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Frühgeschichte des Menschen

Gab es Riesen?

Kurze Antwort

Die Bibel erzählt von sehr grossen Menschen: vor der Sintflut und später im Land Kanaan, bis hin zu Goliath. Fast alle Völker der Welt kennen Geschichten von Riesen. Echte Riesenskelette von mehreren Metern hat die Forschung nie gefunden, und viele angebliche Funde waren Fälschungen. Sicher ist aber: Pflanzen und Tiere waren früher teilweise viel grösser als heute.

Was die Bibel sagt

Vor der Sintflut: „Die Riesen waren auf Erden in jenen Tagen“. Das hebräische Wort ist «Nephilim». Es kann «Riesen» bedeuten, aber auch «Gewalttätige» oder «die über andere herfallen». Gemeint sind „die Helden, die von alters her berühmt gewesen sind“.

Als die Kundschafter Israels ins Land Kanaan kamen, berichteten sie: „Wir sahen auch Riesen daselbst, Enakskinder aus dem Riesengeschlecht, und wir waren in unsern Augen wie Heuschrecken“. König Og von Basan hatte ein eisernes Bett, „neun Ellen lang und vier Ellen breit“, also gut vier Meter lang. Und Goliath war „sechs Ellen und eine Spanne hoch“, fast drei Meter.

Ellen G. White

As man came forth from the hand of his Creator, he was of lofty stature and perfect symmetry.
Patriarchs and Prophets, S. 45

Zusammenfassung: Als der Mensch aus der Hand seines Schöpfers hervorging, war er von hohem Wuchs und vollkommenem Ebenmass.

Wissenswert: Wie gross kann ein Mensch werden?

Der grösste Mensch, dessen Grösse sicher gemessen wurde, war aus den USA. Er war 2,72 Meter gross und starb 1940. Seine Grösse kam von einer Krankheit der Hirnanhangsdrüse. Goliath wäre also nur wenig grösser gewesen. Ein Mensch von drei Metern ist sehr selten, aber nicht unmöglich.

Wissenswert: Früher war vieles grösser

Versteinerungen zeigen: Es gab mit einer Flügelspannweite von etwa 70 Zentimetern, riesige von über zwei Metern Länge, und . Auch viele Pflanzen waren riesig, etwa , die heute klein sind, als hohe Bäume.

Forscher erklären das teilweise mit einem höheren Sauerstoffgehalt der Luft in früheren Zeiten. Nach der Bibel war die Welt vor der Flut fruchtbarer und kräftiger als heute. Dass auch die Menschen damals grösser waren, passt in dieses Bild.

Wissenswert: Was heisst das für die C14-Messung?

Mit der C14-Methode bestimmt man das Alter von Dingen, die einmal gelebt haben: Holz, Knochen, Stoff. In der oberen Luft entsteht laufend eine seltene, leicht radioaktive Art von Kohlenstoff, das C14. Pflanzen nehmen es zusammen mit dem gewöhnlichen Kohlenstoff auf, Tiere und Menschen über die Nahrung. Nach dem Tod kommt nichts mehr dazu, und das C14 zerfällt langsam. Nach etwa 5730 Jahren ist noch die Hälfte übrig. Aus dem Rest berechnet man, wie lange der Tod her ist.

Die Rechnung geht aber von einer Annahme aus: dass in der Luft damals gleich viel C14 war wie heute. Die Forscher wissen selbst, dass das nicht immer stimmt. Durch die Atombombentests der 1950er- und 1960er-Jahre hat sich das C14 in der Luft fast verdoppelt. Das Verbrennen von Kohle und Öl hat es dagegen verdünnt. Auch die Stärke des Magnetfelds der Erde verändert, wie viel C14 entsteht. Darum «eichen» die Forscher ihre Werte mit Jahresringen von Bäumen und anderen Zeitreihen.

Der Sauerstoff selbst verändert die Messung nicht. Doch die Welt vor der Flut war voller Leben, wie die gewaltigen Lager von Kohle und Öl zeigen. Dann war auch viel mehr gewöhnlicher Kohlenstoff im Umlauf. Wenn gleich viel C14 entstand, verteilte es sich auf viel mehr Kohlenstoff. Pflanzen und Tiere von damals hätten dann von Anfang an weniger C14 enthalten und würden heute viel älter wirken, als sie sind. Viele bibelgläubige Forscher sehen darin einen Grund, warum die Zahlen so weit von der Bibel abweichen.

Riesen in den Sagen der Völker

Fast alle Völker der alten Welt erzählen von Riesen aus einer fernen Urzeit. Die Bibel ist damit nicht allein.

Die Griechen erzählten von den Titanen. Sie galten als ein uraltes Geschlecht von Göttern, gewaltig gross und stark, Kinder des Himmels und der Erde. Ihr Anführer war . Nach der Sage herrschten die Titanen in einem goldenen Zeitalter, bis Zeus und die jüngeren Götter sich gegen sie erhoben. In einem zehn Jahre langen Krieg wurden sie besiegt und in die Tiefe der Unterwelt gestürzt. Einer von ihnen, , musste zur Strafe den Himmel auf seinen Schultern tragen.

Daneben kannten die Griechen die Giganten, riesige Söhne der Erde, die ebenfalls gegen die Götter kämpften. Diesen Kampf zeigt der gewaltige aus dem 2. Jahrhundert vor Christus, der heute in Berlin steht. Von den Titanen stammt übrigens unser Wort «titanisch» für etwas Riesenhaftes, und von den Giganten das Wort «gigantisch».

Die Germanen erzählten von den Jöten, , die mit den Göttern um die Herrschaft kämpften. In vielen Alpentälern gibt es Sagen von Riesen, die einst Felsen warfen.

Auffällig ist, was diese Sagen gemeinsam haben: gewaltige Wesen aus der Urzeit, halb Gott, halb Mensch, die gegen die Ordnung kämpften und am Ende gestürzt wurden. Die Bibel erzählt viel nüchterner von Menschen. Die Söhne Gottes nahmen sich Frauen aus den Töchtern der Menschen, und ihre Nachkommen wurden „die Helden, die von alters her berühmt gewesen sind“. Mit den «Söhnen Gottes» sind die Nachkommen Sets gemeint, die Gott lange treu geblieben waren. Ihre Kinder wurden stark, berühmt und gewalttätig, bis die Erde „mit Frevel erfüllt“ war und die Flut kam.

Viele verstehen die Sagen der Völker darum als ferne, ausgeschmückte Erinnerungen an diese Zeit. Aus berühmten Helden der Vorzeit wurden in den Erzählungen über viele Generationen Götter und Halbgötter. Beweisen lässt sich das nicht. Doch es erklärt, warum Völker auf der ganzen Welt von Riesen erzählen, die einst die Erde beherrschten.

Ellen G. White

The children of Seth, attracted by the beauty of the daughters of Cain’s descendants, displeased the Lord by intermarrying with them.
Patriarchs and Prophets, S. 81

Zusammenfassung: Die Nachkommen Sets fühlten sich von der Schönheit der Töchter aus Kains Nachkommenschaft angezogen und missfielen dem Herrn, indem sie sich mit ihnen verheirateten.

Fragen zum Nachdenken

Warum erzählen Völker auf allen Kontinenten unabhängig voneinander von Riesen? Und wenn die Natur früher nachweislich grössere Tiere und Pflanzen hervorbrachte, warum sollte es dann keine grösseren Menschen gegeben haben? Die Bibel berichtet nüchtern, mit Massen und Namen, nicht wie ein Märchenbuch.

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