landschaften entstünden nur langsam über lange Zeit. Heute ist seine Erklärung anerkannt. Grosse Katastrophen können in kurzer Zeit sehr viel verändern.
Das heisst nicht, dass alle Wissenschaft falsch ist. Aber es zeigt: Wenn es um die ferne Vergangenheit geht, sind viele Aussagen Schätzungen und Deutungen, keine Beobachtungen. Wie genau Gott die Schöpfung vollbrachte, hat er den Menschen nicht offenbart. Die Bibel will nicht alle Fragen der Naturwissenschaft beantworten. Aber was sie sagt, ist zuverlässig.
Ellen G. White
Just how God accomplished the work of creation He has never revealed to men; human science cannot search out the secrets of the Most High.Zusammenfassung: Wie genau Gott das Werk der Schöpfung vollbrachte, hat er den Menschen nie offenbart; menschliche Wissenschaft kann die Geheimnisse des Höchsten nicht ergründen.
Behemot und Leviatan in Hiob
Im Buch Hiob beschreibt Gott zwei gewaltige Tiere. Im Hebräischen heissen sie «Behemot» und «Leviatan». Die Schlachter-Bibel übersetzt sie mit „Flußpferd“ und „Krokodil“.
Manche Christen sehen im Behemot einen Langhalssaurier, weil es heisst: „Es biegt seinen Schweif wie eine Zeder“. Ein Flusspferd hat nur einen kurzen Schwanz. Andere verstehen die Worte als dichterische Sprache für ein besonders starkes Tier wie das Flusspferd oder den Elefanten. Die Bibel nennt keinen Dinosaurier mit Namen. Ob Hiob an Dinosaurier dachte, lässt sich nicht sicher sagen.
Gedankenspiel: keine Lehre der BibelWas wäre, wenn …? Drachen und DinosaurierAntippen zum Lesen
Fast überall auf der Welt erzählen alte Geschichten von Drachen: grossen, echsenartigen Tieren, gegen die Helden kämpften. Was wäre, wenn diese Geschichten Erinnerungen an echte Dinosaurier wären, die nach der Sintflut noch eine Zeit lang lebten?
Belegt ist das nicht. Forscher erklären die Drachen-Sagen meist anders, zum Beispiel mit Fossilfunden, die Menschen früher fanden und sich nicht erklären konnten, oder mit der Angst vor Schlangen und Krokodilen. Weder die Bibel noch Ellen G. White sagen etwas über Drachen als Dinosaurier. Es bleibt ein Gedankenspiel.
Was wir sicher wissen
Alle Tiere, auch die gewaltigsten, hat Gott geschaffen: „Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist“. Die riesigen Knochen in den Museen erinnern daran, wie gross und vielfältig Gottes Schöpfung war, und wie sehr die Sünde die Welt verändert hat.
Und die Bibel endet mit einer Hoffnung: Einmal wird es wieder keinen Tod und kein Fressen und Gefressenwerden geben. „Wolf und Lamm werden einträchtig weiden, der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind“.
Weiterlesen
Auf dem Weg durch die Bibel:
- Gott erschafft die WeltWie alles begann
- Gott erschafft den MenschenWie alles begann
- Die Flut kommtVon Kain bis zur Sintflut
- Flusspferd und KrokodilHiob: Leid und Vertrauen
Weitere Fragen: