BibelverstehenGebet

Der Weg › Teil 5 › Die Offenbarung

Schritt 9 von 30 · Die Offenbarung

Laodizea: unsere Zeit

Offenbarung 3,14–221844 bis zur Wiederkunft

Ganze Bibel: Schritt 768 von 789

1

Lies jetzt: Offenbarung 3,14–22

Lies zuerst den Bibeltext. Die Erklärung steht gleich danebendarunter.

Zur Erklärung springen ↓

2 Erklärung

Die Stadt damals

war eine reiche Handelsstadt. Sie hatte drei Dinge, auf die sie stolz war: ihre Banken, ihre feine schwarze Wolle, aus der teure Kleider gemacht wurden, und eine berühmte Ärzteschule, die eine Augensalbe herstellte. Als ein Erdbeben die Stadt um das Jahr 60 schwer beschädigte, lehnte sie die Hilfe des Kaisers ab und baute alles aus eigener Kraft wieder auf. Man brauchte niemanden.

Nur Wasser hatte Laodizea keines. Es wurde in einer Leitung von weit her geholt. Im Nachbarort gab es heisse Heilquellen, im nahen Kolossä kaltes, frisches Quellwasser. Wenn das Wasser in Laodizea ankam, war es lauwarm und voller Kalk. Man konnte es kaum trinken, ohne es auszuspucken.

Die Zeit auf der Erde

Der letzte Brief beschreibt die Zeit von 1844 bis zur Wiederkunft Jesu, unsere Zeit. Der Name Laodizea setzt sich aus zwei griechischen Wörtern zusammen: Volk und Gericht. Es ist das Volk in der Zeit des Gerichts. Seit 1844 läuft im Himmel das Gericht, von dem Daniel 7,9–10 spricht und das der erste Engel in Offenbarung 14,7 ankündigt: Die Stunde seines Gerichts ist gekommen.

Genau in dieser Zeit verändert sich die Welt so schnell wie nie zuvor. Im Mai 1844 wird das erste Telegramm über eine lange Strecke geschickt. Eisenbahn, Dampfschiff, Elektrizität, Auto, Flugzeug, Radio, Fernsehen, Internet folgen. Das Wissen nimmt zu, wie es Daniel 12,4 für die Zeit des Endes sagt. Die Menschheit wird reicher als je zuvor. Gleichzeitig erlebt sie zwei Weltkriege, und viele erklären Gott für unnötig. 1859 erscheint Darwins Buch über die Entstehung der Arten, und der Glaube an einen Schöpfer gerät unter Druck.

In dieser Zeit entsteht aus der kleinen Gruppe nach 1844 die Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten, 1863 offiziell gegründet. Ihr Auftrag ist die dreifache Engelsbotschaft aus Offenbarung 14: Fürchtet Gott, betet den Schöpfer an, die Stunde des Gerichts ist gekommen. Heute wird diese Botschaft in über 200 Ländern verkündigt. Doch auch die Gemeinde selbst ist in Gefahr, satt und bequem zu werden.

Wie der Brief dazu passt

Jesus stellt sich vor als der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes. In einer Zeit, in der die Schöpfung bezweifelt wird, erinnert Jesus daran, dass alles mit ihm angefangen hat. Und als treuer Zeuge sagt er die Wahrheit, auch wenn sie wehtut.

Jesus findet bei dieser Gemeinde nichts zu loben. Sie ist weder kalt noch warm, sondern lau, wie das Wasser der Stadt. Kaltes Wasser erfrischt, heisses Wasser heilt, lauwarmes ist zu nichts nütze. Die Gemeinde sagt: Ich bin reich und brauche nichts, genau wie die Stadt, die keine Hilfe wollte. Doch Jesus sieht: Sie ist elend, arm, blind und nackt, und sie merkt es nicht einmal.

Und jetzt passt jedes Bild zu den drei Stolzen der Stadt. Jesus rät, bei ihm Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, statt dem Geld der Banken. Ellen G. White deutet dieses Gold als Glauben, der durch Liebe wirkt (vgl. 1. Petr 1,7; Gal 5,6). Er rät zu weissen Kleidern statt der schwarzen Wolle: Das ist seine Gerechtigkeit, die unsere Blösse bedeckt (Jes 61,10; Offb 19,8). Und er rät zu Augensalbe, damit sie sehen: Das ist der Heilige Geist, der uns unsere wahre Lage zeigt (Joh 16,8). Alles, was Laodizea braucht, kann es nur bei Jesus bekommen, und er bietet es umsonst an (Jes 55,1).

Trotz allem gibt Jesus diese Gemeinde nicht auf. Er sagt: Welche ich liebhabe, die strafe und züchtige ich. Sei nun eifrig und tue Busse. Und dann das schönste Bild der sieben Briefe: Jesus steht vor der Tür und klopft. Wer seine Stimme hört und öffnet, zu dem geht er hinein und isst mit ihm. Er bricht die Tür nicht auf. Er wartet, bis wir öffnen.

Die Verheissung ist die grösste von allen: Wer überwindet, darf mit Jesus auf seinem Thron sitzen. Nach Laodizea kommt keine weitere Gemeinde mehr. Nach Laodizea kommt Jesus selbst.

Für dich

Wo sagst du: „Ich brauche nichts“? Jesus klopft heute an deine Tür. Was möchtest du ihm sagen?

Zur Übersicht «Die Offenbarung» (Schritt 9 von 30)

BibeltextSchlachter 1951
Ganzes Kapitel lesen