BibelverstehenGebet

Bibel › Daniel

Daniel 9

Bibeltext · Daniel 9Schlachter 1951
1Im ersten Jahre des Darius, des Sohnes Ahasveros, von medischer Abstammung, welcher zum König über das Reich der Chaldäer gemacht worden war, 2im ersten Jahre seiner Regierung, merkte ich, Daniel, in den Schriften auf die Zahl der Jahre, während welcher nach dem Worte des HERRN an den Propheten Jeremia Jerusalem in Trümmern liegen sollte, nämlich siebzig Jahre. 3Und ich wandte mein Angesicht zu Gott, dem Herrn, um ihn zu suchen mit Gebet und Flehen, mit Fasten im Sack und in der Asche. 4Ich betete aber zu dem HERRN, meinem Gott, bekannte und sprach: Ach, Herr, du großer und schrecklicher Gott, der du den Bund und die Gnade denen bewahrst, die dich lieben und deine Gebote bewahren! 5Wir haben gesündigt, unrecht getan, sind gottlos und widerspenstig gewesen und von deinen Geboten und Rechten abgewichen 6und haben deinen Knechten, den Propheten, nicht gehorcht, die in deinem Namen zu unsren Königen, Fürsten und Vätern und zu allem Volk des Landes geredet haben. 7Du, Herr, bist im Recht, uns aber treibt es heute die Schamröte ins Gesicht, allen Juden und Bürgern von Jerusalem und dem ganzen Israel, seien sie nah oder fern in allen Ländern, dahin du sie verstoßen hast, weil sie sich an dir vergangen haben. 8Uns, HERR, treibt es die Schamröte ins Gesicht, unsren Königen, Fürsten und Vätern, daß wir gegen dich gesündigt haben! 9Aber bei dem Herrn, unsrem Gott, ist Barmherzigkeit und Vergebung; denn gegen ihn haben wir uns aufgelehnt 10und haben nicht gehorcht der Stimme des HERRN, unsres Gottes, daß wir in dem Gesetz gewandelt hätten, welches er uns durch seine Knechte, die Propheten, vorgelegt hat; 11sondern ganz Israel hat dein Gesetz übertreten und ist also abgewichen, daß es auf deine Stimme gar nicht hören wollte. Darum hat uns auch der Fluch und Schwur getroffen, welcher im Gesetz Moses, des Knechtes Gottes, geschrieben steht, weil wir an ihm gesündigt haben. 12Und so hat er seine Drohungen ausgeführt, die er gegen uns und unsere Herrscher, die über uns regierten, ausgesprochen hat, daß er großes Unglück über uns bringen wolle, wie es unter dem ganzen Himmel noch nirgends vorgekommen und wie es nun wirklich an Jerusalem geschehen ist. 13Wie es im Gesetz Moses geschrieben steht, ist all dies Unglück über uns gekommen; wir aber suchten das Angesicht des HERRN nicht dadurch zu besänftigen, daß wir uns von unsern Sünden abgewandt und auf deine Wahrheit geachtet hätten. 14Darum hat auch der HERR dafür gesorgt, daß das Unglück über uns kam; denn der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er getan hat, da wir seiner Stimme ungehorsam gewesen sind. 15Nun aber, Herr, unser Gott, der du dein Volk mit starker Hand aus Ägypten geführt und dir einen Namen gemacht hast, wie du ihn heute noch trägst: wir haben gesündigt und sind gottlos gewesen. 16O Herr, laß doch um all deiner Gerechtigkeit willen deinen Zorn und Grimm sich abwenden von der Stadt Jerusalem, von deinem heiligen Berge! Denn um unserer Sünden und um unserer Väter Missetat willen wird Jerusalem und dein Volk von allen seinen Nachbarn beschimpft. 17So höre nun, unser Gott, auf das Gebet deines Knechtes und auf sein Flehen und laß dein Antlitz leuchten über dein verwüstetes Heiligtum, um des Herrn willen! 18Neige deine Ohren, mein Gott, und höre; tue deine Augen auf und siehe unsere Verwüstung und die Stadt, die nach deinem heiligen Namen genannt ist! Denn nicht auf Grund unserer eigenen Gerechtigkeit machen wir unsere Bitten vor dir geltend, sondern wegen deiner großen Barmherzigkeit! 19Herr, höre! Herr, vergib! Herr, merke auf und handle und verziehe nicht, um deiner selbst willen, mein Gott! Denn nach deinem Namen ist deine Stadt und dein Volk genannt. 20Während ich noch redete und betete und meine Sünde und die Sünde meines Volkes bekannte und meine Bitte für den heiligen Berg meines Gottes vor dem HERRN, meinem Gott, geltend machte, 21ja, während ich noch mein Gebet sprach, flog eilends daher der Mann Gabriel, den ich anfangs im Gesichte gesehen hatte, und berührte mich um die Zeit des Abendopfers. 22Und er unterwies mich und redete mit mir und sprach: Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, dir den Verstand zu erleuchten! 23Als du anfingst zu beten, erging ein Wort, und ich bin gekommen, es dir anzuzeigen; denn du bist lieb und wert. So achte nun auf das Wort und merke auf das Gesicht! 24Siebzig Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt verordnet, um der Übertretung ein Ende und das Maß der Sünde voll zu machen, um die Missetat zu sühnen und die ewige Gerechtigkeit zu bringen, um Gesicht und Prophezeiung zu versiegeln und das Hochheilige zu salben. 25So wisse und verstehe: Vom Erlaß des Befehls zum Wiederaufbau Jerusalems bis auf den Gesalbten, einen Fürsten, vergehen sieben Wochen; und innert zweiundsechzig Wochen werden die Straßen und Gräben wieder gebaut, und zwar in bedrängter Zeit. 26Und nach den zweiundsechzig Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden, so daß keiner mehr sein wird; die Stadt aber samt dem Heiligtum wird das Volk eines zukünftigen Fürsten verderben, und sie geht unter in der Überschwemmung, und der Krieg, der bestimmt ist zu ihrer Zerstörung, dauert bis ans Ende. 27Und man wird vielen den Bund schwer machen eine Woche lang und mitten in der Woche Schlacht und Speisopfer aufhören lassen, und auf der Zinne werden Greuel des Verwüsters aufgestellt, bis daß sich die bestimmte Vertilgung über die Verwüstung ergossen hat.
Im Weg durch die Bibel · DanielLesen mit Erklärung: Das Gebet und die 70 Wochen

Studienheft «Daniel – neu entdeckt»

Erstaunlichste Prophezeiung – Die 70 Wochen · Seiten 89–92. Bibelstellen im Text kannst du antippen.

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 89

Daniel 9

Das 9. Kapitel des Buches beginnt mit dem ernsten, von Herzen kommenden Gebet des Dieners Gottes. Dies ist wahrscheinlich das gleiche Jahr, in dem Daniel in die Löwengrube geworfen wurde. Seine schwerste Prüfung widerfuhr ihm am Ende seines Lebens, als er über 80 Jahre alt war. Das 8. Kapitel endete mit einer Ohnmacht Daniels, der ausser Stande war, die Bedeutung von den 2300 Tagen (Dan. 8, 14) zu verstehen. Er wollte gerne wissen: «Welche Beziehung besteht zwischen der Weissagung von den 2300 Tagen und der Gefangenschaft meines Volkes und der Zerstörung der Heiligen Stadt, Jerusalem?» – Er selbst war ein ernsthafter Erforscher der Prophetie. Er betete nicht nur, sondern studierte auch sorgfältig die Prophezeiungen Jeremias.

Erstaunlichste Prophezeiung

Jeremias Prophezeiung

«Denn so spricht der Herr: Wenn für Babel 70 Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe.» (Jer. 29, 10)

Jerusalem wird durch Nebukadnezar besiegt: 606/605 v. Chr.70 JahreMedo-Persien besiegt Babylon, Erlass des Kyros: 537/536 v. Chr.

Daniels Definition der Sünde

«Wir haben gesündigt, Unrecht getan, sind gottlos gewesen und abtrünnig geworden; wir sind von deinen Geboten und Rechten abgewichen. Wir gehorchten nicht deinen Knechten, den Propheten, die in deinem Namen zu unsern Königen, Fürsten, Vätern und zu allem Volk des Landes redeten.» (Daniel 9, 5. 6)

Worin liegen die tieferen Ursachen aller Sünde? S. 1. Joh. 3, 4:

S. 90 Seite 90
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 90

Daniel 9, 1-19

Daniels Gebet für sein Volk

Zählen wir die vier Kennzeichen für ein erfolgreiches Gebetsleben auf, wie wir es bei Daniel finden:

  1. Selbsterkenntnis/Reue
  2. Zeit/Ruhe
  3. Völlige Hingabe an Gott
  4. Absolutes Vertrauen

Daniels Gebet zeigt den Gegensatz zwischen der Verdorbenheit der Menschen und der Güte Gottes.

Abbildung im Buch: Grafik: Zwei gegenläufige Pfeile, die sich kreuzen.
Der Mensch ist:Gott ist.
sündig – Dan. 9. 5. 15
rebellisch – Dan. 9, 5
ungehorsam – Dan. 9, 10. 14
wahrhaftig – Dan. 9, 5. 14
gerecht – Dan. 9, 7. 14
gnädig, vergebungsbereit – Dan. 9, 9

Daniel 9, 20-27

Die Prophezeiung von den 2300 Jahren

Die Beziehung zwischen den 2300 Tagen in Dan. 8 und den 70 Wochen in Daniel 9:

Daniel 8Daniel 9
a) Gabriel wird beauftragt, Daniel das Gesicht zu erklären (Vers 16). Daniel war erschöpft und lag einige Tage krank, ohne das Gesicht vollkommen verstanden zu haben. (Vers 27).a) Gabriel wird als Antwort auf Daniels Gebet ausgesandt, um das Gesicht zu erklären, das Daniel nicht verstanden hatte (Vers 21).
Daniel sagt eindeutig, dass Gabriel gekommen war, um das vorige Gesicht zu deuten. In Gabriels Erklärung heisst es: «So merke nun auf das Wort, damit du das Gesicht verstehst.» (Vers 23)
Was der Engel Gabriel in Dan. 8 nicht zu Ende bringen konnte, ergänzt er in Dan. 9.
b) Daniel 8 berichtet von der Entweihung des himmlischen Tempels.b) Daniel 9 berichtet von der Zerstörung des irdischen Tempels in Jerusalem.
c) Dan. 9, 24 erklärt: «Siebzig Wochen sind verhängt über dein Volk …». Das Wort «verhängt» (bestimmt) wird im Originaltext mit «abgeschnitten» wiedergegeben. Es ergibt sich die Frage, von welchem Zeitraum diese abgeschnitten werden. Die Antwort lautet offensichtlich: Von derselben Zeitperiode, die Gabriel im vorhergehenden Kapitel angegeben hatte und die zu erklären Gabriel nun gekommen war, weil Daniel sie nicht verstehen konnte – nämlich von den 2300 Tagen.
S. 91 Vorhersagen
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 91

Vorhersagen

Abbildung im Buch: Grafik: Ein grosser Bogen «2300 Jahre» von 457 v. Chr. (Erlass) bis 1844; darin ein Bogen «70 Wochen = 490 Jahre» bis 34 n. Chr.; ein kleiner Bogen von 27 bis 34 n. Chr. mit einem Kreuz bei 31 n. Chr.
457 v. Chr. – Erlass27 n. Chr.31 n. Chr.34 n. Chr.1844
2. Chr. 36, 23
Esra 1, 1-4 (1. Befehl)
Esra 6, 1-8 (2. Befehl)
Esra 7, 7-15 (3. Befehl)
457 v. Chr. endgültiger und vollständiger Befehl, Stadt und Tempel aufzubauen, s. auch Seite 73.
Luk 3, 1. 2. 22
Mark. 1, 14. 15
Taufe Jesu
Matt. 27, 50. 51
Eph. 2, 13-19
Kreuzigung Jesu
Apg. 6, 8-15
Apg. 7, 58. 59
Steinigung Stephanus
Evangelium zu den Heiden
Dan. 7, 9. 10. 26
Gericht
Gericht über Horn
Weihe des Heiligtums
Rechtfertigung Gottes

Gott hatte seinem Boten befohlen: «Gabriel, lege diesem das Gesicht aus, damit er es versteht.» (Dan. 8, 16) Dieser Auftrag musste erfüllt werden; deshalb kehrte der Engel später zu Daniel zurück und sagte: «Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, um dir zum rechten Verständnis zu verhelfen. So merke nun auf das Wort, damit du das Gesicht verstehst» (Dan. 9, 22-27). In dem im 8. Kapitel berichteten Gesicht war ein bedeutsamer Teil nicht erklärt worden: der Zeitraum der 2300 Tage. Deshalb verweilte der Engel, nachdem er die Erläuterung des Gesichtes wiederaufgenommen hatte, hauptsächlich bei dieser Zeitweissagung:

«70 Wochen sind bestimmt über dein Volk und über deine heilige Stadt, so wird dem Übertreten gewehrt und die Sünde abgetan und die Missetat gesühnt und die ewige Gerechtigkeit gebracht. … So wisse nun und merke: von der Zeit an, da der Befehl ausgeht, dass Jerusalem wieder aufgebaut werden soll, bis auf den Gesalbten, den Fürsten, sind 70 Wochen; und 62 Wochen, so werden die Gassen und Mauern wieder gebaut werden, wiewohl in kümmerlicher Zeit. Und nach den 62 Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden und nicht mehr sein. Er wird aber vielen den Bund stärken eine Woche lang. Und mitten in der Woche wird das Opfer und Speiseopfer aufhören.» (Dan. 9, 24-27)

Der Engel war mit der besonderen Absicht zu Daniel entsandt worden, ihm zu erklären, was er in dem Gesicht in Dan. 8 nicht verstanden hatte, nämlich die Zeitbestimmung: «Bis 2300 Abende und Morgen vergangen sind; dann wird das Heiligtum wieder geweiht werden.» (Dan. 8, 14)

Nachdem der Engel Daniel aufgefordert hatte: «So merke nun auf das Wort, dass du das Gesicht verstehst», sagte er weiter: «70 Wochen sind bestimmt über dein Volk und über deine heilige Stadt» (Dan. 9, 23. 24).

S. 92 Seite 92
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 92

Das hier mit «bestimmt» übersetzte Wort heisst wörtlich «abgeschnitten». Der Engel erklärte, dass 70 Wochen, also 490 Jahre, als besonders den Juden gehörig, abgeschnitten seien. Wovon? Da die 2300 Tage die einzige in Dan. 8 erwähnte Zeitspanne sind, müssen die 70 Wochen von diesem Zeitabschnitt abgeschnitten werden, also zu den 2300 Tagen gehören, und sie müssen den gleichen Ausgangspunkt haben. Der Beginn der 70 Wochen sollte nach der Erklärung des Engels mit dem Erlass zum Wiederaufbau Jerusalems zusammenfallen. Liesse sich das Datum dieses Befehls finden, so wäre auch der Ausgangspunkt der grossen Periode von 2300 Tagen klar.

Im Buch Esra 7, 12-16 steht dieser Befehl verzeichnet. Er wurde in seiner vollständigen Form von Artaxerxes, dem König von Persien, im Jahre 457 v. Chr. erlassen. In Esra 6, 14 steht, dass das Haus des Herrn zu Jerusalem gebaut worden sei «nach dem Befehl des Kyrus, Darius und Artaxerxes (Arthahsastha), der Könige von Persien.» Diese drei Könige verfassten, bestätigten und vervollständigten den Erlass, der dann die für die Weissagung notwendige Endgültigkeit hatte, um den Ausgangspunkt der 2300 Tage zu bezeichnen. Man nahm das Jahr 457 v. Chr., in dem der Erlass abschliessend gegeben wurde, als diese Zeit an. Dann ging der Befehl aus und es zeigte sich, dass jede Einzelheit der Weissagung hinsichtlich der 70 Wochen erfüllt war.

«Von der Zeit an, da ausgeht der Befehl, dass Jerusalem wieder aufgebaut werden soll, bis auf den Gesalbten, den Fürsten, sind sieben Wochen; und 62 Wochen», also 69 Wochen oder 483 Jahre. Der Erlass des Artaxerxes trat im Herbst des Jahres 457 v. Chr. in Kraft. Von diesem Zeitpunkt gerechnet erstreckten sich die 483 Jahre bis in den Herbst des Jahres 27 n. Chr. Zu jener Zeit ging die Weissagung in Erfüllung. Im Herbst des Jahres 27 wurde Jesus getauft und empfing die Salbung des Heiligen Geistes. Der Apostel Petrus legte Zeugnis davon ab, dass «Gott diesen Jesus von Nazareth gesalbt hat mit Heiligem Geist und Kraft.» (Apg. 10, 38)
Und der Erlöser selbst erklärte: «Der Geist des Herrn ist bei mir, darum dass er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen» (Lk. 4, 18). Nach seiner Taufe im Jordan kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt. (Mark. 1, 14. 15)

«Er wird aber vielen den Bund stärken eine Woche lang» (Dan. 9, 27). Die hier erwähnte Woche ist die letzte der 70; es sind die letzten 7 Jahre der den Juden besonders zugemessenen Zeitspanne. Während dieser Zeit, die sich von 27 bis 34 n. Chr. erstreckte, verkündigte Jesus ganz besonders den Juden das Evangelium, erst persönlich, dann durch seine Jünger. Als die Apostel mit der frohen Botschaft vom Reich Gottes hinausgingen, lautete die Anweisung Jesu: «Gehet nicht auf der Heiden Strasse und zieht nicht in der Samariter Städte, sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel» (Matt. 10, 5. 6).

«In der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speiseopfer abschaffen» (Dan. 9, 27). Im Jahre 31 n. Chr., dreieinhalb Jahre nach seiner Taufe, wurde der Herr gekreuzigt. Mit diesem, auf Golgatha dargebrachten Opfer hörten die Opferverordnungen auf, die vier Jahrtausende lang in die Zukunft, auf das Lamm Gottes, gewiesen hatten. Der Schatten war im Wesen aufgegangen, und alle Opfer und Gaben des Zeremonialgesetzes hatten ihre Erfüllung gefunden.

Die besonders für die Juden bestimmten 70 Wochen oder 490 Jahre liefen, wie wir gesehen haben, im Jahr 34 ab. Zu jener Zeit besiegelte das jüdische Volk durch den Beschluss des Hohen Rates die Verwerfung des Evangeliums, indem sie Stephanus steinigten und die Christen verfolgte. Dann wurde die Heilsbotschaft in die Welt hinaus getragen. Die Jünger waren gezwungen, Jerusalem zu verlassen und zogen umher und predigten das Wort. Philippus aber kam hinab in die Hauptstadt Samariens und predigte ihnen von Christus (Apg. 8, 4. 5). Petrus, von Gott geleitet, erschloss dem Hauptmann von Cäsarea, dem gottesfürchtigen Cornelius, das Evangelium, und der für den Glauben an Jesus gewonnene eifrige Paulus wurde beauftragt, die frohe Botschaft unter die Heiden zu tragen (Apg. 22, 21).

Soweit ist jede Angabe der Weissagung auffallend erfüllt. Auch das Ende der 2300 Tage lässt sich damit klar finden. Sie reichen in das Jahr 1844. Nach dem Ablauf dieser grossen prophetischen Zeitspanne sollte nach dem Zeugnis des Engels Gottes «das Heiligtum wieder geweiht (gerechtfertigt) werden» Dan. 8, 14.

Einführung, Zahlensymbolik und Symbol-Lexikon des Studienhefts

Tiefer graben: Ellen G. White

Wird auch mehrfach zitiert in:

Ellen Whites Bücher liegen auf Englisch vor. Die Bibel steht immer über allen Erklärungen.

BibeltextSchlachter 1951
Ganzes Kapitel lesen