2 Erklärung
Die Stadt damals
, das heutige Izmir, war eine schöne, stolze Hafenstadt und Rom treu ergeben. Sie hatte einen der ersten Tempel für die Göttin Roma und später einen für den Kaiser. Wer dort nicht beim Kaiserkult mitmachte, galt schnell als Staatsfeind. Die Stadt war einst zerstört worden und wieder neu aufgebaut, sie war also gleichsam „tot und wieder lebendig“. Der Name Smyrna kommt von Myrrhe, einem Harz, das wunderbar duftet, aber bitter schmeckt und zum Einbalsamieren der Toten benutzt wurde.
Die Zeit auf der Erde
Der zweite Brief beschreibt die Gemeinde im 2. und 3. Jahrhundert bis zum Jahr 313. Das Christentum ist im Römischen Reich verboten. Christen weigern sich, dem Kaiser Weihrauch zu opfern und ihn „Herr“ zu nennen. Darum gelten sie als gottlos und gefährlich.
Immer wieder brechen Verfolgungen aus. Um das Jahr 155 wird in Smyrna selbst der alte Bischof Polykarp verhaftet. Nach dem Bericht seiner Gemeinde soll er sagen, er diene Christus seit 86 Jahren, und Christus habe ihm nie etwas zuleide getan, wie könne er da seinen König lästern? Er wird auf dem Scheiterhaufen getötet. Im Jahr 250 befiehlt Kaiser Decius im ganzen Reich, dass jeder den Göttern opfern muss. In Rom treffen sich die Christen in den , den unterirdischen Grabanlagen.
Die schwerste Verfolgung beginnt im Jahr 303 unter Kaiser Diokletian. Kirchen werden zerstört, Bibeln verbrannt, Christen gefoltert und getötet. Sie dauert bis zum Jahr 313, also zehn Jahre. Dann erlaubt Kaiser Konstantin den Christen, ihren Glauben frei zu leben. Und doch wächst die Gemeinde gerade in dieser Zeit. Ein Kirchenvater schrieb: Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche.
Wie der Brief dazu passt
Jesus stellt sich vor als „der Erste und der Letzte, der tot war und lebendig geworden ist“. Wer verfolgt wird und vielleicht sterben muss, braucht genau das: einen Herrn, der selbst durch den Tod gegangen ist und lebt.
Jesus kennt ihre Drangsal und ihre Armut, und doch nennt er sie reich. Viele Christen verloren ihren Besitz, ihre Arbeit, ihre Familie. In Gottes Augen sind sie reich. Smyrna bekommt als eine von nur zwei Gemeinden keinen einzigen Tadel.
Dann sagt er voraus, dass sie zehn Tage lang Drangsal haben werden. In der biblischen Prophetie steht ein Tag oft für ein Jahr (4. Mose 14,34; Hes 4,6). Adventisten sehen darin die zehn Jahre der Verfolgung unter Diokletian, 303 bis 313, die schwerste und letzte grosse Verfolgung dieser Zeit.
Jesus ruft sie auf, treu zu bleiben bis in den Tod, und verheisst ihr die Krone des Lebens. Die Krone war in Smyrna ein bekanntes Bild, denn die Stadt war für ihre Spiele und Siegerkränze berühmt. Und die Verheissung: Wer überwindet, dem wird der zweite Tod nichts anhaben. Der erste Tod kann einem Christen das Leben nehmen, aber nicht das ewige Leben (Offb 20,6).
Für dich
Was würdest du festhalten, wenn dein Glaube dich etwas kosten würde?