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Der Weg › Teil 1 › Josef

Schritt 2 von 15 · Josef

Juda und Tamar

1. Mose 38

Ganze Bibel: Schritt 50 von 792

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Lies jetzt: 1. Mose 38

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2 Erklärung

Wer ist wer?

Juda ist der vierte Sohn Jakobs. Er war es, der vorgeschlagen hatte, Josef als Sklaven zu verkaufen (1. Mose 37,26–27). Kurz danach zieht er von seinen Brüdern weg und heiratet die Tochter eines Kanaaniters namens Schua. Die Kanaaniter dienten fremden Göttern.

Juda und seine Frau bekommen drei Söhne: Er, Onan und Sela. Für den ältesten, Er, sucht Juda eine Frau aus. Sie heisst Tamar. Tamar ist also Judas Schwiegertochter.

Zwei Söhne sterben

Er, der Mann Tamars, lebt schlecht: „Aber Er, der Erstgeborne Judas, war böse vor dem HERRN, darum tötete ihn der HERR.“ Was er genau getan hat, sagt die Bibel nicht. Sie sagt nur, dass Gott sein Leben beendete. Tamar ist nun eine junge Witwe ohne Kinder.

Damals gab es einen festen Brauch, die Pflichtehe: Starb ein Mann kinderlos, heiratete sein Bruder die Witwe. Der erste Sohn aus dieser Ehe galt als Sohn des Verstorbenen. So erbte er dessen Land, und der Name des Toten ging nicht verloren. Später nahm Gott diese Regel auch ins Gesetz Israels auf: Der erste Sohn „soll auf den Namen seines verstorbenen Bruders erzogen werden, damit sein Name nicht aus Israel verschwinde“.

Für die Witwe war das lebenswichtig. Eine Frau ohne Mann und ohne Sohn hatte damals kaum Schutz, kein eigenes Einkommen und niemanden, der im Alter für sie sorgte.

Darum gibt Juda Tamar seinem zweiten Sohn Onan. Doch Onan will nicht, dass sein Bruder einen Erben bekommt, denn dann würde er selbst weniger erben. Er tut so, als würde er seine Pflicht erfüllen, verhindert aber heimlich, dass Tamar schwanger wird. „Es gefiel aber dem HERRN übel, was er tat; da tötete er ihn auch.“ Onan betrog seinen toten Bruder und liess Tamar schutzlos, und das alles aus Habgier.

Juda bricht sein Versprechen

Jetzt bleibt nur noch Sela, der jüngste Sohn. Juda sagt zu Tamar: „Bleib als Witwe in deines Vaters Hause, bis mein Sohn Sela erwachsen ist!“ Doch in Wahrheit hat er Angst: „Denn er dachte, vielleicht könnte er auch sterben, wie seine Brüder.“ Es scheint, als gebe Juda insgeheim Tamar die Schuld am Tod seiner Söhne, obwohl die Bibel klar sagt, dass die Schuld bei den Söhnen selbst lag.

Für Tamar ist das eine Falle. Sie gilt als versprochen an Sela und darf darum keinen anderen Mann heiraten. Jahre vergehen. Dann merkt sie, „daß Sela erwachsen war und sie ihm nicht zum Weibe gegeben wurde“. Juda hat sie vergessen, oder er will sein Wort nicht halten. Tamar sitzt als Witwe im Haus ihres Vaters, ohne Mann, ohne Kind und ohne Zukunft.

Warum tat Tamar das?

Inzwischen ist auch Judas Frau gestorben. Als Tamar hört, dass Juda zur Schafschur nach Timna geht, zieht sie ihre Witwenkleider aus, verhüllt ihr Gesicht mit einem Schleier und setzt sich an den Weg. Juda erkennt sie nicht und hält sie für eine Dirne, also eine Frau, die sich für Geld hingibt. Er will mit ihr schlafen und verspricht ihr dafür einen Ziegenbock.

Tamar verlangt ein Pfand, bis der Bock kommt: „Deinen Ring und deine Schnur und deinen Stab“. Das war klug. Der Ring war ein Siegel, mit dem ein Mann wie mit einer Unterschrift unterschrieb, und er hing an einer Schnur um den Hals. Den Stab erkannte jeder als den seinen. Diese Dinge waren so etwas wie Judas Ausweis. Tamar wird schwanger und geht wieder nach Hause.

Was wollte Tamar damit erreichen? Juda verweigerte ihr den Sohn Sela und damit das Recht auf ein Kind, das den Namen ihres verstorbenen Mannes weitertragen sollte. In alten Gesetzen aus jener Gegend, zum Beispiel bei den Hethitern, konnte auch der Vater des Toten diese Pflicht übernehmen, wenn kein Bruder da war. Tamar holte sich also auf eigene Faust, was Juda ihr schuldete. Richtig war ihr Weg nicht: Sie täuschte ihren Schwiegervater und tat etwas, das Gott nicht gutheisst. Aber sie war eine verzweifelte Frau, der man Unrecht getan hatte.

«Sie ist gerechter als ich»

Drei Monate später erfährt Juda, dass Tamar schwanger ist. Sofort urteilt er hart: „Führt sie hinaus, daß sie verbrannt werde!“ Dabei war er selbst zu einer Dirne gegangen. Für sich selbst sah er kein Problem, bei Tamar aber verlangte er die Todesstrafe.

Da schickt Tamar ihm das Pfand: „Von dem Manne bin ich schwanger geworden, dem das gehört.“ Juda erkennt seinen Ring, seine Schnur und seinen Stab. Er ist ertappt, vor allen Leuten. Und nun tut er etwas Grosses: Er gibt seine Schuld zu. „Sie ist gerechter als ich; denn ich habe sie nicht meinem Sohn Sela gegeben!“ Juda sieht ein: Das eigentliche Unrecht begann bei ihm, weil er sein Versprechen gebrochen hatte.

Tamar bekommt Zwillinge, Perez und Serach. Und so erhält die Familie Judas doch noch Erben.

Warum steht diese Geschichte hier?

Falls du dich fragst, warum diese Geschichte mitten in der Josefsgeschichte steht: Sie zeigt einen Gegensatz. Josef bleibt in Ägypten rein, obwohl er allein und weit weg ist (das nächste Kapitel). Juda dagegen fällt mitten in der Freiheit, zu Hause bei seiner Familie.

Und Gott macht selbst aus dieser Geschichte etwas: Tamar bringt Perez zur Welt, und von Perez stammen König David und Jesus ab.

Im Stammbaum Jesu wird Tamar mit Namen genannt: „Juda zeugte den Phares und den Zara mit der Tamar“. Jesus schämt sich nicht für seine Vorfahren. Er kam gerade für Sünder.

Ellen G. White

Inspiration faithfully records the faults of good men
Patriarchs and Prophets, S. 238

Zusammenfassung: Die Inspiration berichtet treu die Fehler guter Menschen.

Juda verändert sich

Juda bekennt öffentlich seine Schuld. Das ist der Anfang einer Veränderung. Später wird genau dieser Juda bereit sein, sein Leben für seinen Bruder Benjamin zu geben (1. Mose 44,33).

Für dich

Juda sagte: „Sie ist gerechter als ich.“ Fällt es dir leicht oder schwer, eigene Schuld offen zuzugeben?

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BibeltextSchlachter 1951
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