BibelverstehenGebet

Bibel › Daniel

Daniel 10

Bibeltext · Daniel 10Schlachter 1951
1Im dritten Jahre Kores`, des Perserkönigs, ward dem Daniel, welcher Beltsazar genannt wird, ein Wort geoffenbart; und dieses Wort ist wahr und handelt von großer Trübsal; und er verstand das Wort und bekam Einsicht in das Gesicht. 2In jenen Tagen trauerte ich, Daniel, drei Wochen lang. 3Ich aß keine leckere Speise, und Fleisch und Wein kamen nicht über meine Lippen, auch salbte ich mich nicht, bis die drei Wochen vollendet waren. 4Aber am vierundzwanzigsten Tage des ersten Monats befand ich mich am Ufer des großen Stromes Hiddekel. 5Und ich hob meine Augen auf und schaute und siehe, da stand ein Mann, in Leinwand gekleidet und die Lenden mit Gold von Uphas umgürtet. 6Und sein Leib war wie ein Tarsisstein, und sein Angesicht strahlte wie der Blitz und seine Augen wie Feuerfackeln; seine Arme aber und seine Füße sahen aus wie poliertes Erz, und die Stimme seiner Rede war wie das Tosen einer Volksmenge. 7Und ich, Daniel, sah die Erscheinung allein; die Männer aber, die bei mir waren, sahen sie nicht; doch befiel sie ein so großer Schrecken, daß sie flohen und sich verbargen. 8Und ich blieb allein zurück und sah diese große Erscheinung. Es blieb aber keine Kraft in mir, und mein Aussehen ward sehr schlecht, und ich behielt keine Kraft. 9Und ich hörte die Stimme seiner Worte; als ich aber die Stimme seiner Worte hörte, sank ich ohnmächtig auf mein Angesicht zur Erde nieder. 10Und siehe, eine Hand rührte mich an und half mir, daß ich mich auf meine Knie und Hände stützen konnte. 11Und er sprach zu mir: Daniel, Mann, der du lieb und wert bist, merke auf die Worte, welche ich jetzt zu dir rede, und nimm deine Stellung ein; denn jetzt bin ich zu dir gesandt! Da er nun also zu mir redete, stand ich zitternd auf. 12Da sprach er zu mir: Fürchte dich nicht, Daniel! Denn von dem ersten Tage an, da du dein Herz darauf richtetest, zu verstehen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte erhört worden, und ich bin gekommen um deiner Worte willen. 13Aber der Fürst des Königreichs Persien hat mir einundzwanzig Tage lang widerstanden und siehe, Michael, einer der vornehmsten Fürsten, ist mir zu Hilfe gekommen, so daß ich daselbst vor den Königen von Persien den Vorsprung gewann. 14So bin ich nun gekommen, um dich darüber zu verständigen, was deinem Volk in spätern Tagen begegnen wird; denn das Gesicht gilt noch nicht für diese Zeit. 15Da er nun also zu mir redete, schlug ich meine Augen zur Erde nieder und blieb stumm. 16Und siehe, da rührte einer, der den Menschenkindern ähnlich sah, meine Lippen an; und ich öffnete meinen Mund, redete und sprach zu dem, der vor mir stand: Mein Herr, wegen dieser Erscheinung haben mich Wehen überfallen, und ich habe keine Kraft mehr! 17Und wie könnte ein Knecht dieses meines Herrn mit diesem meinem Herrn reden? Und nun ist keine Kraft mehr in mir, und der Atem ist mir ausgegangen. 18Da rührte mich der, welcher einem Menschen glich, nochmals an und stärkte mich. 19Und er sprach: Fürchte dich nicht, du liebwerter Mann! Friede sei mit dir! Sei stark und fest! Und als er so mit mir redete, wurde ich gestärkt, und ich sprach: Mein Herr, rede; denn du hast mich gestärkt! 20Und er sprach: Weißt du, warum ich zu dir gekommen bin? Nun will ich wieder hingehen und mit dem Perserfürsten streiten; und sobald ich ausziehe, siehe, so kommt der Griechenfürst! 21Doch will ich dir kundtun, was in dem Buche der Wahrheit aufgezeichnet ist; und nicht einer hält es mit mir gegen jene, als nur euer Fürst Michael.
Im Weg durch die Bibel · DanielLesen mit Erklärung: Ein Kampf hinter den Kulissen

Studienheft «Daniel – neu entdeckt»

Vision über Christus – Michaels Kampf – Gebete · Seiten 93–96. Bibelstellen im Text kannst du antippen.

Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 93

Daniel 10

Die drei letzten Kapitel des Buches Daniel bilden eine untrennbare Einheit. Diese abschliessende Prophezeiung ist der zu erwartende Höhepunkt der bereits vorher dargestellten Entwicklung der Ereignisse. In diesen drei kommt die in Dan. 2, 7 und 8 im einzelnen ausgeführte Auslegung vom Aufstieg und Fall der Reiche zum vollständigen Abschluss. Das grundlegende Thema des Buches Daniel ist damit voll verwirklicht.

Daniels grundlegendes Thema: Geschichte des Kampfes zwischen Gut und Böse

Gott lenkt die Angelegenheiten und Geschicke der Menschen inmitten von Aufstieg und Fall sowohl heidnischer Reiche als auch tyrannischer, religiöser Mächte. Von seinem Thron im Heiligtum lenkt er den Lauf der Geschichte. Er ist der wahre Herrscher des Weltalls. Wenn auch zuweilen anscheinend besiegt, wird seine Sache triumphieren, da es am wenigsten erwartet wird. Sein Königreich wird für ewig den Erdball regieren.

Dan. 10, 1

Der historische Rahmen

«Im dritten Jahr des Königs Kyros von Persien wurde dem Daniel, der Beltschazar heisst, etwas offenbart, was gewiss ist und von grossen Dingen handelt. Und er achtete darauf und verstand das Gesicht.»

Das dritte Jahr des Königs Kyros war das Jahr 536 v. Chr.
Zu der Zeit, als die Meder und Perser die Babylonier unterwarfen, durften die Juden nach Jerusalem zurückkehren gemäss der Erfüllung der Prophezeiung Jeremias bezüglich des Endes der 70-jährigen Gefangenschaft. Daniel war fast 90 Jahre alt.

Dan. 10, 2. 3

Daniels Fasten

Die 70 Jahre währende Strafe ist vorüber. In Jerusalem verwirklicht sich ein Neubeginn. Dennoch finden wir den Propheten nicht freudig sondern klagend. Denn:

a) Juda fühlt sich in der Fremde zuhause und bleibt freiwillig in Babylon
b) Der Wiederaufbau Jerusalems geht nur langsam voran, weil die Rückkehrer von allen Seiten bedrängt werden. (Neh. 4, Dan. 9, 25)

Worin liegt der Unterschied zwischen dem wahren Fasten Daniels (Dan. 10, 2. 3) und dem von Christus getadelten Fasten der Pharisäer? (Luk. 18, 12; Matt. 6, 16-18)

Vision über Christus

Dan. 10, 5. 6Offb. 1, 13-15
… und hob meine Augen auf und sah, und siehe, da stand ein Mann, der hatte leinene Kleider an und einen goldenen Gürtel um seine Lenden. Sein Leib war wie ein Türkis, sein Antlitz sah aus wie ein Blitz, seine Augen wie feurige Fackeln, seine Arme und Füsse wie helles, glattes Kupfer, und seine Rede war wie ein grosses Brausen.… und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar war weiss wie weisse Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füsse wie Golderz, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie grosses Wasserrauschen.
S. 94 Michaels Kampf
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 94

Michaels Kampf

Dan. 10, 10-21

Und siehe, eine Hand rührte mich an und half mir auf die Knie und auf die Hände, und er sprach zu mir: Daniel, du von Gott Geliebter, merk auf die Worte, die ich mit dir rede, und richte dich auf; denn ich bin jetzt zu dir gesandt. Und als er dies mit mir redete, richtete ich mich zitternd auf. Und er sprach zu mir: Fürchte dich nicht, Daniel; denn von dem ersten Tage an, als du von Herzen begehrtest zu verstehen und anfingst, dich zu demütigen vor deinem Gott, wurden deine Worte erhört, und ich wollte kommen um deiner Worte willen. Aber der Engelsfürst des Königreichs Persien hat mir 21 Tage widerstanden; und siehe, Michael, einer der Ersten unter den Engelsfürsten, kam mir zu Hilfe, und ihm überliess ich den Kampf mit dem Engelsfürsten des Königreichs Persien. Nun aber komme ich, um dir Bericht zu geben, wie es deinem Volk gehen wird am Ende der Tage; denn das Gesicht geht auf ferne Zeit. Und als er das alles mit mir redete, neigte ich mein Angesicht zur Erde und schwieg still. Und siehe, einer, der einem Menschen gleich war, rührte meine Lippen an. Da tat ich meinen Mund auf und redete und sprach zu dem, der vor mir stand: Mein Herr, meine Glieder bebten, als ich das Gesicht hatte, und es war keine Kraft mehr in mir. Wie kann der Knecht meines Herrn mit meinem Herrn reden, da auch jetzt noch keine Kraft in mir ist und mir der Atem fehlt? Da rührte mich abermals der an, der aussah wie ein Mensch, und stärkte mich und sprach: Fürchte dich nicht, du von Gott Geliebter! Friede sei mit dir! Sei getrost, sei getrost! Und als er mit mir redete, ermahnte ich mich und sprach: Mein Herr, rede; denn du hast mich gestärkt. Und er sprach: Weisst du, warum ich zu dir gekommen bin? Und jetzt muss ich wieder hin und mit dem Engelsfürsten von Persien kämpfen; und wenn ich das hinter mich gebracht habe, siehe, dann wird der Engelsfürst von Griechenland kommen. Doch zuvor will ich dir kundtun, was geschrieben ist im Buch der Wahrheit. Und es ist keiner, der mir hilft gegen jene, ausser eurem Engelsfürsten Michael.

Abbildung im Buch: Grafik: Zwei Kästen nebeneinander, darunter ein grosses Dreieck, das nach unten zeigt.
Wer ist «Michael»? «Er selbst, der Herr»
Dan. 12, 1. 1
Wer ist der «Engelsfürst von Persien»? «Der Fürst dieser Welt»
Joh. 12, 31; Jes. 14, 12–14; Hes. 28, 12; Offb. 12, 3. 9

Der gigantische Kampf der Zeitalter
Offb. 12, 7–9; Eph. 6, 6–12; 1. Petr. 5, 8
Nach Jesu Auffahrt in den Himmel war eine Anklage von Seiten Satans nicht mehr möglich! Kampf auf Golgatha beendet – vollbracht! Jesu Opfer ist rechtsgültig von Gott angenommen!

In diesem Kapitel – wie vielleicht nirgends in der Heiligen Schrift – ist der Schleier, der Himmel und Erde voneinander trennt, beiseite gezogen. Der Kampf zwischen den Mächten des Lichts und der Finsternis wird erkennbar. Gott zwingt den menschlichen Willen nicht. Satan wird ein gewisser Grad von Freiheit zugestanden, während Gott durch seinen Geist und seine Engel die Menschheit beschwört, dem Bösen zu widerstehen und dem Guten zu folgen.

S. 95 Gebete
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 95

Gebete

Abbildung im Buch: Grafik: Links ein Kasten «Himmlisches Heiligtum», zu dem vier Pfeile von unten (Daniels Gebete) aufsteigen; in der Mitte ein Kreis «Kyros – Der Wille ist entscheidend», auf den von links (Allmacht) und von rechts (Macht) je ein Pfeil zeigt.

«Himmlisches Heiligtum»
Daniels Gebete aus Medo-Persien Matt. 7, 7
Allmacht Der göttliche Einfluss guter Engel, Hebr. 1, 13. 14
Christus, der Sieger Offb. 12, 7-9
Macht Der teuflische Einfluss der bösen Engel Eph. 6, 10–13 (Verlierer)
Kyros
Der Wille ist entscheidend Josua 24, 15

Dan. 10 offenbart den gewaltigen Einfluss ernsten Gebets. Welche beiden Wörter aus 1. Joh. 5, 14. 15 geben dem Christen die Zusicherung, dass sein Gebet Erhörung findet?

Wesentliche Bestandteile eines wirkungsvollen Gebetslebens:
Demut (Luk. 18, 10-14)
Glaube (Matt. 17, 19. 20)
Ausdauer (Luk, 18, 1-8)
Hingabe (Psalm 66, 18)

«Es gehört zum Plan Gottes, uns als Antwort auf das Gebet des Glaubens das zu schenken, was er uns nicht zukommen liesse, beteten wir nicht darum.» Ellen G. White

Das 10. Kapitel führt in das Hauptthema der Kapitel 11 und 12 ein. In einer Miniaturdarstellung des Kampfes zwischen Gut und Böse, zwischen den Mächten des Himmels und der Hölle um das Denken und den Willen des Kyros gibt uns die Heilige Schrift eine Vorausschau des universalen Zusammenstosses im Kleinen.

Im 10. Kapitel ist der Vorhang beiseite gezogen, so dass der Konflikt deutlich sichtbar wird. Indem der Engel von diesem umfassenden Kampf spricht, erklärt er: «Nun aber komme ich, um dir Bericht zu geben, wie es deinem Volk gehen wird, am Ende der Tage; denn das Gesicht geht auf ferne Zeit.» (Dan. 10, 14).

Dan. 11 und 12 sind der Höhepunkt dessen, was dem vorausgegangen ist. Beachte folgende Vergleiche:

S. 96 Daniel 2 – 7 – 8 – 11 – 12
Aus dem Buch «Daniel – neu entdeckt»Seite 96

Daniel 2 – 7 – 8 – 11 – 12

Daniel 2Daniel 7Daniel 8Daniel 11 und 12
BabylonGoldenes HauptLöwe mit zwei Flügeln——
Medo-PersienBrust und Arme von SilberBär einseitig aufgerichtet mit drei Rippen zw. ZähnenWidder mit zwei HörnernNoch vier Könige nach Darius im Perserreich
GriechenlandBauch und Hüften von BronzeLeopard mit vier Köpfen und vier FlügelnZiegenbock
Ein Horn zwischen den Augen. Dieses Horn bricht ab, neue vier Hörner in die vier Winde
Ein schnell gross und mächtig werdender König, der auf seinem Höhepunkt stirbt, dessen Reich in vier Richtungen zerfällt.
RomSchenkel von EisenUnbekanntes, starkes, gräuliches, namenloses Tier mit eisernen Zähnen und zehn HörnernEin kleines Horn wächst aus einem der vier Winde (äusserster Norden) nach Süden, Osten und heiligem Land bis an das Heer des Himmels und dessen FürstenKämpfe zwischen dem König des Südens und König des Nordens mit wechselnden gegenseitigen Erfolgen.
Herrliches Land mit Tempel bedroht im Meer des Hellenismus
Zerteilung nach Roms FallFüsse und Zehen teils Eisen, teils TonNeues, kl. Horn anstelle von 3 ausgerissenen schafft neue Machtkonstellation (aus dreien wird Einer als Achter neben restl. sieben)Wegnahme des Täglichen, Verwüstung des Heiligtums dauert 2300 Abende und Morgen
Das Horn wirft die Wahrheit zu Boden
Das Horn ist ein verschlagener König
Die Könige in West und Ost werden nicht mehr erwähnt, weil sie keine Berührung mit Zion haben. Hingegen tritt neu ab V. 16 Rom über den Süden auf die Bühne.
Das GerichtVom Berg herab kommender, das Standbild zermalmender Steina) Gerichtssitzung im Himmel mit Urteilsfällung (V. 10)
b) Vollstreckung des Urteils (V. 26)
Er wird sich gegen das heilige Volk richten und gegen den Fürsten der Fürsten
Er wird zerbrechen ohne Zutun von Menschenhand
Am Ende der Bund zwischen Nord und Süd (unter kl. Horn) gegen den herrlichen, heiligen Berg (Zion), Bereitstellung der Heere zwischen dem Meer und dem heiligen Berg aber niemand wird ihm helfen im Endkampf.
Das ewige Königreich ChristiDer Stein wird zu einem grossen, weltfüllenden Berg (Vers 35c, 44)Das Reich und die Macht über die Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen gegeben werden.Das Gesicht ist wahr, soll aber geheim bleiben, denn es ist noch eine lange Zeit … bis das Heiligtum wieder zu seinem Recht kommt (Dan. 8, 14. 26)Der Erzengel Michael macht sich auf, um sein Volk zu retten aus der globalen Misere der Endzeit.

Einführung, Zahlensymbolik und Symbol-Lexikon des Studienhefts

BibeltextSchlachter 1951
Ganzes Kapitel lesen