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Der Weg › Teil 1 › Hiob: Leid und Vertrauen

Schritt 4 von 17 · Hiob: Leid und Vertrauen

Eliphas: «Du musst gesündigt haben»

Hiob 4–7

Ganze Bibel: Schritt 67 von 790

Hintergrund

Ab jetzt folgen Reden. Die drei Freunde sprechen nacheinander, Hiob antwortet jedem. Das geht dreimal hin und her (Kapitel 4 bis 27). Die Reden sind Gedichte. Man muss nicht jeden Vers verstehen, um den Sinn zu erfassen.

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2 Erklärung

So ist der Text aufgebaut

Kapitel 4 bis 5: Eliphas, der älteste Freund, spricht. Er erzählt von einer nächtlichen Erscheinung und sagt: Kein Mensch ist vor Gott rein. Wer leidet, soll Gottes Zucht annehmen, dann wird Gott ihn wieder heilen.

Kapitel 6: Hiob antwortet. Sein Leid wiegt schwerer als der Sand am Meer. Die Freunde sind für ihn wie ein Bach, der im Sommer austrocknet, gerade wenn man ihn braucht.

Kapitel 7: Hiob wendet sich direkt an Gott. Das Leben ist kurz und mühsam, die Nächte sind voller Unruhe. Er fragt Gott, warum er ihn nicht in Ruhe lässt.

Der grosse Irrtum der Freunde

Eliphas sagt: „ist je ein Unschuldiger umgekommen, oder wurden je Rechtschaffene vertilgt?“ Seine Meinung: Wer leidet, hat gesündigt. Wer Gutes tut, dem geht es gut.

Eliphas erzählt sogar von einer unheimlichen Erscheinung in der Nacht: „denn ein Geist ging an mir vorüber, die Haare meines Leibes standen mir darob zu Berge“. Eine flüsternde Stimme habe ihm gesagt, kein Mensch sei vor Gott gerecht. Das klingt geheimnisvoll und fromm. Aber Gott sagt am Ende des Buches, dass Eliphas nicht recht von ihm geredet hat (Hiob 42,7). Nicht jede «Stimme» und nicht jedes Erlebnis kommt von Gott. Massstab ist allein Gottes Wort.

Vieles, was Eliphas sagt, klingt fromm, zum Beispiel: „Denn er verwundet und verbindet, er zerschlägt und seine Hand heilt“. Aber er wendet es falsch an. Er weiss nicht, was wir aus Kapitel 1 wissen: Hiob leidet nicht wegen einer Sünde.

Die Freunde sahen im Unglück nur die Strafe für Sünde und bedrängten Hiob in seinem Schmerz mit Vorwürfen. Das machte sein Leid noch bitterer.

Ellen G. White

His friends, seeing in adversity but the retribution of sin, pressed on his bruised and burdened spirit their accusations of wrongdoing.
Education, S. 155

Zusammenfassung: Seine Freunde sahen im Unglück nur die Vergeltung für Sünde und bedrängten seinen verletzten und beladenen Geist mit Anschuldigungen.

Hiob wünscht sich Mitgefühl

Hiob antwortet: „Dem Verzagten soll sein Freund Mitleid erzeigen“. Er braucht keine Belehrung, sondern Freunde, die mit ihm fühlen.

Dann klagt er wieder vor Gott: „Bedenke, daß mein Leben ein Hauch ist“. Nachts kann er nicht schlafen, er wälzt sich bis zur Morgendämmerung (Hiob 7,4).

Und er fragt: „Was ist der Mensch, daß du ihn so hochhältst und auf ihn achtest?“ Im Schmerz fühlt sich Gottes Aufmerksamkeit für Hiob wie Kontrolle an. Derselbe Gedanke kommt in Psalm 8 als staunendes Lob vor (Ps 8,5): Wie gross ist es, dass Gott an uns denkt! Wer leidet, sieht die Dinge oft dunkler, als sie sind. Gott weiss das und nimmt es Hiob nicht übel.

Für dich

Die Freunde wussten nicht alles und urteilten trotzdem. Wo bist du in Gefahr, über das Leid eines anderen vorschnell zu urteilen?

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