2 Erklärung
Eine zweite Chance
„Und das Wort des HERRN erging zum zweitenmal an Jona“. Gott gibt seinem ungehorsamen Propheten eine zweite Chance. Diesmal geht Jona und predigt: „Noch vierzig Tage, und Ninive wird zerstört!“
Das Unglaubliche geschieht: „Und die Leute von Ninive glaubten Gott und riefen ein Fasten aus und legten Säcke an, vom Größten bis zum Kleinsten.“ Sogar der König steigt vom Thron und setzt sich in die Asche.
„Da nun Gott ihre Taten sah, daß sie sich abwandten von ihren bösen Wegen, reute ihn das Übel, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.“ Gottes Drohung war eine Einladung zur Umkehr.
Gedankenspiel: keine Lehre der BibelWas wäre, wenn …? Ninive war bereitAntippen zum Lesen
Warum hörte eine stolze Weltstadt auf einen fremden Propheten? Was wäre, wenn Gott die Herzen schon vorbereitet hatte? Aus assyrischen Quellen weiss man, dass das Reich in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts vor Christus eine schwache Zeit hatte: Aufstände, Seuchen und eine totale Sonnenfinsternis im Jahr 763 vor Christus, die in einer assyrischen Liste vermerkt ist. Solche Ereignisse galten damals als böse Vorzeichen.
Ob Jona genau in dieser Zeit predigte, weiss niemand sicher, und die Bibel nennt keine solchen Ereignisse. Das ist ein Gedankenspiel. Ellen G. White schreibt allerdings, dass Gott in Ninive viele sah, die sich nach Besserem sehnten. Gott bereitet oft Herzen vor, lange bevor ein Bote kommt.
Jona ist zornig
Man würde erwarten, dass Jona jubelt. Stattdessen: „Das aber mißfiel Jona gar sehr, und er ward zornig.“ Er gibt zu, warum er geflohen war: „Denn ich wußte, daß du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und von großer Gnade“.
Jona war eifersüchtig auf seinen Ruf als Prophet und verlor den unendlich grösseren Wert der Menschen in jener Stadt aus den Augen. Er wollte Gericht über die Feinde seines Volkes, nicht Gnade.
Ellen G. White
Jealous of his reputation, he lost sight of the infinitely greater value of the souls in that wretched city.Zusammenfassung: Eifersüchtig auf seinen Ruf, verlor er den unendlich grösseren Wert der Seelen in jener elenden Stadt aus den Augen.
Und mich sollte nicht jammern?
Gott lässt eine Pflanze wachsen, die Jona Schatten gibt, und am nächsten Tag verdorren. Jona ist wütend über die Pflanze. Da sagt Gott: „Dich jammert des Rizinus, um den du dich doch nicht bemüht“, „Und mich sollte der großen Stadt Ninive nicht jammern, in welcher mehr denn hundertzwanzigtausend Menschen sind, die ihre rechte Hand nicht von ihrer linken unterscheiden können; dazu so viel Vieh!“
Das Buch endet mit einer Frage. Wir erfahren nicht, was Jona antwortete. Die Frage geht an jeden Leser. Unser Gott ist ein Gott der Barmherzigkeit. Und in jeder Stadt, so voller Gewalt sie auch ist, gibt es viele, die Jesus nachfolgen könnten.
Jesus sagt: „Und siehe, hier ist mehr als Jona!“
Ellen G. White
Our God is a God of mercy.Zusammenfassung: Unser Gott ist ein Gott der Barmherzigkeit.
Ellen G. White
In every city, filled though it may be with violence and crime, there are many who with proper teaching may learn to become followers of Jesus.Zusammenfassung: In jeder Stadt, so voller Gewalt und Verbrechen sie auch sein mag, gibt es viele, die durch rechte Belehrung Nachfolger Jesu werden können.
Für dich
Gibt es Menschen, denen du Gottes Gnade eigentlich nicht gönnst? Gottes Frage an Jona gilt auch dir.