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Der Weg › Teil 5 › Die Offenbarung

Schritt 10 von 31 · Die Offenbarung

Eine Tür im Himmel

Offenbarung 4,1–11

Ganze Bibel: Schritt 769 von 790

Hintergrund

Du hast die Briefe an die sieben Gemeinden gelesen. Im letzten Brief stand Jesus vor der Tür eines Herzens und klopfte an (Offb 3,20). Jetzt öffnet er selbst eine Tür, und zwar im Himmel. Bevor Johannes sieht, was auf der Erde geschehen wird, darf er in den Himmel schauen. Das ist wichtig: Was immer auf der Erde passiert, der Thron im Himmel steht fest.

Die Offenbarung spricht in Bildern. Viele Bilder stammen aus dem Alten Testament, besonders aus Daniel, Hesekiel und Jesaja, und aus dem Heiligtum, in dem Israel Gott diente. Wer diese Bücher kennt, versteht die Offenbarung besser. Darum hast du sie auf diesem Weg schon gelesen.

So ist dieser Teil aufgebaut: Kapitel 4 und 5 zeigen zuerst ein grosses Bild im Himmel, den Thron und das Lamm. Dann öffnet das Lamm sechs Siegel (Kapitel 6). Danach kommt ein Trostbild (Kapitel 7), und am Schluss das siebte Siegel mit der Stille im Himmel (Offb 8,1). Jede grosse Vision der Offenbarung ist so gebaut: zuerst ein Bild, dann eine Handlung, und am Ende der Sieg Jesu.

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Lies jetzt: Offenbarung 4,1–11

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2 Erklärung

Der Thron

„Darnach schaute ich, und siehe, eine Tür war geöffnet im Himmel“. Die Stimme ist dieselbe wie im ersten Kapitel, „gleich einer Posaune“: Jesus selbst ruft Johannes. Dann sieht er: „ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer.“ Ein Thron und einer darauf: Gott regiert, und niemand teilt seinen Platz.

Der auf dem Thron sitzt, ist „anzusehen wie Jaspis und Sardisstein“. Ein ist ein harter, glänzender Edelstein. Solche Edelsteine trug auch der Hohepriester auf seiner Brust (2. Mose 28,17–20). Der Jaspis galt im Altertum als der kostbarste aller Steine. Gottes Herrlichkeit lässt sich nur mit dem Schönsten beschreiben, was es auf der Erde gibt.

Rund um den Thron ist „ein Regenbogen“, „anzusehen wie ein Smaragd“. Der Regenbogen erinnert an Gottes Bund nach der Sintflut (1. Mose 9,13). Gottes Herrschaft ist von Treue und Gnade umgeben: „Recht und Gerechtigkeit sind deines Thrones Feste, Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her.“ Und das Grün des ist die Farbe des Lebens und der Hoffnung.

Ellen G. White

He was permitted to see the throne of God and, looking beyond the conflicts of earth, to behold the white-robed throng of the redeemed.
The Acts of the Apostles, S. 583

Zusammenfassung: Er durfte den Thron Gottes sehen und, über die Kämpfe der Erde hinaus, die Schar der Erlösten in weissen Kleidern schauen.

Vierundzwanzig Älteste

Um den Thron sitzen „vierundzwanzig Älteste“, „angetan mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern goldene Kronen“. Gott regiert nicht einsam. Er zieht andere in sein Vertrauen. Weisse Kleider und Kronen sind in der Offenbarung das, was Jesus den Überwindern verspricht (Offb 3,5; Offb 3,11). Darum verstehen viele die Ältesten als Menschen, die schon erlöst bei Gott sind. Vielleicht gehören die dazu, die bei Jesu Auferstehung aus ihren Gräbern kamen (Mt 27,52–53).

Die Zahl 24 erinnert an den Tempel. König David teilte die Priester in 24 Gruppen ein, die abwechselnd im Haus Gottes dienten (1. Chr 24,1–19). Auch Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer, diente in einer dieser Gruppen (Lk 1,8). Die Ältesten sind wie Priester im himmlischen Heiligtum. Bald werden sie Gott „goldene Schalen voll Räucherwerk“ bringen, die Gebete der Heiligen.

Feuer, Kristall und vier Wesen

„Und von dem Throne gehen Blitze und Stimmen und Donner aus“, so wie am Berg Sinai, als Gott sein Gesetz gab (2. Mose 19,16). „sieben Feuerfackeln brennen vor dem Thron; das sind die sieben Geister Gottes.“ Sieben bedeutet in der Bibel Fülle. Es ist Gottes Geist, der in allen Gemeinden wirkt.

„Und vor dem Thron ist es wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall“. Im Tempel Salomos stand ein riesiges Becken aus Erz, das man nannte. Es ruhte auf zwölf Rindern. Darin wuschen sich die Priester, bevor sie Gott dienten: „das Meer aber war für die Waschungen der Priester bestimmt.“ Im Himmel ist dieses Meer still und klar wie Kristall. Später stehen darauf alle, die überwunden haben (Offb 15,2).

Dann sieht Johannes vier lebendige Wesen: „das erste ist gleich einem Löwen, das zweite gleich einem Kalbe, das dritte hat ein Angesicht wie ein Mensch, und das vierte ist gleich einem fliegenden Adler.“ Der Löwe ist der König der wilden Tiere, der Stier das stärkste Tier auf dem Hof, der Adler der König der Lüfte und der Mensch die Krone der Schöpfung. Zusammen stehen sie für alles, was Gott geschaffen hat. Auch Hesekiel sah diese vier Gesichter (Hes 1,10). Sie sind „voller Augen vorn und hinten“: Vor Gott ist nichts verborgen.

Vergleiche das mit Daniel 7. Dort steigen aus dem aufgewühlten Meer vier wilde Tiere, die Weltreiche, die Gott nicht kennen und alles zerreissen (Dan 7,2–3). Hier stehen vier Wesen um Gottes Thron und loben ihn ohne Ende. Das ist die grosse Frage der Offenbarung: Wer regiert die Welt wirklich, die Tiere oder der Schöpfer?

Heilig, heilig, heilig

Tag und Nacht rufen die Wesen, wie es schon Jesaja von den Engeln hörte (Jes 6,3): „Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott der Allmächtige, der da war, und der da ist, und der da kommt!“

Und die Ältesten „werfen ihre Kronen vor dem Throne nieder“. Was sie bekommen haben, legen sie dankbar zurück. Dann sagen sie, warum Gott alle Anbetung gebührt: „Würdig bist du, unser Herr und Gott, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge geschaffen“.

Merke dir diesen Gedanken: Gott wird angebetet, weil er der Schöpfer ist. Er wird in der Offenbarung noch eine grosse Rolle spielen (Offb 14,7).

Für dich

Was auch immer in deinem Leben oder in der Welt geschieht: Der Thron im Himmel ist nicht leer. Gott regiert.

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