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Frühgeschichte des Menschen
Wurden die Menschen vor der Sintflut wirklich so alt?
Kurze Antwort
Nach der Bibel lebten die Menschen vor der Sintflut fast tausend Jahre. Nach der Flut wurde das Leben Schritt für Schritt kürzer, bis auf etwa siebzig oder achtzig Jahre. Erstaunlich: Auch eine uralte Königsliste aus Mesopotamien erzählt von Herrschern mit unglaublich langen Regierungszeiten vor einer grossen Flut und von viel kürzeren danach. Und die Forschung zeigt: Wie lange ein Lebewesen lebt, hängt stark vom Erbgut ab.
Was die Bibel sagt
Adams „ganzes Alter 930 Jahre betrug, als er starb“. Methusalah wurde sogar 969 Jahre alt (1. Mose 5,27). Noah lebte 950 Jahre (1. Mose 9,29).
Nach der Flut nimmt das Alter ab: Sem 600 Jahre, Abraham 175, Mose 120. Später schreibt Mose: „Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind's achtzig Jahre“.
Wer die Zahlen aufzeichnet, sieht keine wilde Zickzacklinie, sondern eine gleichmässig absinkende Kurve, wie man sie aus der Natur kennt, wenn etwas langsam nachlässt.
Ellen G. White
They possessed great physical and mental strength, and their advantages for acquiring both religious and scientific knowledge were unrivaled.Zusammenfassung: Sie besassen grosse körperliche und geistige Kraft, und ihre Möglichkeiten, religiöses und wissenschaftliches Wissen zu erwerben, waren unvergleichlich.
Ellen G. White
The days of man would be shortened by his own course of sinZusammenfassung: Die Tage des Menschen würden durch seinen eigenen sündigen Weg verkürzt werden.
Wissenswert: Die sumerische Königsliste
Archäologen haben in Mesopotamien, dem heutigen Irak, Tontafeln mit gefunden. Sie ist über 4000 Jahre alt. Sie nennt eine Reihe von Königen, die vor einer grossen Flut lebten. Dann heisst es sinngemäss: Danach kam die Flut über das Land. Nach der Flut werden die Regierungszeiten immer kürzer.
Die Zahlen vor der Flut sind riesig, und niemand nimmt sie als echte Jahre. Die Sumerer rechneten nicht in Zehnern wie wir, sondern in Sechzigern. Ihre grosse Zähleinheit war 3600 (60 mal 60). Fast alle Regierungszeiten vor der Flut sind glatte Vielfache davon, zum Beispiel 8 mal 3600 Jahre. Das sieht nicht nach gezählten Jahren aus, sondern nach sinnbildlichen Zahlen, die sagen wollen: Diese Menschen lebten unvorstellbar lange. Manche Forscher vermuten auch, dass beim Abschreiben Einheiten verwechselt wurden. Sicher weiss man es nicht.
Die Zahlen sind also mit Sagen vermischt und sagen nichts darüber, wie lange es den Menschen schon gibt. Die Bibel ist hier viel nüchterner: Sie nennt die Lebensjahre jedes Vaters genau, und keiner wird älter als 969 Jahre. Aber das Grundmuster der Liste ist dasselbe wie in der Bibel: sehr langes Leben vor einer grossen Flut, danach immer kürzer. Wie kommt ein Volk, das die Bibel nicht kannte, auf diese Idee? Viele verstehen das als eine verzerrte Erinnerung an das, was wirklich geschah.
Wissenswert: Was die Forschung über das Altern weiss
Die Forschung kennt heute viele Vorgänge, die beim Altern im Körper ablaufen. Im Erbgut sammeln sich Schäden an. Die Schutzkappen an den Enden der Chromosomen, die Telomere, werden bei jeder Zellteilung etwas kürzer. Zellen hören auf, sich zu teilen, und die Reparatur im Körper lässt nach. Viele Wissenschaftler sind überzeugt, dass sie damit gut erklären können, wie Altern geschieht.
Welcher dieser Vorgänge der Auslöser ist und welcher die Folge, darüber sind sich die Forscher noch nicht einig. Und aufhalten kann das Altern bis heute niemand. Dabei gibt es Lebewesen, die sehr alt werden: Grönlandhaie leben wohl mehrere hundert Jahre, und manche sind über 4500 Jahre alt.
In Versuchen mit winzigen Fadenwürmern haben Forscher durch Veränderungen an einzelnen Genen die Lebensdauer um ein Vielfaches verlängert. Wie lange ein Lebewesen lebt, hängt also stark vom Erbgut ab. Wenn das Erbgut der ersten Menschen noch fast fehlerfrei war, ist ein sehr langes Leben gut vorstellbar.
Nach der Flut änderte sich vieles: das Klima, die Nahrung (erst jetzt erlaubte Gott Fleisch, 1. Mose 9,3) und der Zustand des Erbguts, in dem sich Fehler ansammelten. Wie genau das zusammenwirkte, sagt die Bibel nicht.
Fragen zum Nachdenken
Viele halten die hohen Zahlen der Bibel einfach für Märchen. Doch warum erzählen auch andere alte Völker von einem goldenen Zeitalter mit langlebigen Menschen? Und wenn schon kleine Veränderungen im Erbgut die Lebensdauer eines Tieres vervielfachen können, ist ein Leben von 900 Jahren dann wirklich unmöglich, oder nur ungewohnt?
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Auf dem Weg durch die Bibel:
- Von Adam bis Noah: Henoch geht mit GottVon Kain bis zur Sintflut
- Von Sem bis AbramDie Völker und der Turm zu Babel
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