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Der Weg › Teil 1 › Hiob: Leid und Vertrauen

Schritt 10 von 17 · Hiob: Leid und Vertrauen

Eliphas: falsche Vorwürfe

Hiob 22

Ganze Bibel: Schritt 73 von 792

Hintergrund

Hiob und seine drei Freunde reden nun schon zum dritten Mal miteinander. Jedes Mal spricht zuerst ein Freund, dann antwortet Hiob. Eliphas ist der älteste und angesehenste der drei. In seiner ersten Rede war er noch behutsam (Hiob 4,2–6). Jetzt wird er hart.

Die Freunde haben eine einfache Lehre: Wem es gut geht, der ist gerecht. Wer leidet, wird für seine Sünden bestraft. Weil Hiob so schwer leidet, muss er nach ihrer Meinung auch schwer gesündigt haben.

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So ist die Rede aufgebaut

Verse 2 bis 4: Eliphas sagt, Gott habe keinen Gewinn davon, ob ein Mensch gerecht lebt. Gott würde Hiob also kaum wegen seiner Frömmigkeit strafen. Es muss etwas anderes dahinterstecken.

Verse 5 bis 11: Darum zählt er Sünden auf, die Hiob begangen haben soll. Mit den «Banden» in Vers 10 sind Schlingen gemeint, wie man sie für Tiere legt: Hiob sei in seiner eigenen Schuld gefangen.

Verse 12 bis 20: Eliphas unterstellt Hiob, er denke, Gott sehe nicht durch die Wolken hindurch. Er vergleicht ihn mit den Gottlosen der Urzeit, „die weggerafft wurden von der Flut“. Viele denken dabei an die Menschen vor der Sintflut.

Verse 21 bis 30: Zum Schluss ruft er Hiob zur Umkehr auf. Hiob solle sein Gold in den Staub werfen, auch das Gold aus Ophir, einem fernen Land, aus dem das feinste Gold kam (1. Kön 9,28). Gemeint ist: Gott soll ihm mehr wert sein als aller Reichtum. Dann werde Gott ihn wieder segnen.

Falsche Vorwürfe

Eliphas wirft Hiob Dinge vor, die er nie getan hat: „Sind nicht deine Missetaten groß und deine Schulden ohne Ende?“ Er behauptet sogar, Hiob habe Witwen mit leeren Händen fortgeschickt und Hungrigen kein Brot gegeben (Hiob 22,7–9). Weil seine Lehre sagt, dass Leid immer Strafe ist, erfindet er nun Sünden, die passen sollen.

Dabei hatte Gott selbst über Hiob gesagt, dass keiner auf Erden ihm gleich sei, „ein so ganzer und gerader Mann, der Gott fürchtet und vom Bösen weicht“.

Wahre Worte am falschen Ort

Eliphas sagt auch einen schönen Satz: „Befreunde dich doch mit Ihm und mache Frieden!“ Vieles, was er sagt, ist für sich genommen richtig. Gott freut sich, wenn ein Mensch umkehrt, und er segnet ihn.

Falsch ist nur, dass Eliphas es auf Hiob anwendet. Er urteilt, ohne zu wissen, was im Himmel geschehen war (Hiob 1,6–12). Hiob hat längst Frieden mit Gott. Am Ende sagt Gott selbst zu Eliphas: „Mein Zorn ist entbrannt über dich und deine beiden Freunde, denn ihr habt nicht recht von mir geredet, wie mein Knecht Hiob.“

Für dich

Eliphas meinte es gut und lag doch falsch. Hast du auch schon über jemanden geurteilt, ohne seine ganze Geschichte zu kennen?

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BibeltextSchlachter 1951
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