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Daniel 7

Bibeltext · Daniel 7Schlachter 1951
1Im ersten Jahre Belsazars, des Königs von Babel, hatte Daniel einen Traum und Gesichte seines Hauptes auf seinem Lager. Er schrieb den Traum alsbald auf, und dies ist der vollständige Bericht. 2Daniel hob an und sprach: Ich schaute des Nachts in meinem Gesichte und siehe, die vier Winde brachen los auf das große Meer; 3und vier große Tiere stiegen aus dem Meer empor, ein jedes verschieden vom andern: 4Das erste glich einem Löwen und hatte Adlerflügel. Ich betrachtete das Tier, bis ihm die Flügel ausgerauft wurden und es von der Erde aufgerichtet und wie ein Mensch aufrecht auf seine Füße gestellt und ihm ein menschliches Herz gegeben wurde. 5Und siehe, das andere, zweite Tier glich einem Bären und war nur auf einer Seite aufgerichtet und hatte drei Rippen in seinem Maul zwischen seinen Zähnen; und es ward zu ihm gesagt: Stehe auf, friß viel Fleisch! 6Darnach schaute ich weiter und siehe, ein anderes [Tier] wie ein Panther; das hatte vier Vogelflügel auf seinem Rücken; auch vier Köpfe hatte dieses Tier, und ihm ward Macht verliehen. 7Nach diesem sah ich in den Nachtgesichten und siehe, das vierte Tier war furchterregend, schrecklich und außerordentlich stark; es hatte große eiserne Zähne, fraß und zermalmte und zertrat das Übrige mit den Füßen; es war ganz anders als die vorigen Tiere und hatte zehn Hörner. 8Während ich achtgab auf die Hörner, siehe, da brach ein anderes, kleines Horn zwischen denselben hervor, vor welchem drei der vorigen Hörner ausgerissen wurden; und siehe, dieses Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul, welches große Dinge redete. 9Solches sah ich, bis Throne aufgestellt wurden und ein Hochbetagter sich setzte. Sein Kleid war schneeweiß und das Haar seines Hauptes wie reine Wolle; sein Thron waren Feuerflammen und seine Räder ein brennendes Feuer. 10Ein Feuerstrom ergoß sich und ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm emsiglich, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm; das Gericht setzte sich, und die Bücher wurden aufgetan. 11Ich sah fortwährend hin wegen des Lärms der hochfahrenden Reden, die das Horn führte; ich sah zu, bis das Tier getötet und sein Leib umgebracht und einem brennenden Feuer überliefert wurde. 12Auch der andern Tiere Gewalt verging; und ihre Lebensdauer ward ihnen auf Zeit und Stunde bestimmt. 13Ich sah in den Nachtgesichten und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Menschensohn; der gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. 14Und ihm wurde Gewalt, Ehre und königliche Würde verliehen, daß ihm alle Völker, Stämme und Zungen dienen sollten; seine Gewalt ist eine ewige Gewalt, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie untergehen. 15Da ich, Daniel, deshalb in meinem Geist beunruhigt ward und die Gesichte meines Hauptes mich ängstigten, 16näherte ich mich einem der Umstehenden und erbat von ihm sichere Auskunft über das alles. Der redete mit mir und tat mir die Bedeutung der Dinge kund: 17Jene großen Tiere, vier an der Zahl, bedeuten, daß vier Könige auf Erden erstehen werden; 18aber die Heiligen des Höchsten werden die Königsherrschaft empfangen, und sie werden die Königsherrschaft immerfort behalten, bis in alle Ewigkeit. 19Hierauf verlangte ich nach sicherer Auskunft über das vierte Tier, das sich von allen andern unterschied, das so furchterregend war, eiserne Zähne und eherne Klauen hatte, fraß und zermalmte und das Übrige mit seinen Füßen zertrat; 20auch betreffs der zehn Hörner auf seinem Haupte und über das andere, das hervorbrach und vor welchem drei ausfielen; von jenem Horn, welches Augen hatte und ein Maul, das große Dinge redete und das so viel größer aussah als seine Gefährten. 21Ich hatte auch gesehen, daß jenes Horn Krieg führte mit den Heiligen und sie überwand, 22bis der Hochbetagte kam und den Heiligen des Allerhöchsten das Gericht übergab und die Zeit eintrat, da die Heiligen das Reich in Besitz nahmen. 23Er sprach: Das vierte Tier bedeutet ein viertes Reich, das auf Erden entstehen wird; das wird sich von allen andern Königreichen unterscheiden und wird alle Länder fressen, zerstampfen und zermalmen. 24Und die zehn Hörner bedeuten, daß aus diesem Reich zehn Könige aufstehen werden; und ein anderer wird nach ihnen aufkommen, der wird verschieden sein von seinen Vorgängern und wird drei Könige erniedrigen. 25Und er wird freche Reden gegen den Höchsten führen und die Heiligen des Allerhöchsten bedrücken und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern, und sie werden in seine Gewalt gegeben sein eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit. 26Aber das Gericht wird sich setzen und ihm die Gewalt wegnehmen, sie endgültig vertilgen und vernichten. 27Aber die Herrschaft, die Gewalt und die Macht über die Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem heiligen Volk des Allerhöchsten gegeben werden; sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen! 28Dies ist der Schluß der Rede. Mich, Daniel, erschreckten meine Gedanken sehr, und mein Aussehen veränderte sich; aber die Sache behielt ich in meinem Herzen.
Im Weg durch die Bibel · DanielLesen mit Erklärung: Vier Tiere und das Gericht

Studienheft «Daniel – neu entdeckt»

Die Wahrheit siegt! – Vier Tiere, das kleine Horn und das Gericht · Seiten 41–62. Bibelstellen im Text kannst du antippen.

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 41

Daniel 7

Die Weissagungen Daniels schildern in anschaulicher Weise, wie Gott die Geschicke der Menschen lenkt. Es wird uns klar gezeigt, dass die Geschichte und die Zukunft der Völker in seiner Hand liegen. Doch Daniels Prophezeiungen sind nicht nur ein Bericht über Aufstieg und Fall von Weltreichen, sondern es wird auch jedes Reich im Licht seiner bestimmten Rolle gesehen, die es nicht nur in der Geschichte allgemein, sondern auch heilsgeschichtlich spielt. Die Heilige Schrift offenbart uns den grossen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Wahrheit und Irrtum, der in dieser Welt tobt.

Dieser Kampf steht im Brennpunkt von Kapitel 7

In Dan. 2 wurden uns die Grundlagen der Weltgeschichte vermittelt. Durch das ganze Buch Daniel hindurch benutzt Gott das Prinzip einer Prophetie von Umrissen. Es sind vier Skizzen, die grösstenteils die gleichen Zeitperioden umfassen; jede Skizze fügt in einer fortschreitenden Offenbarung Einzelheiten hinzu. (Dan. 2, 7, 8, 9, 11 und 12)
Ebenso wie ein Schulkind Schwierigkeiten mit Algebra hätte, wenn es die Multiplikation nicht beherrschen würde, so gäbe es auch für den Leser von Daniel 7 Verständnisschwierigkeiten, wenn er nicht vorher Daniel 2 begriffen hätte. Dies gilt für jeden prophetischen Überblick, der fortschreitend aufgebaut ist.

Die Symbolsprache der Prophetie

Aus zwei Gründen hat Gott die Prophetie in symbolische und verschlüsselte Sprache gekleidet:

1. Durch alle Zeitalter hindurch haben die Prophezeiungen der Bibel die Sünden sowohl tyrannischer politischer Mächte als auch religiöser Systeme aufgedeckt. Wären diese Weissagungen in offener Sprache geschrieben worden, wären sie längst verändert oder vernichtet worden. Manchmal haben dieselben Mächte, die von der Bibel herausgestellt wurden, fleissig mitgeholfen, die Schriften zu bewahren, zu schützen und zu übersetzen.

2. Die Wahrheiten des Wortes Gottes sind wie die aufgehende Sonne: Sie können den Verstand nur allmählich erleuchten. Haben Sie jemals an einem strahlenden Sonnentag eine düstere Wohnung verlassen und sind geradewegs ins Sonnenlicht getreten? Was geschah? Ihre Augen wurden von der Helligkeit geblendet. Für einen Augenblick waren Sie wie blind. Wenn wir fleissig die Prophezeiungen studieren, die in symbolische Sprache gekleidet sind, wird Gott uns die Wahrheit nach und nach offenbaren. Um die Weissagungen richtig zu deuten, ist es notwendig, die Bibel sich selbst erklären zu lassen. Im Bibeltext selbst finden wir die Schlüssel zum Verständnis.

S. 42 Die Wahrheit siegt!
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 42

Die Wahrheit siegt!

Dan. 7, 1–3

Prophetischer Schlüssel (Die Bibel erklärt sich selber, s. auch 2. Petr. 1, 20)

Daniel, ca. 70-jährig, berichtet folgendes: «Ich, Daniel, sah ein Gesicht in der Nacht und siehe, die vier Winde unter dem Himmel wühlten das grosse Meer auf. Und vier grosse Tiere stiegen herauf aus dem Meer, ein jedes anders als das andere.»

Abbildung im Buch: Vier gezeichnete Schlüssel; im Griff jedes Schlüssels steht ein Begriff mit seiner Deutung und einer Bibelstelle, unter den Schlüsseln weitere Stellen.
SchlüsselWeitere Stellen
Winde, Bewegungen, Geistesströmungen
Jer. 49, 36–38
Eph. 4, 14; Jak. 1, 6; Jak. 3, 4
Ps. 104, 4; Jer. 51, 1 Geist des Verderbens, (andere Übersetzungen: Wind);
Hos. 8, 7
Meer, (heidnische) Völker, Nationen, Sprachen
Offb. 17, 15
Offb. 17, 15; Jes. 17, 12. 13
Jes. 57, 20
Tiere
König(-reiche)
pol. ird. Mächte
Dan. 7, 17
Erde
alles Irdische,
Menschliche od. Israel
1. Mose 1, 6–12
Grünem: Offb. 9, 4
S. 43 Erklärungen zu den Symbolen «Land» und «Meer»
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 43

Erklärungen zu den Symbolen «Land» und «Meer»

Land = Ort der Gemeinde Gottes

Dieses Wort wird im Alten Testament in Zusammenhang gebracht mit: Heiligem Land, Land Kanaan, Land der Verheissung. Das Volk Israel sah sich auf dem Mittelpunkt der Erde wohnen (Hes. 38, 12).

Apokalypse:

Jesus Christus ist der Fürst des Landes, der Erde (Offb. 1, 5).
Die Erlösten werden als Könige auf der Erde herrschen (Offb. 5, 10).
Der grosse Engel setzt seinen rechten Fuss auf das Meer, den linken aber auf das Land (Offb. 10, 2. 5. 8).
Die beiden Ölbäume stehen vor dem Herrn der Erde (Offb. 11, 4).
Das Land hilft der Frau und verschluckt den Strom (Offb. 12, 16).
Dem Seher wird die Buhlerin an vielen Wassern gezeigt, sie buhlt aber mit den Königen der Erde (Offb. 17, 21; Offb. 21, 24).

Das Wort «Land» finden wir 64-mal in der Offenbarung. Der Begriff wird unterschiedlich verwendet. Er kann nicht so eindeutig definiert werden. Der Gedanke liegt aber nahe, dass das Begriffspaar Land – Meer übertragen werden kann auf Gemeinde – Völker. Somit wäre Land ein Synonym für Gemeinde (wahre und falsche) und Meer ein Synonym für Völker (Länder und Staaten). Der Versuch, die entsprechenden Bibelstellen im obigen Sinn zu deuten, lässt folgende Überlegungen zu:

Einerseits kommt das zehnhörnige Tier aus dem Meer (Völker und Nationen, Offb. 13, 1). Es ist also eine weltliche Macht. Andererseits kommt das zweihörnige Tier aus der Erde (Offb. 13, 11). Demnach ist es eine religiöse Organisation. Die Zornschalen werden nach einem genauen Rhythmus teilweise auf die Erde, teilweise aufs Meer ausgegossen, also teils auf die Gemeinde, teils auf die Welt (Offb. 16, 1–18).
Die Buhlerin sitzt zwar an vielen Wassern (Länder, Staaten), sie buhlt aber mit Königen des Landes, der Erde (Führer religiöser Mächte, Offb. 17, 1. 2).
Dass Johannes die Frau wider Erwarten in der Wüste sitzen sieht, ist ein interessantes Wortspiel.

Sie ist zwar auf dem Land. Es ist aber nicht das heilige Land. Es ist eine Meereswüste.
Ebenso in Jes. 21. 1. 2. 9 und Jer. 50, 12; 51, 13 lesen wir den Spruch über Babylon, welches hier als «Meereswüste» bezeichnet wird.

Meer = Völkermeer, Länder, Staaten

Im Gegensatz zu Land (heiliges Land, Land Kanaan, Land der Verheissung) bedeutet Meer tobendes Völkermeer (Jes. 17, 12. 13).
Die Gottlosen gleichen dem aufgewühlten Meer, dessen Wasser Schmutz und Schlamm aufwühlt (Jes. 57, 20).
Wenn Winde das Meer erregen, dann steigen Weltreiche in der Gestalt von Tieren aus dem Wasser (Dan. 7, 2).
Die Gesetzlosen werden wilde Wogen des Meeres genannt, die ihre eigene Schande aufschäumen (Jud. 1, 13; Jak. 1, 6).

Apokalypse:

Beim 2. Posaunenengel fällt ein grosser Berg (= geistige Orientierung) ins Meer (bringt ganze Völkermassen in Aufruhr, Offb. 8, 8. 9).

Das zehnhörnige Tier steigt aus dem Meer (weltliche Macht, Offb. 13, 1).
Die Zornschalen werden sowohl auf das Land als auch auf das Meer ausgegossen (Offb. 16, 2–18).
Alle Schiffsleute, die auf dem Meer fahren (die mit der «Welt» Geschäfte gemacht haben), riefen: «Wehe, wehe, du grosse Stadt Babylon, in einer Stunde bist du verwüstet worden» (Offb. 18, 17. 19. 21).
Die Zahl von Gog und Magog ist so gross wie der Sand am Meer (Offb. 20, 8. 13).
Johannes findet auf der neuen Erde kein Meer (dort gibt es keine heidnischen Völker mehr, es gibt nur heiliges Land, wahre Gemeinde Gottes, Offb. 21, 1).

Aus: «Apokalypse – Symbol des Erlösungsplanes» von Walter Pacher, 1984

S. 44 Daniel 2 – Daniel 7
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 44

Daniel 2 – Daniel 7

Vier schreckliche Tiere

Dan. 7, 4–7

Vier schreckliche Tiere

In Dan. 2 benutzt Gott vier Metalle, um die vier grossen Weltmächte von Daniels Lebzeiten an bis in die Gegenwart darzustellen. In Dan. 7 werden dazu vier Tiere benutzt, die den gleichen geschichtlichen Zeitraum umfassen.

Abbildung im Buch: Zeichnung des Standbilds aus Daniel 2 neben fünf Zeichnungen: geflügelter Löwe, Bär, Leopard mit vier Flügeln und vier Köpfen, Ungeheuer mit zehn Hörnern, Kopf mit vielen Hörnern und einem kleinen Horn.

Babylon – Löwe

Dan. 7, 4, 605–539 v. Chr., (Dan. 4, 19)

König der Erde und des Himmels
Nebukadnezars Bekehrung durch seine Krankheit: das Herz eines Menschen

Medo-Persien – Bär

Dan. 7, 5, 539–331 v. Chr.

Erbeutung von Lydien (heutige Türkei um Izmir), Ägypten und Babylon (3 Rippen)
Bär ist einseitig: Medien ist die «stärkere» Seite; 3: vollständiger Frass der drei Völker

Griechenland – Leopard

Dan. 7, 6, 331–168 v. Chr.

Alexander der Grosse (starb 33-jährig); Flügel: schnelle Eroberung
4 Köpfe: 4-Teilung des Reiches unter: Kassander, Lysimachus, Ptolomäus, Seleukos

Rom – Ungeheuer, Drache

Dan. 7, 7, 168 v. Chr. – 476 n. Chr.

10 Hörner: Germanische Völkerstämme Westeuropas; eiserne Zähne: Rom; Klauen aus Bronze: hellenistische Philosophien

Kleines Horn – ganz anders

Dan. 7, 8

Augen: Erkenntnis, menschlich
Mund: grosse Worte (vermessen), verfälschter Erlösungsplan, Worte reden gegen den Höchsten, Festzeiten* und Gesetz ändern (Dan. 7, 25)

Gottes Königreich – das Tier wird vernichtet

Horn = Machtanspruch: 5. Mose 33, 17; Sach. 2, 1–4; Ps. 89, 18
Köpfe oder Häupter = Systeme: Dan. 7, 6; 8, 8; Offb. 17, 3.9.10
Flügel = Schnelligkeit: Jer. 4, 13
Tag = 1 Jahr: Hes. 4, 6; 4. Mose 14, 34

* beziehen sich auf die jüdischen Feste im Heilsjahr (Heiligtum)

S. 45 Roms Zerfall in «10 Teile»
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 45

Roms Zerfall in «10 Teile»

Es ist wichtig zu wissen, dass das antike römische Kaiserreich als Einheitsstaat (Land, Bürgerschaft, Verfassung) als damalige stabile Weltordnung, als Kulturraum, nicht in 10 Staaten, sondern vorerst in ein (völliges, Zahl Zehn) Chaos von herumziehenden, sich über Jahrhunderte rivalisierende, Siedlungsraum suchende Völkerstämme mit verschiedenen Sprachen zerfiel. Viele der Sprachen waren zwar griechischen und lateinischen Ursprungs, einige aber hatten ganz andere Wurzeln, die bis heute hörbar sind. In Daniel 2 ist prophezeit, dass bis zum Ende der Welt die Länder des antiken Römerreiches von Gibraltar bis nach Persien und von England bis Ägypten weder politisch noch religiös-konfessionell nie mehr dauerhaft unter einen Hut zu bringen sein werden. Versuche gab es wohl schon mehrere, Bündnisse wurden geschlossen, aber auch wieder gelöst und viele Kriege geführt.

Von den germanischen Stämmen waren die Franken unter Chlodwig, den Pippins und dann Karl dem Grossen die ersten, die in Europa einen richtigen Staat gründeten und dies in enger Verbindung und in Abhängigkeit vom Papsttum. Chlodwig wurde «erster Sohn der römischen Kirche» genannt. Karl der Grosse wurde in Rom vom Papst zum ersten Kaiser des «Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation» gekrönt. Die alten Rivalitäten unter den Stämmen inkl. Stammesfehden blieben bis in die Moderne und ausgerechnet von Deutschland wurden zwei Weltkriege angezettelt …

Als im Jahr 476 n. Chr. das antike Rom zerfiel, war die Situation auf seinem Gebiet wie in Afrika, als Livingstone den Kontinent erforschte. Er fand keine Staaten vor, sondern viele Volksstämme mit ihren Häuptlingen und deren eigenen Kulturen und Stammesfehden. Afrikanische «Staaten» (Verwaltungsgebiete) gründeten dort erst die europäischen Kolonisatoren. Würden die Europäer wieder abziehen, käme es vielleicht wieder zu diktatorischen Häuptlingsstaaten, die nur schwer regierbar wären. Beispiele dafür gibt es bereits: Somalia, Mali, Ruanda, Kongo, Angola usw.!

Ähnliches geschah bei den nordamerikanischen Indianerstämmen, die zum Teil als «Prärie-Nomaden» und Büffel-Jäger in Zelten lebten. Die Inkas, Majas, Azteken u.a.m. bauten im Gegensatz dazu Städte mit gewaltigen Tempelanlagen. Die Staaten auf dem amerikanischen Kontinent wurden allesamt von Europäern gegründet und zum Teil zu den USA vereinigt. Die Sioux, Dakota-Stämme, Irokesen und Apachen (u.v.a.m.) wurden in sogenannte Reservate verbannt oder wie die Mohikaner ausgerottet.

Auch die Israeliten bildeten lockere Stammesgemeinschaften um ein gemeinsames Heiligtum. Es war theokratisch durch das Priestertum, die Richter, Propheten und die Thora gedacht.

Zum eigentlichen zivilen Staatswesen wurden sie erst unter David und Salomo: Ein Volk unter einem König und der Thora als dem gültigen Recht und um einen Tempel als Wohnung des einen Gottes. Nach der assyrischen bzw. babylonischen Gefangenschaft aber soll es gemäss den Weissagungen Daniels ein solches, identisches, autonomes israelitisches Staatswesen nie mehr geben.

Der Geist Babylons, Medo-Persiens, Griechenlands (Hellas) und Roms bleibt bis zum Ende bestehen. Der Stein vom Berg trifft das Standbild zeitlich an den Füssen, zermalmt aber das gesamte Traumbild, also alle Materialien zusammen (Dan. 2, 34. 35).

Abbildung im Buch: Foto: Blick über die Dächer und Kuppeln von Rom

Foto: pixabay.com

S. 46 Steckbrief des kleinen Horns
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 46

Steckbrief des kleinen Horns

Biblischer BerichtBiblische DeutungGeschichtliche Bestätigung
1. Geburtsort
Dan. 7, 8: « … brach ein anderes kleines Horn zwischen ihnen hervor …»
1. Geburtsort
Mitten im Römischen Reich
2. Geburtsdatum
Dan. 7, 24: «… und nach ihnen aber wird ein anderer aufkommen …»
2. Geburtsdatum
Dan. 7, 24: «10 Hörner = 10 Königreiche, die aus dem 4. Königreich (Rom) entstehen.»
2. Geburtsdatum
Die Völkerwanderung begann 375 n. Chr. Nach dem Fall Westroms 476 n. Chr. konnten sich die europäischen Nationen richtig entwickeln. Das kleine Horn ist also nach dem Aufkommen dieser Völker zu suchen.
3. Beruf
Dan. 7, 8: «… da brach ein anderes kleines Horn zwischen ihnen hervor …»
3. Beruf
Dan. 7, 24: 10 Hörner = 10 Könige mit ihrem Königreich «Anderes Horn» = anderer König mit seinem Reich
3. Beruf
König, Regent, Staatsoberhaupt
4. Entwicklung
Dan. 7, 8: «… brach ein kleines Horn hervor vor dem drei der vorigen Hörner ausgerissen wurden.»
Dan. 7, 20 «… war mächtiger als die Hörner, die neben ihm waren.»
4. Entwicklung
Vorerst kleiner Staat
Vernichtung der drei arianischen Völkerschaften:
Heruler, 493 n. Chr., Vandalen, 534 n. Chr., Ostgoten 538 n. Chr.
Vergrössert Einfluss und Land
5. Besonderes Merkmal
Dan. 7, 24: «… der wird anders sein als die vorigen …»
5. Besonderes Merkmal
Nicht nur politische, sondern auch religiöse Macht, Kirchenstaat, Staats- und Kirchenoberhaupt: Papst
6. Straftaten
Dan. 7, 21. 22: «… und ich sah das Horn kämpfen gegen die Heiligen, und es behielt den Sieg über sie, … bis die Zeit kam, dass die Heiligen das Reich empfingen.»
Dan. 7, 5: «Er wird den Höchsten lästern.»
6. Straftaten
Gotteslästerung = Ein Mensch, der sich selbst zu Gott macht: Joh. 10, 33
Zusammenhang des Kapitels:
Dan. 7 21. 22 legt die prophetische Zeitangabe, nach dem Jahr-Tag-Prinzip nahe.
6. Straftaten
Das geistliche Rom unterdrückt und verfolgt andersgläubige Christen.
Im päpstlichen System erhält jeder Papst den Titel «Heiliger Vater»
5. Laterankonzil 1512 n. Chr. über den Papst wird erklärt: «Du bist Gott auf Erden.»
S. 47 Seite 47
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 47
Biblischer BerichtBiblische DeutungGeschichtliche Bestätigung
Dan. 7, 25: «Er wird … die Heiligen des Höchsten vernichten … Sie werden in seine Hand gegeben eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit.»
Dan. 7, 25: «… und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern.»
1 prophetische Zeit = 360 Jahre
3,5 prophetische Z. = 1260 Jahre
2. Mose 20, 8. 11: «Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und er ruhte am siebten Tag.»
Besondere Verfolgungszeit der treuen Gläubigen durch das päpstliche System: 533 (538) – 1793 (1798). (Albigenser, Waldenser, Hussiten, Hugenotten, Bartholomäusnacht, Inquisition)
321 n. Chr. Kaiserliches Gebot (Konstantin) der Sonntagsheiligung. Dieses wird von der Kirche übernommen.
7. Name
Offb. 13, 18: «Wer Verstand hat, der überlege die Zahl … denn es ist eines Menschen Zahl und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.»
7. Name
«Stellvertreter des Sohnes Gottes», ist einer der Titel des Papstes
8. Wohnort
2. Thess. 2, 3. 4: «Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn er (Christus) kommt nicht, es sei denn, dass zuvor der Abfall komme und offenbar werden der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens, der da ist der Antichrist und sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heisst, sodass er sich setzt in den Tempel Gottes und vorgibt, er sei Gott.»
8. Wohnort
Apg. 20, 29: «Denn das weiss ich, dass nach meinem Abscheiden unter euch gräuliche Wölfe kommen werden, die die Herde nicht verschonen werden, auch aus euch selbst werden Männer aufstehen, die verkehrte Lehren reden, um die Jünger an sich zu ziehen.»
8. Wohnort
Eph. 2, 19. 20: Tempel Gottes = Gemeinde der Gläubigen

Das kleine Horn aus Daniel 7 ist:

· Der GEGNER Gottes (Dan. 7, 25), Gegner des Volkes Gottes
· WIDERSACHER (2. Thess. 2, 4), System rel.-polit.
= ANTICHRIST: «Christ» an Stelle des Christentums

S. 48 Seite 48
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 48

Nun wird eine seltsame Zahlenmetamorphose begonnen. Das vormals «kleine elfte Horn» entpuppt sich als ein alles überragendes achtes!

Der «Schmetterling», der da aus dem «Kokon» geschlüpft ist, zeigt sich als nie dagewesenes Grossmaul, das lästert, Verwunderung und Schrecken verbreitet und dabei überaus fromm wirkt. Nicht überlesen sollte man, dass dieses vorerst elfte Horn seine volle Macht zeitlich nach den zehn Königen voll entfaltet, aber mitten unter ihnen emporsteigt und drei Könige demütigt (ausreisst, stürzt, vom Thron stösst). Andere Übersetzungen lassen drei Könige ausfallen oder abfallen. Wichtig ist die Symbolträchtigkeit des Vorganges: Dass nämlich das elfte Horn den Machtraum von dreien einnimmt, zeigt, dass drei nur formal, nicht aber inhaltlich verschwinden.
Das Zehnersystem bleibt verdeckt erhalten in den noch sieben von den «ehemaligen» plus dem neuen «Dreieinigen» als dem achten, nach Offb. 17, 11 neben oder von den sieben.
Diese neue Konstellation der Zahlsymbolverhältnisse deutet auf ein völlig neues, so noch nie dagewesenes geistliches Gewächs auf dem alten Boden der heidnischen Werksgerechtigkeit hin, das nun für den Propheten Daniel von brennendem Interesse ist und dem er besondere Aufmerksamkeit schenkt.
Die altheidnisch-werksgerechte Raupe hatte sich während des 4. und 5. Jahrhunderts verpuppt. Zu Beginn des 6. Jahrhunderts schlüpfte der, aus demselben Stoff der Raupe (kaiserliches Rom) umgestaltete, nun in christlich-werksgerechten Farben schillernde Schmetterling (geistliches Rom).

Im Grunde genommen ist es aber dasselbe alte, gräuliche Tier – in neuer Gestalt –, welches nun gemäss der Vision bis zum Ende der Welt, zum Gericht bestehen bleibt. Dies wird durch die Zahl 7 der restlichen Hörner klar ausgedrückt. Dass es bestrebt ist, gleich von Anfang an auch innerhalb der Christenheit den Anspruch auf alleinige Jurisdiktion in allen Bereichen durchzusetzen, wird durch das Unschädlichmachen der ersten drei arianisch-christlichen Rivalen demonstriert. Das drachoide Zehnersystem bleibt verdeckt erhalten. Deshalb erscheint bei Daniel 7 auch kein weiteres (fünftes) Tier mehr.

Fassen wir das Zahlsymbol «Zehn» als Attribut zu den Hornkönigen auf, so ist damit mit einem einzigen Wort vielmehr beschrieben, was für «Könige» es sind, als dass es sich um eine anzahlmässige Menge handelt. Es geht also vielmehr um die Art dieser Könige.
Wessen Geistes also werden die Völker sein, welche das «Imperium Romanum» übernehmen? (Schreibt man die Grösse «Zehn» in Worten statt in Ziffern, so sind wir weniger versucht zu rechnen, statt zu deuten. Dabei geht es in der Bibel nicht so sehr um das Geographische. Es ist ja nicht so, dass das gräuliche, vierte Tier die vormals einverleibten «Könige» wieder ausspuckte. Die zehn Hörner (Symbol für Macht, Durchsetzungskraft) sind dem Tier ja aus seinem Kopf gewachsen und nicht wie beispielsweise beim Nashorn auf der Nase.

Letztlich sind sie von derselben geistlichen Grundhaltung wie das vorerst elfte und später achte Horn, welches aus dem gleichen Schädel spriesst. Die Hörner bilden stets dieselbe Einheit mit dem Tier. Wir dürfen sie nicht vom Tier losgelöst denken. Auch Daniel interessiert sich für das Ungeheuer als Ganzes, auch wenn ihn das seltsame, überzählige, vorerst elfte Horn immer mehr in den Bann zieht (Dan. 7, 19. 20). Ein elfzähliges Gehörn macht biblisch einen verwirrenden und die Zahlsymbolik störenden Eindruck.
Die Elf ist sowohl eine gestörte Zehn (10 + 1) als auch eine gestörte Zwölf (12 – 1). 11 Stämme Israels (12 minus Dan), 11 Apostel (nach Verlust des Judas) in Apg. 1, 21. Versuchen wir nun das Zahlsymbol «Zehn» zusammen mit dem unzertrennlich verbundenen Symbol «Hörner» zu deuten, so kommen wir zu folgender Auslegung:

ZehnHörner
Gesetz, SystemDurchsetzungskraft
Instrument der OrdnungInstrumente der Machtausübung
Gesetz des DrachenHorntiere als Drachengeschöpfe
Gesetz der WerksgerechtigkeitZwang zu Kulthandlungen
Gesetz der VollzähligkeitZwang zur Einheitlichkeit
Gesetz der AbsolutionAlleinseligmachungsanspruch
Gesetz der UnfreiheitBindung an Institution
GesetzgebungZwang zur Unterordnung
Unanfechtbare JurisdiktionTyrannei in Christi Namen
«legalisierte» UngerechtigkeitGlaubenszwang, Verfolgung
GöttlichkeitsanspruchCäsaro-Papismus
S. 49 Biblisch-apokalyptische Mathe
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 49

Biblisch-apokalyptische Mathe

Dan. 7, 24–27

10 = 7 + 3
3 ≙ 1
10 ≙ 7 + 1 = 8

10718
Gesetzgebungbis zum Endeder vollkommene Eineder Überdauernde
Gerichtsbarkeitbis zum Endedurch den Einender alles überlebt
Werksgerechtigkeitbis zum Endeunter dem EinenHeiligsprechenden
Machtfüllebis zum Endeunter dem Göttlichendem Unsterblichen
urbi et orbibis zum Endevom UnfehlbarenOber-Geistlichen
Abbildung im Buch: Grafik: Zehn Hörner (Dreiecke) untereinander, mit einer Klammer «10»; die oberen drei (rot) laufen in einen grünen Keil bis zum «Ende» zusammen; die unteren sieben (blau) laufen als Linien 1 bis 7 bis zum «Ende».

a) aus dreien wird der «Eine»
b) der Achte von (oder über) den sieben
Ende, vgl. Offb. 17, 11

S. 50 Gesetzmässigkeiten
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 50

Gesetzmässigkeiten

Dieses neue kirchenstaatliche oder staatskirchliche Gebilde bedarf zwecks seiner «Legitimation» auch einer «Verfassungsänderung». Das göttliche Grundgesetz wird deshalb zuvor eigenmächtig den neuen Verhältnissen angepasst. Gemeint sind die neuen Beziehungen der Ekklesia zur Staatsmacht. Wer sich diesem neuen System nicht unterstellt, wird im Stil des alten als Sektierer betrachtet und dann auch verfolgt. Die «altgläubige» urchristliche Gemeinde hat auf dieser neuen Weltbühne nichts mehr zu sagen. Sie wird für 1260 Jahre in die «Wüste» geschickt, hinter die Bühne, aus dem «Tempel» verjagt und gleich Elia, der vor Isebel geflohen war, von Gott mit Manna versorgt. Es stehen sich zwei Zehn-Gesetz-Systeme gegenüber. (Dan. 7, 25; Offb. 12, 6 und Offb. 2, 20–25)

Abbildung im Buch: Grafik: Ein goldener Kreis mit der Zahl «10», von dem sechs Pfeile zu den Beschriftungen zeigen.

Gesetz Gottes

Heiligkeit
Freiheit
Vollmass der Forderungen
unanfechtbare Gerichtsbarkeit
Vollzähligkeit. Unerfüllbarkeit, Glaubensgerechtigkeit
Umfassende Oberherrschaft
Unauflöslichkeit Unfehlbarkeit

Abbildung im Buch: Grafik: Ein zweiter goldener Kreis mit der Zahl «10» und sechs Pfeilen.

Gesetz des Drachen

Gesetz der Sünde (Gesetzlosigkeit) Sklaverei
Vollmass der geforderten Werke Malzeichen des Tieres
angemasste, unfehlbare Jurisdiktion «heilige Inquisition»
Mensch der Gesetzeswidrigkeit Vollzahl 666 des Antichristen, Werksgerechtigkeit
Absolutismus, Imperialismus, totalitäre Strukturen
«Ewige» Traditionen ausserhalb der Hl. Schrift, geistliche Zauberei, Kulte

S. 51 1260 prophetische Tage
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 51

1260 prophetische Tage

Wann beginnen die «Tempel-Jahrtage» aus Daniel und Offenbarung?

Abbildung im Buch: Grafik: Zeitleiste in drei Feldern; eine Linie steigt im ersten Feld an, verläuft im mittleren Feld auf und ab und fällt im letzten Feld steil ab.
eine Zeit
360 Jahre
zwei Zeiten
720 Jahre
halbe Zeit
180 Jahre
ca. 540–900
AUFSTIEG
ca. 900–1620
BESTÄTIGUNG, FESTIGUNG
VERHÄRTUNG, GEGENREFORMATION
um 1800
FALL

1 Zeit, 2 Zeiten und 1/2 Zeit: Wirksamkeit des kl. Horns – Dan. 7, 25 und 12, 7 – Offb. 12, 14
42 Monate: Mondzeit, Heiligtumsfeste, Verwüstung – Offb. 11, 2 und 13, 5
1260 Tage: tägliche Gemeinschaft mit der Braut – Offb. 11, 3 und 12, 6

eine Zeit
1
zwei Zeiten
2
halbe Zeit
1/2
Einheit
Vereinheitlichung
Vereinigung
Zusammenlegung
Aufstieg
Dualismus
Entscheidung
Eheleben (-krieg)
Zweckbündnis
Machterhaltung
Systemzerfall
Fehlentscheid
Trennung, Bruch
Auflösung
Machtverlust, Fall
RechnungEreignisse
1 Zeit = 540 + 360 = 900• Aufbau päpstlicher Macht
• römische Strukturen
• Zwangsbekehrung der Heiden
• Vereinheitlichung des Kultes
• Ziel bleibt bei «civitas dei» (Gottesstaat)
2 Zeiten = 900 + 720 = 1620• Gründung des Gottesstaates als Hl. Röm. Reich dt. Nation
• «Eheprobleme» Kaiser – Papst
• Inquisition gegen die Heiligen des Höchsten
• Vollausbau der kirchlichen Macht
• Unbelehrbarkeit, Verhärtung
• Gegenreformation
• Religionskrieg (1618–1648)
1/2 Zeit = 1620 + 180 = 1800• 30-jähriger Krieg
• allmählicher Zerfall unter aufblühendem Protestantismus und atheistischer Aufklärung
• Missachtung der Menschenrechte
• Entmachtung um 1800 durch ältesten und treuesten Verbündeten (Frankreich)

Das 4. Tier in Daniel 7 (= Offb. 13) ist als politreligiöse Macht tödlich verwundet, wird durch «Wunder» geheilt und letztlich, unter vieltausendfacher Zeugenlast (Daniel 7, 9.10), von dem obersten «Weltgerichtshof» zu vorläufigem Untergang durch die sieben Plagen verurteilt.

S. 52 (vorletztes?) «Gericht» (letztes?)
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 52

(vorletztes?) «Gericht» (letztes?)

Das Gericht wurde gehalten und die Bücher wurden aufgetan (Dan. 7, 10 c).

Danach wird das Gericht gehalten werden; dann wird ihm (dem kleinen Horn) seine Macht genommen und (es) ganz und gar vernichtet werden (Dan. 7, 26)

Bei Dan. 7, 10 sieht Daniel, wie im Himmel eine Gerichtssitzung abgehalten und ein rechtmässiges Urteil (Bücher = Akten) vor dem Kosmos gefällt wird.

Hat in Vers 8c noch das freche Horn grosse Dinge (Erlösungslehre) auf Erden gesprochen, so erhält Daniel sogleich den Blick auf den allmächtigen Urvater, der seinerseits ein endgültiges judikales Machtwort vor Tausenden im Himmel spricht. Diesen Teil verfasste Daniel als Bericht über das Geschehene in der grammatischen Vergangenheitsform.

in Vers 26 und 27 hört Daniel den letzten Teil der Deutungsrede des erklärenden Engels über die Untaten des achten Horns an den Heiligen des Höchsten auf Erden. Damit wird auch das gerechte, im Himmel zuvor gefällte Urteil, bestätigt und letztendlich vollzogen. In diesem Teil zitiert Daniel diese, in die Zukunft weisende Rede des Engels wörtlich und korrekterweise im grammatischen Futur.

Literarisch ist es nicht möglich, Dinge, die gleichzeitig geschehen, auch gleichzeitig aufzuschreiben. Die Vision in Dan. 7 ist ein Musterbeispiel dafür, wie wohlgeordnet der Blick abwechslungsweise nach oben in den Himmel (Wirken Gottes) und dann wieder auf das Irdische (Wirken der Tiere und Hörner) gelenkt wird.

Die folgende Grafik soll dies veranschaulichen:

Abbildung im Buch: Grafik: Oben (gelb, Himmel) sechs Felder, unten (grün, Erde) sechs Felder; Pfeile führen abwechselnd von unten nach oben und schräg von oben zum nächsten unteren Feld.
Erde (unten)Himmel (oben)
Vision
4 Winde/Tiere
kleines Horn
Dan. 7, 2–8
Throne aufgestellt
Gerichtssitzung
Dan. 7, 9. 10
Gerichtsvollzug an kl. Horn und Tieren
Dan. 7, 11. 12
Menschensohn erhält Macht und das Reich
Dan. 7, 13. 14
Deutung vier Tiere sind weltliche Reiche
Dan. 7, 16. 17
Heilige empfangen das Reich
Dan. 7, 18
kl. Horn des 4. Tieres ist gegen die Heiligen
Dan. 7, 19–21
Gott hilft den Heiligen
Dan. 7, 22
kl. Horn wütet 1+2+1/2 Zeiten
Dan. 7, 23–25
Gerichtsurteil Tod für kleines Horn
Dan. 7, 26a
Entmachtung Vernichtung des kleinen Horns
Dan. 7, 26 b
ewiges Reich Gottes den Heiligen
Dan. 7, 27

Ist der Leser nicht informiert über diese literarische Gestaltung, findet er das Ganze erst einmal chaotisch. Ist die streng gegliederte stilistische Ordnung aber erkannt, merkt man auch, dass der Inhalt eschatologisch (d.h. auf das Ende der Zeit unter der Sünde) gerichtet ist. Es ist für Daniel erschreckend (Dan. 7, 15), erfahren zu müssen, dass auch nach einer Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft bis zum Ende der Tage es kein souveränes Israel als Reich mehr geben wird. Trotz dieses unabwendbaren, scheinbar ausweglosen, apokalyptischen «Schicksals», ist diese Prophetie tröstlich! Gott greift in die Geschichte ein und führt seinen Erlösungsplan sicher durch. Das Ende ist für das geistlich gesinnte «Israel» nicht ein heidnisches «Nirwana», sondern wie auch in der Offenbarung, die Einnahme und Übergabe des Gottesreiches an die «Heiligen». So spricht auch Jesus in seinen Gleichnissen von «Himmelreich» und lehrt uns beten: «Dein Reich komme». Apokalyptische Gerichte sind Massnahmen Gottes pro und nicht contra die Ekklesia.

Gerichte, die während der Gnadenzeit gehalten werden, sind erzieherische Massnahmen Gottes, um sein Volk wieder auf den rechten Weg zurückzuführen (Vision der 7 Posaunen). Der Vollzug von unwiderruflichen Gerichtsurteilen wird aber symbolisch in der Vision der sieben Plagen auch mit «Zorn Gottes» bezeichnet.

S. 53 «Gericht der Gerichte»
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 53

«Gericht der Gerichte»

Daniel 7, 9–14

Hauptteilnähere Bestimmung
Ich sah
wie Throne aufgestellt wurdenundeiner, der uralt war, setzte sich
Sein Kleid war weiss wie Schneeunddas Haar auf seinem Haupt rein wie Wolle. Feuerflammen waren sein Thron und dessen Räder loderndes Feuer und von ihm ging aus ein langer, feuriger Strahl.
Tausendmal Tausende dienten ihmundzehntausendmal Zehntausende standen vor ihm.
Das Gericht wurde gehaltenunddie Bücher wurden aufgetan.
und
Ich sah
wie das Tier getötet wurdeundsein Leib umkam und ins Feuer geworfen wurde.
mit der Macht der andern Tiere war es auch aus;dennes war ihnen Zeit und Stunde bestimmt … wie lange ein jedes leben sollte.
Ich sah
in diesem Gesicht in der Nacht,undsiehe
es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohnundgelangte zu dem, der uralt war und wurde vor ihn gebracht.
Der gab ihm Macht, Ehre und Reichdassihm alle Völker aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten.
Seine Macht ist ewig und vergeht nicht,undsein Reich hat kein Ende.

Wir erkennen aus diesem Textabschnitt leicht den Wechsel der Blickrichtung vom Himmel zur Erde und zurück, jeweils eingeleitet mit «ich sah». Dabei haben wir links die Hauptteile und rechts nähere Bestimmungen, Attribute, Kommentare, wie in der Apokalypse, stets verbunden durch die Konjunktion «und». Daniel zählt hier aneinanderreihend alles auf, was er in der Vision zu sehen bekommt. Hilfen zur Deutung erfolgen später.

S. 54 «Gericht» pro und contra
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 54

«Gericht» pro und contra

Daniel 7, 16–18; 21–27

Gericht contra Tiere und HornGericht pro Ekklesia
Und ich sah das Horn kämpfen gegen die Heiligen und es behielt den Sieg über sie,bis der kam, der uralt war und Recht schaffte den Heiligen des Höchsten und
Sie werden in seine Hand gegeben werden eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit.bis die Zeit kam, dass die Heiligen das Reich empfingen.
Danach wird das Gericht gehalten werden; dann wird ihm seine Macht genommen und ganz und gar vernichtet werden.Aber das Reich und die Macht und die Gewalt über die Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden, dessen Reich ewig ist, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen.

Vergleicht man unvoreingenommen den Text der Vision mit dem des Kommentars durch den erklärenden Engel, so steht fest, dass die Vision vom «Tierischen» bis zum absoluten Ende alles Irdischen führt (Dan. 7, 14.26.27). Die meisten Christen setzen «Ende der Welt» der Wiederkunft Christi und dem Jüngsten Gericht gleich, was auch aus den vielen Gleichnissen der synoptischen Evangelien zu entnehmen ist. Johannes allein spricht von zwei Auferstehungen: einer zum Leben und einer zum ewigen Tod (Joh. 5, 28.29). Diese Erkenntnis hat er sicher aus seiner zuvor geschriebenen Apokalypse. Sie ist das einzige Buch der ganzen Heiligen Schrift, wo die sechste Vision (ganzes Kap. 20) ein Millennium beschreibt. Darin tragen die Verse 11-15 in den meisten Übersetzungen eine ähnliche Überschrift.

ÜbersetzungÜberschrift
Luther und Jerusalemer BibelDas Weltgericht
ZürcherDie allgemeine Auferstehung und das Weltgericht
MengeDie zweite (allg.) Auferstehung und das Jüngste Gericht
EinheitsübersetzungDas Gericht über alle Toten
Gute NachrichtDas abschliessende Gericht
MichaelisDas Jüngste Gericht
BrunnenDas letzte Gericht

Biblisches Symbol «Gericht»

a) Gerichtssitzung (Symbol für Korrektheit, Rechtmässigkeit, Gerechtigkeit)(menschlicher Art und Weise), nach folgendem uralten Muster eines Rechtsstaats: ein in der Mitte des Saales Thronender, Präsident, Ältester Gerichtsdiener zur Linken
zur Rechten sitzend, Richter, – Gesetzeskundige, Kläger, Verkläger, – Angeklagte, vor dem Richter stehend, (Red und Antwort stehen), – Zeugen
b) Strafgericht, (In-Todeshaft-Nahme)Sintflut, Sodom und Gomorrha, Plagen über Ägypten, Rotte Korah, sieben Plagen über Tier, Hure und falschen Propheten
c) EntschaffungsgerichtGericht am Ende der 1000 Jahre als absolut unanfechtbare, unwiderrufliche Exekution für alle Ewigkeit.
Gegenteil von Erschaffung aus dem Nichts nun die Rückführung in die Nicht-Existenz, das Nie-mehr-sein)
d) persönliche Entscheidungfür oder gegen Christus (Matt. 7, 1; Lk 6, 37; Jak 5, 9)
S. 55 Seite 55
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 55

Von den Gerichten nach der Form a) finden wir in der Bibel nur die beiden in den apokalyptischen Büchern Daniel und Offenbarung. Sie stimmen in ihren Symbolen überein. Die Apokalypse bestätigt hier wie auch andernorts das Danielbuch bis in die Einzelheiten.

Daniel 7GemeinsamkeitenOffenbarung 20
9 b, c, 10 aEin feuerflammender, weiss gleissender Richterthron11 a
9 aMehrere Thronsessel, worauf Gerichtsdiener sich setzen4 a, 6
10 bZehntausend mal Zehntausende standen davor, beide gross und klein12 a, 13
26Es gibt keine Verteidigung: «Tote» stehen(!) vor Gericht12 a
10 c, 12 b, 26 aEs wird souverän Gericht gehalten ohne lebendige Angeklagte5, 12 c
10 dBücher (Zeugnisse) werden aufgetan12 b
11, 12, 26 bAbsolute, kategorische Endgültigkeit10, 15
11 cAllerletzter, endgültig vernichtender Feuersee9 c, 10, 14, 15, Offb. 21, 8
14 c, 22 c, 27Ewiges Reich unter ganzem Himmel, neue ErdeOffb. 21
13. 14Der Vater übergibt die Herrschaft dem Sohn6. 7

Unterschiede

Daniel 7Offenbarung 20
Vision von den Mächten allgemein (Legislative, Exekutive, Judikative)
Vorsitzender ist der «Uralte»
Vision nur über das Endgericht (richterliche Gewalt betont)
Gericht ist dem Sohn übergeben (Joh. 5, 22)
Pauschalvision über Welttiere ab 600 v. Chr.«Tier aus dem Meer», «Tier aus der Erde»
«Bild des Tieres», «Tier aus dem Abgrund»
Aus mehr alttestamentl. RechtsvorstellungAus mehr neutestamentl. Rechtsvorstellung
Reich Gottes stets auf der Erde gedacht«Mein Reich ist nicht von dieser Welt»
Symbol «Lebensbuch» fehlendSymbol «Lebensbuch» gegeben
Gottesbild sehr menschlich-naturalistisch (Uralter, Kleid wie Schnee, Haar wie Wolle)Die Offenbarung Jesu Christi (Offb. 1, 1) (nicht naturalistisch, einfach «Gott»)
Auch an Heiligtum auf der Erde gedachtStets visionäres Heiligtum als «Himmel»
Gerichtsszene-Text erwähnt Himmel nichtGericht nach der ersten Auferstehung im Himmel

Folgerungen:

Danielsche Visionen beginnen stets in der antiken Realität und sind auch in diese historischen Realitäten hinein zu deuten (z. B. Dan. 8, 19.20). Der erklärende Engel bei Daniel verweist zuerst auf das Ende, beginnt aber mit der Deutung bei den damals real existierenden Reichen von Medo-Persien und Griechenland. Der bei Daniel noch etwas rätselhaft – als gleich einem Menschensohn – beschriebene Messias tritt uns in der Offenbarung klar als Priester, Lamm, Alpha und Omega, die Auferstehung, Keltertreter, Reiter auf weissem Pferd, das Wort u.a.m. oder sogar als «Ich» (Offb. 2; 3; 16, 15; 22) entgegen. Er unterschreibt das letzte Buch der Bibel sogar höchstpersönlich mit: «Ich, Jesus» (Offb. 22, 16). Sobald Daniel die nachjüdische Ära symbolisiert, gibt es einen «Knick», z.B. das kleine Horn ist ganz anders als die vorigen.

Es erscheint anfangs etwas gewagt, die, dem greisen Daniel gegebene Vision über das Heiligtum, mit entsprechenden Opfertieren (Widder, Ziegenbock) in die Vision der vier «heidnischen» Tiere hineinzulesen. Denn hier ist zwar von den Heiligen, nie aber von einem Heiligtum zu lesen. Die Visionen in den Kapiteln 2, 7 und 8ff sind verschieden gelagert. Abgesehen davon wurde die erste dem Nebukadnezar (und dem jungen Daniel), die zweite dem älteren und die dritte dem greisen Daniel gegeben. Betrachtet man aber die Gesamtkonzeption als «die Vision vom Ende», so erkennt man

S. 56 Seite 56
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 56

die engen Beziehungen zwischen den Gesichten. Das kleine Horn in Dan. 7 entstammt der römischen Reichsidee, jenes in Kapitel 8 aber dem «Sturmwind» des Hellenismus. Aus diesen beiden Wurzeln, (so bestätigte es Papst Benedikt XVI.* nicht aus der Bibel), bezog und bezieht die Röm. Kirche ihre bis zum Ende ausgeübte Macht. Deshalb auch der lange Kampf gegen die bibl. Wahrheit und alle sich allein auf die Bibel stützenden und mit römisch-hellenistischen «Traditionen» brechenden Verkünder dieser Wahrheiten (z. B. Reformatoren).

* Rede von Regensburg 2006, s. S. 59

Vision Dan. 2Vision Dan. 7Vision Dan. 8–12
Metalle, Ton, Wertabnahme4 Tiere bedrohen HeiligeOpfertiere, Widder, Ziegenbock
Gottes Reich: Stein vom BergUralter übergibt HerrschaftHütte Gottes bei den Menschen
Material gegen «Materie»4 Reiche gegen Reich GottesHeiligtumsverwüstung
Weltmachtsbestrebungendas Reich den SanftmütigenErlösungsplan

Probleme bereiteten unsern frühen Pionieren die als so genanntes «Untersuchungsgericht» gedeuteten Verse 9.10 in Dan. 7. Sie schufen eigens diesen neuen «gemeinschaftsinternen» Begriff, um vorerst die millersche Heiligtumslehre zu rechtfertigen und die peinliche Fehldeutung betreffend 1844 zu korrigieren.
Ob dies aber biblisch korrekt gelungen ist, oder ob diese Lösung nicht auch neue Probleme geschaffen hat? Unüberwindliche Probleme entstehen jedenfalls, wenn man sich den «Himmel» in den apokalyptischen Büchern als buchstäblich vor Gott aufgestellte Stiftshütte vorstellt, ein Tempelgebäude, aus welchem «Material» auch immer erbaut, in welchem Jesus das Rauchfass schwingt. Wenn auch die Pioniere (lange inkl. E. G. White) dies für die Wirklichkeit hielten, das bis heute gleich einem Gral nicht angetastet werden sollte, so wurde ich ausgerechnet durch die späteren Werke von E. G. White wörtlich dahin belehrt, dass das Heiligtum

a) ein Symbol des Erlösungsplanes sei: «Vom Schatten zum Licht», Taschenbuchausgabe, Ausgabe 2011 («Grosser Kampf»), Kp. 23, S. 378 und 379, und
b) die Gemeinde darstelle, in der Jesus seinen heiligen Versöhnungsdienst verrichte, (dito, GK S. 378)

Um die Jahrhundertwende veröffentlichte sie die bibelgerechte Deutung der Symbole des Heiligtums, mit einer Deutlichkeit wie nie zuvor. Zusammenfassend erklärte sie die Texte aus Hebr. 8, 1; 7, 25; 9, 24; 1. Tim. 2, 5; Röm. 12, 4.5; und Röm. 8, 26.54 ff; 1. Kor. 12, 27 und damit Hebr. 3, 6 folgendermassen:

«Die jüdische Stiftshütte war ein Symbol der christlichen Gemeinde. Die Gemeinde auf Erden, zusammengesetzt aus Gläubigen und solchen, die Gottes Gebote halten, ist die «wahre Stiftshütte», und der Heiland ist dort der Priester (Minister). Gott, und nicht der Mensch, schlug diese Stiftshütte auf einer erhöhten Plattform auf. Diese Stiftshütte ist der Leib Christi, und von Norden, Süden, Osten und Westen sammelt er alle die, welche helfen sollen, ihn zusammenzusetzen. Eine heilige Stiftshütte ist gebaut aus solchen, die Christus als ihren persönlichen Erlöser aufgenommen haben. Christus ist der Priester der wahren Stiftshütte, der Hohepriester all derer, die an ihn als persönlichen Erlöser glauben.»*

*Zitiert aus ABC, 7BC931 (Adventist. Bibelkommentar, Seite 931), erste Veröffentlichung in der Zeitschrift «Signs of the Thimes», February 14, 1900).
**Ebenso deutlich ist der Verfasser des Bibelkommentars zu Hebr. 8, 1. 2 mit Vergleichstext 2. Mose 33, 7 (ABC, 7BC444, Adventistischer Bibelkommentar, Seite 444), in bezug auf das Himmlische Heiligtum:

«(pitched = aufgestellt) … ein bildhafter Ausdruck, hier gebraucht, weil das «himmlische Heiligtum» als mosaische Stiftshütte oder Zelt beschrieben ist. Wir dürfen nicht an ein buchstäbliches Zelt im Himmel denken, buchstäblich aufgeschlagen vor Gott.»

S. 57 2 Hörner
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 57

Damit ist klar, dass das Heiligtum (Stiftshütte oder Tempel) der Apokalyptiker ein rein visionärer Tempel ist, dessen tiefsinnige Symbole einer Deutung bedürfen, aber nicht selbst die Wirklichkeit sind. Viele Ausleger wagen den Schritt zu einer konsequenten Deutung der Symbole nicht zu vollziehen. Verstandesmässig vielleicht, aber gefühlsmässig können sie sich nicht vom Glauben an die Vorstellungen der letzten Jahrhunderte lösen. Diese Problematik tritt auch in dem hervorragenden Buch: «Daniel, die Vision vom Ende» (Doukhan, Advent-Verlag Zürich) auf Seite 63 zutage:

Persönlich glaube ich nicht an irgend einen Tempel im «Himmel» welch baulicher Gestalt auch immer, und konsequenterweise ebenso wenig an die von Daniel gesehenen «Tiere» mit in diesen Tempel wachsenden Hörnern. Innerhalb einer Vision ist alles visionär. Ich glaube aber an das, was damit symbolisiert ist, nämlich:

  1. an die Wirklichkeit des göttlichen Erlösungsplans für die Menschheit
  2. an Erlöste (Gemeinde) und
  3. an satanische Mächte (Tiere), welche den Plan Gottes durchkreuzen, also die Punkte 1 und 2 anfeinden.

2 Hörner

Abbildung im Buch: Grafik: Links wächst aus einem roten Feld «Tier / Rom» ein Horn nach oben zu einem Oval «Ekklesia»; rechts wächst aus einem dunklen Feld «Wind aus Nord / Griechenland» ein Horn nach oben zu einem Rechteck «Tempel».
LinksRechts
Symbol: «Ekklesia»Symbol: «Tempel»
Symbol: «Horn» aus TierSymbol: «Horn» aus Windrichtung
Symbol: «Tier» RomSymbol: «Wind» aus Nord Griechenland
S. 58 Erklärungen
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 58

Erklärungen

Zu besprechen ist hier der folgende Text aus dem Johannes-Evangelium: Wer in Jesus ist, der kommt nicht in das Gericht (Joh. 5, 24–29). Wer ins Gericht kommt, ist grundsätzlich (von Gesetzes wegen) des Todes schuldig (Rö. 5, 18; 7, 24; 8,1). Da Johannes sein Evangelium nach der Apokalypse, in der er den Vollzug des Plagengerichts und das Gericht im Millennium beschreibt, verfasste, darf angenommen werden, dass er diese «Gerichte» meint. Dies umso mehr, weil er als einziger Apostel im Kontext (Vers 29) auch von den beiden verschiedenen Auferstehungen spricht.
Der «kategorische Imperativ» des Buches Kohelet von Salomo spricht vom «Gericht» über alle Menschen und viele Gleichnisse Jesus weisen unmissverständlich auf eine «Abrechnung» am Ende der Tage hin. Es ist unser menschliches Problem, dass wir, durch werksgerechte Vorstellungen verseucht, die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, als eine «Krämerseelen-Rechnung» ansehen, eine «Rechnung», die nie aufgeht (Matt. 20, 10ff). Paulus warnt die Korinther (2. Kor. 5, 10), dass wir alle vor dem Richterstuhl Christi erscheinen müssten. Damit will er sagen, dass niemand an Christus vorbei kommt, er sei Jude oder Grieche. In Offb. 3, 5 bezeugt Jesus, dass er den Namen der Überwinder in Sardes nicht aus dem Lebensbuch tilgen, sondern vor dem Vater und seinen Engeln bekennen werde.

Dieses Bild finden wir im Gericht von Dan. 7, 9-14:

a) Das Abrechnungsgericht in Dan. 7 findet um des lästerlichen Hornes willen statt.
b) Das «Heiligtum» in Dan. 8, 9–14 wird von den zuvor vom Horn verübten Freveln gereinigt, von dem tierischen Unrat entrümpelt und hierauf neu errichtet und geweiht. Das Verderben über die Verwüster (Entheiliger, Lästerer, Frevel) ist schon beschlossene Sache (Dan. 9, 27b).
c) Das Horn ist der Inbegriff, die Verkörperung der «christlichen» Werksgerechtigkeit. Das Tier aus dem Meer selbst, aus dessen Schädel (Unterlage) das Horn wächst, ist die allgemeine Welt-Werksgerechtigkeit (Altheidentum, Neuheidentum, Atheismus).
d) Die Botschaft vom Gericht (3-Engels-Botschaft in Offb. 14, 6–12) ergeht an alle Menschen. Erstens als ewiges Evangelium, zweitens als Ankündigung der Gerichtsreife (Fall Babylons) und drittens als letzte Warnung, in der Stunde der Versuchung nicht auf Babylon als falsche Heilsverkünderin zu hören. Sie ist verbunden mit dem Aufruf zur Distanzierung, um nicht in den Gerichtsvollzug (Plagen) zu geraten (Offb. 18, 4).
f) Dieses, vom Horn verwüstet, nun aber wieder zu seinem Recht (Weihe) gekommene «Heiligtum», ist nicht von Menschen selber erbaut worden, aber aus menschlichen Bausteinen (Wiedergeborenen) von Gott. Die Entstehung und die geistliche Führung der Adventgemeinde als wahrer Prophet der Endzeit gegenüber dem gleichzeitig heranwachsenden, falschen Propheten, ist das Wunder unserer Zeit ab 1844. Dies mag arrogant klingen, aber der ganzen Welt zu sagen, wer mit Babylon gemeint sei, und ihr noch gleich das «Gericht» anzukündigen, gleicht der «Botschaft des Elia» (Mal. 3, 2. 3) (Zeugnisse E. G. White, S. 43).

S. 59 Thron und Throne
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 59

Thron und Throne

Abbildung im Buch: Grafik: Oben je ein goldenes Feld «Ein Thron», darunter je ein Halbkreis aus Sitzen «Throne», unten ein Band aus vielen Kreisen (die Menge vor dem Thron).
Dan. 7Offb. 20
Ein Thron
und
einer, der uralt war, setzte sich.
Sein Thron waren Feuerflammen und dessen Räder loderndes Feuer.
Ein Thron
und
ich sah einen grossen, weissen Thron und den, der darauf sass.
Vor ihm entflohen die Erde und der Himmel.
Throne
Ich sah, wie Throne aufgestellt wurden. Tausendmal Tausende dienten ihm.
Throne
Und ich sah Throne und sie setzten sich darauf und ihnen ward gegeben das Gericht.
Es sind die auferstandenen Zeugen der Wahrheit aller Zeiten.
10 000 x 10 000 standen vor ihm.Und ich sah die Toten, beide, grosse und kleine, stehen vor dem Thron.
Das Gericht ward gehalten und die Bücher wurden aufgetan.Und Bücher wurden aufgetan und die Toten wurden gerichtet nach dem, was geschrieben steht in den Büchern nach ihren Werken.
S. 60 Die Gerichtszeit – Abschluss dieses Aeons
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 60

Die Gerichtszeit – Abschluss dieses Aeons

1844 letztes biblisch errechenbares Datum, dann keine prophetische Zeit mehr (Offb. 10, 6)

Zeit des Gerichts ist gekommenVollzug in sieben PlagenZeit: MillenniumVollzug im Feuerpfuhl
Gericht über Hure, Tier und falschen Prophet
Rechtfertigung der Kinder Gottes (der Ekklesia) vor allen Engeln
Einstimmigkeit im Urteil betreffend Hure, Tier und falschem Prophet
Rechtfertigung des Vollzuges der 7 letzten Plagen, d.h. des Zornes Gottes.
Anklage: «Uralter»
Zeugen: «Bücher»
Diener: «Tausend mal Tausende
Angeklagte: alle «Werksgerechten» Zehntausend mal Zehntausende
Gnadenzeit abgelaufen – Stille im Himmel
Tempel geschlossen und voll Rauch
Kinder Gottes versiegelt
Vollzug der Urteile aus himmlischem Vorgericht
Todeshaft für Tier und falschen Propheten
Kerkerhaft für Satan und Dämonen
Stille im Himmel
Gericht über die anderen Toten
Offenlegung der Gerichtsakten, der «Bücher» zur
Einsichtnahme durch die betroffenen «Heiligen»
Anklage: das Gesetz nach den Werken
Offenlegung des Geheimnisses der Bosheit zum Zeugnis für alle von der ersten Auferstehung
Entschaffung Satans, seiner Engel
Entschaffung aller Geschöpfe des Drachen (Tiere und falscher Prophet)
Reinigung des gesamten Kosmos vom Bösen
erste Phase des Gerichtszweite Phase des Gerichts
Rechtfertigung der Heiligen
Neue Weihe des «Heiligtums» (Jom Kippur + Neubau Gde. ausserh. Babylons)
Rechtfertigung von Gottes Handeln in der Heilszeit und im Plagenvollzug (Offb. 19, 2)
Reinigung des «Heiligtums» (auch Beseitigung der von den Tieren angerichteten, gräulichen Verwüstungen)Bestätigung des gerechten Strafmasses und dessen Begründung gemäss Akten
Rechtfertigung vor dem Kosmos (vor den Engeln)Rechtfertigung vor den Heiligen

Stille im Himmel, eine halbe Stunde

S. 61 «Gerichtszeit»
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 61

«Gerichtszeit»

Lässt man Dan. 7 so stehen, wie es geschrieben ist und sieht man von dem Begriff «Untersuchungsgericht» ab, so glaube ich heute immer mehr, dass Gott Daniel in dieser Vision sein Gerichtswesen in sehr summarischer Form geoffenbart hat.

Es wird auch dementsprechend summarisch verheissen, dass die gemeinde- und gottfeindlichen Mächte rechtmässig abgeurteilt werden. Auf welche Art und Weise dies geschehen soll, wird 600 Jahre später in der Apokalypse genauer bezeugt.

Die Grafik auf der vorhergehenden Seite soll aufzeigen, dass die Zeit des Gerichts gekommen ist (Offb. 14, 6). Die Scheidung der Ziegen und der Schafe schreitet fort (Matt. 25, 32. 33), wie damals ein «Gericht» über das fleischliche Israel mit Johannes dem Täufer begonnen hatte und mit der Erscheinung von Jesus, als wahrer Messias, gegenwärtig war (Joh. 3, 16–21; 12, 31–35).
Mit «Gericht» war damals auch eine besondere Botschaft gemeint, welche die Menschen wie bei Elia zu einer Entscheidung für oder gegen Christus, für oder gegen sein Evangelium, führen sollte. Hier, in Dan. 7, 9.10 geht es nicht um persönliche Entscheidungen, sondern um eine Gerichtssitzung, in der im Himmel aufgrund der «Bücher» (Akten) über Millionen von Menschen vor dem Kosmos «abgerechnet» wird.
Die vor dem Gesetz Gottes stehenden Angeklagten sind aber «Tote» (Offb. 20, 5, 12–15). Über sie wird in Abwesenheit entschieden, sie selber haben keine Entscheidungen mehr zu treffen.

Betreffend Untersuchungsgericht seien noch folgende Gedanken angeführt:

  1. Weisen die drei Symbole «feuerflammender Thron», «Räder von loderndem Feuer» und von ihm ausgehender «feuriger Strahl» nicht eher auf ein Strafgericht hin wie die sieben letzten Plagen oder die ewige Vernichtung? Es geht also um mehr als «nur» um eine Untersuchung im landläufigen Sinne; es geht um ewiges Leben oder ewigen Tod.
  2. Obwohl Offb. 13, 1–10 eine erweiterte Ausführung zum Thema «kl. Horn» aus Dan. 7 ist, finden wir hier nichts von einem «Untersuchungsgericht». Der abschliessende Vers 10 sagt deutlich, dass dem Tier mit gleicher Münze gemäss seinen «Werken» vergolten wird. Dieser Vergeltung allein widmet die Apokalypse die längste ihrer Visionen, nämlich die Kapitel 15–19. Babylon ist dann bereits im unaufhaltsamen, freien Fall. Sie wird auf ebenso grausame Weise, wie sie die Heiligen verfolgt hat, in 1000-jährige Todeshaft gesetzt. Ihre gräulichen Schandtaten werden offengelegt (Öffnung der «Bücher») und sie wird schliesslich nach einstimmigem Urteil aller Himmelsbürger (Geschworene, Zeugen der Heilsgeschichte) mit den Teufeln zusammen im selben feurigen Pfuhl (vom feuerflammenden Thron entzündet) für ewig entschaffen (Offb. 20, 10-14). Dies alles der babylonisierten Welt zu verkünden ist Inhalt und Aufgabe der dreifachen Engels-Botschaft aus Offb. 14, 6–12!
  3. Ist literarisch-formal der Einschub bei Daniel ausgerechnet nach Vers 8, nicht zugleich eine Trostbotschaft, weil gerade dann, wenn das kleine Horn seinen Thron besteigt, um grosse, lästerliche Reden gegen den Höchsten und seine Heiligen zu führen, auch göttlicherseits Throne aufgestellt werden und der «Hochbetagte» Position pro Ekklesia bezieht (Dan. 7, 9–11)?
  4. Fasst man die in der Apokalypse so ausführlich beschriebenen sieben Plagen über die gesamte apokalyptische «Tierwelt» (Offb. 15–19) als Niederschlagung der Bedrohung des Volkes Gottes (Dan. 12, 1), als echte Schläge auf (griechisch «Plägas»), so sind es Schläge gegen ihren frevlerischen Hochmut. Schläge, durch welche sie richtiggehend für 1000 Jahre in Todeshaft (Gefängnis Offb. 13, 10), ins Verderben rennt (Offb. 17, 11 c)! So fallen Endgericht bei Dan. 7 und Endgericht bei Offb. 20 nahtlos zusammen. Dabei setzt Gott des Tieres eigene Hörner als Häscher und Vollstrecker ein (Offb. 17, 16. 17). Die endgültige Übergabe des Reiches an das Alpha und Omega stimmt dann mit der Inbesitznahme der neuen Erde (Dan. 7, 27) mit dem Erdreich unter dem ganzen Himmel, das nimmer vergeht, auch völlig überein. Ist es nicht geradezu in die Augen stechend, wie in Offb. 21, 5–10 die beiden Ereignisse von Plagen (Vers 9), Gericht, zweiter Tod (Vers 6. 8) und der folgenden neuen Erde ebenso nahtlos zusammengefasst sind?
S. 62 Seite 62
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 62

5. Die in Dan. 7 beschriebenen Throne (für 1000 x 1000 Gerichtsdiener) entsprechen doch genau den Thronen in Offb. 20, 4. Da setzten sich die, welche den Sieg über Tier und -bild behalten haben, auch auf Throne. Genau so der «Uralte» von Dan. 7, der sich auf den Thron setzt und in Offb. 20, 11 auf einem «weissen Thron» wieder anzutreffen ist.

Daniel 7, 9. 10Offenbarung 20, 4. 11. 12
PräsidiumEin Feuer flammender ThronEin grosser, weisser Thron
Richterschaft Geschworene Sitzende (Engel)1000 mal 1000 Throne werden aufgestellt vor dem einen ThronThrone der Gerichthaltenden werden besetzt von den Siegern über Tier und Tieresbild als Zeugen
Angeklagte10000 mal 10000 vor Gericht Stehendedie Toten des Meeres und des (irdischen) Totenreiches stehen vor Gericht

Schlusswort

1843/44 ist ein unumstösslicher heilsgeschichtlicher Meilenstein. Es ist das letzte Datum, welches uns Gott doppelt genäht (Dan. 8, 14 und indirekt Dan. 12, 12) durch die biblische Apokalyptik gibt. Es sollte aber auch nicht übersehen werden, dass nach der grossen Enttäuschung die wenigen verbliebenen und verlachten Milleriten sehr vieles stückweise dazulernen und umdeuten mussten, was Jahre später E. G. White vorsichtig relativierte. Das mächtige biblische «Brückenwiderlager» in Dan. 7, 9.10, genau mitten in das Gehabe des frechen Horns gesetzt, passt zu der mächtigen Brücke, welche Gott gebaut hat, um den von den teuflischen Tieren Verfolgten Recht zu verschaffen. Dazu gehört auch die Mattsetzung der werksgerechten Tierwelt. Dass die Gerichtssitzungen aus Dan. und Offb. eine Einheit bilden, ist daraus ersichtlich, dass bei Daniel Throne aufgestellt werden. In Offb. 20, 4 sind sie schon aufgestellt und gleich auch besetzt. So haben wir also die erste Phase der Gerichtssitzung (Vorgericht), einen kurzen Unterbruch derselben zur Vollstreckung des Urteils daraus und dann die zweite Phase als Fortsetzung der Sitzung zum absoluten Ende. Der Unterbruch entspricht zeitlich der Ausgiessung der 7 Plagen (Offb. 16, 5–7), der Wiederkunft Jesu (Offb. 16, 15), der Stille im Himmel (Offb. 8, 1).

Einführung, Zahlensymbolik und Symbol-Lexikon des Studienhefts

Tiefer graben: Ellen G. White

Wird auch mehrfach zitiert in:

Ellen Whites Bücher liegen auf Englisch vor. Die Bibel steht immer über allen Erklärungen.

BibeltextSchlachter 1951
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