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Der Weg › Teil 5 › Die Offenbarung

Schritt 7 von 31 · Die Offenbarung

Sardes: Reformation und Erstarrung

Offenbarung 3,1–61517–1798

Ganze Bibel: Schritt 766 von 790

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Die Stadt damals

war einmal eine der reichsten Städte der Welt, die Hauptstadt des Königs Krösus, dessen Reichtum sprichwörtlich wurde. Die Burg lag auf einem steilen Felsen und galt als uneinnehmbar. Gerade darum fühlten sich die Wächter sicher. Zweimal in ihrer Geschichte wurde sie erobert, weil Feinde nachts die Felswand hinaufkletterten, während niemand wachte: zuerst durch den Perserkönig Kyros, Jahrhunderte später noch einmal. Zur Zeit des Johannes lebte Sardes vor allem vom Ruhm vergangener Tage.

Die Zeit auf der Erde

Der fünfte Brief beschreibt die Zeit von der Reformation bis 1798. Am 31. Oktober 1517 schlägt Martin Luther seine gegen den Ablass an. 1521 steht er vor dem Kaiser in Worms und weigert sich zu widerrufen, solange man ihn nicht mit der Schrift widerlegt. Er übersetzt die Bibel ins Deutsche. In Zürich predigt Ulrich Zwingli ab 1519 direkt aus der Bibel, in Genf wirkt später Johannes Calvin. Die Botschaft lautet: allein die Schrift, allein durch Gnade, allein durch den Glauben. Ganz Europa wird aufgerüttelt.

Doch nach der ersten Generation erlahmt der Aufbruch. Die Reformer selbst hatten gesagt, man solle weitergehen, wenn Gott mehr Licht aus seinem Wort schenkt. Ihre Nachfolger aber schreiben die Lehren in feste Bekenntnisse und streiten sich über Lehrsätze. Der Glaube wird für viele zur Form: Man gehört zur richtigen Kirche, aber das Herz bleibt kalt. Protestanten und Katholiken führen blutige Kriege gegeneinander, am schrecklichsten im Dreissigjährigen Krieg von 1618 bis 1648.

Im 18. Jahrhundert setzt die Aufklärung den Verstand über die Offenbarung. Viele Gebildete halten die Bibel für ein Märchenbuch. In der Französischen Revolution wird der christliche Glaube offiziell abgeschafft, Bibeln werden verbrannt, und in Paris feiert man ein Fest der Göttin der Vernunft. 1798 schliesslich nimmt der französische General Berthier den Papst gefangen. Damit enden die 1260 Jahre, und eine neue Zeit beginnt.

Wie der Brief dazu passt

Jesus stellt sich vor als der, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat. Die sieben Geister stehen für die Fülle des Heiligen Geistes (Offb 4,5). Einer erstarrten Gemeinde bietet Jesus genau das an, was sie wieder lebendig macht: seinen Geist.

Dann sein Urteil: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist doch tot. Die Kirchen der Reformation trugen einen grossen Namen und beriefen sich auf die mutigen Reformer, aber vielerorts war das Leben aus ihnen gewichen. Jesus sagt auch, er habe ihre Werke nicht vollendet gefunden. Die Reformation hatte vieles wiederentdeckt, aber sie blieb auf halbem Weg stehen.

Jesus ruft: Werde wach, stärke das Übrige, denk daran, wie du empfangen und gehört hast, und kehr um. Sonst komme er wie ein Dieb. Die Bewohner von Sardes verstanden dieses Bild sofort, ihre Stadt war zweimal gefallen, weil niemand wachte. Und es zeigt, dass der Blick jetzt immer mehr auf die Wiederkunft Jesu gerichtet wird (Mt 24,42–44).

Aber es gibt einige wenige, die ihre Kleider nicht befleckt haben. Auch in dieser Zeit gab es lebendige Christen, Pietisten, Brüdergemeinden und viele Unbekannte, die aus Liebe zu Jesus lebten. Ihnen verheisst er: Sie werden in weissen Kleidern mit mir wandeln. Ihr Name wird nicht aus dem Buch des Lebens getilgt, und Jesus wird ihn vor seinem Vater bekennen.

Für dich

Gibt es etwas in deinem Glaubensleben, das nur noch Gewohnheit ist? Was würde es wieder lebendig machen?

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