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Der Weg › Teil 3 › Taufe und erste Jünger

Schritt 16 von 21 · Taufe und erste Jünger

Die Frau am Jakobsbrunnen

Johannes 4,1–42

Ganze Bibel: Schritt 464 von 790

Hintergrund

Jesus wandert von Judäa zurück nach Galiläa. Viele Juden machten einen langen Umweg durch das Jordantal, um Samaria zu meiden. Doch „Er mußte aber durch Samaria reisen.“ Er musste nicht wegen des Weges, sondern weil dort jemand auf ihn wartete, der es selbst noch nicht wusste.

Juden und Samariter waren seit Jahrhunderten verfeindet. Nachdem die Assyrer das Nordreich Israel erobert hatten, siedelten sie fremde Völker in Samaria an (2. Kön 17,24). Diese vermischten sich mit den zurückgebliebenen Israeliten. Die Samariter hatten einen eigenen Tempel auf dem Berg gebaut, und die Juden betrachteten sie als halbe Heiden.

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2 Erklärung

Müde am Brunnen

Bei der Stadt Sichar lag „Jakobs Brunnen“, den der Stammvater Jakob gegraben hatte. „Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also an den Brunnen“. Es war um die sechste Stunde, also um die Mittagszeit. Der Sohn Gottes war wirklich Mensch geworden: Er wurde müde, hungrig und durstig wie wir.

Dann kommt eine Frau, um Wasser zu schöpfen. Normalerweise holten die Frauen am kühlen Morgen oder Abend Wasser, gemeinsam und plaudernd. Diese Frau kommt allein in der Mittagshitze. Vielleicht wollte sie den Blicken und dem Gerede der anderen ausweichen.

Ellen G. White

The Jews and the Samaritans were bitter enemies, and as far as possible avoided all dealing with each other.
The Desire of Ages, S. 183

Zusammenfassung: Juden und Samariter waren erbitterte Feinde und gingen sich, wo immer möglich, aus dem Weg.

Ellen G. White

He who made the ocean, who controls the waters of the great deep, who opened the springs and channels of the earth, rested from His weariness at Jacob’s well, and was dependent upon a stranger’s kindness for even the gift of a drink of water.
The Desire of Ages, S. 184

Zusammenfassung: Er, der das Meer gemacht hat, der die Wasser der grossen Tiefe lenkt und die Quellen und Wasserläufe der Erde geöffnet hat, ruhte müde am Jakobsbrunnen aus. Selbst für einen Schluck Wasser war er auf die Freundlichkeit einer Fremden angewiesen.

Gib mir zu trinken

Jesus spricht sie an: „Gib mir zu trinken!“ Die Frau ist verblüfft. Ein jüdischer Mann, der mit einer samaritischen Frau redet und sogar aus ihrem Krug trinken will, das tat man nicht. Jesus überwindet mit einem einzigen Satz zwei Mauern: die zwischen Völkern und die zwischen Mann und Frau.

Dann sagt er: „Wenn du die Gabe Gottes erkenntest und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken! so würdest du ihn bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser!“ «Lebendiges Wasser» nannte man fliessendes Quellwasser, im Gegensatz zu stehendem Wasser in Zisternen.

Wasser, das den Durst stillt

Die Frau denkt an echtes Wasser: „Herr, du hast ja keinen Eimer, und der Brunnen ist tief“. Der ist bis heute erhalten und über 30 Meter tief. Jesus erklärt: „Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten“. Aber sein Wasser werde „in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt“.

Jeder Mensch hat einen Durst in sich, den nichts in der Welt ganz stillen kann: Durst nach Liebe, nach Sinn, nach Vergebung. Diese Frau hatte ihn mit fünf Ehen zu stillen versucht. Jesus bietet ihr an, was wirklich satt macht.

Ellen G. White

How many thirsting souls are today close by the living fountain, yet looking far away for the wellsprings of life!
The Desire of Ages, S. 184

Zusammenfassung: Wie viele durstige Menschen sind heute ganz nah an der lebendigen Quelle und suchen doch in weiter Ferne nach den Quellen des Lebens!

Ellen G. White

The divine grace which He alone can impart, is as living water, purifying, refreshing, and invigorating the soul.
The Desire of Ages, S. 187

Zusammenfassung: Die göttliche Gnade, die nur er schenken kann, ist wie lebendiges Wasser: Sie reinigt, erfrischt und stärkt die Seele.

Er kennt mein ganzes Leben

Jesus sagt: „Gehe hin, rufe deinen Mann und komm her!“ Die Frau weicht aus: „Ich habe keinen Mann!“ Da sagt Jesus ihr ruhig, was niemand wissen konnte: „Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann.“

Jesus deckt ihre Schuld auf, aber er verurteilt sie nicht. Er will sie nicht beschämen, sondern heilen. Die Frau versucht noch, das Gespräch auf eine religiöse Streitfrage zu lenken: Wo ist der richtige Ort zum Anbeten, hier auf dem Garizim oder in Jerusalem?

Im Geist und in der Wahrheit

Jesus antwortet: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ Es kommt nicht auf einen bestimmten Berg an, sondern darauf, ob das Herz mit Gott verbunden ist und ob man ihm so folgt, wie er sich offenbart hat.

Die Frau sagt: „Ich weiß, daß der Messias kommt“. Und Jesus sagt ihr, was er bis dahin kaum jemandem so deutlich gesagt hatte: „Ich bin es, der mit dir redet!“ Ausgerechnet einer Samariterin mit schlechtem Ruf offenbart er sich zuerst als Messias.

Kommt und seht!

„Nun ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen und lief in die Stadt“. Sie vergisst, weshalb sie gekommen war. Die Frau, die den Menschen ausgewichen war, läuft jetzt zu ihnen hin: „Kommt, sehet einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe!“

Die Jünger kommen mit Essen zurück, doch Jesus sagt: „Meine Speise ist die, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat“. Er zeigt auf die Menschen, die aus der Stadt herbeiströmen: „hebet eure Augen auf und beschauet die Felder; sie sind schon weiß zur Ernte“. Jesus blieb zwei Tage, und viele Samariter bekannten: „daß dieser wahrhaftig der Retter der Welt, der Christus, ist!“

Ellen G. White

She proved herself a more effective missionary than His own disciples.
The Desire of Ages, S. 195

Zusammenfassung: Sie erwies sich als wirksamere Botin als seine eigenen Jünger.

Ellen G. White

Every true disciple is born into the kingdom of God as a missionary.
The Desire of Ages, S. 195

Zusammenfassung: Jeder wahre Jünger wird als Bote in das Reich Gottes hineingeboren.

Für dich

Jesus kennt auch dein ganzes Leben, und er wendet sich trotzdem nicht ab. Er wartet auf dich, wie auf diese Frau am Brunnen, und bietet dir an, was deinen Durst wirklich stillt.

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BibeltextSchlachter 1951
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