BibelverstehenGebet

Bibel › Daniel

Daniel 3

Bibeltext · Daniel 3Schlachter 1951
1König Nebukadnezar machte ein goldenes Standbild, sechzig Ellen hoch und sechs Ellen breit, das ließ er in der Ebene Dura, in der Landschaft Babel aufstellen. 2Und der König Nebukadnezar lies versammeln die Satrapen, Statthalter und Landpfleger, die Oberrichter, Schatzmeister, Räte und Richter samt allen Bezirksvorstehern, daß sie kämen zur Einweihung des Bildes, welches der König Nebukadnezar hatte aufrichten lassen. 3Sobald nun die Satrapen, Statthalter und Landpfleger, die Oberrichter, Schatzmeister, Räte und Richter samt allen Bezirksvorstehern zur Einweihung des Bildes versammelt waren und vor dem Bilde standen, welches der König Nebukadnezar hatte aufrichten lassen, 4rief der Herold mit gewaltiger Stimme: Das laßt euch gesagt sein, ihr Völker, Stämme und Zungen: 5Sobald ihr den Klang der Hörner, Flöten, Zithern, Harfen, Psalter, Sackpfeifen und aller Arten von Musik hören werdet, sollt ihr niederfallen und das goldene Bild anbeten, welches der König Nebukadnezar aufgestellt hat. 6Wer aber nicht niederfällt und anbetet, der soll augenblicklich in den glühenden Feuerofen geworfen werden! 7Darum fielen zur bestimmten Zeit, als alle Völker den Ton der Hörner, Flöten, Zithern, Harfen und Psalter und aller Arten von Musik hörten, alle Völker, Stämme und Zungen nieder und beteten das goldene Bild an, welches der König Nebukadnezar aufgerichtet hatte. 8Infolgedessen traten zur selben Stunde etliche chaldäische Männer herzu und verklagten die Juden. 9Sie hoben an und sprachen zum König Nebukadnezar: O König, lebe ewiglich! 10Du hast, o König, Befehl gegeben, daß jedermann, der den Ton der Hörner, Flöten, Zithern, Harfen, Psalter und Sackpfeifen und aller Arten von Musik hört, niederfallen und das goldene Bild anbeten soll; 11wer aber nicht niederfalle und anbete, der solle in den glühenden Feuerofen geworfen werden. 12Nun sind da jüdische Männer, welche du mit der Verwaltung der Landschaft Babel betraut hast, Sadrach, Mesach und Abednego. Die achten nicht auf dein königliches Gebot, dienen deinen Göttern nicht und beten das goldene Bild nicht an, das du aufgerichtet hast! 13Da befahl Nebukadnezar mit grimmigem Zorn, daß man Sadrach, Mesach und Abednego kommen lasse. Sogleich wurden jene Männer vor den König gebracht. 14Nebukadnezar hob an und sprach zu ihnen: Habt ihr, Sadrach, Mesach und Abednego, vorsätzlich meinem Gott nicht gedient und das goldene Bild nicht angebetet, das ich habe aufrichten lassen? 15Seid ihr jetzt bereit, sobald ihr den Schall der Hörner, Flöten, Zithern, Harfen, Psalter und Sackpfeifen und aller Arten von Musik hören werdet, niederzufallen und das Bild anzubeten, das ich gemacht habe? Wenn nicht, so sollt ihr augenblicklich in den glühenden Feuerofen geworfen werden! Und welcher Gott wird euch aus meiner Hand erretten? 16Sadrach, Mesach und Abednego antworteten und sprachen zum König: Nebukadnezar, wir haben nicht nötig, dir hierauf ein Wort zu erwidern. 17Sei es nun, daß unser Gott, dem wir dienen, uns aus dem glühenden Feuerofen befreien kann und uns von deiner Hand erretten wird, oder nicht, so sollst du wissen, o König, 18daß wir deinen Göttern nicht dienen und auch das goldene Bild nicht anbeten werden, das du aufgestellt hast! 19Da ward Nebukadnezar voll Wut und das Aussehen seines Angesichtes veränderte sich gegen Sadrach, Mesach und Abednego. Er gab den Befehl, man solle den Ofen siebenmal heißer machen, als man sonst zu tun pflegte. 20Und den stärksten Männern in seinem Heere befahl er, Sadrach, Mesach und Abednego zu binden und sie in den glühenden Feuerofen zu werfen. 21Da wurden diese Männer gebunden und in ihren Unterkleidern, Röcken, Mänteln und Überwürfen in den glühenden Feuerofen geworfen. 22Weil nun der Befehl des Königs dringend und der Ofen übermäßig geheizt war, so tötete die Feuerflamme jene Männer, welche Sadrach, Mesach und Abednego hinauftrugen; 23diese drei Männer aber, Sadrach, Mesach und Abednego, fielen gebunden in den glühenden Feuerofen. 24Da erschrak der König Nebukadnezar und stand eilends auf. Er hob an und sprach zu seinen Räten: Haben wir nicht drei Männer gebunden ins Feuer geworfen? Sie antworteten und sprachen: Gewiß, o König! 25Er antwortete und sprach: Siehe, ich sehe vier Männer mitten im Feuer frei umherwandeln, und es ist kein Schaden an ihnen, und die Gestalt des vierten gleicht einem Sohne der Götter! 26Darauf trat Nebukadnezar vor die Öffnung des glühenden Feuerofens, hob an und sprach: Sadrach, Mesach und Abednego, ihr Knechte Gottes, des Allerhöchsten, tretet heraus und kommet her! Alsbald kamen Sadrach, Mesach und Abednego aus dem Feuer hervor. 27Und die Satrapen, Statthalter und Landpfleger samt den Räten des Königs versammelten sich und sahen, daß das Feuer keine Gewalt über den Leib dieser Männer gehabt, auch das Haar ihres Hauptes nicht versengt und ihre Kleider unverändert gelassen hatte; man bemerkte nicht einmal einen Brandgeruch an ihnen. 28Nebukadnezar hob an und sprach: Gepriesen sei ihr Gott, der Gott Sadrachs, Mesachs und Abednegos, der seinen Engel gesandt und seine Knechte errettet hat, die sich auf ihn verließen und das Gebot des Königs übertreten und ihre Leiber hingegeben haben, da sie keinen andern Gott verehren und anbeten wollten als ihren Gott allein! 29Und von mir wird eine Verordnung erlassen, daß, wer immer unter allen Völkern, Stämmen und Zungen von dem Gott Sadrachs, Mesachs und Abednegos leichtfertig spricht, in Stücke zerhauen und dessen Haus zu einem Misthaufen gemacht werden soll, weil kein anderer Gott ist, der also erretten kann wie dieser! 30Daraufhin beförderte der König Sadrach, Mesach und Abednego zu hohen Stellungen in der Landschaft Babel.
Im Weg durch die Bibel · DanielLesen mit Erklärung: Im Feuerofen

Studienheft «Daniel – neu entdeckt»

Todesurteil – Zwei Erlasse – Ein Beispiel für die Zukunft · Seiten 28–31. Bibelstellen im Text kannst du antippen.

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 28

Daniel 3

Kapitel 3 steht in enger Beziehung zu Kapitel 2, denn beide erzählen von einem Standbild. Nebukadnezar stellt eines ganz aus Gold her und verkörpert den innigen Wunsch des Königs, sein Reich möge ewig bestehen.
Bei Ausgrabungen fand man eine Tontafel mit einer Inschrift Nebukadnezars: «O Babylon, du Wonne meiner Augen, herrlichstes aller Königreiche, mögest du ewig bestehen!»

Todesurteil

Daniel 3, 1

Nebukadnezar lässt ein Standbild errichten

Nebukadnezars Statue war ein imposanter Anblick, wie es am Anfang des dritten Kapitels beschrieben wird.

Höhe: 60 Ellen ≙ 30 m
Breite: 6 Ellen ≙ 3 m

Die Deutung der Zahlensymbole dazu:
6 = menschlich
10 = kleinste Vollzahl
(menschliche Überhöhung, Fülle, nichts fehlt, Gesetzlichkeit)

Daniel 3, 2–7

Nebukadnezar erlässt ein Todesurteil

«Fürsten, Würdenträger, Statthalter, Richter, Schatzmeister, Räte, Amtsleute und alle Mächtigen im Lande» wurden zur Einweihung des Standbildes in der Ebene Dura zusammengerufen, wie im zweiten Vers berichtet wird. «Da rief der Herold laut: Es wird euch befohlen, ihr Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen …» (Dan. 3, 4)
Die Versammlung der führenden Männer war demnach repräsentativ für alle Völker.

Der Erlass war eine weltweite (für die damals bekannte Welt) Verfügung und betraf alle Völker im babylonischen Hoheitsgebiet.

Welches sind die 5 Schlüsselbegriffe des Erlasses aus Daniel 3?

  1. Ein mächtiger Weltherrscher erzwang Anbetung.
  2. Die grundlegende Frage drehte sich um Gehorsam.
  3. Sich niederzuwerfen, bedeutete zugleich, die wahren Gebote des wahren Gottes zu übertreten.
  4. Das ganze Königreich war versammelt
  5. Kirche und Staat vereinigten sich, um dem Erlass Geltung zu verschaffen.
S. 29 Zwei Erlasse – Ähnlichkeiten
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 29

Zwei Erlasse – Ähnlichkeiten

Daniel 3 – Offenbarung 13

Daniel 3, 2–7

2 Und der König Nebukadnezar sandte nach den Fürsten, Würdenträgern, Statthaltern, Richtern, Schatzmeistern, Räten, Amtleuten und allen Mächtigen im Lande, dass sie zusammenkommen sollten, um das Bild zu weihen, das der König Nebukadnezar hatte aufrichten lassen. 3 Da kamen zusammen die Fürsten, Würdenträger, Statthalter, Richter, Schatzmeister, Räte, Amtleute und alle Mächtigen im Lande, um das Bild zu weihen, das der König Nebukadnezar hatte aufrichten lassen. Und sie mussten sich vor dem Bild aufstellen, das Nebukadnezar hatte aufrichten lassen. 4 Und der Herold rief laut: Es wird euch befohlen, ihr Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen: 5 Wenn ihr hören werdet den Schall der Posaunen, Trompeten, Harfen, Zithern, Flöten, Lauten und aller andern Instrumente, dann sollt ihr niederfallen und das goldene Bild anbeten, das der König Nebukadnezar hat aufrichten lassen. 6 Wer aber dann nicht niederfällt und anbetet, der soll sofort in den glühenden Ofen geworfen werden. 7 Als sie nun hörten den Schall der Posaunen, Trompeten, Harfen, Zithern, Flöten und aller andern Instrumente, fielen nieder alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen und beteten an das goldene Bild, das der König Nebukadnezar hatte aufrichten lassen.

Fragen

1. Wer gibt den Erlass?

2. An wen ist der Erlass gerichtet?

3. Was wird gefordert?

4. Welche Strafe wird angedroht?

5. Welche Ähnlichkeiten bestehen zwischen beiden Erlassen?

Offenbarung 13, 11–18

11 Und ich sah ein zweites Tier aufsteigen aus der Erde; das hatte zwei Hörner wie ein Lamm und redete wie ein Drache. 12 Und es übt alle Macht des ersten Tieres aus vor seinen Augen und es macht, dass die Erde und die darauf wohnen, das erste Tier anbeten, dessen tödliche Wunde heil geworden war. 13 Und es tut grosse Zeichen, sodass es auch Feuer vom Himmel auf die Erde fallen lässt vor den Augen der Menschen; 14 und es verführt, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen, die zu tun vor den Augen des Tieres ihm Macht gegeben ist; und sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war. 15 Und es wurde ihm Macht gegeben, Geist zu verleihen dem Bild des Tieres, damit das Bild des Tieres reden und machen könne, dass alle, die das Bild des Tieres nicht anbeteten, getötet würden. 16 Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Grossen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn 17 und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. 18 Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertundsechsundsechzig.

S. 30 Seite 30
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 30

Daniel 3, 8–18

Nebukadnezar begegnet Männern des Glaubens

Welche Gebote würden die jungen hebräischen Männer übertreten haben, wenn sie sich vor dem goldenen Standbild niedergeworfen hätten?
(s. 2. Mose 20, 3–5)

Als Schadrach, Meschach und Abed-Nego des Hochverrats bezichtigt und zu Nebukadnezar gerufen wurden, war seine erste Frage: «Wie? Wollt ihr, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, meinen Gott nicht ehren?» (Daniel 3, 14)

Welchen Grundsatz der menschlichen Beziehungen untereinander erkennen wir in dieser Frage? (s. auch Matt. 18, 15)

Die drei Hebräer waren sicher, dass sie einem Gott dienten, der imstande war, sie zu retten. (Dan. 3, 15-16)

Ihr Motto war «Wir bleiben Gott treu!» Sie errangen den Sieg durch ihren Glauben. (Hebr. 11, 33.34)

Definition für biblischen Glauben:
(s. auch: 2. Kor. 5, 7; Hebr. 11, 1; Hebr. 4, 16; Joh. 8, 28)

Daniel 3, 19–30

Nebukadnezar begegnet Christus

Was bewirkte das Feuer?

Gebunden (Dan. 3, 23)
Befreit (Dan. 3, 25)

Laut Vers 25 bemerkt Nebukadnezar einen Vierten bei den drei Männern im Feuer, der aussieht wie «ein Sohn der Götter». Christus war seinen Nachfolgern näher als je zuvor. (s. auch folgende Verheissungen: 1. Kor. 10, 13; Jesaja 43, 2; Psalm 46, 10; Jesaja 41, 10)

Wenn in der Endzeit ein allgemeiner Erlass in Kraft tritt, der eine Anbetung erzwingt, die im Gegensatz zu Gottes Geboten steht, wird sich Christus wieder als der Eine erweisen, der sein Volk befreit!

Parallelen zwischen Daniel 1–3 und der letzten Warnungsbotschaft in Offenbarung 14, 6–12

Daniels ZeitEndzeit
Daniel 1:
Kurz bevor das Gericht über das antike Babylon hereinbrach, wurden die Hebräer als Zeugen gesandt, um eine Nation zur Anbetung des wahren Gottes aufzurufen
Offenbarung 14, 6.7
Kurz bevor das Endgericht über das geistliche Babylon hereinbricht, sendet Gott seine Warnungsbotschaft durch seine Zeugen.
Daniel 2:
Das Weltreich Babylon wird besiegt. Es hatte Gottes Volk gefangengenommen und unterdrückt
Offenbarung 14, 8:
Als Folge der Zurückweisung dieser Warnungsbotschaft geht das geistliche Babylon unter.
Daniel 3:
Ein allgemeines Gesetz wurde erlassen, das die Anbetung des Standbildes erzwang. Gott erwies sich als der Allmächtige, als die drei Hebräer dem Tod ins Auge blicken mussten.
Offenbarung 14, 9–12:
Ein allgemeines Gesetz wird erlassen, das Anbetung erzwingt. Das Ergebnis ist ein Konflikt zwischen den Geboten Gottes und menschlichen Vorschriften. Gott wird sich als der Allmächtige erweisen und sein Volk auf wunderbare Weise erretten.
S. 31 Ein Beispiel für die Zukunft
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 31

Ein Beispiel für die Zukunft

Es ist wichtig zu beachten, dass sich die Ereignisse dieses Kapitels bald in einem weltweiten Rahmen abspielen werden. So wird es im Neuen Testament vorausgesagt. Jenes Ereignis in der Ebene Dura ist das erste Beispiel eines Versuches, eine einheitliche Religionsausübung durch einen Gesetzeserlass mit Androhung des Todes zu erzwingen. Seitdem haben sich solche Situationen einige Male ereignet. Die umfassendste und drastischste Abwicklung einer religiösen Verfolgung steht jedoch noch bevor.

Offenbarung 13, 11–18 benutzt die Grundzüge von Daniel 3, um eine universale Prüfung in Bezug auf wahre Anbetung zu schildern, die auf dem Höhepunkt der Geschichte stattfinden wird. Die ganze Welt soll unter die Macht eines Systems des Abfalls geraten, «Babylon» genannt. Kirche und Staat werden sich vereinigen, um allen Menschen eine Götzenanbetung aufzuzwingen. Und zwar unter Todesandrohung.
Auf der anderen Seite warnt Offenbarung 14, 9–11 vor dem ewigen Tod, welcher eine Folge des Nachgebens sein wird.

Die Gebote Gottes werden dann wieder der Prüfstein sein, wenn dieselbe Verehrung eines geschaffenen Bildes oder Wesens gefordert wird.

Nach dem Buch der Offenbarung wird das äussere Zeichen des falschen Gottesdienstes dem ganzen Universum erkennbar machen, dass die daran Teilnehmenden das «Malzeichen des Tieres» tragen. Eigentlich geht es darum, denjenigen anzubeten, der als erstes Götzendienst betrieb, nämlich Satan selbst, während jene, die im Sinne der göttlichen Gebote handeln, das «Siegel Gottes» an sich tragen – den Namen Gottes. Die ganze Welt wird ein Schauplatz, ein «Golgatha», auf dem die Tiefen sowohl des Guten als auch des Bösen in solch umfassender Weise sichtbar werden, dass Gott zur rechten Zeit den Vorhang fallen lassen wird …

Einführung, Zahlensymbolik und Symbol-Lexikon des Studienhefts

Tiefer graben: Ellen G. White

Dieses Kapitel wird ausführlich behandelt in:

Ellen Whites Bücher liegen auf Englisch vor. Die Bibel steht immer über allen Erklärungen.

BibeltextSchlachter 1951
Ganzes Kapitel lesen