Bibeltext · Psalm 42 Schlachter 1951
1 Dem Vorsänger. Eine Unterweisung von den Kindern Korahs. (042-2) Wie ein Hirsch nach Wasserbächen lechzt, so lechzt meine Seele, o Gott, nach dir! 2 (042-3) Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott: Wann darf ich kommen und erscheinen vor Gottes Angesicht? 3 (042-4) Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist dein Gott? 4 (042-5) Daran will ich denken, und meine Seele in mir ausschütten, wie ich dahinzog im Gedränge, sie führte zum Gotteshaus unter lautem Lobgesang, eine feiernde Menge. 5 (042-6) Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Heil und mein Gott ist! 6 (042-7) Meine Seele ist betrübt; darum gedenke ich deiner im Lande des Jordan und der Hermonkuppen, am Berge Mizar. 7 (042-8) Eine Flut ruft der andern beim Rauschen deiner Wassergüsse; alle deine Wellen und Wogen sind über mich gegangen. 8 (042-9) Des Tages wolle der HERR seine Gnade verordnen, und des Nachts wird sein Lied bei mir sein, ein Gebet zu dem Gott meines Lebens. 9 (042-10) Ich will sagen zu Gott, meinem Fels: Warum hast du meiner vergessen, warum muß ich traurig einhergehen, weil mein Feind mich drängt? 10 (042-11) Wie Zermalmung meiner Gebeine ist der Hohn meiner Bedränger, da sie täglich zu mir sagen: Wo ist dein Gott? 11 (042-12) Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Heil und mein Gott ist!
Bibeltext · Psalm 43 Schlachter 1951
1 Schaffe mir Recht, o Gott, und führe meine Sache wider ein liebloses Volk, errette mich von dem falschen und bösen Mann! 2 Denn du bist der Gott, der mich schützt; warum verwirfst du mich? Warum muß ich traurig einhergehen, da mein Feind mich drängt? 3 Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, mich bringen zu deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen, 4 daß ich hineingehe zum Altare Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dich preise auf der Harfe, o Gott, mein Gott! 5 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! Denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Heil und mein Gott ist.
Bibeltext · Psalm 44 Schlachter 1951
1 Dem Vorsänger. Eine Unterweisung von den Kindern Korahs. (044-2) O Gott, mit unsern eigenen Ohren haben wir es gehört, unsre Väter haben es uns erzählt, was du für Taten getan hast zu ihrer Zeit, in den Tagen der Vorzeit! 2 (044-3) Du hast mit deiner Hand die Heiden vertrieben, sie aber gepflanzt; du hast Völker zerschmettert, sie aber ausgebreitet. 3 (044-4) Denn nicht mit ihrem Schwert haben sie das Land gewonnen; und ihr Arm hat ihnen nicht geholfen, sondern deine rechte Hand und dein Arm und das Licht deines Angesichts; denn du hattest Wohlgefallen an ihnen. 4 (044-5) Du bist derselbe, mein König, o Gott; verordne Jakobs Heil! 5 (044-6) Durch dich wollen wir unsre Feinde niederstoßen; in deinem Namen wollen wir unsre Widersacher zertreten. 6 (044-7) Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen; 7 (044-8) sondern du hast uns geholfen vor unsern Feinden und hast zuschanden gemacht, die uns hassen. 8 (044-9) Gottes rühmen wir uns alle Tage, und deinen Namen loben wir ewig. (Pause.) 9 (044-10) Und doch hast du uns verworfen und zuschanden werden lassen und bist nicht ausgezogen mit unsern Heerscharen. 10 (044-11) Du ließest uns zurückweichen vor dem Feind; und die uns hassen, haben sich Beute gemacht. 11 (044-12) Du gibst uns hin wie Schafe zum Fraße und zerstreust uns unter die Heiden. 12 (044-13) Du verkaufst dein Volk um ein Spottgeld und verlangst nicht viel dafür! 13 (044-14) Du setzest uns der Beschimpfung unserer Nachbarn aus, dem Hohn und Spott derer, die uns umgeben. 14 (044-15) Du machst uns zum Sprichwort unter den Heiden, daß die Völker den Kopf über uns schütteln. 15 (044-16) Alle Tage ist meine Schmach vor mir, und Scham bedeckt mein Angesicht 16 (044-17) wegen der Stimme des Spötters und Lästerers, wegen des Feindes, des Rachgierigen. 17 (044-18) Dieses alles ist über uns gekommen; und doch haben wir deiner nicht vergessen, noch deinen Bund gebrochen. 18 (044-19) Unser Herz hat sich nicht zurückgewandt, noch sind unsre Schritte abgewichen von deinem Pfad, 19 (044-20) daß du uns zermalmtest am Orte der Schakale und uns mit Todesschatten bedecktest! 20 (044-21) Wenn wir des Namens unsres Gottes vergessen und unsre Hände zu einem fremden Gott ausgestreckt hätten, 21 (044-22) würde Gott das nicht erforschen? Er kennt ja die Geheimnisse des Herzens. 22 (044-23) So aber werden wir um deinetwillen alle Tage erwürgt und sind geachtet wie Schlachtschafe. 23 (044-24) Herr, erhebe dich! Warum schläfst du? Wache auf und verstoße uns nicht für immer! 24 (044-25) Warum verbirgst du dein Angesicht und vergissest unsres Elendes und unsrer Bedrängnis? 25 (044-26) Denn unsre Seele ist bis zum Staub gebeugt, und unser Leib klebt am Erdboden. 26 (044-27) Mache dich auf, uns zu helfen, und erlöse uns um deiner Gnade willen!
Bibeltext · Psalm 45 Schlachter 1951
1 Dem Vorsänger. Nach [der Singweise] «Lilien». Von den Kindern Korahs. Eine Unterweisung; ein Lied der Liebe. (045-2) Mein Herz dichtet ein feines Lied; was ich sage, ist für den König bestimmt, meine Zunge ist der Griffel eines fertigen Schreibers. 2 (045-3) Du bist schöner als die Menschenkinder, Anmut ist über deine Lippen ausgegossen, weil Gott dich auf ewig gesegnet hat! 3 (045-4) Gürte dein Schwert an die Seite, du Held, deine Ehre und deine Pracht! 4 (045-5) Fahre siegreich einher für die Sache der Wahrheit, der Milde und Gerechtigkeit, und deine Rechte lehre dich wunderbare Dinge! 5 (045-6) Deine Pfeile sind scharf, sie unterwerfen dir die Völker; sie dringen ins Herz der Feinde des Königs. 6 (045-7) Dein Thron, o Gott, bleibt immer und ewig, das Zepter deines Reiches ist ein gerades Zepter! 7 (045-8) Du liebst die Gerechtigkeit und hassest das gottlose Wesen, darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit dem Öl der Freuden mehr als deine Genossen. 8 (045-9) Nach Myrrhen, Aloe und Kassia riechen deine Kleider; aus elfenbeinernen Palästen erfreut dich Saitenspiel. 9 (045-10) Königstöchter sind unter deinen Geliebten; die Gemahlin steht zu deiner Rechten in Gold von Ophir. 10 (045-11) Höre, Tochter, blicke her und neige dein Ohr, vergiß dein Volk und deines Vaters Haus! 11 (045-12) Und wird der König Lust haben an deiner Schönheit (denn er ist dein Herr), so huldige ihm. 12 (045-13) Und die Tochter von Tyrus wird mit Geschenken kommen, die Reichsten des Volkes deine Gunst suchen. 13 (045-14) Ganz herrlich ist die Königstochter drinnen, von gewirktem Gold ist ihr Gewand. 14 (045-15) In gestickten Kleidern wird sie dem König zugeführt; die Jungfrauen, die sie begleiten, ihre Gespielinnen, werden zu dir gebracht. 15 (045-16) Man führt sie mit Freuden und Frohlocken, und sie gehen ein in des Königs Palast. 16 (045-17) An deiner Väter Statt werden deine Söhne treten, du wirst sie zu Fürsten setzen im ganzen Land. 17 (045-18) Ich will deinen Namen erwähnen für und für; darum werden dich die Völker preisen immer und ewiglich.
Bibeltext · Psalm 46 Schlachter 1951
1 Dem Vorsänger. Von den Kindern Korahs. Auf Alamoth. Ein Lied. (046-2) Gott ist unsre Zuversicht und Stärke; eine Hilfe, in Nöten kräftig erfunden. 2 (046-3) Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde weicht und die Berge mitten ins Meer sinken, 3 (046-4) wenn gleich seine Wasser wüten und toben und vor seinem Übermut die Berge zittern. (Pause.) 4 (046-5) Ein Strom mit seinen Bächen erfreut die Stadt Gottes, die heiligen Wohnungen des Höchsten. 5 (046-6) Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken; Gott wird ihr helfen, wenn der Morgen anbricht. 6 (046-7) Die Völker tobten, die Königreiche wankten, als er seine Stimme hören ließ; und die Erde verging. 7 (046-8) Mit uns aber ist der HERR der Heerscharen; der Gott Jakobs ist für uns eine feste Burg! (Pause.) 8 (046-9) Kommt her, schauet die Werke des HERRN, der auf Erden Verheerungen angerichtet hat, 9 (046-10) der den Kriegen ein Ende macht, der den Bogen zerbricht, den Speer zerschlägt und die Wagen mit Feuer verbrennt! 10 (046-11) Seid stille und erkennet, daß ich Gott bin; ich will erhaben sein unter den Völkern, ich will erhaben sein auf Erden. 11 (046-12) Der HERR der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jakobs ist unsre feste Burg! (Pause.)
Bibeltext · Psalm 47 Schlachter 1951
1 Dem Vorsänger. Von den Kindern Korahs. Ein Psalm. (047-2) Klatscht in die Hände, ihr Völker alle! Jauchzet Gott mit fröhlichem Schall! 2 (047-3) Denn der HERR, der Höchste, ist zu fürchten, ein großer König über die ganze Erde. 3 (047-4) Er wird die Völker unter uns zwingen und die Nationen unter unsre Füße. 4 (047-5) Er wird uns unser Erbteil erwählen, den Stolz Jakobs, den er geliebt. (Pause.) 5 (047-6) Gott ist aufgefahren mit Jauchzen, der HERR mit dem Schall der Posaune. 6 (047-7) Lobsinget, lobsinget Gott! Lobsinget, lobsinget unserm König! 7 (047-8) Denn Gott ist König der ganzen Erde; lobsinget andächtig! 8 (047-9) Gott herrscht über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. 9 (047-10) Die Edlen der Völker haben sich versammelt zum Volk des Gottes Abrahams; denn Gott gehören die Schilde der Erde; er ist sehr erhaben.
Bibeltext · Psalm 48 Schlachter 1951
1 Ein Lied; ein Psalm. Von den Kindern Korahs. (048-2) Groß ist der HERR und hoch gelobt in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge. 2 (048-3) Schön erhebt sich der Berg Zion, die Freude des ganzen Landes; auf der Seite gegen Mitternacht ist die Stadt des großen Königs. 3 (048-4) Gott ist in ihren Palästen bekannt als eine feste Burg. 4 (048-5) Denn siehe, Könige haben sich verbündet und sind miteinander vorübergezogen. 5 (048-6) Sie haben sich verwundert, als sie solches sahen; sie erschraken und flohen davon. 6 (048-7) Zittern ergriff sie daselbst, Angst wie eine Gebärende. 7 (048-8) Durch den Ostwind zerbrichst du Tarsisschiffe. 8 (048-9) Wie wir's gehört, so haben wir's gesehen in der Stadt des HERRN der Heerscharen, in der Stadt unsres Gottes. Gott wird sie erhalten bis in Ewigkeit. (Pause.) 9 (048-10) Wir gedenken, o Gott, deiner Gnade inmitten deines Tempels. 10 (048-11) O Gott, wie dein Name, also reicht auch dein Ruhm bis an die Enden der Erde; deine Rechte ist voller Gerechtigkeit. 11 (048-12) Der Berg Zion freut sich, die Töchter Judas frohlocken um deiner Gerichte willen. 12 (048-13) Geht rings um Zion, umwandelt sie, zählt ihre Türme! 13 (048-14) Beachtet ihre Bollwerke, durchgehet ihre Paläste, auf daß ihr es den Nachkommen erzählet, 14 (048-15) daß dieser Gott unser Gott ist immer und ewig; er führt uns über den Tod hinweg!
Bibeltext · Psalm 49 Schlachter 1951
1 Dem Vorsänger. Von den Kindern Korahs. Ein Psalm. (049-2) Höret dies, ihr Völker alle, merket doch auf, alle Bewohner der Welt, 2 (049-3) ihr Kinder des Volkes und Herrensöhne, alle miteinander, reich und arm! 3 (049-4) Mein Mund soll Weisheit reden und das Dichten meines Herzens verständig sein. 4 (049-5) Ich will einem Spruche lauschen und beim Harfenspiel mein Rätsel lösen. 5 (049-6) Warum sollte ich mich fürchten zur bösen Zeit, wenn mich die Missetat meiner Verfolger umringt? 6 (049-7) Sie verlassen sich auf ihr Vermögen und prahlen mit ihrem großen Reichtum. 7 (049-8) Und doch kann kein Bruder den andern erlösen; er vermag Gott das Lösegeld nicht zu geben! 8 (049-9) Zu teuer ist die Erlösung ihrer Seelen, so daß er auf ewig davon abstehen muß! 9 (049-10) Oder sollte er immerdar leben und die Grube nicht sehen? 10 (049-11) Doch, er wird sie sehen! Die Weisen müssen sterben, die Toren und Narren kommen miteinander um und müssen ihr Vermögen andern überlassen. 11 (049-12) Das Grab ist ihr ewiges Haus, ihre Wohnung für und für, wenn sie auch nach ihren Namen Länder benannt haben. 12 (049-13) Aber der Mensch bleibt nicht lange in seinem Glanz; er gleicht dem Vieh, das umgebracht wird. 13 (049-14) Dieser ihr Weg ist ihre Torheit, und doch haben ihre Nachkommen Wohlgefallen an ihren Worten. (Pause.) 14 (049-15) Herdenweise sinken sie ins Totenreich hinab, der Tod weidet sie, und die Redlichen werden am Morgen über sie herrschen. Ihre Gestalt ist zum Vergehen bestimmt, das Totenreich zu ihrer Wohnung. 15 (049-16) Aber Gott wird meine Seele aus der Gewalt des Totenreiches erlösen; denn er wird mich annehmen! (Pause.) 16 (049-17) Fürchte dich nicht, wenn einer reich wird, wenn die Ehre seines Hauses groß wird; 17 (049-18) denn bei seinem Tod nimmt er das alles nicht mit, seine Ehre fährt ihm nicht nach! 18 (049-19) Denn man preist ihn glücklich, solange er lebt (und man lobt dich, wenn es dir gut geht), 19 (049-20) bis auch er eingehen wird zum Geschlecht seiner Väter, die in Ewigkeit das Licht nicht sehen. 20 (049-21) Der Mensch im Glanz, doch ohne Verstand, ist gleich dem Vieh, das umgebracht wird!
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