BibelverstehenGebet

Der Weg › Teil 2 › Daniel

Schritt 2 von 12 · Daniel

Das Standbild: die Weltgeschichte im Traum

Daniel 2

Ganze Bibel: Schritt 398 von 789

Hintergrund

Dieser eine Traum umspannt etwa 2500 Jahre Weltgeschichte, von Nebukadnezar bis zur Wiederkunft von Jesus. Jesus sagt, warum Gott die Zukunft voraussagt: „Und nun habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubet, wenn es geschieht.“ Prophetie soll nicht Angst machen, sondern Vertrauen wecken: Gott hält die Welt in seiner Hand.

1

Lies jetzt: Daniel 2

Lies zuerst den Bibeltext. Die Erklärung steht gleich danebendarunter.

Zur Erklärung springen ↓

2 Erklärung

Ein Gott, der Geheimnisse offenbart

Nebukadnezar hat einen Traum, der ihn nicht schlafen lässt. Er ruft alle seine Berater: Zeichendeuter, Sterndeuter, Zauberer und Gelehrte. Sie sollen ihm nicht nur die Deutung, sondern auch den Traum selbst sagen. Das kann kein Mensch. Die ganze Weisheit Babylons versagt.

Daniel und seine Freunde beten, und Gott zeigt Daniel den Traum. Jesus verspricht: Bittet, so wird euch gegeben (Mt 7,7). Daniel lobt Gott: „Er führt andere Zeiten und Stunden herbei; er setzt Könige ab und setzt Könige ein“. Vor dem König nimmt er keine Ehre für sich: „aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart“.

Gold, Silber, Erz, Eisen und Ton

Der König sah ein riesiges Standbild. Daniel erklärt selbst: Du, König, bist das goldene Haupt (Dan 2,38). Babylon herrschte bis 539 vor Christus.

Dann kam das Silber: Medo-Persien unter Kyrus, fast 200 Jahre lang. 331 vor Christus besiegte Alexander der Grosse die Perser in der Schlacht bei Arbela: Das Erz, Griechenland, war an der Reihe. Alexander starb schon 323 vor Christus, sein Reich zerfiel. Ab 168 vor Christus herrschte das Eisen: Rom, hart und stark, das alles zermalmte (Dan 2,40).

Hunderte Jahre bevor manche Völker überhaupt auftraten, sah Gott durch die Zeiten und sagte den Aufstieg und Fall der Weltreiche voraus. Babylon ging unter, weil seine Herrscher sich im Wohlstand für unabhängig von Gott hielten.

Ellen G. White

Hundreds of years before certain nations came upon the stage of action, the Omniscient One looked down the ages and predicted the rise and fall of the universal kingdoms.
Prophets and Kings, S. 501

Zusammenfassung: Hunderte von Jahren, bevor gewisse Völker auf der Bühne der Geschichte erschienen, blickte der Allwissende durch die Zeitalter und sagte den Aufstieg und Fall der Weltreiche voraus.

Ellen G. White

Babylon, shattered and broken at last, passed away because in prosperity its rulers had regarded themselves as independent of God, and had ascribed the glory of their kingdom to human achievement.
Prophets and Kings, S. 501–502

Zusammenfassung: Babylon ging schliesslich zerschlagen unter, weil seine Herrscher sich im Wohlstand für unabhängig von Gott hielten und den Ruhm ihres Reiches menschlicher Leistung zuschrieben.

Eisen und Ton halten nicht zusammen

Rom zerbrach im 5. Jahrhundert unter dem Ansturm germanischer Völker. Daraus wurden die vielen Völker und Länder Europas, starke und schwache nebeneinander, wie Eisen und Ton. Daniel sagt: „daß sie sich zwar durch Verheiratung vermischen, aber doch nicht aneinander haften werden, wie sich ja Eisen mit Ton nicht vermischen läßt“.

Genau so kam es. Die Königshäuser Europas heirateten jahrhundertelang untereinander. Karl der Grosse, Napoleon und andere wollten ein neues Weltreich bauen, und es gelang keinem. Dieses kleine Wort der Bibel war stärker als alle Diplomatie und alle Heere.

Der Stein

Dann löst sich ein Stein „ohne Handanlegung“ vom Berg, trifft das Bild an den Füssen und zermalmt alles zugleich: Eisen, Ton, Erz, Silber und Gold. „Der Stein aber, der das Bild zertrümmert hatte, ward zu einem großen Berge und erfüllte die ganze Erde.“

Der Berg ist in der Bibel ein Bild für den Ort, an dem Gott wohnt, den Berg Zion (Offb 14,1). Der Stein ist das Reich von Jesus, das bei seiner Wiederkunft kommt: „Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das ewiglich nie untergehen wird“. Wir leben heute in der Zeit der Füsse. Das nächste Reich auf Gottes Zeitplan ist Gottes Reich.

„Das ist wahrhaftig der Traum und zuverlässig seine Deutung!“

Für dich

Gott kennt die ganze Weltgeschichte im Voraus. Wenn er die Reiche der Welt lenkt, kann er auch dein Leben lenken. Was möchtest du ihm heute anvertrauen?

Das Standbild auf einen Blick

Die Bibel erklärt ihre Bilder selbst. Tippe auf eine Bibelstelle, um den Vers zu lesen.

  1. Haupt · Gold
    Daniel 2,37–38Babylonbis 539 v. Chr.
  2. Brust und Arme · Silber
    Daniel 2,39Medo-Persien539–331 v. Chr.
  3. Bauch und Lenden · Erz
    Daniel 2,39Griechenland331–168 v. Chr.
  4. Schenkel · Eisen
    Daniel 2,40Romab 168 v. Chr.
  5. Füsse und Zehen · Eisen und Ton
    Daniel 2,41–43Das zerteilte Rom: die Nationen Europas
  6. Der Stein · ohne Handanlegung losgerissen
    Daniel 2,44–45Das ewige Reich Christi: Jesu WiederkunftZukunft

Ausgefülltes Arbeitsblatt «Das Standbild» («Daniel – neu entdeckt», S. 26). Geschichtliche Zuordnung und Jahreszahlen: S. 27.

Was Daniel selbst sagt

Bibeltext · Daniel 2,44–45: der SteinSchlachter 1951
44Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das ewiglich nie untergehen wird; und sein Reich wird auf kein anderes Volk übergehen; es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird ewiglich bestehen; 45ganz so wie du gesehen hast, daß sich von dem Berge ein Stein ohne Handanlegung loslöste und das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Der große Gott hat dem König kundgetan, was hernach geschehen soll. Das ist wahrhaftig der Traum und zuverlässig seine Deutung!

Passt dazu

Zur Übersicht «Daniel» (Schritt 2 von 12)

BibeltextSchlachter 1951
Ganzes Kapitel lesen