2 Erklärung
So ist der Text aufgebaut
Kapitel 40, Verse 1 bis 5: Gott fragt, ob Hiob mit ihm streiten will. Hiob antwortet: Ich bin zu gering. Ich will schweigen.
Kapitel 40, Verse 6 bis 14: Gott fragt Hiob, ob er die Welt regieren und die Stolzen erniedrigen könnte. Dann könnte er sich selbst helfen.
Kapitel 40, Verse 15 bis 24: Gott beschreibt Behemot, ein riesiges, starkes Tier, das Gras frisst und im Fluss ruht.
Kapitel 41: Gott beschreibt Leviatan, ein furchterregendes Tier mit hartem Panzer, das kein Mensch fangen oder zähmen kann.
Hiob wird still
Gott fragt: „Will der Tadler mit dem Allmächtigen hadern?“ Und Hiob antwortet: „Siehe, ich bin zu gering; was soll ich Dir antworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen!“
Gott spricht noch einmal: „Willst du mir mein Recht absprechen, mir Ungerechtigkeit nachweisen, damit du gerecht seiest?“ Hiob hatte in seinem Schmerz Gott angeklagt. Jetzt erkennt er, dass er zu weit gegangen ist.
Wissenswert: Welche Tiere sind gemeint?
Im Hebräischen heissen die beiden Tiere Behemot und Leviatan. Die Schlachter-Bibel übersetzt sie mit (Hiob 40,15) und (Hiob 41,1). Beide Tiere lebten früher auch im Nil. Ein Flusspferd wiegt bis zu drei Tonnen und ist eines der gefährlichsten Tiere Afrikas. Das Nilkrokodil kann über fünf Meter lang werden, und sein Panzer ist so hart, dass Speere früher kaum durchdrangen. Viele Ausleger sehen es so.
Was bedeutet das Wort Behemot? Es kommt vom hebräischen Wort «behema», und das heisst einfach «Tier» oder «Vieh». Dasselbe Wort steht schon im Schöpfungsbericht, wo Gott das „Vieh“ erschafft. Behemot ist eine verstärkte Form davon. Gemeint ist etwa: «das Tier schlechthin», «das riesige Tier». Schon der Name sagt also: Hier geht es um das grösste und stärkste Landtier, das man sich denken kann. Gott nennt es „der Erstling der Wege Gottes“, eines seiner gewaltigsten Werke.
Leviatan bedeutet wohl «der sich Windende». Er kommt auch in den Psalmen vor, als Tier im Meer: „der Leviatan, den du gemacht hast, um darin zu spielen.“ Bei Jesaja ist er später ein Bild für die Feinde Gottes, „die gewundene Schlange“.
Welche Tiere sind nun gemeint? Vieles passt gut zum Flusspferd: Es frisst Gras, liegt im Schilf und im Sumpf und bleibt ruhig, auch wenn der Fluss über die Ufer tritt (Hiob 40,21–23). Doch ein Vers passt schlecht: „Es biegt seinen Schweif wie eine Zeder“. Das Flusspferd hat nur einen kurzen, dünnen Schwanz. Manche Ausleger sagen, der Vers meine nicht die Länge, sondern die Kraft, mit der das Tier ihn steif hält. Andere Christen denken darum an einen grossen Saurier mit einem langen, mächtigen Schwanz, der zur Zeit Hiobs vielleicht noch lebte.
Beides sind Deutungen. Die Bibel sagt nicht, welche Tiere genau gemeint sind, und wir wissen es nicht sicher.
Klar ist aber die Botschaft: Wenn Hiob nicht einmal diese Tiere zähmen kann, wie will er dann mit ihrem Schöpfer streiten?
Für dich
Hiob legte die Hand auf den Mund und hörte zu. Wann hast du zuletzt einfach still vor Gott gestanden?