2 Erklärung
Ein Mädchen in Nazareth
Sechs Monate später schickt Gott Gabriel nicht in den Tempel, sondern in ein kleines, unbedeutendes Dorf in Galiläa: Nazareth. Es war so klein, dass es im Alten Testament kein einziges Mal erwähnt wird. Später fragt jemand spöttisch: „Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“
Dort lebt Maria, eine junge Frau, die mit Josef verlobt ist. Eine Verlobung war damals fast so verbindlich wie eine Ehe, nur wohnte das Paar noch nicht zusammen. Mädchen wurden oft sehr jung verlobt. Maria war also wohl noch jung, als der Engel zu ihr kam.
Sohn des Höchsten
Gabriel sagt: „du wirst empfangen und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben“. Jesus ist die griechische Form des hebräischen Namens Jeschua oder Josua und bedeutet «Der HERR rettet».
Und dann: „Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und seines Reiches wird kein Ende sein.“ Das war das alte Versprechen an David, dass einer seiner Nachkommen für immer auf seinem Thron sitzen würde (2. Sam 7,12–13). Tausend Jahre hatte Israel darauf gewartet.
Wie kann das sein?
Maria fragt ehrlich: „Wie kann das sein, da ich keinen Mann kenne?“ Sie zweifelt nicht wie Zacharias an Gottes Macht, sie fragt nach dem Weg. Gabriel antwortet: „Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten.“
Jesus hat keinen menschlichen Vater. Er ist Gottes Sohn und zugleich wirklich ein Mensch, von einer Frau geboren. Das hatte Jesaja siebenhundert Jahre vorher angekündigt: „Siehe, die Jungfrau hat empfangen und wird Mutter eines Sohnes, den sie Immanuel nennen wird.“ Wie das geschieht, kann kein Mensch erklären. Gabriel sagt nur: „Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.“
Ich bin die Magd des Herrn
Für Maria bedeutete diese Botschaft eine grosse Gefahr. Eine verlobte Frau, die schwanger wurde, ohne mit ihrem Verlobten zusammengekommen zu sein, galt als Ehebrecherin. Sie riskierte, von Josef verlassen und von allen verachtet zu werden. Trotzdem antwortet sie: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn! Mir geschehe nach deinem Wort!“
Was für ein Unterschied zum Zweifel des alten, erfahrenen Priesters im Tempel: der schlichte, kindliche Glaube eines jungen Mädchens aus Nazareth.
Ellen G. White
What a contrast between this unbelief and the sweet, childlike faith of Mary, the maiden of NazarethZusammenfassung: Welch ein Gegensatz zwischen diesem Unglauben und dem lieblichen, kindlichen Glauben Marias, des Mädchens aus Nazareth.
Für dich
Maria sagte Ja zu Gott, obwohl sie nicht wusste, was es sie kosten würde. Wozu möchte Gott vielleicht dein Ja hören?