Bibeltext · Markus 15,1–20Schlachter 1951
1Und alsbald in der Frühe faßten die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat einen Beschluß und führten Jesus gebunden hin und überantworteten ihn dem Pilatus. 2Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete und sprach zu ihm: Du sagst es! 3Und die Hohenpriester brachten viele Anklagen wider ihn vor. 4Pilatus aber fragte ihn abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie vieles sie gegen dich vorbringen! 5Jesus aber antwortete nichts mehr, so daß sich Pilatus verwunderte. 6Aber auf das Fest pflegte er ihnen einen Gefangenen loszugeben, welchen sie begehrten. 7Es lag aber ein gewisser Barabbas gefangen samt den Aufrührern, die im Aufruhr einen Mord begangen hatten. 8Und das Volk zog hinauf und fing an zu verlangen, [daß er täte,] wie er ihnen allezeit getan. 9Pilatus aber antwortete ihnen und sprach: Wollt ihr, daß ich euch den König der Juden freigebe? 10Denn er wußte, daß die Hohenpriester ihn aus Neid überantwortet hatten. 11Aber die Hohenpriester wiegelten das Volk auf, daß er ihnen lieber den Barabbas losgeben solle. 12Pilatus antwortete und sprach wiederum zu ihnen: Was wollt ihr nun, daß ich mit dem tue, welchen ihr König der Juden nennet? 13Sie aber schrieen wiederum: Kreuzige ihn! 14Pilatus sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Sie aber schrieen noch viel mehr: Kreuzige ihn! 15Da nun Pilatus das Volk befriedigen wollte, gab er ihnen den Barabbas los und überantwortete Jesus, nachdem er ihn hatte geißeln lassen, daß er gekreuzigt werde. 16Die Kriegsknechte aber führten ihn hinein in den Hof, das ist das Amthaus, und riefen die ganze Rotte zusammen, 17legten ihm einen Purpur um, flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf. 18Und sie fingen an, ihn zu begrüßen: Sei gegrüßt, König der Juden! 19Und schlugen sein Haupt mit einem Rohr, spieen ihn an, beugten die Knie und fielen vor ihm nieder. 20Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpur aus und legten ihm seine eigenen Kleider an und führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen.