2 Erklärung
Sie haben keinen Wein
Maria half wohl bei dieser Hochzeit mit, vielleicht waren es Verwandte. Als der Wein ausgeht, wendet sie sich an Jesus: „Sie haben keinen Wein.“ Seine Antwort klingt für uns hart: „Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen!“
Die Anrede «Weib» war damals respektvoll, etwa so wie «Frau» oder «verehrte Frau». Am Kreuz spricht Jesus seine Mutter genauso an (Joh 19,26). Aber Jesus macht klar: Er handelt nun nicht mehr als Sohn in Marias Haus, sondern nach dem Willen seines Vaters. Maria versteht das und vertraut trotzdem. Sie sagt zu den Dienern: „Was er euch sagen wird, das tut!“
Ellen G. White
It was to honor Mary’s trust, and to strengthen the faith of His disciples, that the first miracle was performed.Zusammenfassung: Um Marias Vertrauen zu ehren und den Glauben seiner Jünger zu stärken, tat Jesus das erste Wunder.
Sechs steinerne Krüge
Am Eingang standen „sechs steinerne Wasserkrüge, nach der Sitte der jüdischen Reinigung“. Mit diesem Wasser wuschen sich die Gäste vor dem Essen die Hände. Steingefässe waren beliebt, weil sie nach jüdischem Verständnis nicht unrein werden konnten. Bei Ausgrabungen in Jerusalem und Galiläa hat man viele solcher Steinkrüge aus der Zeit Jesu gefunden.
Jeder Krug fasste „zwei oder drei Eimer“, das sind etwa 80 bis 120 Liter. Zusammen ergab das über 500 Liter. Jesus schenkte nicht knapp, sondern überreichlich.
Der gute Wein zuletzt
Die Diener füllen die Krüge „bis obenan“ und bringen dem Speisemeister davon. Er wundert sich: „Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bis jetzt behalten!“
So ist es mit allem, was Jesus gibt. Die Welt gibt das Beste zuerst, und am Ende bleiben Leere und Enttäuschung. Bei Jesus wird es immer besser.
Falls du dich fragst, ob Jesus hier berauschenden Wein gemacht hat: Das griechische Wort für Wein bezeichnet sowohl frischen Traubensaft als auch vergorenen Wein. Ellen G. White verstand den Wein von Kana als reinen, unvergorenen Traubensaft. Dazu passt, dass die Bibel an vielen Stellen vor berauschendem Wein warnt (Spr 20,1).
Ellen G. White
The feast that He provides for the soul never fails to give satisfaction and joy.Zusammenfassung: Das Fest, das er für die Seele bereitet, schenkt immer Zufriedenheit und Freude.
Ellen G. White
The wine which Christ provided for the feast, and that which He gave to the disciples as a symbol of His own blood, was the pure juice of the grape.Zusammenfassung: Der Wein, den Christus für das Fest schenkte, und der, den er den Jüngern als Sinnbild für sein Blut gab, war reiner Traubensaft.
Der Anfang der Zeichen
Johannes nennt die Wunder Jesu «Zeichen». Ein Zeichen zeigt auf etwas anderes. „Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.“
Bemerkenswert ist, wo Jesus sein erstes Wunder tat: nicht im Tempel und nicht vor den Mächtigen, sondern an einem Familienfest in einem kleinen Dorf. Er freute sich mit den Fröhlichen. Er ehrte die Ehe, die Gott selbst im Garten Eden eingesetzt hatte.
Für dich
Maria wusste nicht, was Jesus tun würde. Sie wusste nur: Bei ihm ist die Not in guten Händen. Bring auch du ihm, was dir fehlt, und tu, was er dir sagt.