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Weitere Fragen zum Glauben

Weiss Gott alles? Und weiss Satan auch alles?

Kurze Antwort

Ja, Gott weiss alles: jeden Gedanken, jedes Wort und auch die Zukunft. Er weiss auch, wer sich zu ihm bekehren wird und wer nicht. Doch Wissen ist nicht Bestimmen. Gott sieht unsere Wahl voraus, aber er trifft sie nicht für uns. Satan dagegen ist ein Geschöpf. Er ist klug und erfahren, aber er weiss nicht alles, und in das Herz eines Menschen sieht nur Gott.

Gott kennt dich ganz

David betet: „HERR, du hast mich erforscht und kennst mich!“ „Ich sitze oder stehe, so weißt du es; du merkst meine Gedanken von ferne.“ „ja es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht völlig wüßtest!“

Nichts ist vor Gott verborgen: „es ist aber alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, welchem wir Rechenschaft zu geben haben.“ Und er kennt nicht nur die Gegenwart: „Ich verkündige von Anfang an den Ausgang und von alters her, was noch nicht geschehen ist.“

Das kann erschrecken. Doch Johannes macht daraus einen Trost. Er schreibt, „daß, wenn unser Herz uns verdammt, Gott größer ist als unser Herz und alles weiß.“ Gott kennt auch unsere Kämpfe, unsere Tränen und alles, was wir gut machen wollten und nicht konnten.

Ellen G. White

He who reads the hearts of men knows their weaknesses better than they themselves can know them.
The Acts of the Apostles, S. 524

Zusammenfassung: Er, der in den Herzen der Menschen liest, kennt ihre Schwächen besser, als sie selbst sie kennen können.

Weiss Gott, wer sich bekehren wird?

Ja. Über Jesus heisst es: „Denn Jesus wußte von Anfang, wer die seien, die nicht glaubten, und welcher ihn verraten würde.“ Jesus wusste, was in Judas war. Und doch wählte er ihn zum Jünger, liebte ihn, warnte ihn und wusch ihm noch am letzten Abend die Füsse (Joh 13,5). Gottes Wissen hielt seine Liebe nicht zurück.

Gleichzeitig sagt die Bibel klar, was Gott sich wünscht: Er „will, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ Und: „ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daran, daß der Gottlose sich abwende von seinem Wege und lebe!“ Niemand ist von vornherein zum Verlorengehen bestimmt.

Ellen G. White

The Saviour read the heart of Judas; He knew the depths of iniquity to which, unless delivered by the grace of God, Judas would sink.
The Desire of Ages, S. 294

Zusammenfassung: Der Heiland las im Herzen des Judas; er kannte die Tiefen der Bosheit, in die Judas sinken würde, wenn ihn nicht die Gnade Gottes befreite.

Wissen ist nicht Bestimmen

Falls du dich fragst: Wenn Gott schon weiss, wie ich mich entscheide, bin ich dann noch frei? Ein Vergleich kann helfen. Jemand steht auf einem hohen Turm und sieht zwei Autos auf dieselbe Kreuzung zufahren. Er weiss, dass sie sich gleich begegnen werden. Aber er lenkt keines von beiden. Er sieht nur weiter als die Fahrer.

Gott steht nicht auf einem Turm, er steht über der Zeit. Er sieht unsere Wahl, so wie wir sie treffen werden. Aber wir treffen sie. Er wusste auch, dass der Mensch sündigen würde, und hatte die Rettung schon bereit, bevor es geschah. Gewollt hat er die Sünde nicht.

Ellen G. White

The plan for our redemption was not an afterthought, a plan formulated after the fall of Adam.
The Desire of Ages, S. 22

Zusammenfassung: Der Plan zu unserer Erlösung war kein nachträglicher Gedanke, kein Plan, der erst nach Adams Fall entworfen wurde.

Ellen G. White

God did not ordain that sin should exist, but He foresaw its existence, and made provision to meet the terrible emergency.
The Desire of Ages, S. 22

Zusammenfassung: Gott hat nicht bestimmt, dass es Sünde geben sollte, aber er sah sie voraus und traf Vorsorge, um der schrecklichen Not zu begegnen.

Zu gross für unseren Verstand

Jeder Vergleich, auch der mit dem Turm, bleibt am Ende viel zu klein. Wir können uns gar nicht vorstellen, wie es ist, alles zu wissen, über der Zeit zu stehen und jedes Herz auf einmal zu sehen. Wir sind wirklich klein. Wir kennen nicht einmal unser eigenes Herz ganz, geschweige denn die Zukunft.

Schon David staunte darüber: „Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar, zu hoch, als daß ich sie fassen könnte!“ Gott selbst sagt: „sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ Und Paulus ruft aus: „O welch eine Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte und unausforschlich seine Wege!“

Wir können uns dem nur Schritt für Schritt annähern, was wir Verständnis nennen. Ganz begreifen werden wir es hier nicht. „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht“. Das ist keine Schwäche des Glaubens. Ein Gott, den wir ganz verstehen könnten, wäre nicht grösser als wir.

Ellen G. White

No finite mind can fully comprehend the character or the works of the Infinite One.
Education, S. 169

Zusammenfassung: Kein begrenzter Verstand kann das Wesen oder die Werke des Unendlichen ganz erfassen.

Und Satan? Weiss er auch alles?

Nein. Satan ist nicht Gott. Er ist ein Geschöpf, ein Engel, der sich gegen Gott erhob: „Du warst vollkommen in deinen Wegen von dem Tage deiner Erschaffung an, bis Missetat in dir gefunden wurde.“ Wer erschaffen ist, hat Grenzen. Allwissend ist nur der Schöpfer.

In das Herz eines Menschen sieht nur Gott. Salomo betet: „denn du allein kennst das Herz aller Menschenkinder“. Wie sehr sich Satan irren kann, zeigt die Geschichte Hiobs. Er war sicher, Hiob würde Gott fluchen, wenn er alles verlöre: „laß sehen, ob er dir dann nicht ins Angesicht den Abschied geben wird!“ Er lag falsch. Und in der Wüste fragte er Jesus: „Bist du Gottes Sohn“. Er versuchte herauszufinden, was er nicht sicher wusste.

Unterschätzen sollte man ihn trotzdem nicht. Satan beobachtet die Menschen seit Jahrtausenden. Er sieht, was wir tun, hört, was wir sagen, und kennt die Schwächen der menschlichen Natur genau. Ob er Gedanken lesen kann, sagt die Bibel nicht ausdrücklich. Sicher ist: Er kann nur so weit gehen, wie Gott es zulässt (Hiob 1,12).

Ellen G. White

Satan was not to follow them with continual temptations; he could have access to them only at the forbidden tree.
Patriarchs and Prophets, S. 53

Zusammenfassung: Satan durfte sie nicht ständig mit Versuchungen verfolgen; er hatte nur beim verbotenen Baum Zugang zu ihnen.

Fragen zum Nachdenken

Ein Gott, der alles weiss und uns trotzdem liebt: Ist das eine Bedrohung oder der grösste Trost? Er kennt das Schlimmste von uns und hat sich dennoch für uns hingegeben (Röm 5,8).

Und wenn Satan nicht alles weiss und nur so weit gehen darf, wie Gott es erlaubt: Wem sollten wir dann mehr vertrauen, unserer Angst oder dem, der alles in der Hand hält?

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