Bibeltext · Psalm 50 Schlachter 1951
1 Ein Psalm Asaphs: Der HERR, der starke Gott, hat geredet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. 2 Aus Zion, der Schönheit Vollendung, bricht Gottes Glanz hervor. 3 Unser Gott kommt und schweigt nicht; verzehrendes Feuer ist vor ihm, und es stürmt gewaltig um ihn her. 4 Er ruft den Himmel droben und die Erde zum Gericht seines Volkes herbei. 5 Versammelt mir meine Frommen, die einen Bund mit mir gemacht haben über dem Opfer. 6 Da verkündigten die Himmel seine Gerechtigkeit, daß Gott selbst Richter ist. (Pause.) 7 Höre, mein Volk, so will ich reden; Israel, ich lege gegen dich Zeugnis ab: Ich, Gott, bin dein Gott. 8 Deiner Opfer halben will ich dich nicht strafen, sind doch deine Brandopfer stets vor mir. 9 Ich will keinen Farren aus deinem Hause nehmen, noch Böcke aus deinen Ställen! 10 Denn mein sind alle Tiere des Waldes, das Vieh auf den Bergen zu Tausenden. 11 Ich kenne alle Vögel auf den Bergen, und was sich auf dem Felde regt, ist mir bekannt. 12 Wenn mich hungerte, so würde ich es dir nicht sagen; denn mein ist der Erdkreis und was ihn erfüllt. 13 Soll ich Ochsenfleisch essen oder Bocksblut trinken? 14 Opfere Gott Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde; 15 und rufe mich an am Tage der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich ehren! 16 Aber zum Gottlosen spricht Gott: Was zählst du meine Satzungen her und nimmst meinen Bund in deinen Mund, 17 so du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich? 18 Wenn du einen Dieb siehst, so befreundest du dich mit ihm und hast Gemeinschaft mit Ehebrechern; 19 deinen Mund lässest du Böses reden, und deine Zunge flicht Betrug; 20 du sitzest und redest wider deinen Bruder, deiner Mutter Sohn verleumdest du! 21 Das hast du getan, und ich habe geschwiegen; da meintest du, ich sei gleich wie du; aber ich will dich strafen und es dir vor Augen stellen! 22 Merket doch das, die ihr Gottes vergesset, daß ich nicht hinwegraffe und kein Erretter da sei! 23 Wer Dank opfert, der ehrt mich, und wer den Weg bahnt, dem zeige ich Gottes Heil!
Bibeltext · Psalm 51 Schlachter 1951
1 Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. (051-2) Als der Prophet Nathan zu ihm kam, weil er zu Batseba eingegangen war: (051-3) O Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, tilge meine Übertretungen nach deiner großen Barmherzigkeit! 2 (051-4) Wasche mich gründlich von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde; 3 (051-5) denn ich erkenne meine Übertretungen, und meine Sünde ist immerdar vor mir. 4 (051-6) An dir allein habe ich gesündigt und getan, was in deinen Augen böse ist, auf daß du Recht behaltest mit deinem Spruch und dein Urteil unangefochten bleibe. 5 (051-7) Siehe, ich bin in Schuld geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen; 6 (051-8) siehe, du verlangst Wahrheit im Innersten: so tue mir im Verborgenen Weisheit kund! 7 (051-9) Entsündige mich mit Ysop, so werde ich rein; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee! 8 (051-10) Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine frohlocken, die du zerschlagen hast. 9 (051-11) Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden und tilge alle meine Missetat! 10 (051-12) Schaffe mir, o Gott, ein reines Herz und gib mir von neuem einen gewissen Geist! 11 (051-13) Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 12 (051-14) Gib mir wieder die Freude an deinem Heil, und ein williger Geist unterstütze mich! 13 (051-15) Ich will die Abtrünnigen deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren. 14 (051-16) Errette mich von den Blutschulden, o Gott, du Gott meines Heils, so wird meine Zunge deine Gerechtigkeit rühmen. 15 (051-17) Herr, tue meine Lippen auf, daß mein Mund dein Lob verkündige! 16 (051-18) Denn du begehrst kein Opfer, sonst wollte ich es dir geben; Brandopfer gefallen dir nicht. 17 (051-19) Die Gott wohlgefälligen Opfer sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten. 18 (051-20) Tue wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern Jerusalems! 19 (051-21) Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und Ganzopfer; dann kommen Farren auf deinen Altar!
Bibeltext · Psalm 52 Schlachter 1951
1 Dem Vorsänger. Eine Unterweisung von David. (052-2) Als Doeg, der Edomiter, kam und Saul anzeigte: David ist in das Haus Achimelechs gegangen! (052-3) Was rühmst du dich der Gnade Gottes den ganzen Tag, der du in der Bosheit stark bist? 2 (052-4) Deine Zunge trachtet nach Schaden; wie ein scharfes Schermesser, so heimtückisch ist sie. 3 (052-5) Du ziehst das Böse dem Guten vor, sprichst lieber schlecht als recht! (Pause.) 4 (052-6) Du redest gerne so, als wolltest du alles verschlingen, du Lügenmaul! 5 (052-7) Gott wird dich auch noch stürzen, und zwar für immer, er wird dich wegraffen, herausreißen aus dem Zelte und dich ausrotten aus dem Lande der Lebendigen! (Pause.) 6 (052-8) Das werden die Gerechten sehen mit Entsetzen und über ihn lachen: 7 (052-9) Seht, das ist der Mann, der Gott nicht zu seiner Zuflucht machte, sondern sich auf seinen großen Reichtum verließ und durch seine Habgier mächtig ward! 8 (052-10) Ich aber bin wie ein grüner Ölbaum im Hause Gottes; ich vertraue auf Gottes Gnade immer und ewiglich. 9 (052-11) Ich preise dich ewiglich für das, was du getan, und hoffe auf deinen Namen, weil er so gut ist, angesichts deiner Frommen.
Bibeltext · Psalm 53 Schlachter 1951
1 Dem Vorsänger. Auf der Machalat. Eine Unterweisung von David. (053-2) Die Narren sprechen in ihrem Herzen: «Es gibt keinen Gott!» Sie handeln verderblich und greulich verkehrt; keiner ist, der Gutes tut. 2 (053-3) Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder herab, zu sehen, ob jemand so klug sei, daß er nach Gott frage. 3 (053-4) [Doch] alle sind abgewichen, allesamt verdorben, keiner ist, der Gutes tut, kein einziger! 4 (053-5) Haben das die Übeltäter nicht erfahren, die mein Volk verschlingen, als äßen sie Brot? Gott aber riefen sie nicht an. 5 (053-6) Dort aber fürchteten sie sich, wo nichts zu fürchten war; denn Gott zerstreute die Gebeine deiner Belagerer; du machtest sie zuschanden; denn Gott verwarf sie. 6 (053-7) Ach, daß aus Zion die Rettung für Israel käme! Wenn Gott die Gefangenschaft seines Volkes wendet, wird Jakob sich freuen und Israel fröhlich sein.
Bibeltext · Psalm 54 Schlachter 1951
1 Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Eine Unterweisung von David. (054-2) Als die Siphiter kamen und zu Saul sprachen: Hält sich nicht David bei uns verborgen? (054-3) O Gott, durch deinen Namen rette mich und durch deine Macht schaffe mir Recht! 2 (054-4) O Gott, höre mein Gebet und nimm zu Ohren die Reden meines Mundes! 3 (054-5) Denn es haben sich Fremde wider mich erhoben, und Tyrannen trachten mir nach dem Leben; sie haben Gott nicht vor Augen. (Pause.) 4 (054-6) Siehe, Gott ist mein Helfer, der Herr hält es mit denen, die mein Leben erhalten. 5 (054-7) Möge meinen Feinden ihre Bosheit vergolten werden; nach deiner Treue vertilge sie! 6 (054-8) Ich will dir opfern aus freiem Trieb, deinen Namen, o HERR, will ich loben, denn er ist gut! 7 (054-9) Denn er hat mich errettet aus aller Not, und mein Auge sieht seine Lust an meinen Feinden.
Bibeltext · Psalm 55 Schlachter 1951
1 Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Eine Unterweisung von David. (055-2) Vernimm, o Gott, mein Gebet, und verbirg dich nicht vor meinem Flehen: 2 (055-3) merke auf mich und erhöre mich, obwohl ich umherirre in meiner Klage und unruhig bin, 3 (055-4) vor dem Brüllen des Feindes, vor der Bedrückung des Gottlosen; denn sie überhäufen mich mit Beschuldigungen und befeinden mich grimmig! 4 (055-5) Mein Herz bebt in mir, und des Todes Schrecken ist auf mich gefallen; 5 (055-6) Furcht und Zittern kommt mich an, und Todesblässe bedeckt mich. 6 (055-7) Und ich sprach: O hätte ich doch Taubenflügel, daß ich davonfliegen und irgendwo bleiben könnte! 7 (055-8) Siehe, ich wollte weit weg fliehen, in der Wüste Aufenthalt nehmen; 8 (055-9) ich wollte zu meinem Zufluchtsort eilen vor dem sausenden Wind und Sturm. (Pause.) 9 (055-10) Verwirre sie, HERR, mach uneins ihre Zungen, denn ich sehe in der Stadt Gewalttätigkeit und Streit! 10 (055-11) Solches geht Tag und Nacht um auf ihren Mauern, und in ihrem Innern ist Unheil und Mühsal. 11 (055-12) Habgier herrscht in ihrer Mitte, und von ihrem Markt weichen nicht Erpressung und Betrug. 12 (055-13) Denn es ist nicht mein Feind, der mich schmäht (das könnte ich ertragen); nicht mein Hasser erhebt sich wider mich vor dem wollte ich mich verbergen; 13 (055-14) aber du bist es, ein Mensch meinesgleichen, mein Freund und mein Vertrauter! 14 (055-15) Wir haben einst zusammen süßen Umgang gepflogen, sind ins Gotteshaus gegangen unter der Menge. 15 (055-16) Der Tod überfalle sie! Mögen sie lebendig zur Unterwelt fahren! Denn Bosheit ist in ihren Wohnungen, in ihren Herzen. 16 (055-17) Ich aber rufe zu Gott, und der HERR wird mir helfen; 17 (055-18) abends, morgens und mittags will ich beten und ringen, so wird er meine Stimme hören. 18 (055-19) Er hat meine Seele erlöst und ihr Frieden verschafft vor denen, die mich bekriegten; denn ihrer viele sind gegen mich gewesen. 19 (055-20) Gott wird hören und ihnen antworten, er, der von alters her thront (Pause). Denn sie ändern sich nicht, und sie fürchten Gott nicht. 20 (055-21) Er hat seine Hand ausgestreckt gegen die, welche in Frieden mit ihm lebten; seinen Bund hat er entweiht. 21 (055-22) Seine Reden sind süß, aber Krieg hat er im Sinn. Seine Worte sind sanfter als Öl, aber doch gezückte Schwerter. 22 (055-23) Wirf dein Anliegen auf den HERRN, der wird dich versorgen und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen! 23 (055-24) Du aber, o Gott, wirst sie in die tiefste Grube hinunterstoßen; die Blutgierigen und Falschen werden es nicht bis zur Hälfte ihrer Tage bringen. Ich aber vertraue auf dich!
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