2 Erklärung
Vom Gefängnis vor den König
Pharao träumt von sieben fetten und sieben mageren Kühen und von sieben vollen und sieben dürren Ähren. Niemand kann die Träume deuten. Jetzt erinnert sich der Mundschenk an Josef. Josef wird geholt, rasiert und neu gekleidet.
Vor dem mächtigsten König der Welt sagt der Gefangene: „Nicht mir steht dies zu. Möge Gott antworten, was dem Pharao Heil bringt!“ Ellen G. White schreibt: Diese Antwort zeigt Josefs Demut und seinen Glauben an Gott.
Ellen G. White
Joseph’s reply to the king reveals his humility and his faith in God.Zusammenfassung: Josefs Antwort an den König zeigt seine Demut und seinen Glauben an Gott.
Was der Pharao sah
Im ersten Traum steht der Pharao am Nil. Aus dem Fluss steigen sieben schöne, wohlgenährte Kühe und weiden im Gras am Ufer. Danach kommen sieben magere, hässliche Kühe herauf und fressen die fetten auf. Doch man sieht ihnen nichts davon an: „denn sie waren so häßlich wie zuvor“.
Im zweiten Traum wachsen „sieben Ähren auf einem einzigen Halm, die waren voll und gut“. Was ist eine Ähre? Bei Weizen und Gerste wachsen oben am Halm die Körner dicht aneinander. Dieser obere Teil heisst . Eine volle Ähre ist schwer von dicken Körnern. Aus diesen Körnern macht man Mehl und Brot. Für die Menschen damals hiess das: Volle Ähren bedeuten genug zu essen.
Danach sprossen sieben dünne Ähren, „vom Ostwind versengte“. In Ägypten bläst manchmal ein heisser, trockener Wind aus der Wüste. Er kann das Getreide austrocknen, bevor die Körner reif werden. Zurück bleiben leere, dürre Ähren. Und diese dünnen Ähren verschlingen die vollen.
Kühe und Ähren hatten für Ägypten eine grosse Bedeutung: Vieh und Getreide waren der ganze Reichtum des Landes, und beides lebte vom Nil.
Sieben Jahre Fülle, sieben Jahre Hunger
Josef erklärt: „Was dem Pharao geträumt hat, ist eins: Gott hat dem Pharao angezeigt, was er tun will.“ Die sieben fetten Kühe und die sieben vollen Ähren sind sieben Jahre mit reicher Ernte. Die sieben mageren Kühe und die sieben leeren Ähren sind sieben Jahre Hungersnot.
Dass die mageren Kühe die fetten fressen und trotzdem mager bleiben, zeigt, wie schlimm der Hunger sein wird: Man wird „all diesen Überfluß im Lande Ägypten vergessen“. Und dass der Pharao zweimal träumte, bedeutet, „daß das Wort gewiß von Gott kommt, und daß Gott es eilends ausführen wird“.
Ein kluger Plan
Josef deutet nicht nur, er zeigt auch einen Weg. Der Pharao soll einen verständigen und weisen Mann über das Land setzen. In den sieben guten Jahren soll man „den fünften Teil [der Ernte] vom Lande Ägypten erheben“, also ein Fünftel jeder Ernte, und das Getreide in den Städten aufbewahren.
Dafür brauchte man grosse . Das Getreide musste trocken, sauber und gezählt gelagert werden, damit es viele Jahre hielt. So sollte der Vorrat reichen, „daß das Land durch die Hungersnot nicht entvölkert werde“.
Gott warnt nicht nur, er gibt auch Zeit und Weisheit, um sich vorzubereiten.
Wissenswert: Der Nil und die Ernten
In Ägypten regnet es kaum. Die Ernte hing ganz vom Nil ab, der jedes Jahr über die Ufer trat und fruchtbaren Schlamm brachte. Blieb diese Flut aus oder war sie zu schwach, gab es Hunger. Aus alten ägyptischen Texten weiss man, dass es solche Hungerjahre wirklich gab.
Auf der Insel Sehel im Nil steht die sogenannte Hungersnot-Stele. Sie erzählt von einer siebenjährigen Hungersnot zur Zeit eines frühen Pharao. Die Inschrift wurde allerdings viel später geschrieben, und die Forscher sind sich nicht einig, ob sie ein echtes Ereignis beschreibt. Sie ist also kein Beweis für Josef, zeigt aber, dass man sich in Ägypten an eine solche Hungersnot erinnerte.
Für dich
Josef stand vor dem König und gab trotzdem Gott die Ehre. Wann fällt es dir schwer, nicht dich selbst in den Mittelpunkt zu stellen?