2 Erklärung
Erstaunlich genau
„es werden noch drei Könige in Persien aufstehen, und der vierte wird größern Reichtum erwerben als alle andern“. Nach Kyrus kamen Kambyses, der Thronräuber Gaumata, Darius I. und als vierter Xerxes, unermesslich reich, der mit einem riesigen Heer gegen Griechenland zog und 480 vor Christus bei Salamis verlor. Diesen Xerxes kennt die Bibel noch unter einem anderen Namen: Ahasveros, der König im Buch Ester.
„Es wird aber ein tapferer König auftreten und eine große Herrschaft gründen“: Alexander der Grosse. „Aber wie sein Reich aufgekommen ist, so wird es auch in Stücke gehen und nach den vier Himmelsgegenden zerteilt werden, aber nicht unter seine Nachkommen“. Genau so geschah es: Alexanders zwei Söhne wurden ermordet, vier Generäle teilten das Reich.
Dann beschreibt das Kapitel die Kriege zwischen den Seleukiden im Norden (Syrien) und den Ptolemäern im Süden (Ägypten) bis in Einzelheiten. Ein Beispiel: „die Tochter des südlichen Königs wird zu dem nördlichen König kommen, um einen Ausgleich zustande zu bringen“. Die ägyptische Prinzessin Berenike heiratete den syrischen König Antiochus II., um Frieden zu schliessen. Doch der Plan scheiterte, und sie wurde mit ihrem Sohn ermordet. So genau ist die Prophetie, dass manche Kritiker meinten, sie müsse nachträglich geschrieben sein. Wer an Gott glaubt, der die Zukunft kennt, sieht darin seine Vorhersage.
Rom und der Fürst des Bundes
Ab etwa Vers 14 tritt eine neue Macht auf: Rom. Es wird „Stellung nehmen im lieblichen Lande“: So geschah es, als Pompejus 63 vor Christus Judäa besetzte. Die folgenden Verse passen zu Julius Cäsar und Kleopatra, dann zu Kaiser Augustus, der „einen Erpresser durch die Zierde des Reiches ziehen läßt“, also Steuereintreiber durch das Land schickt. Genau diese Steuerschätzung führte Maria und Josef nach Bethlehem: „daß ein Befehl ausging vom Kaiser Augustus, daß alle Welt sich sollte schätzen lassen“.
Nach Augustus kam Tiberius, ein finsterer und misstrauischer Kaiser. Unter ihm geschah das Zentrum der ganzen Geschichte: „dazu auch der Fürst des Bundes“. Jesus, der Fürst des Bundes, wurde unter Kaiser Tiberius gekreuzigt, im Jahr 31, genau in der Mitte der letzten Jahrwoche aus Daniel 9.
Gegen den heiligen Bund
Danach beschreibt das Kapitel eine Macht, die aus dem kaiserlichen Rom herauswächst, dieselbe wie das kleine Horn in Daniel 7 und 8: Sie wird listig, gewinnt mit wenigen Leuten Macht und führt aus, „was er sich gegen den heiligen Bund vorgenommen hat“. Shea sieht darin unter anderem die Kreuzzüge, bei denen im Namen von Christus Krieg geführt wurde und den Kämpfern als Lohn Vergebung der Sünden versprochen wurde.
„und das beständige [Opfer] abtun und den Greuel der Verwüstung aufstellen“: dasselbe, was Daniel 8 beschreibt. Und dann: „Und der König wird tun, was ihm beliebt, und wird sich erheben und großtun wider jeglichen Gott“. Paulus beschreibt dieselbe Macht: „der sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und sich selbst als Gott erklärt“.
Die ihren Gott kennen
Mitten in allen Kämpfen zeigt das Kapitel zwei Gruppen: die, die den Bund verlassen, und „die Leute aber, die ihren Gott kennen, bleiben fest“. „Und die Verständigen im Volke werden viele unterweisen; sie werden aber dem Schwert, dem Feuer, der Gefangenschaft und der Plünderung unterliegen eine Zeitlang.“ Das passt zu den 1260 Jahren aus Daniel 7, in denen treue Christen verfolgt wurden.
Daniel 11 will nicht zuerst Neugier stillen. Es zeigt: Gott kennt den Weg seines Volkes durch die ganze Geschichte, und wer ihn kennt, bleibt fest.
Wichtig für die Offenbarung
Die Verse 40 bis 45 beschreiben „Zur Endzeit“ den letzten Kampf: Der König des Nordens gewinnt immer mehr Einfluss, und am Ende stellen sich Nord und Süd gemeinsam gegen den heiligen Berg Gottes. „Und er wird sein Palastgezelt zwischen dem Meer und dem lieblichen Berg des Heiligtums aufschlagen; da wird er sein Ende finden; aber niemand wird ihm helfen.“
Die Offenbarung beschreibt dieses Ende ausführlich: die Sammlung der Könige der ganzen Welt nach Harmagedon (Offb 16,14–16) und den Sieg des Reiters auf dem weissen Pferd (Offb 19,11–21). Was Daniel kurz sagt, zeigt Johannes im Detail. Und wie immer bei Daniel kommt nach dem Bösen das grosse «Aber» Gottes: Im nächsten Vers erhebt sich Michael.
Für dich
„Die Leute, die ihren Gott kennen, bleiben fest.“ Nicht wer am meisten über Prophetie weiss, sondern wer Gott kennt. Wie lernst du Gott heute besser kennen?