14. Folglich war diese prophetische Zeitperiode selbst auch ein Mondzyklus, nämlich in der Weise, dass am Ende von 1260 julianischen Jahren Sonne und Mond auf ein halbes Grad genau an der gleichen Stelle der Ekliptik wieder erscheinen …»
(De Cheseaux: Remarques historiques, chronologiques et astronomiques sur quelques endroits du livre de Daniel, Lausanne 1754)
Keine astronomische Forschung hatte bis dahin eine derartige Genauigkeit erreicht. Für de Cheseaux trugen diese 1260 Jahre des Mondzyklus buchstäblich das Siegel des Schöpfers. Es handelte sich nicht nur um eine runde Zahl, sondern gleichzeitig um eine bemerkenswerte Zahl hinsichtlich der grossen Anzahl aliquoter Teile (aliquot = ohne Rest teilend). «Denn», bemerkte er, «1260 ist teilbar durch … 35 Divisoren, was, wie ich glaube, die grösste Zahl an Divisoren darstellt, die eine Zahl dieser Art haben kann.» … Ferner umfasst sie «eine Anzahl von Tagen, deren gesamte Dauer ziemlich genau in der Hälfte zwischen derjenigen der Mondjahre und der Sonnenjahre liegt, welche die gleiche Zahl einschliesst.»
Die 1260 prophetischen Tage bei Daniel und in der Offenbarung entsprechen also einem Mondzyklus von 1260 Jahren. Ohne Zweifel kannten die Chaldäer diesen Zyklus, sodass Daniel keine Schwierigkeiten hatte, dessen tiefere Bedeutung zu erfassen. Der Mond, dieses tote Gestirn ohne Licht, Königin der Nacht, wurde schon immer als Symbol der Werke der Finsternis betrachtet. So versinnbildlichen auch die dreieinhalb Zeiten das unvollendete Werk Satans, im Gegensatz zur Zahl 7, welche das vollendete und vollkommene Werk Gottes versinnbildlicht.
Die 2300 Jahre – ein Sonnenzyklus
Überzeugt, dass die 1260 Jahre durch den Heiligen Geist in Verbindung mit «der Dauer der bemerkenswertesten Himmelsbewegungen bestimmt worden waren», schlussfolgerte de Cheseaux, «dass mit den 2300 Jahren das Gleiche der Fall sein könnte.» Er überprüfte seine astronomischen Tabellen und entdeckte tatsächlich, «dass Sonne und Mond am Ende von 2300 gregorianischen Jahren oder nach 840057 Tagen weniger 6 Stunden und 14 Minuten mit einem halben Grad genau an der Stelle wieder erscheinen, von der sie ausgegangen sind, und dass die Sonne am Ende von 840057 Tagen und 7 Stunden und 23 Minuten genau an die gleiche Stelle der Ekliptik wieder zurückkehrt.»
Zu seiner Freude entdeckte er auch, dass der prophetische Zeitabschnitt der 2300 Abende und Morgen ebenfalls eine ekliptische Zeit von 2300 Jahren war. De Cheseaux erklärt, was er unter einem Zyklus versteht. «Es ist ein Zeitraum, der verschiedene himmlische Umlaufzeiten harmonisiert, wobei jede von ihnen eine gewisse Zahl von Zeiteinheiten ohne Rest oder Bruchteil enthält.»
So gibt es vier Arten von Zyklen. Die erste harmonisiert die Sonnenjahre mit den Tagen. Die zweite harmonisiert die Mond-Monate mit den Sonnenjahren. Die dritte die Sonnentage und die Mond-Monate. Die vierte Art Zyklus schliesslich sollte gleichzeitig das Sonnenjahr, den Mond-Monat und den Tag harmonisieren. Die Suche nach diesem vierten Zyklus schien so schwierig, dass die Astronomen die Sache als unmöglich erachteten.
Dank des Mondzyklus von 1260 Jahren und des Sonnenzyklus von 2300 Jahren entdeckte de Cheseaux jedoch noch diesen berühmten Zyklus der vierten Art, der die drei anderen Arten von Zyklen vereinigen sollte. Das Geheimnis fand sich im Unterschied zwischen den zwei prophetischen Zeitperioden. Dieser Unterschied betrug 1040 Jahre und erwies sich als die Zahl des vollkommenen Zyklus.
Verwundert über dieses Resultat, schrieb de Cheseaux: «Dieser Zeitabschnitt von 1040 Jahren oder die Zeit des Sonnenkreislaufs, gewissermassen durch den Heiligen Geist angegeben, ist gleichzeitig ein ganz genauer Sonnen-Mond-und-Tag-Zyklus … Es sei mir einstweilen gestattet, diesem neuen Zyklus den Namen Daniel-Zyklus zu geben.»
Für de Cheseaux hatten diese Entdeckungen grossen wissenschaftlichen Wert. Sie wurden von den berühmten Astronomen Mairan und C. F. Cassini von der königlichen Akademie in Paris geprüft und als richtig anerkannt. Gleichzeitig bedeuteten sie für de Cheseaux den besten Beweis für die Inspiration des Buches Daniel. Wie könnte man versäumen, «bei so vielen Beweisen … nicht den Schöpfer des Himmels und der Dinge, die darin sind, der Erde und dessen, was sie birgt, und des Meeres und dessen, was es enthält, zu erkennen?»
Bestimmte Entdeckungen
Wir können annehmen, dass Daniel die prophetische Bedeutung kann-