BibelverstehenGebet

Bibel › Daniel

Daniel 2

Bibeltext · Daniel 2Schlachter 1951
1Und im zweiten Jahre der Regierung Nebukadnezars hatte Nebukadnezar Träume, also daß sein Geist sich beunruhigte und der Schlaf ihn floh. 2Da befahl der König, man solle die Schriftkundigen und die Wahrsager, die Zauberer und die Chaldäer zusammenrufen, damit sie dem Könige seine Träume kundtäten. Also kamen sie und traten vor den König. 3Da sprach der König zu ihnen: Ich habe einen Traum gehabt, und mein Geist ist beunruhigt, bis ich den Traum verstehe. 4Hierauf gaben die Chaldäer dem König auf aramäisch zur Antwort: O König, lebe ewig! Erzähle deinen Knechten den Traum, so wollen wir die Auslegung sagen. 5Der König antwortete den Chaldäern: Mein Beschluß bleibt fest: Werdet ihr mir den Traum samt seiner Auslegung nicht kundtun, so sollt ihr in Stücke zerhauen und eure Häuser in Misthaufen verwandelt werden; 6wenn ihr mir aber den Traum kundtut, dazu seine Deutung, so sollt ihr von mir Geschenke und Gaben und große Ehre empfangen. Darum sagt mir den Traum und seine Deutung! 7Da antworteten sie wieder und sprachen: Der König möge seinen Knechten den Traum erzählen, so wollen wir ihn auslegen. 8Der König antwortete und sprach: Ich weiß nun sicher, daß ihr Zeit gewinnen wollt, weil ihr wohl seht, daß mein Entschluß feststeht. 9Wenn ihr mir den Traum nicht kundtut, so trifft euch jenes eine Urteil, da ihr euch vorgenommen habt, lügenhafte und trügerische Worte vor mir zu reden, bis sich die Zeiten ändern. Sagt mir den Traum, damit ich weiß, daß ihr mir auch die Deutung kundtun könnt! 10Die Chaldäer antworteten dem König und sprachen: Es ist kein Mensch auf Erden, der kundtun könnte, was der König befiehlt; deshalb hat auch nie irgend ein großer und mächtiger König dergleichen von einem Schriftkundigen, Wahrsager oder Chaldäer verlangt! 11Denn die Sache, die der König verlangt, ist schwer. Es ist auch niemand, der es dem König kundtun könnte, ausgenommen die Götter, deren Wohnung nicht bei dem Fleische ist! 12Darob ward der König sehr aufgebracht und zornig und befahl, alle Weisen zu Babel umzubringen. 13Und der Befehl ging aus, die Weisen zu Babel zu töten; und man suchte auch Daniel samt seinen Mitverbundenen, um sie zu töten. 14Da trat Daniel alsbald dem Arioch, dem Obersten der Scharfrichter des Königs, welcher ausgegangen war, die Weisen zu töten, mit klugen und verständigen Worten entgegen. 15Er hob an und sprach zu Arioch, dem Bevollmächtigten des Königs: Warum ist dieser strenge Befehl vom König ausgegangen? Da erklärte Arioch die Sache dem Daniel. 16Daniel aber ging hinein und bat den König, ihm eine Frist zu gewähren, so wolle er dem Könige die Deutung sagen. 17Darauf zog sich Daniel in sein Haus zurück und teilte seinen Mitverbundenen Hananja, Misael und Asarja die Sache mit; 18damit sie von dem Gott des Himmels Erbarmen erflehen möchten wegen dieses Geheimnisses, damit nicht Daniel und seine Mitverbundenen samt den übrigen Weisen von Babel umkämen. 19Hierauf wurde dem Daniel in einem Gesicht des Nachts das Geheimnis geoffenbart. Da pries Daniel den Gott des Himmels. 20Daniel hob an und sprach: Gepriesen sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit! Denn sein ist beides, Weisheit und Macht. 21Er führt andere Zeiten und Stunden herbei; er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand. 22Er offenbart, was tief und verborgen ist; er weiß, was in der Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht! 23Dir, dem Gott meiner Väter, sage ich Lob und Dank, daß du mir Weisheit und Kraft verliehen und mir jetzt kundgetan hast, was wir von dir erbeten haben; denn die Sache des Königs hast du uns kundgetan! 24Daraufhin ging Daniel zu Arioch, welchen der König bestellt hatte, die Weisen von Babel umzubringen; er nahm ihn beiseite und sprach zu ihm: Bringe die babylonischen Weisen nicht um! Führe mich vor den König, so will ich ihm die Deutung verkündigen. 25Darauf führte Arioch den Daniel eilends vor den König und sprach zu ihm also: Ich habe unter den Gefangenen von Juda einen Mann gefunden, der dem Könige die Deutung geben will! 26Der König antwortete und sprach zu Daniel, dessen Name Beltsazar heißt: Bist du imstande, mir den Traum, den ich gehabt, und seine Deutung zu sagen? 27Daniel antwortete vor dem König und sprach: Das Geheimnis, nach welchem der König fragt, vermag kein Weiser, Wahrsager, Schriftkundiger oder Sterndeuter dem Könige kundzutun; 28aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart; der hat dem König Nebukadnezar kundgetan, was in spätern Tagen geschehen soll. 29Mit deinem Traum und den Gesichten deines Hauptes auf deinem Lager verhielt es sich also: Dir, o König, stiegen auf deinem Lager Gedanken darüber auf, was nach diesem geschehen werde, und da hat dir der, welcher Geheimnisse offenbart, kundgetan, was geschehen wird. 30Mir aber ist dieses Geheimnis nicht durch eine Weisheit, die ich vor allen Lebenden voraus hätte, geoffenbart worden, sondern damit dem Könige die Deutung kundwürde und du erführest, was dein Herz zu wissen wünscht. 31Du, o König, schautest, und siehe, ein erhabenes Standbild. Dieses große und außerordentlich glänzende Bild stand vor dir und war furchtbar anzusehen. 32Das Haupt dieses Bildes war von gediegenem Gold, seine Brust und seine Arme von Silber, sein Bauch und seine Lenden von Erz, 33seine Schenkel von Eisen, seine Füße teils von Eisen und teils von Ton. 34Du sahest zu, bis ein Stein losgerissen ward ohne Handanlegung und das Bild an seine Füße traf, die von Eisen und Ton waren, und sie zermalmte. 35Da wurden miteinander zermalmt Eisen, Ton, Erz, Silber und Gold und wurden wie Spreu auf den Sommertennen, und der Wind verwehte sie, daß keine Spur mehr von ihnen zu finden war. Der Stein aber, der das Bild zertrümmert hatte, ward zu einem großen Berge und erfüllte die ganze Erde. 36Das ist der Traum; nun wollen wir vor dem König auch seine Deutung sagen: 37Du, o König, bist ein König der Könige, da dir der Gott des Himmels königliche Herrschaft, Reichtum, Macht und Glanz gegeben hat; 38und überall, wo Menschenkinder wohnen, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels, hat er sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gemacht; du bist das goldene Haupt! 39Nach dir aber wird ein anderes Reich aufkommen, geringer als das deinige; und das nachfolgende dritte Königreich, das eherne, wird über die ganze Erde herrschen. 40Das vierte Königreich aber wird so stark sein wie Eisen; ebenso wie Eisen alles zertrümmert und zermalmt, und wie Eisen alles zerschmettert, so wird es auch jene alle zermalmen und zerschmettern. 41Daß du aber die Füße und Zehen, teils aus Töpferton und teils aus Eisen bestehend gesehen hast, bedeutet, daß das Königreich sich zerspalten wird; aber es wird etwas von der Festigkeit des Eisens darinnen bleiben, gerade so, wie du Eisen mit Tonerde vermengt gesehen hast. 42Und wie die Zehen seiner Füße teils von Eisen und teils von Ton waren, so wird auch das Reich zum Teil widerstandsfähig und zum Teil zerbrechlich sein. 43Daß du aber Eisen mit Tonerde vermengt gesehen hast, bedeutet, daß sie sich zwar durch Verheiratung vermischen, aber doch nicht aneinander haften werden, wie sich ja Eisen mit Ton nicht vermischen läßt. 44Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das ewiglich nie untergehen wird; und sein Reich wird auf kein anderes Volk übergehen; es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird ewiglich bestehen; 45ganz so wie du gesehen hast, daß sich von dem Berge ein Stein ohne Handanlegung loslöste und das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Der große Gott hat dem König kundgetan, was hernach geschehen soll. Das ist wahrhaftig der Traum und zuverlässig seine Deutung! 46Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht und betete Daniel an und befahl, ihm Speisopfer und Weihrauch darzubringen. 47Der König hob an und sprach zu Daniel: Wahrhaftig, euer Gott ist ein Gott der Götter und ein Herr der Könige und ein Offenbarer der Geheimnisse, daß du dieses Geheimnis offenbaren konntest! 48Darauf machte der König den Daniel groß und gab ihm sehr viele Geschenke und setzte ihn zum Herrn über die ganze Landschaft Babel und zum Oberhaupt über alle Weisen zu Babel. 49Daniel aber erbat sich vom Könige, daß er Sadrach, Mesach und Abednego die Verwaltung der Landschaft Babel übertrüge; Daniel aber blieb am Hofe des Königs.
Im Weg durch die Bibel · DanielLesen mit Erklärung: Das Standbild: die Weltgeschichte im Traum

Das Standbild auf einen Blick

Die Bibel erklärt ihre Bilder selbst. Tippe auf eine Bibelstelle, um den Vers zu lesen.

  1. Haupt · Gold
    Daniel 2,37–38Babylonbis 539 v. Chr.
  2. Brust und Arme · Silber
    Daniel 2,39Medo-Persien539–331 v. Chr.
  3. Bauch und Lenden · Erz
    Daniel 2,39Griechenland331–168 v. Chr.
  4. Schenkel · Eisen
    Daniel 2,40Romab 168 v. Chr.
  5. Füsse und Zehen · Eisen und Ton
    Daniel 2,41–43Das zerteilte Rom: die Nationen Europas
  6. Der Stein · ohne Handanlegung losgerissen
    Daniel 2,44–45Das ewige Reich Christi: Jesu WiederkunftZukunft

Ausgefülltes Arbeitsblatt «Das Standbild» («Daniel – neu entdeckt», S. 26). Geschichtliche Zuordnung und Jahreszahlen: S. 27.

Was Daniel selbst sagt

Bibeltext · Daniel 2,44–45: der SteinSchlachter 1951
44Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das ewiglich nie untergehen wird; und sein Reich wird auf kein anderes Volk übergehen; es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird ewiglich bestehen; 45ganz so wie du gesehen hast, daß sich von dem Berge ein Stein ohne Handanlegung loslöste und das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Der große Gott hat dem König kundgetan, was hernach geschehen soll. Das ist wahrhaftig der Traum und zuverlässig seine Deutung!

Passt dazu

Studienheft «Daniel – neu entdeckt»

Blick in die Zukunft – Das Standbild – Erklärungen · Seiten 25–27. Bibelstellen im Text kannst du antippen.

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 25

Daniel 2

Im zweiten Kapitel des Buches Daniel gab Gott dem König Nebukadnezar einen Traum, der 2500 Jahre Weltgeschichte umspannte. Mit treffsicherer Genauigkeit enthüllt die Heilige Schrift die vier Reiche, welche die Welt beherrschen würden, angefangen bei Nebukadnezar, bis hinein ins 19. Jahrhundert (1844).
Durch die Jahrhunderte hindurch ereignete sich die Geschichte genauso, wie es in Daniel 2 vorausgesagt wurde. In dieser höchst erstaunlichen Prophezeiung entdecken wir, dass Geschichte nicht eine zufällige Ansammlung von Geschehnissen ist. Jesus bestätigt dies in folgenden Worten: «Nun habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, auf dass ihr glaubt, wenn es geschieht.» (Joh. 14, 29)
Das Ziel der Prophetie ist es, Hoffnung und Vertrauen gegenüber Gott zu erwecken, der die Zukunft kennt und alles darin unter Kontrolle hält. Verwirrte, verzweifelte und entmutigte Menschen des 21. Jahrhunderts rufen nach jemandem, der das «Raumschiff Erde», das mit unheimlicher Geschwindigkeit samt ihrer Atmosphäre durch das Weltall fliegt, nicht fallen lässt. Die erfüllte Prophetie ist der beste Beweis dafür, dass Gott auch heute noch die ganze Welt in Händen hält.

Blick in die Zukunft

Daniel 2, 1–3

Ein geheimnisvoller Traum

Gott offenbart sich als der Einzige, der die Zukunft wirklich kennt. Als Nebukadnezar einen Traum von grosser Bedeutung hat und sich beim Erwachen nicht mehr daran erinnern kann, ruft er sein Beraterteam zusammen.
Wer waren diese weisen Männer?

  1. Magier (Zeichendeuter)
  2. Astrologen (Sterndeuter)
  3. Zauberer (Spiritisten)
  4. Chaldäer (echte Wissenschaftler)

Daniel 2, 4–13

Die weisen Männer versagen

Welches Ultimatum stellte Nebukadnezar den Gelehrten, und was sollte die Folge sein, wenn sie keine Antwort wüssten? (Dan. 2, 4. 5. 12. 13)

Daniel 2, 14–24

Der Traum wird Daniel offenbart

Weshalb liess es Gott zu, dass zuerst die Gelehrten Babylons versagten, damit Daniel ins Spiel gebracht werden konnte?

Gott selbst offenbarte sich Daniel und seinen drei Freunden als Antwort auf ihr Gebet (Dan. 2, 17–22). Jesu Worte in der Bergpredigt machen deutlich, dass Gott immer noch seine Geheimnisse jenen enthüllt, die gelernt haben, zu beten. «Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopft an, so wird euch aufgetan.» (Matt. 7, 7)

Daniel 2, 25–30

Ein Gott, der Geheimnisse offenbart

Obwohl Nebukadnezars Traum die zukünftige Geschichte (soweit sie Bezug zum Volk Gottes in den Epochen hat) 2500 Jahre im voraus enthüllt, liegt doch der besondere Schwerpunkt in der Aussage in Daniel 2, 28: «Aber es ist ein Gott im Himmel, der kann Geheimnisse offenbaren. Der hat dem König Nebukadnezar kundgetan, was in Zukunft geschehen soll.»

Daniel 2, 31–46

Der Traum und seine Deutung

Daniel enthüllt dem König von Babylon sowohl die Einzelheiten des Traumes als auch dessen Bedeutung, wie sie ihm von Gott offenbart worden waren. Der Aufstieg und Fall von Nationen wird in diesem Kapitel gekennzeichnet und durch den Lauf der Geschichte bestätigt.

S. 27 Erklärungen
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 27

Erklärungen

Das Standbild, von dem Nebukadnezar, der grosse und ehrgeizige König Babylons träumte, ist eine gewaltige Prophezeiung über die irdischen Weltreiche. Der Traum, den kein Mensch deuten konnte, zeigte ihm, was künftig geschehen sollte.

Gott gab Nebukadnezar durch Daniel die Deutung des Traums. Der König glaubte, sein Reich würde ewig bestehen, aber er musste lernen, dass Gott einen anderen Plan hatte. Ihm und allen folgenden Herrschern sollte bewusst gemacht werden, dass alle irdischen Königreiche zeitlich begrenzt und vergänglich sind, und dass es nur ein einziges ewiges Reich geben kann, nämlich das Reich Christi – dargestellt durch den Stein, der zu einem grossen Berg anwuchs und die ganze Erde ausfüllte.

Das Standbild stellt die irdischen Weltreiche dar, während die Teile des Bildes in Symbolen der verschiedenen Metalle die vier grossen Reiche repräsentieren, die von Daniels Zeit an die Welt beherrschen würden. Das erste ist Babylon. Auf dem Höhepunkt seiner Glanzzeit hat es die damalige Welt geprägt. Es war das Zentrum von Kultur und Kunst, von Wissenschaft und Literatur. Babylon war die alles beherrschende Macht auch im religiösen Bereich.

«Keine Hauptstadt der Welt war so sehr Mittelpunkt von Macht, Reichtum und Kultur in einer so grossen Zeitspanne.» (Rob. W. Rogers, A History of Babylonia and Assyria)

Es war durchaus angemessen, dass die Offenbarung und Warnung von Gott gerade diesem weltbeeinflussenden Reich gegeben wurde. Aber Babylon, die grosse und goldene Stadt, verlor ihre Bedeutung unter schwächeren Regenten (wie Nabonid und dessen Sohn Belsazar). Es wurde 539 v. Chr. in derselben Generation, in der die Prophezeiung gegeben wurde, unterworfen.

Babylon wurde von Medo-Persien unter Kyros dem Grossen erobert. Fast 200 Jahre lang hielt das Reich, das durch Silber symbolisiert wurde.

Im Jahr 331 v. Chr. kämpfte Darius III. (Kodomannos) in der Schlacht von Arbela gegen Alexander den Grossen um die Vorherrschaft, wobei Alexander gewann. Das Symbol Griechenlands ist Bronze. Alexander starb 323 v. Chr. und innerhalb weniger Jahre wurde sein Reich zwischen den kämpfenden Parteien aufgeteilt. Das folgende Jahrhundert sah das Reich immer schwächer werden und liess es für die Eroberer vom Tiber eine leichte Beute werden.

Rom eroberte den syrischen Teil dieses einstmals mächtigen griechischen Weltreiches im Jahr 190 v. Chr., den mazedonischen Teil im Jahr 168 v. Chr., während Ägypten die Autorität der eisernen Monarchie Roms im selben Jahr anerkannte. Rom war von Anfang an ein einheitliches Reich, obwohl es eine Republik war. Später wurde Rom ein Kaiserreich. Durch die Raubzüge der germanischen Stämme aus dem Norden und Osten Europas zerbrach das eiserne Rom allerdings und wurde zerteilt, symbolisiert durch die Mischung von Eisen und Ton in den Füssen des Standbildes. Es gab mächtige Bestrebungen, die Nationen Europas, Bestandteile des ehemaligen Römischen Reiches, zu vereinigen und zu einem einzigen Reich zu verschmelzen. In dieser Prophetie wird darauf hingewiesen, dass die Nationen sich zwar untereinander durch Heirat mischen würden, dass aber alle diese Einigungsbemühungen scheitern würden. Karl der Grosse und Napoleon versuchten ein geeintes Königreich aufzurichten, ohne es zu schaffen. Die Prophetie erklärt, dass die einzelnen Teile des ehemaligen Römischen Reiches sich nicht vereinigen werden, genauso, wie man Eisen und Ton nicht mischen kann. Das Wort «… aber sie werden doch nicht aneinander festhalten …» ist stärker als Diplomatie oder Heeresmacht.

In den Tagen der letzten Zerteilung Roms wird der Gott des Himmels sein Königreich aufrichten, welches niemals zerstört und auf kein anderes Volk kommen wird als auf die Seinen, die es für immer einnehmen werden.

Wenn wir den Berg als Wohnstätte Gottes (= Berg Zion, Offb. 14, 1; Micha 3, 12) identifizieren, so ist es auch folgerichtig, dass der Stein, der die Weltreiche zerstören wird, Jesu Wiederkunft darstellt. (Dan. 2, 35)
«Der Traum ist wahr und die Deutung ist richtig.» (Dan. 2, 45)

Einführung, Zahlensymbolik und Symbol-Lexikon des Studienhefts

Tiefer graben: Ellen G. White

Dieses Kapitel wird ausführlich behandelt in:

Ellen Whites Bücher liegen auf Englisch vor. Die Bibel steht immer über allen Erklärungen.

BibeltextSchlachter 1951
Ganzes Kapitel lesen