2 Erklärung
Ein unsichtbarer Zuschauer
Belsazar wusste, was mit seinem Grossvater geschehen war. Und doch lässt er die heiligen Gefässe aus dem Tempel in Jerusalem bringen und trinkt mit seinen Gästen daraus, während sie ihre Götzen loben. Belsazar dachte nicht daran, dass ein himmlischer Zeuge bei seinem Fest dabei war.
Da schreibt eine Hand an die Wand: „Mene, Mene, Tekel Upharsin!“ Wieder versagt alle menschliche Weisheit, wie schon in Kapitel 2 und 4. Niemand kann es lesen, bis Daniel geholt wird.
Ellen G. White
Little did Belshazzar think that there was a heavenly Witness to his idolatrous revelryZusammenfassung: Belsazar ahnte nicht, dass ein himmlischer Zeuge sein götzendienerisches Gelage beobachtete.
Gezählt, gewogen, geteilt
Daniel lässt sich nicht von Geschenken beeindrucken. Er sagt dem König die Wahrheit: „den Gott aber, in dessen Hand dein Odem und alle deine Wege sind, hast du nicht verherrlicht!“
Die drei Wörter sind Aramäisch und kommen aus der Welt des Handels: zählen, wiegen, teilen. „Mene bedeutet: Gott hat die Tage deines Königtums gezählt und ihm ein Ende bereitet!“ „Tekel bedeutet: du bist auf einer Waage gewogen und zu leicht erfunden worden!“ „Peres bedeutet: dein Königreich wird zerteilt und den Medern und Persern gegeben werden!“
„Aber in derselben Nacht ward Belsazar, der König der Chaldäer, umgebracht.“ Ellen G. White beschreibt: Während der König aus den heiligen Gefässen trank, hatten die Meder und Perser den Euphrat aus seinem Bett geleitet und marschierten durch das trockene Flussbett mitten in die unbewachte Stadt.
Ellen G. White
Even while he and his nobles were drinking from the sacred vessels of Jehovah, and praising their gods of silver and of gold, the Medes and the Persians, having turned the Euphrates out of its channel, were marching into the heart of the unguarded city.Zusammenfassung: Während er und seine Fürsten noch aus den heiligen Gefässen Jahwes tranken und ihre Götter aus Silber und Gold priesen, marschierten die Meder und Perser, die den Euphrat aus seinem Bett geleitet hatten, mitten in die unbewachte Stadt.
Wissenswert: Der vergessene König
Bis ins 19. Jahrhundert kannte man Belsazar nur aus der Bibel. Alle bekannten Königslisten nannten Nabonid als letzten König von Babylon. Kritiker sagten darum: Das Buch Daniel ist erst Jahrhunderte später geschrieben und irrt sich hier. Selbst die griechischen Geschichtsschreiber Herodot und Xenophon kannten Belsazars Namen nicht.
Dann fanden Forscher Schritt für Schritt Tontafeln: 1861 ein für seinen ältesten Sohn Belsazar, 1882 eine Chronik, nach der Nabonid jahrelang in Arabien lebte, während sein Sohn in Babylon blieb, und 1924 einen Text, der zeigt, dass Nabonid seinem Sohn die Königsherrschaft übergeben hatte. Belsazar war also Mitregent.
Das erklärt eine kleine Einzelheit: Belsazar bietet Daniel an, „daß er als Dritter im Reiche herrschen solle“. Nicht als Zweiter, denn der Erste war Nabonid und der Zweite Belsazar selbst. Und wenn die Bibel Nebukadnezar Belsazars «Vater» nennt: Im Hebräischen und Aramäischen gibt es kein eigenes Wort für Grossvater. Nach den Funden war Belsazar ein Enkel Nebukadnezars über seine Mutter.
Die letzte Nacht
Belsazars Fest ist ein Bild für das Ende der Zeit. Jesus sagt, die Menschen werden vor seinem Kommen essen, trinken und feiern wie vor der Sintflut (Mt 24,37–39), und er warnt: Seht zu, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Rausch und Sorgen (Lk 21,34).
Jedes Volk, das in der Geschichte auftritt, bekommt seinen Platz, damit sich zeigt, ob es Gottes Absichten erfüllt. Jedes hat seine Probezeit.
Ellen G. White
Every nation that has come upon the stage of action has been permitted to occupy its place on the earth, that the fact might be determined whether it would fulfill the purposes of the Watcher and the Holy One.Zusammenfassung: Jedes Volk, das auf der Bühne der Geschichte erschien, durfte seinen Platz auf der Erde einnehmen, damit sich zeige, ob es die Absichten des Wächters und Heiligen erfüllen würde.
Für dich
Belsazar kannte die Wahrheit, aber er lebte nicht danach. Wenn Gott dein Leben heute auf die Waage legen würde: Wie gut, dass Jesus für dich in die Waagschale tritt. Was möchtest du ihm dafür sagen?