Bibeltext · Psalm 56Schlachter 1951
1Dem Vorsänger. «Von der stummen Taube unter den Fremden.» Eine Denkschrift Davids; als ihn die Philister ergriffen zu Gat. (056-2) O Gott, sei mir gnädig; denn es schnaubt ein Mensch wider mich, immerfort bekriegt und bedrängt er mich! 2(056-3) Meine Widersacher schnauben den ganzen Tag, ja viele Hohe streiten wider mich. 3(056-4) Wenn mir angst ist, vertraue ich auf dich! 4(056-5) In Gott will ich rühmen sein Wort; auf Gott vertraue ich und habe keine Furcht; was kann Fleisch mir antun? 5(056-6) Täglich lauern sie auf meine Worte, auf mein Unglück gehen alle ihre Gedanken; 6(056-7) sie rotten sich zusammen, lauschen im Verborgenen, beobachten meine Tritte und lauern auf mein Leben. 7(056-8) Sollten sie bei ihrer Bosheit entrinnen? O Gott, stürze die Völker im Zorn! 8(056-9) Du zählst, wie oft ich fliehen muß; sammle meine Tränen in deinen Schlauch! Stehen sie nicht in deinem Buch? 9(056-10) Am Tage, da ich rufe, weichen meine Feinde zurück; das weiß ich, daß Gott für mich ist. 10(056-11) In Gott will ich rühmen das Wort, im HERRN will ich rühmen das Wort; 11(056-12) auf Gott vertraue ich und habe keine Furcht; was kann ein Mensch mir antun? 12(056-13) Die Gelübde, die ich dir, o Gott, gelobt, liegen auf mir; ich will dir Dankopfer bezahlen! 13(056-14) Denn hast du nicht meine Seele vom Tode errettet, meine Füße vom Gleiten, damit ich vor Gottes Angesicht wandle im Lichte des Lebens?
Bibeltext · Psalm 57Schlachter 1951
1Dem Vorsänger. «Verdirb nicht.» Eine Denkschrift Davids; als er vor Saul in die Höhle floh. (057-2) Sei mir gnädig, o Gott, sei mir gnädig; denn bei dir birgt sich meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel nehme ich Zuflucht, bis das Unglück vorüber ist. 2(057-3) Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der wohltut an mir. 3(057-4) Er wird mir vom Himmel Rettung senden, zum Hohn machen den, der wider mich schnaubt. (Pause.) Gott wird seine Gnade und Wahrheit senden. 4(057-5) Meine Seele ist mitten unter Löwen, ich liege zwischen Feuerbränden, wohne unter Menschenkindern, deren Zähne Speere und Pfeile und deren Zungen scharfe Schwerter sind. 5(057-6) Erhebe dich, o Gott, über den Himmel, über die ganze Erde deine Herrlichkeit! 6(057-7) Sie haben meinen Füßen ein Netz gestellt, meine Seele niedergebeugt; sie höhlten eine Grube aus, fielen aber selbst hinein! (Pause.) 7(057-8) Mein Herz ist bereit, o Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. 8(057-9) Wache auf, meine Ehre, Psalter und Harfe, wacht auf! Ich will mit dem Morgenrot erwachen. 9(057-10) Herr, ich will dich preisen unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten; 10(057-11) denn deine Gnade ist groß; sie reicht bis zum Himmel, und deine Wahrheit bis zu den Wolken! 11(057-12) Erhebe dich, o Gott, über den Himmel, über die ganze Erde deine Herrlichkeit!
Bibeltext · Psalm 58Schlachter 1951
1Dem Vorsänger. «Verdirb nicht.» Eine Denkschrift von David. (058-2) Seid ihr denn wirklich stumm, wo ihr Recht sprechen, wo ihr ein richtiges Urteil fällen solltet, ihr Menschenkinder? 2(058-3) Statt dessen schmiedet ihr Unrecht im Herzen, im Lande teilen eure Hände Mißhandlungen aus. 3(058-4) Die Gottlosen sind von Mutterleib an auf falscher Bahn, die Lügner gehn von Geburt an auf dem Irrweg. 4(058-5) Sie haben Gift wie Schlangengift, wie eine taube Otter, die ihr Ohr verstopft, 5(058-6) die nicht hören will auf die Stimme des Schlangenbeschwörers, des Zauberers, der den Bann sprechen kann. 6(058-7) O Gott, reiße ihnen die Zähne aus dem Maul; HERR, zerschmettere den jungen Löwen das Gebiß! 7(058-8) Laß sie zerrinnen wie Wasser, das sich verläuft! Legt er seinen Pfeil an, so seien sie wie abgeschnitten! 8(058-9) Sie sollen sein wie eine Schnecke, die dahingeht und vergeht, wie eine Fehlgeburt, welche niemals die Sonne sah! 9(058-10) Ehe noch eure Hecken die Dornen bemerken, erfasse sie, wenn sie noch frisch sind, die Feuerglut! 10(058-11) Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Rache sieht, und wird seine Füße baden in des Gottlosen Blut. 11(058-12) Und die Leute werden sagen: Es gibt doch einen Lohn für den Gerechten; es gibt doch einen Gott, der richtet auf Erden!
Bibeltext · Psalm 59Schlachter 1951
1Dem Vorsänger. «Verdirb nicht.» Eine Denkschrift von David; als Saul das Haus bewachen ließ, um ihn zu töten. (059-2) Mein Gott, errette mich von meinen Feinden, befreie mich von meinen Widersachern! 2(059-3) Errette mich von den Übeltätern und hilf mir von den Blutgierigen! 3(059-4) Denn siehe, sie lauern auf mein Leben, Starke sammeln sich wider mich, o HERR, ohne mein Verschulden und ohne daß ich gefehlt. 4(059-5) Gegen einen Unschuldigen laufen und rüsten sie sich; mache dich auf, komm mir entgegen und siehe darein! 5(059-6) Ja, du, HERR, Gott der Heerscharen, Gott Israels, mache dich auf, alle Heiden heimzusuchen, schone keinen der ruchlosen Verräter! (Pause.) 6(059-7) Sie kommen jeden Abend, heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt herum. 7(059-8) Siehe, ihr Mund sprudelt [Böses], Schwerter sind auf ihren Lippen; denn [sie denken:] «Wer hört es?» 8(059-9) Aber du, HERR, lachst ihrer, du spottest aller Heiden. 9(059-10) Meine Stärke, auf dich gebe ich acht; denn Gott ist meine hohe Burg. 10(059-11) Mein Gott wird mir entgegenkommen mit seiner Gnade; Gott wird mich meine Lust sehen lassen an meinen Feinden. 11(059-12) Töte sie nicht, sonst hat es mein Volk bald wieder vergessen; vertreibe sie durch deine Macht und stürze sie, Herr, unser Schild! 12(059-13) Das Wort ihres Mundes ist nichts als Sünde, sie verstricken sich in ihrem Übermut, in den Flüchen, die sie ausstoßen, und in den Lügen, die sie erzählen. 13(059-14) Vertilge sie im Zorn, vertilge sie gänzlich, damit man innewerde, daß Gott in Jakob herrscht bis an die Enden der Erde! (Pause.) 14(059-15) Dann sollen sie am Abend wiederkommen, heulen wie die Hunde und umherlaufen in der Stadt; 15(059-16) sie sollen umherirren nach Speise, wenn sie keine Nahrung und kein Obdach finden! 16(059-17) Ich aber will deine Macht besingen und alle Morgen deine Gnade rühmen, daß du mir zur Zuflucht geworden bist, zum Schutz am Tage der Not. 17(059-18) Ich will dir singen, meine Stärke; denn du bist meine Zuflucht, mein gnädiger Gott!
Bibeltext · Psalm 60Schlachter 1951
1Dem Vorsänger. Auf Schuschan Edut. Eine Denkschrift von David; zum Lehren. (060-2) Als er gestritten hatte mit den Syrern von Mesopotamien und mit den Syrern von Zoba, und Joab zurückkehrte und die Edomiter im Salztal schlug, zwölftausend Mann. (060-3) O Gott, der du uns verstoßen und in deinem Zorn zerrissen hast, stelle uns wieder her! 2(060-4) Der du die Erde erschüttert und zerspalten hast, heile ihre Brüche; denn sie wankt. 3(060-5) Du hast dein Volk Schweres sehen lassen, du tränktest uns mit Taumelwein. 4(060-6) Du hast denen, die dich fürchten, ein Panier gegeben, daß sie sich erheben angesichts [deiner] Treue. (Pause.) 5(060-7) Auf daß deine Geliebten errettet werden, laß siegen deine Rechte und erhöre uns! 6(060-8) Gott hat gesprochen in seinem Heiligtum: «Ich will frohlocken! Ich will Sichem teilen und das Tal Suchot vermessen; 7(060-9) Gilead ist mein, und Manasse ist mein, Ephraim ist meines Hauptes Wehr, Juda mein Herrscherstab; 8(060-10) Moab ist mein Waschbecken, über Edom werfe ich meinen Schuh, jauchze mir zu, Philisterland!» 9(060-11) Wer führt mich in eine feste Stadt, wer geleitet mich nach Edom? 10(060-12) Wirst du es nicht tun, o Gott, der du uns verstoßen hast? Oder solltest du, o Gott, nicht ausziehen mit unserm Heer? 11(060-13) Schaffe uns Hilfe in der Not, denn eitel ist Menschenhilfe! 12(060-14) Mit Gott wollen wir Taten tun; er wird unsre Feinde untertreten.
Bibeltext · Psalm 61Schlachter 1951
1Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Von David. (061-2) Höre, o Gott, mein Schreien, merke auf mein Gebet! 2(061-3) Vom Ende der Erde rufe ich zu dir in der Angst meines Herzens: Führe du mich auf den Felsen, der mir zu hoch ist! 3(061-4) Denn du bist meine Zuflucht geworden, ein starker Turm vor dem Feind. (Pause.) 4(061-5) Laß mich ewiglich wohnen in deinem Zelte, mich bergen im Schatten deiner Flügel! 5(061-6) Denn du, o Gott, hast auf meine Gelübde gehört, du hast mir das Erbteil derer gegeben, die deinen Namen fürchten. 6(061-7) Verleihe dem Könige langes Leben, daß seine Jahre Geschlechter überdauern; 7(061-8) möge er ewiglich vor Gottes Angesicht bleiben; gib, daß Gnade und Treue ihn behüten! 8(061-9) Also will ich deinen Namen immerdar preisen, um meine Gelübde zu bezahlen Tag für Tag.
Bibeltext · Psalm 62Schlachter 1951
1Dem Vorsänger. Nach Jedutun. Ein Psalm Davids. (062-2) Nur auf Gott wartet still meine Seele, von ihm kommt mein Heil. 2(062-3) Nur er ist mein Fels und mein Heil, meine hohe Burg; ich werde nicht allzusehr wanken. 3(062-4) Wie lange laufet ihr alle Sturm gegen einen Mann und wollt ihn zertrümmern wie eine hangende Wand, eine sinkende Mauer? 4(062-5) Nur von seiner Höhe planen sie ihn herabzustoßen; sie haben Wohlgefallen an Lüge; mit ihrem Munde segnen sie, aber im Herzen fluchen sie. (Pause.) 5(062-6) Nur auf Gott wartet still meine Seele; denn von ihm kommt, was ich hoffe; 6(062-7) nur er ist mein Fels und mein Heil, meine hohe Burg; ich werde nicht wanken. 7(062-8) Auf Gott ruht mein Heil und meine Ehre; der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht ist in Gott. 8(062-9) Vertraue auf ihn allezeit, o Volk, schütte dein Herz vor ihm aus! Gott ist unsre Zuflucht. 9(062-10) Nur ein Hauch sind die Menschenkinder, große Herren trügen auch, auf der Waage steigen sie empor, sind alle leichter als ein Hauch! 10(062-11) Verlasset euch nicht auf erpreßtes Gut und auf geraubtes seid nicht stolz; nimmt das Vermögen zu, so setzet euer Vertrauen nicht darauf! 11(062-12) Einmal hat Gott geredet, zweimal habe ich das gehört, daß die Macht Gottes sei. 12(062-13) Dein, o Herr, ist aber auch die Gnade; denn du bezahlst einem jeden nach seinem Tun!
Bibeltext · Psalm 63Schlachter 1951
1Ein Psalm Davids, als er in der Wüste Juda war. (063-2) O Gott, du bist mein Gott; frühe suche ich dich; es dürstet meine Seele nach dir, mein Fleisch schmachtet nach dir in einem dürren, müden Land, wo kein Wasser ist! 2(063-3) Wie gern sähe ich deine Macht und Herrlichkeit so, wie ich dich im Heiligtum sah; 3(063-4) denn deine Gnade ist besser als Leben; meine Lippen sollen dich preisen. 4(063-5) So will ich dich loben mein Leben lang, in deinem Namen meine Hände aufheben. 5(063-6) Meine Seele wird satt wie von Fett und Mark, und mit jauchzenden Lippen lobt dich mein Mund, 6(063-7) wenn ich deiner gedenke auf meinem Lager, in den Nachtwachen über dich sinne; 7(063-8) denn du bist meine Hilfe geworden, und unter dem Schatten deiner Flügel juble ich. 8(063-9) Meine Seele hängt dir an, deine Rechte hält mich fest. 9(063-10) Jene aber, die meine Seele zu verderben trachten, müssen hinabfahren in die untersten Örter der Erde! 10(063-11) Man wird sie dem Schwerte preisgeben, eine Beute der Schakale werden sie sein! 11(063-12) Der König aber soll sich freuen in Gott; wer bei ihm schwört, wird sich glücklich preisen; aber jedes Lügenmaul wird verstopft!
Bibeltext · Psalm 64Schlachter 1951
1Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. (064-2) O Gott, höre meine Stimme, wenn ich seufze; behüte meine Seele, wenn der Feind mich schreckt! 2(064-3) Verbirg mich vor den geheimen Plänen der Bösewichter, vor der Rotte der Übeltäter, 3(064-4) deren Zungen so scharf sind wie Schwerter und die ihren Pfeil anlegen, ein bitteres Wort, 4(064-5) um damit heimlich den Unschuldigen zu treffen, plötzlich auf ihn zu schießen ohne Scheu. 5(064-6) Sie nehmen sich böse Sachen vor, verabreden sich, Schlingen zu legen, sagen: «Wer wird sie sehen?» 6(064-7) Sie ersinnen Tücken: «Wir sind fertig, halten unsern Plan geheim!» Eines jeden Inneres und sein Herz sind unerforschlich! 7(064-8) Aber Gott hat sie schon getroffen mit dem Pfeil; urplötzlich fühlten sie sich verwundet. 8(064-9) Und zwar hat ihre eigene Zunge sie zu Fall gebracht, so daß sich jedermann entsetzt, der sie sieht. 9(064-10) Da fürchten sich alle Leute und bekennen: «Das hat Gott getan!» und erkennen, daß es sein Werk ist. 10(064-11) Der Gerechte freut sich im HERRN und nimmt seine Zuflucht zu ihm, und alle aufrichtigen Herzen preisen sich glücklich.
Bibeltext · Psalm 65Schlachter 1951
1Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids; ein Lied. (065-2) Du bist es, o Gott, dem Lobgesang gebührt zu Zion, und dem man Gelübde bezahlen soll! 2(065-3) Du erhörst Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir! 3(065-4) Die Summe der Missetaten ist mir zu schwer geworden; du sühnst unsre Übertretungen. 4(065-5) Wohl dem, den du erwählst und zu dir nahen lässest, daß er wohne in deinen Vorhöfen! Laß uns satt werden von den Gütern deines Hauses, deines heiligen Tempels! 5(065-6) Du antwortest uns wunderbar in Gerechtigkeit, du Gott unsres Heils, du Zuversicht aller Enden der Erde und der fernsten Meere; 6(065-7) der die Berge gründet in seiner Kraft, der mit Macht umgürtet ist; 7(065-8) welcher stillt das Brausen des Meeres, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker, 8(065-9) daß die, welche an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen sich fürchten; die äußersten Länder gegen Morgen und Abend machst du jubeln. 9(065-10) Du suchst das Land heim und wässerst es und machst es sehr reich; Gottes Brunnen hat Wassers die Fülle. Du bereitest ihr Korn, denn also bereitest du [das Land] zu; 10(065-11) du tränkst seine Furchen, feuchtest seine Schollen; mit Regenschauern machst du es weich und segnest sein Gewächs. 11(065-12) Du krönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Fußstapfen triefen von Fett. 12(065-13) Es triefen die Oasen der Wüste, und mit Jubel gürten sich die Hügel. 13(065-14) Wie sich die Weiden mit Schafen kleiden, so bedecken sich die Täler mit Korn, daß man jauchzt und singt.
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