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Daniel – neu entdeckt

Das Studienheft begleitet dich durch das Buch Daniel. Hier findest du die Einführung, die biblische Zahlensymbolik und das Symbol-Lexikon. Die Erklärungen zu den einzelnen Kapiteln stehen direkt bei den Kapiteln.

Willkommen und Überblick

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 5

Willkommen

Eine spannende Reise durch die Zeit

Durch die ganze Geschichte hindurch waren Menschen auf der Suche nach einem tieferen Verständnis für die Prophezeiungen des Buches Daniel. Jesus selber erwähnt es in Matt. 24, 15: «Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung stehen an der heiligen Stätte, von dem gesagt ist durch den Propheten Daniel – wer das liest, der merke auf!»
Diese Bemerkung machte Jesus im Rahmen seiner Antwort auf die Frage der Jünger nach dem Ende der Welt. So stellt er das Buch als zuverlässige Quelle für Endzeitereignisse heraus. Wiederholt spricht es von der «Zeit des Endes».

Daniel 12, 4: «Und du Daniel, verbirg diese Worte, und versiegle das Buch bis auf die letzte Zeit. Viele werden es dann durchforschen und grosse Erkenntnis finden.»
Daniel 12, 9: «Er aber sprach: Geh hin, Daniel, denn es ist verborgen und versiegelt bis auf die letzte Zeit.»
Daniel 12, 13: «Du aber, Daniel, geh hin, bis das Ende kommt, und ruhe, bis du auferstehst zu deinem Erbteil am Ende der Tage.»

Das Buch Daniel enthält sieben Erzählungen und sieben Prophezeiungen. Die Erzählungen schildern uns anschaulich, welche Charaktereigenschaften notwendig sind, um in der kommenden Krise zu bestehen, während die Prophezeiungen die Art, die Zeit und die Grösse der Krise aufdecken. Das Buch Daniel wurde ausdrücklich auch deshalb geschrieben, damit wir verstehen, wie wir uns auf die Wiederkunft Christi vorbereiten können und wie die letzten Stunden der Weltgeschichte ablaufen werden.
Ein noch tieferes Verständnis, gleich einem Vergrösserungsglas, erlangen wir durch das Studium der Offenbarung.

Babylonisches Weltreich zur Zeit Daniels

Abbildung im Buch: Landkarte des Babylonischen Reiches (Lydien, Kimmerier, Medien, Assyrien, Babylonisches Reich, Elam, Chaldäa, Arabien, Ägypten) mit Massstab in km

Bildquelle: wikipedia

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 6

Überblick über das Buch Daniel

Kapitel 1: Daniels Gefangenschaft

Daniel und seine Freunde werden im Jahr 605 v. Chr. von Nebukadnezar gefangen genommen und aus ihren jüdischen Heimen in die blendende Pracht des babylonischen Weltreiches verpflanzt. Ausgesucht, um für den Dienst am Königshof ausgebildet zu werden, verschafft sich Daniel mit Erfolg die Erlaubnis, bei allem in Übereinstimmung mit Gottes Gesetzen leben zu dürfen. Gott zeichnet ihn daraufhin mit körperlicher Frische und geistiger Überlegenheit aus.

Kapitel 2: Nebukadnezars Traum

Nebukadnezar träumt von einem grossen Standbild und ist äusserst beunruhigt darüber, dass er sich an den Inhalt des Traumes nicht mehr erinnern kann. Seine Gelehrten können ihm nicht helfen. Er droht ihnen mit dem Tod. In diesem kritischen Moment offenbart Gott Daniel den Traum, der 2500 Jahre Geschichte von Daniels Lebzeiten bis in unsere Tage umfasst.

Kapitel 3: Rettung aus dem Ofen

Im Gegensatz zum Traumbild errichtet Nebukadnezar in der Ebene Dura eine riesige Statue aus Gold. Unter Androhung der Todesstrafe fordert er, dass sich alle davor verbeugen und die Statue anbeten. Gott rettet auf wunderbare Art Daniels Freunde.

Kapitel 4: Nebukadnezars Traum von einem Baum

Die Zweige des Baumes in seinem Traum füllen die Erde, bis der Baum schliesslich gefällt wird, sodass nur noch der Wurzelstock übrig bleibt. Daniel kann ihm den Traum deuten: Der König wird wie ein Tier leben, aber nach sieben Jahren wieder den Thron besteigen und seine Würde zurück erhalten.

Kapitel 5: Belsazars Bankett und der Untergang Babylons

In der Nacht eines Festgelages entweiht König Belsazar (ein Enkel von Nebukadnezar) die heiligen Tempelgefässe. Eine geheimnisvolle Hand schreibt folgende Worte an die Wand: «Gott hat dein Königtum gezählt und beendet.» Wieder schaltet Gott Daniel ein, um das Geheimnis zu lüften. In jener Nacht besiegen die Meder und Perser das Weltreich.

Kapitel 6: Daniel in der Löwengrube

Weil Daniel im Medo-Persischen Weltreich eine hohe Stellung einnimmt, werden seine Kollegen eifersüchtig. Darius, der König, erlässt ein Gesetz, das das Beten untersagt. Daraus folgt, dass Daniel zum Tod verurteilt wird. Wieder zeigt Gott, dass er seine Hand über ihn hält. Durch das Wunder erfährt das gesamte Königreich die Überlegenheit von Daniels Gott.

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 7

Kapitel 7: Vier prophetische Tiere und die Zeit des Endes

Dieses Kapitel enthält die zweite grosse Prophezeiung. In Kapitel 2 hatte Gott 2500 Jahre Weltgeschichte als Standbild dargestellt. Kapitel 7 umfasst die gleiche geschichtliche Periode durch das Symbol von 4 Tieren. Ausserdem werden zwei neue Tatsachen hinzugefügt: ein kleines Horn, welches eine abgefallene, religiöse Macht darstellt, die das Volk Gottes verfolgen und Gottes Wahrheiten verfälschen würde, und zweitens das Gericht Gottes als Antwort darauf. Daniel 7 zeigt, dass das Gute siegt.

Kapitel 8: Die längste prophetische Zeitkette der Bibel

Daniel 8 setzt das Thema «Gericht» fort, wobei die Beziehung zwischen «Gericht» und «Reinigung des Heiligtums» herausgestellt wird. In diesem Kapitel werden die Weissagungen der 2300 Jahre erklärt. Diese ist die längste Zeitkette in der Bibel. Der Erzengel Gabriel beginnt damit, Daniel die Bedeutung zu erklären. Danach ist Daniel völlig erschöpft und krank.

Kapitel 9: Die erstaunlichste Prophezeiung der Bibel

Das Kapitel beginnt mit Daniels ernstem Gebet um ein besseres Verständnis für das Schicksal seines Volkes. Im Kapitel 8 war der Engel beauftragt worden, Daniel die Vision zu deuten. Weil Daniel zusammenbrach, war die Erklärung nicht vollständig. Deshalb beginnt Daniel 9 dort, wo Daniel 8 aufhört. Die 70-Wochen-Prophezeiung ist ein kleinerer Abschnitt aus der 2300-Tage-Prophezeiung und enthält das genaue Datum von Taufe, Kreuzigung und Tod des Messias.

Kapitel 10 bis 12: Das Recht siegt

Diese Kapitel zeigen klar, dass die gottfeindlichen Mächte am Ende vernichtet werden und das Recht siegen wird.

Geschichtliche Einführung

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 8

Geschichtliche Einführung

Die Geschichte Daniels beginnt mit einer erfüllten Prophezeiung. Jahrelang hatten Boten Gottes auf den Zeitpunkt hingewiesen, an dem Jerusalem von den Babyloniern zerstört würde, wenn die Israeliten nicht aufhören würden, sich gegen den Allerhöchsten aufzulehnen.

Die Prophezeiung

«Ich habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf Erden sind, durch meine grosse Kraft und meinen ausgestreckten Arm und gebe sie, wem ich will. Nun aber habe ich alle diese Länder in die Hand meines Knechts Nebukadnezar, des Königs von Babel, gegeben und auch die Tiere auf dem Felde, dass sie ihm untertan sein sollen. Und es sollen alle Völker ihm dienen und seinem Sohn und seines Sohnes Sohn, bis auch für sein Land die Zeit kommt, dass es vielen Völkern und grossen Königen untertan sein muss.»
Jeremia 27, 5–7

Die Reaktion

Zedekia, der König, «tat was dem Herrn, seinem Gott missfiel, und demütigte sich nicht vor dem Propheten Jeremia, der da redete, wie der Herr zu ihm gesprochen hatte. Auch wurde er abtrünnig von Nebukadnezar, dem König von Babel, der einen Eid bei Gott von ihm genommen hatte, und wurde halsstarrig und verstockte sein Herz, sodass er sich nicht bekehrte zu dem Herrn, dem Gott Israels. Auch alle Oberen Judas und die Priester und das Volk versündigten sich noch mehr mit all den gräulichen Sitten der Heiden und machten unrein das Haus des Herrn, das er geheiligt hatte in Jerusalem. Und der Herr, der Gott ihrer Väter, liess immer wieder gegen sie reden durch seine Boten; denn er hatte Mitleid mit seinem Volk und seiner Wohnung. Aber sie verspotteten die Boten Gottes und verachteten seine Worte und verhöhnten seine Propheten, bis der Grimm des Herrn über sein Volk wuchs und es kein Vergeben mehr gab.»
2. Chronik 36, 12–16

Die Folgen

«Da führte er gegen sie heran den König der Chaldäer und liess ihre junge Mannschaft mit dem Schwert erschlagen im Hause ihres Heiligtums und verschonte weder die Jünglinge noch die Jungfrauen, weder die Alten noch die Greise; alle gab er sie in seine Hand. Und alle Geräte im Hause Gottes, grosse und kleine, die Schätze im Hause des Herrn und die Schätze des Königs und seiner Oberen, alles liess er nach Babel führen. … und sie wurden seine und seiner Söhne Knechte, bis das Königtum der Perser zur Herrschaft kam, damit erfüllt würde das Wort des Herrn durch den Mund Jeremias.»
2. Chronik 36, 17–21

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 9

Drei charakteristische Merkmale

Beim Studium dieses Buches werden drei grundlegende Kennzeichen bei verschiedenen Prophezeiungen immer deutlich hervortreten:

Die Kontinuität der Prophezeiungen

Daniels Voraussagen erstrecken sich von seinen Lebzeiten bis zur Zeit des Endes der Welt oder bis zu dem Zeitalter, da Gott schliesslich sein ewiges Reich aufrichtet, das alle menschlichen Reiche verdrängt und das für sein Volk bestimmt ist. In diesem prophetischen Zeitablauf gibt es keinen feststellbaren Bruch oder eine Lücke.

Die Prophezeiungen konzentrieren sich auf das Wesentliche

Sie geben einen Ausblick auf die Grundlinien der Geschichte – vom göttlichen Standpunkt aus gesehen – auf den Wechsel der Weltreiche, wie sie das Volk Gottes und seine Gemeinde berühren. All dies bezieht sich auch immer auf den sich entwickelnden Konflikt zwischen Christus und dem Antichristen, und schliesslich auf die Aufrichtung des ewigen Reiches Gottes auf Erden.

Wiederholung der Prophezeiungen

Was bei Daniel beginnt, erstreckt sich in einer gedanklich grossen Linie über vier aufeinanderfolgende Zeiträume hinweg. Viele wichtige Marksteine wiederholen sich und werden deutlicher, indem ein Gesichtspunkt nach dem anderen herausgearbeitet wird. Hinter allen Ereignissen wird uns Gottes Hand in der Geschichte gezeigt, und wir können den grossartigen Plan erkennen und die kommenden Ereignisse verstehen lernen.

Abbildung im Buch: Zwei Fotos: ein ovales Wandbild mit der Inschrift «Pforte des Himmels» und eine kleine weisse Kapelle

Diese Darstellung der «Himmelspforte» (Babel) befindet sich in der kleinen Kapelle (unten) in Gasenzen/Gams, St. Galler Rheintal

Fotos: Monika Stirnimann

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 10

Fünf Zeitabschnitte in der Geschichte Israels

Abbildung im Buch: Zeitleiste: Eine Linie (12 Stämme) teilt sich nach Salomo in Israel (oben, Samaria) und Juda (unten, Jerusalem); Israel endet in der assyrischen Gefangenschaft, Juda führt in die babylonische Gefangenschaft (Bogen von 606 bis 536 v. Chr.).

vereinigt

12 Stämme
Saul, 1050 v. Chr.
David, 1010 v. Chr.
Salomo 970 – 930 v. Chr.

geteilt

Amos
Hosea
Israel, 10 nördliche Stämme
Samaria
931 v. Chr. Rehabeam
Juda, 2 südliche Stämme
Jerusalem
Jeremia
Jesaja
Micha

gefangen

zerstreut (wie im Fluch vorhergesagt)
assyr. Gefangenschaft 722 v. Chr.
babyl. Gefangenschaft
606 v. Chr.
536 v. Chr.
606 v. Chr. Daniels Verschleppung
597 v. Chr. Hesekiels Verschleppung
586 v. Chr. Zerstörung Jerusalems

Ägypter
Edomiter
Moabiter
Kanaaniter
Midianiter
Ammoniter, Philister

Syrien
Babylon
Medo-Persien
Griechenland
Rom

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 11
Abbildung im Buch: Fortsetzung der Zeitleiste: Ein grosser Bogen «70 Wochen / 490 Jahre» spannt sich von 457 v. Chr. bis 34 n. Chr.; darin ein kleiner Bogen «1 Woche / 7 Jahre» von 27 bis 34 n. Chr. mit einem Kreuz bei 31 n. Chr.

wiederhergestellt

70 Wochen
490 Jahre
1 Woche
7 Jahre
Rückkehr der Juden nach Jerusalem
457 v. Chr.
27 n. Chr.
31 n. Chr.
34 n. Chr.

536 v. Chr. Kyros
520 v. Chr. Darius
457 v. Chr. Artaxerxes*

Esra
Nehemia
Haggai
Sacharja
Maleachi

verwüstet

Zerstörung der Stadt Jerusalem
70 n. Chr.

* Im Jahr 457 v. Chr. gab der persische König Artaxerxes (auch Arthasasta genannt) ein Gesetz heraus, nachdem den Juden in Jerusalem wieder die volle Gerichtsbarkeit zuerkannt wurde. Dadurch wurden sie wieder zu einer selbstständigen Nation, die zwar Persien tributpflichtig war, sich aber ansonsten selbst verwaltete. Erst damit bekamen die Erlasse des Kyros und seines Nachfolgers Darius ihre volle Gültigkeit, denn erst dieser Befehl erfüllt seinen Zweck. Ausserdem ist dieser Erlass der einzige, auf den ein Segen und ein Lob Gottes folgt und auch der einzige, der Gottes Eingreifen ausdrücklich erwähnt (s. Esra 7, 27). An dieser Stelle geht der Text im Esra-Buch übrigens vom Aramäischen ins Hebräische über. Dadurch soll deutlich werden, dass die nationale Wiederherstellung hier ihren Anfang nahm.

Aus: «Babylons Erben», Seite 271, Sylvia Renz

Biblische Zahlensymbolik

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 12

Biblische Zahlensymbolik

Begründung

Woher kommt sie und lässt sie sich biblisch belegen? Ist das etwa altheidnischer Unsinn aus Ägypten und Babylon? Ist es jüdische und islamische Zahlensymbolik aus dem Mittelalter unter dem Geheimcode der Kabbala, wie sie im «Hexen-Einmaleins» in der Dichtung «Faust» von J. W. Goethe als Zahlenspruch vorgetragen wird?

In der Bibel gibt es keine Notation von Zahlen (mathematische Grössen) in welcher sie als Symbole aufgelistet werden (z. B. 7 = Vollendung, 4 = Erde, Irdisches, 10 = minimale Fülle usw.). Abgesehen davon stehen in der Bibel ohnehin nirgends Ziffern, sondern immer nur Zahlengrössen, die stets als Wortgruppen angegeben werden, so wie sie heute noch in besonders wichtigen, amtlichen Urkunden vorhanden sind (z. B. Hundertvierundvierzigtausend). So reihen sich die Zahlwörter literarisch ebenbürtig zu allen anderen Wörtern in den biblischen Text ein, denn biblische Zahlenangaben müssen einerseits buchstäblich als wirkliche mathematische Grössen angenommen werden, andererseits sind sie aber viel häufiger als Symbole zu nehmen, die eine korrekte Deutung verlangen.

Korrekt sind diese Deutungen dann, wenn

  1. die Bibel sie gleich mitliefert (Offb. 1, 20; 5, 8c; 19, 8; Matt. 13, 36–43; Lk 12, 1)
  2. sie sich aus dem engeren Kontext ergeben (Offb. 17, 1c; 17, 15)
  3. sie sich aus dem weiteren gesamtbiblischen Kontext (1. Mose bis Offenbarung) aus ihrer wiederholten Anwendung ergeben (1. Mose 3, 1–4. 14 / Offb. 12, 9; Jes. 9, 13–15 /Offb. 9, 10. 19

Weil alle Bücher der Bibel mit Ausnahme des Dekalogs durchwegs von Menschenhand geschrieben wurden, so sind sie aber auch zu allen Zeiten vom selben Geist inspiriert worden (Je. 34, 16; 2. Petr. 1, 21). Jesus beruft sich auf sie und zitiert sie als «Worte aus dem Mund Gottes». Er haucht seine Jünger an und spricht: «Nehmt hin den heiligen Geist» (pneuma agion, Joh. 20, 22). Er wendet also den Hauch (Wind, Luft, Odem) als Symbol für «Geist» im biblischen Sinn an. Damit sagt er nicht, dass jeder natürlich-meteorologische Wind auch real Geist sei, sondern bestätigt, dass Luft eine Metapher für Geist allgemein ist (Joh 3, 8). Sein persönlicher Hauch aus seinem Mund ist im Besonderen «heiliger Geist». Es steht nirgends, dass Pferd = Krieg bedeutet, aber wenn von den ca. 40-fach erwähnten Pferden fast alle an den Begriff «Krieg» gekoppelt sind, so bestätigt diese stete Anwendung die biblische Deutung der Pferde in der Offenbarung als Kampf zwischen Licht und Finsternis (z. B. Offb. 6; 9; 19).

Ebenso verhält es sich mit Zahlen in der Bibel. Wieso spricht Jesus im Gleichnis in Matthäus 25 nicht einfach pauschal von ein paar oder von mehreren Jungfrauen sondern von genau zehn – fünf klugen und fünf törichten – warum nicht von zwölf oder sechs? Es steht wieder nirgends geschrieben, dass zehn die minimalste Vollzahl sei, aber sie wird auch von Gott selbst (zehn Gebote, Zehntengebot) und hier von Jesus auch so angewendet.
Es sind im Gleichnis eben alle adventgläubigen Christen – nicht nur Adventisten – die ausharrend auf die Ankunft des Bräutigams warten gemeint. Es ist letztendlich eine minimale Gruppe Überlebender der sieben Plagen (Lk. 18, 8). Keine errechenbare numerische Grösse, auch nicht abgezählte hundertvierundvierzigtausend, sondern einfach alle geduldig Wartenden. Diese alle sind zugleich auch «Fünferlinge» (Erlösungsbedürftige, von der Annahme des Bräutigams Abhängige (Matt. 25, 11–13). Jesus wendet die im Judentum bekannten Zahlensymbole Zehn und Fünf an. Er macht keine Rechnung daraus von 50% zu 50%, meint also nicht Hälfte/Hälfte, wie wir Europäer geneigt sind zu rechnen. Viele Worte Gottes sind verschlüsselt. Jesus, das personifizierte «Wort» (Offb. 19, 13; Joh. 1, 1–14) sprach in Gleichnissen verschlüsselt (Matt. 13, 34. 35; Joh. 16, 29). Wer seine Rede, auch die in Zahlen, nicht deutet, kann ihn nicht verstehen. Glaube und Glaubensgerechtigkeit (Zahlensymbolik der Stiftshütte) sind keine menschliche Rechnung sondern jesuanische «Himmelreichsinformation».

Die Zahlensymbolik finden wir zum Teil auch bei Juden und semitischen Babyloniern. Der Ziegelbrennofen, in den die drei Männer geworfen werden sollen, muss auf Befehl Nebukadnezars 7-mal heisser gemacht werden (Dan. 3, 19). Für die Herstellung von Porzellanglasuren benötigt man eine Temperatur von 1400 °C. Das Siebenfache wären 9800 °C. Diese Hitze war damals wie heute mit den üblichen Brennstoffen nicht zu erreichen. Abgesehen davon, dass kein Ofen und kein Messgerät das aushält, weil auch Gestein ab 3000 °C als Lava davonfliesst und bei noch höherer Temperatur in Gas übergeht. Die Heizer haben den Befehl nicht wörtlich erfüllen können, haben aber ihr Werk trotzdem vollendet (d.h. Ziel und Zweck erreicht, denn Sieben bedeutete auch für den König wie allgemein im semitischen Bereich «Vollendung» – Heizen bis zum «Geht-nicht-mehr».

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 13

Seit der Sieben-Tage-Schöpfung bis zur Apokalypse hat die Zahl Sieben als biblisches Symbol die Bedeutung von «Vollendung» eines Zeitablaufs (nicht Vollkommenheit!), ist also eschatologisch die Erfüllung eines Planes wie die des Erlösungsplanes (1. Mos. 2, 1. 2; Offb. 10, 7).

Im Übrigen haben auch die hebräischen Namen automatisch immer gleichzeitig einen Zahlenwert, weil ja jeder der 22 Buchstaben dieses Alphabets zugleich Zeichen für eine Sache, einen Laut und eine Zahl ist. Wäre der Name des Tieres gegeben, so könnten wir den «Zahlenwert» seines Namens sofort berechnen, z. B. Adam (inkl. Vokale) = alef (Stier) + daleth (Tür) + alef + mem (Wasser) = 1 + 4 + 1 + 40 = 46 oder .d.m (ohne Vokale) = daleth + mem = 44.

Den höchsten Zahlwert hat das letzte (22. Schriftzeichen, nämlich «taw» (Zeichnung, Vierheit) = 400. Für 60 steht «samech» (Schlange) und für 6 «waw» (Haken), für den Wert 600 existiert aber kein Zeichen.
Er müsste aus mehreren Werten zusammengesetzt werden und dies wäre dann auf beliebige Art möglich.
Somit ist es unmöglich, auf diese Art für die Zahl 666 aus Offb. 13 einen eindeutigen Namen herauszulesen. Die in Offb. 13, 18 besonders geforderte Weisheit dürfte auch nicht darin bestehen, dies einfach so direkt abzulesen.

Es geht deshalb wohl nicht um das einfache Lesen, sondern um das Deuten der Zahlkombination, die im griechischen Original nicht in Ziffern, sondern in Worten geschrieben ist (statt 666 in Ziffern, Sechshundertsechsundsechzig in Worten).

Abbildung im Buch: Foto: Mauerreste mit Tierreliefs aus Ziegeln

Mauerreste in Babylon
Fotos: wikipedia

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 14

Biblische Zahlen-Symbole

Grundzahlen

ZahlSymbolische Bedeutung
1Einheit, Unteilbarkeit, 1 Schöpfer, 1 Tempel, 1 Erlösungsplan, 1 Erlöser, 1 Richter
2Entscheidung, Erkenntnis von Gut und Böse
3Gottheit (Elohim), Vollkommenheit, Einheit im Geiste, 3-faches «Heilig», 3-faches Halleluja, 3-teiliges Heiligtum, 3 Kultgegenstände in jedem Abteil
4Erde, Erdkreis, alle Richtungen, global, «Irdisches», überall
5Erlösungsbedürftigkeit, Unvermögen, in der Schuld stehen, Abhängigkeit
6Zahl des Menschen, Menschliches, Werksgerechtes, Unvollendetes
7Zeitfolgen, zeitliche Vollendung des Heilsplans innerhalb des Irdischen (vom Sündenfall bis zur Neuschöpfung)
8a) Zeitlich: das, was Zeitliches überdauert, Überepochales, «Ewiges»
b) Geistlich: allgemein Geistliches, geistlich Gerichtetes, Geistliche
(9)als Quadrat von 3, qualitativ gesteigerte Vollkommenheit (unmöglich, kommt deshalb als Zahlsymbol nicht vor)
10a) Gesetz, Gesetzgebung, Gerichtsbarkeit, Gehorsamsforderung
b) erste Vollzahl, Vollständigkeit (nichts fehlt), Fülle, Ganzheit (Stammzahl für 100, 1 000, 10 000 usw.)
12Nachfolge, Nachfolger, wahre Gläubige (3 x 4 = «Heilige», Vollkommengesprochene, auf der Erde lebende Nachfolger Christi) Stammzahl für 144 000.
«Fundament» für Volk Gottes in Gestalt der Stadt Jerusalem (Offb. 21, 12–14)
24verdoppelte, gesicherte Zwölferzahl, 24 Priester- und Sängerordnungen für den Dienst am Heiligtum
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 15

Biblische Zahlen-Symbole

Ableitungen (Vielfache)

ZahlSymbolische Bedeutung
40(4 x 10) vollumfängliche, allseitige Prüfung des Gehorsams gegen Gottes Gebot und Ratschluss (Massnahme) eines einzelnen Menschen oder eines Volkes
50Quadrat von 7 plus 1 (49 + 1), Neubeginn nach Vollendung von sieben Sabbatjahren. Anbruch einer kleinen «Ewigkeit» (Aeon) Halljahr, Freilassung von Sklaven, Auflösung aller Schuldbriefe
60(6 x 10), Mensch des Gesetzes, gesetzgebender Mensch, der seinen erlassenen Gesetzen gegenüber völligen Gehorsam fordert (das Standbild Nebukadnezars ist 6 Ellen breit und 60 Ellen hoch)
70Längerer, festgesetzter Zeitabschnitt (10 Sabbatjahre) zur Vollendung einer befristeten, zielgerichteten Massnahme Gottes im Heilsplan (70 Jahrwochen abgeschnitten für jüdisches Volk)
100(Quadrat von 10), nächsthöhere Vollzahl, grössere Fülle, volles Vollmass z. B. der menschlichen Gesetzlichkeit, erste Erhöhung der Bedeutung der Zahl Zehn
144(Quadrat von 12), getreue Nachfolge wahrer Gläubiger, getreugehorsame Nachfolger
1000(Kubus von 10), göttliche, himmlische Vollzahl, Höchstmass, alle, keiner und nichts fehlt
144 000Die sich um das Lamm scharende Herde, das in unmittelbarer Gegenwart in Gestalt des Allerheiligsten (Würfel) dargestellte Volk Gottes (Offb. 14, 1; 21, 3. 16. 17), himmlische Vollzahl aller Kinder des Glaubens Abrahams, Erben des Reiches
16(Quadrat von 4), in alle Richtungen gleichzeitig, in alle Lande (Völker) der Erde
16 000(16 x 100), gesamte Fläche der Erde, alles Irdische, soweit die sündige Menschheit reicht (auch in alle versteckten Winkel) der Erde (Offb. 6, 15. 16; 14, 19. 20) nichts entgeht dem Richter, niemand entkommt dem «Zorn» Gottes

Biblische Symbole von A bis Z

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 16

Biblische Symbole

SymbolBedeutungBibelstellen
AasgeierGerichtsvollzugMatt. 24, 27–28
AbgrundNichtexistenz von Leben (Mose),
Finsternis mangels geist. Lebens (Jes.)
1. Mose 1, 2; Jes. 60, 1–3
AdlerKönig der Lüfte, Jesus, Warnruf5. Mose 28, 49; Jes. 46, 11; Hosea 8, 1
ÄgyptenGötzendienst, Vielgötterei, VerstockungJer. 46, 25; Jes. 19, 1; Hes. 30, 13–19,
2. Kön. 18, 21; 2. Mose 12, 12
AugensalbeUnterscheidungsvermögen, das Wort verstehen, Gegenteil von geistlicher Blindheit (Erkenntnis)Off. 3, 18; Matt. 6, 22; Hiob 42, 5
BabylonAbfall von Gott, Verwirrung, System «Tor zum Himmel» (s. Stadt)1. Mose 10, 8–10; 1. Mose 11, 6–9
Baumfest in Gott verwurzeltJes. 61, 3; Ps. 1, 1–3: Ps. 92, 13
Dan. 4, 7–12. 17. 19
Becher, KelchLeiden und Gerichte werden ausgegossenJer. 25, 15. 16. 20; Jer. 51, 7; Offb. 17, 9
Berg, Zionechte Heilslehre, Wohnung GottesPs. 2, 6; Ps. 9, 12; Ps. 50, 2
Jes. 2, 3; Jes. 10, 12; Jes. 44, 8; Offb. 14, 1
Berge, Hügelpolitische oder religiöse Ideologien, Heilslehren, unveränderbare DogmenJer. 51, 24–26; Off. 17, 9
BildÄhnlichkeit, so sein wie …1. Kor. 15, 49; 1. Mose 1, 27; 2. Mose 20, 4
Offb. 13, 14–18
Bileam, Lehre deseigene Interessen vertreten, Götzendienst4. Mose 22, 5ff; Offb. 2, 14
BlutSündenvergeltung, Sündenvergebung
Opfer, Rache
Joh. 6, 54–56; Matt. 23, 33–35;
Matt. 26, 28; Hes. 35, 6; 1. Petr. 1, 19
3. Mose 17, 11; 3. Mose 16, 18
BogenErfolg im Kampf gegen das BösePs. 7, 11–13; Ps. 45, 4–6; Offb. 6, 2
Braut des LammesFrau, Gemeinde (s. Lamm)Jer. 2, 32; Offb. 12, 1.2.6; Offb. 21, 2.9.10;
Offb. 22, 17; Jes. 62, 4–6
Buch(-rolle) esseneine Botschaft in sich aufnehmenHes. 3, 1–4; Jer. 15, 16; Offb. 10, 9
Buch des Lebensalle ErlöstenDan. 12, 1; Phil. 4, 3; Offb. 3, 5;
Offb. 20, 12–15
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 17

Biblische Symbole

SymbolBedeutungBibelstellen
Buch, versiegeltErlösungsplanOffb. 5, 1. 5
BücherWerke der «Werksgerechten»Daniel 7, 10; Offb. 20, 12–15
BundesladeStätte der Gegenwart Gottes (Gesetz, Leben, geistliche Nahrung), Gnadenthron2. Mose 39, 35; Rich. 20, 27; Heb. 9, 3–5
Dieb, Einbrecherplötzliches Kommen Jesu1. Thess. 5, 2; 2. Petr. 3, 10; Offb. 16, 15;
Offb. 3, 3
Donner und BlitzeOffenbarungen Gottes2. Mose 19, 16; Offb. 16, 18
DracheSatanOffb. 12, 7–9; Jes. 27, 1
Dunkelheit, Nacht, FinsternisSünde, Glaubensabfall, Unkenntnis, GlaubenslehreJoh. 1, 5; Joh. 12, 46; Matt. 8, 12; 1. Joh. 2, 11,
Röm. 2, 17–19; Eph. 5, 8
Eisen, eisernFestigkeit, HärtePs. 2, 7–9; Offb. 2, 27; Dan. 2, 40. 41
EngelBote, BotschaftLuk 1, 19. 26; Dan. 8, 16; Dan. 9, 21. 22;
Offb. 1, 1. 20
Erdbebenmenschliche Ideologien werden erschüttertJes. 14, 16; Jes. 23, 11; Offb. 6, 12, Offb. 16, 18
Erde (Gegenstück zu Meer)Christenheit (echte, aber auch falsche Gemeinde), IrdischesOffb. 6, 4.8
Farbe Blauhimmlisch2. Mose 24, 10; (s. Stiftshüttendienst:
2. Mose 24 bis 39)
Farbe Fahl (leichenblass)Tod, leblosOffb. 6, 8
Farbe Goldhimmlische Güter, Wahrheit, Gerechtigkeit JesuOffb. 3, 18; Ps. 19, 10. 11
(s. Stiftshüttendienst: 2. Mose 24 bis 39)
Farbe GrünLeben mit Gott, lebendig, lebt vom Wasser des LebensJes. 66, 14; Ps. 1, 3; Ps. 37, 2;
Ps. 37, 35. 36; Ps. 52, 10; Spr. 11, 28
Luk 23, 31
Farbe Hyazinth, auch Violett, Mischfarbe)gefälschte himmlische GerechtigkeitOff. 9, 17
Farbe PurpurKönigswürde, königlichDan. 5, 16. 29; 2. Mose 25. 4
Farbe RotBlutvergiessen, ZornOffb. 6, 4; Offb. 12, 3. 4
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 18

Biblische Symbole

SymbolBedeutungBibelstellen
Farbe Schwarz (s. Dunkelheit)totale VerfinsterungOffb. 6, 12; Jer. 4, 27.28; Jes. 9, 17;
Micha 3, 6
Farbe Schwefelgelbaggressiv auftretend,
Vergiftung der bibl. Wahrheit
1. Mose 19, 24. 25; Offb. 9, 17, Offb. 20, 10
Farbe WeissReinheit, GerechtigkeitOffb. 3, 5; Offb. 19, 11; Matt. 17, 2
(s. Stiftshüttendienst: 2. Mose 24 bis 39)
FeuerGericht, überprüfen, erforschen, reinigen, Sprache, Geist der WahrheitJes. 10, 16. 17; Jes. 4, 4; 3. Mose 10, 1. 2;
2. Kön. 1, 10–12; Jak. 3, 6; Jes. 30, 27;
Jer. 5, 14; Joel 2, 1–3
FeuerseeWerksgerechte, die überprüft wurden (s. zweiter Tod)Offb. 20, 14; Offb. 21, 8
Feuerprobeerproben1. Kor. 3, 13. 14
FleischLeben durch Jesus, Mensch – MenschwerdungJoh. 1, 14; Joh. 6, 53–56; Hebr. 10, 20
Apg. 2, 26; Röm. 9, 3; 1. Mose 6, 3
FlügelSchutz, Geschwindigkeit2. Mose 19, 4; 2. Mose 25, 20;
5. Mose 32, 11; Habakuk 1, 6–8
FröscheVerderben bringende GeisterOffb. 16, 13; Ps. 78, 45
Geheimnis GottesEvangelium, ErlösungsplanEph. 1, 4–10; Eph. 3, 3–9; Eph. 6, 19;
Kol. 1, 26. 27
GerichtGerechtigkeit schaffenJoh. 5, 30; Joh. 8, 16; Jes. 5, 16; Ps. 103, 6;
5. Mose 25, 1; Dan. 7, 10 ff; Offb. 16, 7
Gog und MagogEndkampfHes. 38; Offb. 20, 8. 9
Grasschwache Gläubige (kleine Wurzeln)Jes. 40, 6. 7; Ps. 37, 1. 2; Ps. 102, 12;
Ps. 103, 15; Ps. 129, 4. 6; 1. Pet. 1, 24
HagelGericht an der Hure, SteinigungJes. 28, 17; Joh. 8, 3–5; Offb. 8, 7; Offb. 16, 21
Handhandeln, arbeitenPred. 9, 10; 2. Chro. 15, 7; Ps. 128, 2;
1. Thess. 4, 11
HarmagedonWiederkunft, letzte EntscheidungsschlachtOffb. 16, 14–16
Hauptpolitische oder religiöse SystemeOffb. 12, 3; Offb. 17, 9; Jer. 23, 19; Dan. 2, 38
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 19

Biblische Symbole

SymbolBedeutungBibelstellen
HeuschreckenZerstörerische Mächte, Helfer Satans, Dämonen2. Mose 10, 14–16; Jes. 33, 4; 5. Mose 28, 38;
Richt. 6, 5; Nah. 3, 16. 17; Jer. 51, 27;
Offb. 9, 3
HornMachtanspruch eines SystemsDan. 7, 20; Dan. 8, 8. 21; Micha 4, 13;
Sach. 1, 18–21 oder 2, 1–4;
Ps. 75, 11; 1. Sam. 2, 10
Hundefaule Hirten, PredigerJes. 56, 10–12
Hunger und Durstnach geistlicher NahrungAmos 8, 11; Offb. 6, 8; Offb. 21, 6
Hureabgefallene, untreue Gemeinde (Religion)Jes. 1, 21; Hosea 1, 2; Hes. 16, 33;
Hes. 20, 30; Jer. 2, 20
Hurereimit falschen Göttern einlassenNah. 3, 4; Richt. 2, 17; Richt. 8, 27;
Offb. 17, 2
Inselnfalsche Lehren (s. Berge) aus dem Heidentum (s. Meer)Hes. 26, 18; Jes. 41, 5
IsebelHure, Götzendienst, Glaubensabfall, Verfolgung1. Kön. 18, 4 ff; Offb. 2, 20
Israelwahre Nachfolger Christi, ÜberwinderPs. 14, 7; Ps. 149, 2; Jes. 44, 21;
Hes. 49, 3; Hebr. 8, 8
Jerusalem, neuesStadt aus dem Himmel (s. Stadt)Offb. 21, 2
Kaufleute / HändlerVerkäufer der Lehre Babylons, Werke, Kaufen und VerkaufenJes. 47, 11; Nah. 3, 7. 16; Offb. 18, 3. 11. 15. 23
Kaufmann JesusVerkäufer echter Erlösung
kauft uns frei
Offb. 3, 18; Offb. 14, 4, 1. Kor. 7, 23;
Offb. 5, 9; Tit. 2, 14
Kelter tretenGerichtsvollzugJoel 4, 13; Offb. 14, 19. 20
Kleider (weiss)Geschenk der Gerechtigkeit, SchuldbedeckungJes. 61, 10; Jes. 52, 1; Sach. 3, 3–5;
Offb. 3, 18; Offb. 22, 14
König von TyrusSatanHes. 28, 12–19
Kristall, Glasrein, unbeflecktOffb. 4, 6; 2. Mose 24, 9–11; Hes. 1, 22
KroneMacht über Königreich / BelohnungTim. 4, 7. 8; 1. Chro. 20, 2; 2. Kön. 11, 12
Jak. 1, 12; Offb. 6, 2
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 20

Biblische Symbole

SymbolBedeutungBibelstellen
LammJesus, Opfer, UnschuldOffb. 5, 6–8; Offb. 21, 23; 2. Mose 29, 39;
Joh. 1, 36
Lebewesen, vier, am Thron Gottesantike Vorstellung der vier Elemente der Schöpfung (Löwe, Adler, Stier, Mensch)Offb. 4, 6–8; Hes. 1, 5–15
Leuchter (Lampe), siebenarmigGemeinden, Licht der Welt, bis zum Ende, Wort Gottes, Heiliger Geist2. Mose 30, 26. 27; Offb. 1, 12. 13. 20. 21
Licht, Heiligkeit, TagErlöste, Gläubige, Gottes Nähe
Gegenteil von Dunkelheit, Nacht
Joh. 1, 4–9
LöweStärke, Furchtlosigkeit, Mut, Königtum, König der TiereSpr. 18, 1; Spr. 30, 30; 2. Sam. 1, 23;
Löwe (echt)JesusOffb. 5, 5; 1. Mose 19, 9
Löwe (falsch)Satan, falsch-messianischer AnspruchSpr. 28, 15; Hes. 22, 25; Ps. 10, 9;
Ps. 17, 12; 1. Petr. 5, 8; Jer. 4, 7
MalzeichenZeichen (für Ungnade), Name des Tieres
Zahl des Tieres 666
Gal. 6, 17; Offb. 13, 16. 17; Offb. 14, 9. 11
Offb. 16, 2; Offb. 19, 20; Offb. 20, 4
Manna (Lebensbrot)Christus, Brot vom Himmel, geistliche Nahrung
Lebensbrot
Ps. 78, 24; Joh. 6, 35. 48
Mauergehörte zur Stadt der Antike, doppelte SicherheitHes. 13, 5; Hes. 42, 20; Offb. 21, 12
Maulsprachgewaltig, verführerischOffb. 9, 17; 16, 3
MeerVölker, Nationen, Heidentumsiehe Wasser
MenschensohnJesusJoh. 6, 53; Matt. 24, 30
MessrohrGottes Gesetz, Beurteilung (sinngemäss interpretiert)Offb. 11, 1; Offb. 21, 15–18; 2. Kön. 21, 13
Mond (im Schatten der Sonne)alttestamentlicher StiftshüttendienstHebr. 8, 5; Offb. 1, 5
Morgenstern (echt)JesusOffb. 2, 28; Offb. 22, 16
Morgenstern (falsch) (gefallener, Sohn der Morgenröte)SatanJes. 14, 12
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 21

Biblische Symbole

SymbolBedeutungBibelstellen
NierenSitz des Willens, der Gemütsbewegung (Hebr. Bedeutung von Niere und Herz)Ps. 7, 9; Ps. 16, 7; Ps. 26, 2; Ps. 73, 21;
Spr. 23, 16; Jer. 17, 10; Offb. 2, 23
ÖlHeiliger GeistSach. 4, 2–6; Offb. 11, 4; Matt. 25, 2. 3. 8
2. Mose 27, 20
PalmzweigeSiegeszeichenJoh. 12, 13; Offb. 7, 9
PestVerderbenPs. 91, 3. 6; Offb. 6, 8
PferdKrieg, Kampf2. Mose 15, 21; Jer. 8, 6; Hes. 38, 15
Posaunen (Schofar)Warn- oder Weckrufe GottesJos. 6, 4- 5; 1. Kor. 15, 52
PriesterHirt, Vorsteher, Bewahrer1. Petr. 2, 5. 9
Qual (griechisch basanizein)prüfen, untersuchen, erforschen (Geschichte Hiobs, Prüfung von Satan)1. Kor. 3, 13; Jes. 33, 14; Offb. 22, 10
Räucherwerk (Weihrauch)Gebete des Volkes Gottes, FürbittePs. 141, 2; Offb. 5, 8; Offb. 8, 3. 4
RegenbogenBundestreue, Gnade1. Mose 9, 13–16; Offb. 4, 3; Offb. 10, 1
SchiffeHandels-, Transport- und Kommunikationsmittel auf WasserPs. 107, 23; Jes. 60, 9; Hes. 27, 10; Hes. 30, 10
SchlangeSatan, Verführer1. Mose 3, 1; Offb. 12, 9; Offb. 20, 2;
2. Mose 4, 3; 3. Mose 21, 6–9
Schlüssel DavidsVollmacht, um den Erlösungsplan (Evangelium) zu öffnenJes. 22, 21. 22; Luk. 11, 52; Offb. 3, 7
Schwanz, SkorpioneProphet, der Lüge lehrt, falsche Prophetenlehre
giftige Worte
Jes. 9, 14. 15; Hes. 2, 5–7; 1. Kön. 12, 11–14
Schwert (zweischneidig)Gottes Wort, Schwert des Geistes, Entscheidung, GerichtJes. 49, 2; Eph. 6, 17; Hiob 19, 29;
Jer. 50, 35–37; Jes. 66, 16; Offb. 2, 16;
Hebr. 4, 12
SichelErnte, Wiederkunft, GerichtJoel 4, 13; Offb. 14, 14
SiegelZeichen (der Gerechtigkeit), StempelRöm. 4, 11; Offb. 7, 2. 3; Offb, 14, 1;
Hes. 9, 4; Joh. 6, 27; 2. Tim. 2, 19; Eph. 1, 13
Sodomgeistliche Perversion1. Mose 13, 13
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 22

Biblische Symbole

SymbolBedeutungBibelstellen
SonneGerechtigkeit, Jesus ChristusJoh. 9, 5; Mal. 17, 2; Offb. 1, 16; Ps. 19, 6;
2. Sam. 12, 11. 12
StadtSicherheitPs. 31, 22; Ps. 46, 5; Ps. 48, 2; Spr. 18, 11
Jes. 1, 21; Offb. 17, 18; Offb. 21, 10
Stein aus ZionJesusRöm. 9, 33; Jes. 28, 16
Stein, Eck-JesusPs. 118, 22; Ap. 4, 11; Eph. 2, 20;
Mark. 12, 10; 1. Petr. 2, 4. 6–8;
Matt. 21, 42
SteineTempel, erbaut aus lebendigen Steinen (Gläubige)1. Petr. 2, 5; Matt. 21, 44
Steine, Edel-, veredelt (verschiedene)Erlöste im Himmel, Söhne IsraelsSach. 9, 16; Offb. 21, 19; 2. Mose 28. 17–21
Stern, fallend «Fackel»Irrlicht, Irrstern, IrrlehrerJudas 1, 13; Offb. 8, 10. 11; Offb. 9, 1
SterneEngel, Älteste, Lehrer, geistliche LichtträgerDan. 12, 3; Offb. 1, 20; 4. Mose 24, 17
StierFruchtbarkeitantike Vorstellung
StirnDenken, Gewissen, Charakter2. Mose 28, 38; Jes. 48, 4; Hes. 3, 7–9
Tag des HerrnWiederkunftJes. 58, 13
Tag, prophetisch1 Tag = 1 Jahr (hebr. 360 nicht 365)Hes. 4, 6; 4. Mose 14, 34
TaubeHeiliger GeistJoh. 1, 32
ThronThron der Gnade, Wohnsitz Gottes, GerichtssitzungOffb. 21, 5; Offb. 22, 1. 3; Offb. 4, 2. 3;
Offb. 20, 11. 12; Dan. 7, 9; Hes. 1, 26–28
Tierirdisches Königreich, politische Macht, RegierungssystemDan. 7, 3. 17
Tür (offen, aufgetan)Möglichkeiten, gegeben für den Zugang zum Evangelium1. Kor. 16, 9; Ap. 14, 27; Joh. 10, 7–9;
Kol. 4, 3; Offb. 3, 8
Vier Enden der Erdevier Himmelsrichtungen (Norden, Süden, Osten, Westen), globalMark. 13, 27; Jes. 11, 12; Offb. 7, 1
Offb. 20, 8
Vögel, unreine, gehasstedämonische GeisterJer. 5, 8; Offb. 19, 17; Offb. 18, 2
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 23

Biblische Symbole

SymbolBedeutungBibelstellen
WaageGerechtsprechung, AbwägenDan. 5, 26. 27; Offb. 6, 5; Hiob 31, 6;
Amos 8, 5
Wasser (Euphrat)gegen Gott, durch «Babylon» verunreinigtes Wasser2. Kön. 23, 29; 2. Kön. 24, 7; Offb. 9, 14
Offb. 16, 12; Offb. 17, 1. 5
Wasser (Flüsse, Ströme)Verbindungen, Wege, KommunikationsmittelJes. 18, 2; 2. Kor. 11, 26; Ps. 124, 4
Offb. 9, 14
Wasser (lebendig, auch Jordan)Jesus, Quelle des Lebens, EvangeliumAmos 8, 11; Jes. 58, 11; Jer. 2, 13;
Offb. 22, 17; Ps. 36, 9; Ps. 46, 5
Wasser (Meer, Gewässer)Völker, Nationen, Heidentum, Menschen (werksgerecht)Jes. 17, 12; Jes. 57, 20; Jes. 60, 5; Jer. 6, 22. 23;
Hab. 1, 14; Offb. 20, 8. 13; Offb. 17, 1. 15
Wasser (Quelle)Ursprung des Evangeliums, JesusPs. 36, 10; Offb. 7, 12
Wein (echt)Jesu VersöhnungsblutMatt. 26, 27–29; Mark. 14, 23–25
Wein (falsch)Falsche Lehren, Lohn der Hure, verwirrendJes. 29, 9; Jer. 51, 7; Offb. 18, 3
WermutBitterkeitKlagel. 3, 15; Spr. 5, 4; Offb. 8, 11
WindGeistesströmungJer. 51, 1; Jer. 49, 36–38; Eph. 4, 14;
Jak. 1, 6; Jak. 3, 4; Ps. 104, 4
Wüsteleblos, ohne WasserzugangOffb. 17, 3; Offb. 12, 14; Jes. 43, 19; Jer. 4, 26;
Jer. 6, 8; Hes. 35, 4; Joh. 1, 23
Zeit1 Zeit = 360 JahreDan. 12, 7
Zeuge, treuerJesusOffb. 3, 14
Zeugen, zweiAltes und Neues Testament,
Elia (Entscheidungsbotschaft) und
Moses (Befreiungsbotschaft)
Offb. 11, 3
Zeugnis JesuGeist der Weissagung, Erkenntnis, Evangelium, ProphetieOffb. 19, 10; Offb. 1, 2; Offb. 12, 17
Zweiter Todewiger Tod (Feuersee), Gegenteil von ewigem LebenOffb. 20, 14

Anhänge

Chiastische Muster und Aufbau des Buches Daniel

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 115

Anhänge

Chiastische Muster im Danielbuch

Abbildung im Buch: Grafik: Senkrechte Achse mit fünf Stationen (Kap. 1, 2, 7, 12, 1–3, 12, 4–13); zwischen Kap. 2 und 7 sowie zwischen Kap. 7 und 12 je ein X, dessen vier Enden die Kapitel 3/4/5/6 bzw. 8/9/10/11 bezeichnen.
LinksKapitelRechts
Wegführung nach BabelKap. 1Gott ist mit Daniel und Volk
Gott ist immer HerrKap. 2allen Geschehens
3: Die drei Männer im Feuerofen
Prüfung in der Treue zum Gott Israels (Menschen richten)
4: Nebukadnezars Traum vom abgeholzten Baum, 7-jähriger Wahnsinn (Gott richtet zuletzt)
Volk – Gottes5: Belsazars Gastmahl
Schrift an der Wand
Babylon aufgeteilt unter Meder und Perser (Gott richtet zuletzt)
6: Daniel in der Löwengrube
Prüfung von Daniels Treue gegenüber seinem Gott (Menschen richten)
Reiche der Welt bis zum EndeKap. 7Das Reich Gottes leidet und siegt
8: Kampf zwischen Persien und Griechenland (Ost/West) Widder/Ziegenbock
9: Daniels Bussgebet
Engelsbotschaft
Zeit des Endes für Israel (70 Jahrwochen und 2300 Abende/Morgen)
Heiligtum – Herrliches Land10: Daniels Trauerfasten
Engelsbotschaft
Die Macht der Engelfürsten von Persien
11: Kampf zwischen symb. Persien und Griechenland nach dem Geist (Nord/Süd und kl. Horn) bis zum Ende
Reiche der Welt fallen alle am EndeKap. 12, 1–3Michael bricht auf und rettet sein Volk
Epilog – ZusammenfassungKap. 12, 4–13Anweisungen – Verheissungen

Die Prophezeiungen im Buch Daniel sind nicht an Bedingungen geknüpft wie bei anderen Prophezeiungen. Hier finden wir die feste Zuversicht, dass Gott seinen Heilsplan mit absoluter Sicherheit zu Gunsten seiner Kinder durch alle Wirrnisse dieser Welt souverän zu Ende führt. Das Gleiche gilt für die Apokalypse. Diese unausweichliche Planmässigkeit ist nicht nur inhaltlich dargelegt, durch die strenge, geometrisch klare literarische Struktur wird die inhaltliche Aussage durch die Form bekräftigt.

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 116

Aufbau Buch Daniel

Kommentar zur Grafik auf der nächsten Seite

Die Grafik zeigt uns die klaren Strukturen, die Siebenteiligkeit des Danielbuches auf. Das erste Kapitel bildet dabei den Vorspann (Prolog). Es wird kurz berichtet, wie im Zuge der Eroberung Judäas im Jahr 605 v. Chr. durch Babylons König Nebukadnezar, ein Teil der Bewohner nach Mesopotamien entführt wird. Unter ihnen sind auch Daniel und die drei Freunde Hananja, Mischael und Asarja, die dazu erwählt werden, nach besonderer Ausbildung am königlichen Hof zu dienen. Bei der Umschulung der jugendlichen Männer tritt auch das Hauptthema des Buches, der Kampf zwischen «Himmelreich» und «Erdreichen» in den ersten Erfahrungen bezüglich Grundsatztreue im Exil hervor. Es handelt sich schon hier in der Einleitung um harte historische Fakten und nicht um eine «schöngeistige, märchenhafte Erfindung».

Spiegelbildlich zum Prolog (Kap. 1) finden wir im letzten Teil des Buches (Kap. 12, 4–13) den Epilog, das Nachwort, wo in visionärem Zustand Daniel von Michael (Jesus) persönlich eine Zusammenfassung der zuvor gegebenen Prophezeiungen und Anweisungen zur Bewahrung und Behandlung des Buches erhält. Auch hier dreht es sich um historische Fakten, um ein Geschehen in der Zeit auf das Ende hin (Dan. 12, 7.9.11). Wie die Geschichte des Irdischen ein Ende nimmt, so nimmt das Leben Daniels mit Vers 13 sein Ende. Die allerletzten Worte weisen ganz eschatologisch auf die allerletzten Tage und damit auf die Auferstehung hin. Damit ist der Rahmen des Buches abgesteckt.

Die waagrechten Querbalken der Grafik beinhalten die grossen Reihenvisionen vom grossen Kampf von den Reichen dieser Welt gegen das Reich Gottes und dessen Endsieg. In Dan. 2 haben wir das Traumgesicht Nebukadnezars, das Standbild. Der allwissende Gott Israels will damit dem König überblicksmässig zeigen, dass sein Reich und die nach ihm kommenden, ihre bestimmte Lebenszeit haben werden, dann aber alle ein Ende nehmen und nur das göttliche Reich ewig Bestand haben wird.

In den Kapiteln 3–6 werden zwei verschiedene Beispiele über das Wirken der weltlichen Reiche Babylon und Medo-Persien und im Gegensatz dazu zwei Beispiele zum Wirken Gottes gezeigt.
Sie sind literarisch übers Kreuz, d.h. chiastisch, angeordnet. Bei beiden Paaren (Kap. 3 und 6) wird ein überheblicher, menschlich-absolutistischer Autoritätsanspruch der Allmacht Gottes (Kap. 4 und 5) gegenübergestellt. Ohnmacht einerseits wie Allmacht andererseits werden dabei offenbar. Der Gott Israels ist und bleibt Herr allen Geschehens. Er kann erretten, erlösen, befreien aus aller Not. Die Beispiele bestätigen, was in der Vision Nebukadnezars (Kap. 2) dargestellt worden war: Jahwe hat das letzte Wort.

Die Vision in Kap. 7 wird Daniel persönlich gegeben. Auch wenn ihre Deutung zeitlich parallel zur Vision Nebukadnezars verläuft und es wieder um vier sich ablösende Weltreiche geht, sind die Bilder durchwegs andere. Das Auge wird nicht auf ein unbewegliches metallenes Standbild, bei dem erst am Ende ein rollender Stein alles zermalmt, gelenkt. Hier ist alles in Bewegung. Das durch vier Winde aufgewühlte Meer, die daraus aufsteigenden vier verschiedenen Tiere, die Metamorphose der Hörner, Wachstum und Wirken des kleinen Horns usw. sind die Blickpunkte. Es dreht sich wieder um die vier Weltreiche, nun aber mit mehr Bezug zum unter ihnen leidenden «Himmelreich» und dessen Volk in den Zeitaltern bis zum tröstlichen Ende, wenn das «Reich» den Heiligen des Höchsten gegeben wird.

Die Kapitel 8 bis 11 haben wieder eine chiastische Anordnung. Sie bilden zusammen die dritte und längste Vision. Diese besteht aus mehreren Teilgesichten, die dem greisen Propheten kurz vor dem Fall Babylons (Dan. 8 unter Belsazar), zur Zeit des Meders Darius (Dan. 9) und des Persers Kyros (Dan. 10–12) gegeben werden. Im Zentrum stehen das israelitische Heiligtum (Opfertiere Widder und Ziegenbock), das herrliche Land mit Jerusalem und die Sorgen und Trauer Daniels wegen deren Verwüstung durch die Feinde Michaels. Betonte die erste Vision (Dan. 2) vor allem das Politische, die zweite Vision (Dan. 7) das Politreligiöse, so geht es hier vor allem um den Kampf weltbewegender Ideologien und geistlicher Strömungen bis zum Ende (z.B. Hellenismus contra Evangelium).

Der letzte Blick ist der kürzeste. Er besteht zwar nur aus drei Versen von Dan. 12, beinhaltet dafür den Höhepunkt, das Ziel des ganzen Buches: der Aufbruch Michaels (des Gottgleichen), die Wiederkunft Jesu, die Auferstehung der Toten, das Gericht über alles Gottesfeindliche.

Epilog Dan. 12, 4–13 – Zusammenfassung – letzte Anweisungen und tröstliche Verheissung an Daniel.

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 117

Fasst man das 1. Kapitel als Einleitung zum eigentlichen apokalyptisch-prophetischen Teil des ganzen Buches auf, so lassen die Kapitel 2 bis 12 einen auf zwei verschiedene Arten darstellbaren symmetrischen Aufbau erkennen.

Konzentrische Parallelen

Abbildung im Buch: Grafik: Ineinander verschachtelte Klammern verbinden die Kapitel 2 mit 12 (1–3), 3 mit 6, 4 mit 5, 8 mit 11 und 9 mit 10; Kapitel 7 steht in der Mitte. Links «Prolog» (Kapitel 1), rechts «Epilog» (12, 4–13).

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 (1–3) 12 (4–13)
Prolog
Epilog

Thematik in Dan. 7–12

Dan. 7Dan. 8Dan. 9Dan. 10Dan. 11Dan. 12
Gericht 7, 9–12. 26
Aktivitäten d. kleinen Horns 7, 25
Eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit 7, 25
Ankunft des Menschensohnes 7, 13
Kampf zwischen Persien (Ost) und Griech. (West) 8, 1–8
kl. Horn v. einem Wind 8, 9
Mächte der Anmassung 8, 10–13; 23–25
Zeit des Endes 8, 14–26
Er wird zerbrochen ohne Zutun von Menschenhand 8, 25b
Daniel versteht eine offenbarte Botschaft 9, 1
Gebet der Busse und des Fastens 9, 2–17
Vision als Antwort auf das Gebet, das von Anfang an gehört worden war 9, 20–22–27
Daniel versteht eine offenbarte Botschaft 10, 1
Gebet der Busse und des Fastens 10, 2.3
Vision als Antwort auf das Gebet, das von Anfang an gehört worden war 10, 4–12–21
Kampf zwischen Persien (Ost) und Griech. (West) 11, 1–4a
Ein Fremder erscheint 11, 4c
Mächte der Anmassung 11, 35–39
Zeit des Endes 11, 40–45a
Es wird mit ihm ein Ende nehmen und niemand wird ihm helfen 11, 45b
Ankunft Michaels 12, 1a
Eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit 12, 7
Aktivitäten des kleinen Horns 12, 7
Gericht 12, 1b–3

Verbindungen in der Grafik:
Vision – Botschaft (Dan. 9 und Dan. 10)
Kampf – Advent (Dan. 8 und Dan. 11)
Gericht – Parousie (Dan. 7 und Dan. 12)

Die Astronomie bestätigt die 1260 und die 2300 Jahre

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 118

Die Astronomie bestätigt die 1260 und die 2300 Jahre

Zuflucht zur Astronomie zu nehmen, mag zuerst befremdlich erscheinen. Es ist aber natürlich, wenn man bedenkt, dass Daniel in aller Weisheit der Chaldäer unterrichtet wurde und als einer der Weisen Babylons galt (Dan. 2, 14. 18. 48). Die Prophezeiungen von den 1260 und 2300 Jahren sind auf der Grundlage von Zeitbegriffen gegeben, die direkt von der Astronomie abhängen. Zuflucht zur Astronomie nehmen heisst daher, das Problem in einen geschichtlichen und wissenschaftlichen Rahmen zu stellen.

Die Weisheit der Chaldäer war hauptsächlich auf die Astronomie aufgebaut. Wie heute wurden astronomische Kenntnisse auch damals von den Astrologen genutzt. Aber die Astronomie selbst hatte einen hohen Entwicklungsstand erreicht, dem mehrere moderne Wissenschaften noch immer verpflichtet sind.

Die himmlischen und die irdischen Masse, das Messen der Winkel in Graden, ohne das Mass der Zeit auf der Grundlage der Sexagesimaleinteilung (Einteilung der Zeit in 60 Teile) zu vergessen, sind ein direktes Erbe chaldäischer Wissenschaft.

Es überrascht die Tatsache, dass die beiden prophetischen Zeitabschnitte in Daniel und Offenbarung mit den verschiedenen möglichen Zeitbegriffen (Abend und Morgen, Tag, Monat und Jahr) angegeben sind. Wir haben hier alle astronomischen Angaben, die uns zur Verfügung stehen: der Tag in Verbindung mit der Erde, die Monate in Verbindung mit dem Mond und das Jahr in Verbindung mit der Sonne. Die Monate des biblischen Kalenders sind vom Mond abhängig. Die 360 Tage des prophetischen Jahres selbst sind ein Erbe des babylonischen Rechnungssystems.

Die 1260 Jahre – ein Mondzyklus

Wie Isaak Newton interessierte sich auch der Schweizer Astronom, Jean Philippe Loys de Cheseaux, vor über zwei Jahrhunderten leidenschaftlich für die Prophezeiungen im Buch Daniel. Als Korrespondent der königlichen Akademie der Wissenschaften in Paris und als ausländischer Mitarbeiter der Akademie in Göttingen hatte sich de Cheseaux durch seine astronomischen und mathematischen Arbeiten einen Namen gemacht.
Bei seinen chronologischen Berechnungen suchte er das genaue Datum der Kreuzigung Jesu zu finden. Dabei stiess er auf die Prophezeiungen Daniels.
Er war über die astronomischen Angaben bei Daniel sehr erstaunt. Besonders weckten die dreieinhalb Zeiten (Dan. 7, 25) und die 2300 Abende und Morgen (Dan. 8, 14) sein Interesse. Schon bald stellte er zwischen den dreieinhalb Zeiten und den 1260 Tagen eine Verbindung her und sah einen Zusammenhang zwischen den 1260 Tagen und seinen astronomischen Berechnungen.

De Cheseaux hatte nämlich einen Zyklus von 315 Jahren entdeckt, an dessen Ende die Sonne und der Mond bis auf sieben oder acht Bogenminuten nahe am gleichen Punkt am Himmel wieder erscheinen, vom dem sie ausgegangen sind.

«Nachdem ich diesen Zyklus von 315 Jahren auf diese Weise gefunden hatte», erzählt er, «bemerkte ich, dass er der vierte Teil war von der Zeitperiode der 1260 Jahre oder der dreieinhalb Zeiten in Daniel 7, 25 und 12, 7, verglichen mit Offenbarung 12, 6 und

Abbildung im Buch: Grafik «Danielzyklus»: drei Kreise (Sonnenjahre, Mond-Zeiten, Sonnentage) mit Zyklus I, II, III, alle drei zeigen auf die Mitte (Sonnenjahre, Mond-Monat, Sonnentag) – Zyklus IV.

«Danielzyklus»
Sonnenjahre
Alle drei
Zyklus I
Zyklus II
Sonnenjahre Mond-Monat Sonnentag
Mond-Zeiten
Sonnentage
Zyklus IV
Zyklus III

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 119

14. Folglich war diese prophetische Zeitperiode selbst auch ein Mondzyklus, nämlich in der Weise, dass am Ende von 1260 julianischen Jahren Sonne und Mond auf ein halbes Grad genau an der gleichen Stelle der Ekliptik wieder erscheinen …»

(De Cheseaux: Remarques historiques, chronologiques et astronomiques sur quelques endroits du livre de Daniel, Lausanne 1754)

Keine astronomische Forschung hatte bis dahin eine derartige Genauigkeit erreicht. Für de Cheseaux trugen diese 1260 Jahre des Mondzyklus buchstäblich das Siegel des Schöpfers. Es handelte sich nicht nur um eine runde Zahl, sondern gleichzeitig um eine bemerkenswerte Zahl hinsichtlich der grossen Anzahl aliquoter Teile (aliquot = ohne Rest teilend). «Denn», bemerkte er, «1260 ist teilbar durch … 35 Divisoren, was, wie ich glaube, die grösste Zahl an Divisoren darstellt, die eine Zahl dieser Art haben kann.» … Ferner umfasst sie «eine Anzahl von Tagen, deren gesamte Dauer ziemlich genau in der Hälfte zwischen derjenigen der Mondjahre und der Sonnenjahre liegt, welche die gleiche Zahl einschliesst.»

Die 1260 prophetischen Tage bei Daniel und in der Offenbarung entsprechen also einem Mondzyklus von 1260 Jahren. Ohne Zweifel kannten die Chaldäer diesen Zyklus, sodass Daniel keine Schwierigkeiten hatte, dessen tiefere Bedeutung zu erfassen. Der Mond, dieses tote Gestirn ohne Licht, Königin der Nacht, wurde schon immer als Symbol der Werke der Finsternis betrachtet. So versinnbildlichen auch die dreieinhalb Zeiten das unvollendete Werk Satans, im Gegensatz zur Zahl 7, welche das vollendete und vollkommene Werk Gottes versinnbildlicht.

Die 2300 Jahre – ein Sonnenzyklus

Überzeugt, dass die 1260 Jahre durch den Heiligen Geist in Verbindung mit «der Dauer der bemerkenswertesten Himmelsbewegungen bestimmt worden waren», schlussfolgerte de Cheseaux, «dass mit den 2300 Jahren das Gleiche der Fall sein könnte.» Er überprüfte seine astronomischen Tabellen und entdeckte tatsächlich, «dass Sonne und Mond am Ende von 2300 gregorianischen Jahren oder nach 840057 Tagen weniger 6 Stunden und 14 Minuten mit einem halben Grad genau an der Stelle wieder erscheinen, von der sie ausgegangen sind, und dass die Sonne am Ende von 840057 Tagen und 7 Stunden und 23 Minuten genau an die gleiche Stelle der Ekliptik wieder zurückkehrt.»

Zu seiner Freude entdeckte er auch, dass der prophetische Zeitabschnitt der 2300 Abende und Morgen ebenfalls eine ekliptische Zeit von 2300 Jahren war. De Cheseaux erklärt, was er unter einem Zyklus versteht. «Es ist ein Zeitraum, der verschiedene himmlische Umlaufzeiten harmonisiert, wobei jede von ihnen eine gewisse Zahl von Zeiteinheiten ohne Rest oder Bruchteil enthält.»

So gibt es vier Arten von Zyklen. Die erste harmonisiert die Sonnenjahre mit den Tagen. Die zweite harmonisiert die Mond-Monate mit den Sonnenjahren. Die dritte die Sonnentage und die Mond-Monate. Die vierte Art Zyklus schliesslich sollte gleichzeitig das Sonnenjahr, den Mond-Monat und den Tag harmonisieren. Die Suche nach diesem vierten Zyklus schien so schwierig, dass die Astronomen die Sache als unmöglich erachteten.
Dank des Mondzyklus von 1260 Jahren und des Sonnenzyklus von 2300 Jahren entdeckte de Cheseaux jedoch noch diesen berühmten Zyklus der vierten Art, der die drei anderen Arten von Zyklen vereinigen sollte. Das Geheimnis fand sich im Unterschied zwischen den zwei prophetischen Zeitperioden. Dieser Unterschied betrug 1040 Jahre und erwies sich als die Zahl des vollkommenen Zyklus.

Verwundert über dieses Resultat, schrieb de Cheseaux: «Dieser Zeitabschnitt von 1040 Jahren oder die Zeit des Sonnenkreislaufs, gewissermassen durch den Heiligen Geist angegeben, ist gleichzeitig ein ganz genauer Sonnen-Mond-und-Tag-Zyklus … Es sei mir einstweilen gestattet, diesem neuen Zyklus den Namen Daniel-Zyklus zu geben.»

Für de Cheseaux hatten diese Entdeckungen grossen wissenschaftlichen Wert. Sie wurden von den berühmten Astronomen Mairan und C. F. Cassini von der königlichen Akademie in Paris geprüft und als richtig anerkannt. Gleichzeitig bedeuteten sie für de Cheseaux den besten Beweis für die Inspiration des Buches Daniel. Wie könnte man versäumen, «bei so vielen Beweisen … nicht den Schöpfer des Himmels und der Dinge, die darin sind, der Erde und dessen, was sie birgt, und des Meeres und dessen, was es enthält, zu erkennen?»

Bestimmte Entdeckungen

Wir können annehmen, dass Daniel die prophetische Bedeutung kann-

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 120

te, wenn nicht diejenige der Vision selbst, so doch diejenige des Sonnenzyklus der 2300 Jahre. Es wäre seltsam gewesen, wenn Gott solch aussergewöhnliche Zahlen wie die dreieinhalb Zeiten oder die 1260 Jahre und die 2300 Abende und Morgen benutzt hätte, ohne dass diese Zahlen bekannten Tatsachen entsprochen hätten. In den apokalyptischen Prophezeiungen sind die Zahlen symbolisch und haben ihre Bedeutung.

Wenn der Mondzyklus der 1260 Jahre jene finstere Zeitperiode in der Geschichte der Gemeinde ankündigte, die aus Anmassung gegen Gott und gegen sein Gesetz, aus Verfolgung und Unterdrückung des Volkes Gottes (Dan. 7, 25) bestand, was konnte dann wohl der Sonnenzyklus der 2300 Jahre bedeuten? Es sollte das Gericht kommen (Vers 26) und Licht auf die Wahrheit des Heiligtums fallen, wie Daniel in seinem Gebet die Bitte ausspricht: «Höre das Gebet deines Knechtes und sein Flehen. Lass leuchten dein Angesicht über dein zerstörtes Heiligtum um deinetwillen, Herr!» (Dan. 9, 17)

Wohl ist es wahr, dass der Prophet an das irdische Heiligtum dachte, während der Engel vom himmlischen Heiligtum sprach. Daniel rechnete mit den 70 Jahren der Prophezeiung des Jeremia, während der Engel Gabriel ihm erklärte: «Bis 2300 Abende und Morgen vergangen sind, dann wird das Heiligtum wieder geweiht werden.» (Dan. 8, 4)

Bei dieser Aussicht wurde Daniel buchstäblich krank (Dan. 8, 27). Die Tatsache, dass der Engel Gabriel ihn bittet, das Gesicht von den Abenden und Morgen geheim zu halten, lässt annehmen, dass er aufgrund der Erwähnung der einen Zahl wenigstens begriffen hatte, dass es noch eine lange Zeit bis dahin sein würde (Dan. 8, 26). Später wird ihm zugesichert: «Verbirg diese Worte und versiegle das Buch bis auf die letzte Zeit. Viele werden es dann durchforschen und grosse Erkenntnis finden.» (Dan. 12, 4)
Die Entdeckungen von de Cheseaux fallen genau in die Zeit, für die sie prophezeit worden waren. In seinem Buch «The Prophetic Faith of Our Fathers» schreibt Le Roy E. Froom von dem schottischen Theologen William Cuninghame (1776–1849), den er als den «Meister der Zahl 2300» bezeichnet: «Schon im Jahr 1811 hat sich Cuninghame auf die Entdeckungen von de Cheseaux bezogen und darüber in einer regulären Nummer des ‹Christian Observer› geschrieben. Im Jahre 1833 schrieb er dann im ‹Investigator› und beschrieb die Originalentdeckung des Astronomen, indem er zugab, dass er selber während 22 Jahren diese gleichen Forschungen vergeblich betrieben habe. Dieser vervollständigte Bericht wurde dann unter dem Titel ‹On de Jubilean Chronology› veröffentlicht. Professor Birks aus Cambridge interessierte sich sehr dafür und behandelte das Thema im Jahr 1843.»

Unseren Pionieren scheinen die Entdeckungen von de Cheseaux nicht bekannt gewesen zu sein. Benötigte man diese nur in einer Zeit, in der allgemein angenommen wurde, dass ein prophetischer Tag gleichbedeutend mit einem buchstäblichen Jahr (Jahr-Tag-Prinzip) ist? Heute erst, da dieses biblische Prinzip der Interpretation infrage gestellt wird, erhalten die astronomischen Beweise von de Cheseaux ihre volle Bedeutung.
Als Theologe verstand Cuninghame die grosse Bedeutung, welche den Entdeckungen von de Cheseaux zukommt. Für ihn bedeuten sie den entscheidenden Beweis, dass die prophetischen Zahlen bei Daniel und in der Offenbarung nicht buchstäbliche Tage, sondern prophetische Tage sind und daher buchstäbliche Jahre bedeuten.
Diese zusätzlichen Beweise sollten unsere Überzeugungen festigen, dass die Lehren vom himmlischen Heiligtum und diejenigen über das Gericht auf soliden Grundlagen ruhen

Aus:
Adventecho. 15. 7. 1981, Jean Zürcher

Die Symbolik des israelitischen Kultjahres

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 121

Die Symbolik des israelitischen Kultjahres

3. Mose 23, 1–30

Abbildung im Buch: Grafik: Ein gelber, siebenarmiger Leuchter; an jedem Arm ein Kasten mit einem Fest, links 1–3 von oben nach unten, rechts 5–7 von unten nach oben, in der Mitte unten 4.
Nr.FestBedeutungDatumStelle
1Passa= Tod Jesu14. Nisan (März/April)3. Mose 23, 5
2Ungesäuerte Brote= Reinigung von Sünde15. Nisan (März/April)3. Mose 23, 6
3Fest der Erstlinge= Auferstehung Jesu16. Nisan (März/April)3. Mose 23, 5
4Pfingstfest= Ausgiessung d. Hl. Geistes6. Sivan (Mai/Juni)3. Mose 23, 19–21
5Trompetenfest= Ver-, Ankündigung1. Tischri (Sept./Okt.)3. Mose 23, 24. 25
6Jom Kippur= Gerechtigk. Jesu /Versöhnungstag10. Tischri (Sept./Okt.)3. Mose 23, 26–32
7Laubhüttenfest= Neue Erde15.–21. Tischri (Sept./Okt.)3. Mose 23, 33–36

Die Reihenfolge der Feste innerhalb des Kultjahres weist auf einen Zeitablauf hin bezüglich:
a) eines einzelnen Menschen von der Absage an das Alte bis zu seiner Neuschöpfung
b) der Christenheit im Allgemeinen

1. Tod Jesu7. Neue Erde
2. Reinigung von Sünde6. Versöhnung
3. Auferstehung5. Verkündigung des Evangeliums
4. Ausgiessung des Hl. Geistes

Der göttliche Erlösungsplan ist ein Zeitablauf, durch die Zahl 7 (Vollendung) symbolisiert. Er wird innerhalb eines Jahres innerhalb des einen Tempels unter dem einen Hohepriester (Christus, Hebr. 7, 26) abgewickelt.
(Der Hohepriester war jeweils nur für ein Jahr gewählt.)

Impressionen aus der «ewigen» Stadt

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 122

Impressionen aus der «ewigen» Stadt

Abbildung im Buch: Foto: Eine lange, steile Treppe in einem Gebäude, auf der Menschen auf Knien hinaufsteigen.

Oben: «Heilige Treppe» in Rom, die auf Knien bezwungen wird, um einen Ablass der Sünden zu erhalten.

Abbildung im Buch: Foto: Ein Gang mit bemalter Decke und Wandbildern.

Unten Seitengang bei der «Heiligen Treppe»

Abbildung im Buch: Foto: Marmorskulptur einer Frau mit Kelch, zu ihren Füssen gestürzte Figuren.

Oben: Jesuitenkirche. Die Kirche, dargestellt als Frau mit Kelch, Könige als ihre Untertanen und die besiegte Reformation zu Füssen

Abbildung im Buch: Foto: Steinerne Inschrift in einem Kranz unter dem päpstlichen Wappen: «SACROS·LATERAN·ECCLES OMNIVM VRBIS ET ORBIS ECCLESIARVM MATER ET CAPVT».

Rechts: Inschrift an der Laterankirche:
(Mutter und Haupt aller Kirchen, der Stadt und des Erdkreises)

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 123
Abbildung im Buch: Fotos: das Kolosseum von aussen und innen.

Links: Im Kolosseum, erbaut durch Kaiser Nero zwischen 72 und 80 n. Chr. Hier wurden zur «Unterhaltung» der Bewohner Roms meist grausame Veranstaltungen ausgetragen und viele Christen umgebracht.

Abbildung im Buch: Foto: die Engelsburg in Rom mit einer Engelstatue auf der Brücke.

Oben: Engelsburg (Fluchtmöglichkeit der Päpste)

Abbildung im Buch: Foto: ein goldener Drache auf rotem Wappenschild in barocker Umrahmung.

Links: Drachendarstellung im Petersdom

Fotos: Monika Stirnimann

BibeltextSchlachter 1951
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