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Der Weg › Teil 1 › Abraham, der Freund Gottes

Schritt 7 von 17 · Abraham, der Freund Gottes

Abraham: ein neuer Name

1. Mose 17

Ganze Bibel: Schritt 26 von 790

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2 Erklärung

Wandle vor mir

Abram ist „neunundneunzig Jahre alt“. Dreizehn Jahre sind seit Ismaels Geburt vergangen. Da erscheint ihm Gott: „Ich bin der allmächtige Gott. Wandle vor mir und sei tadellos!“

Neue Namen

Gott gibt Abram einen neuen Namen: Abraham, „denn ich habe dich zu einem Vater vieler Völker gemacht“. Abram bedeutet «erhabener Vater», Abraham «Vater einer Menge».

Auch Sarai bekommt einen neuen Namen: Sarah, das bedeutet «Fürstin». „und Könige von Völkern sollen von ihr kommen“.

Abraham fällt auf sein Gesicht und lacht: Ein Hundertjähriger und eine Neunzigjährige sollen ein Kind bekommen (1. Mose 17,17)? Gott antwortet: Der Sohn soll Isaak heissen (1. Mose 17,19). Isaak bedeutet «er lacht». Gott macht aus dem ungläubigen Lachen ein Lachen der Freude.

Die erste Beschneidung

Hier beginnt in der Bibel die Beschneidung. Gott sagt zu Abraham: „Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden.“ „Ihr sollt aber die Vorhaut eures Fleisches beschneiden. Das soll ein Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euch.“ Bei der Beschneidung wird die Vorhaut am Glied eines Mannes entfernt. Neugeborene Jungen sollten am achten Tag beschnitten werden (1. Mose 17,12).

Abraham gehorcht noch am selben Tag. Er ist 99 Jahre alt, sein Sohn Ismael 13 (1. Mose 17,24–26). Mit ihnen werden alle Männer in Abrahams Haus beschnitten, auch die Knechte. Von da an trug jeder Mann in Gottes Volk dieses Zeichen am eigenen Körper.

Warum gerade dieses Zeichen?

Ein Bund ist eine feste Abmachung, und zu einem Bund gehört ein Zeichen. Nach der Sintflut gab Gott Noah den Regenbogen als Zeichen (1. Mose 9,13). Für den Bund mit Abraham wählte Gott ein Zeichen, das man nicht ablegen, verlieren oder vergessen kann: „Also soll mein Bund an eurem Fleische sein, ein ewiger Bund.“ Jeder Mann trug es sein ganzes Leben lang, nicht für die Augen der anderen, sondern als stille Erinnerung zwischen ihm und Gott: Ich gehöre zu Gott.

Der Bund drehte sich um Abrahams Nachkommen: „daß ich dein Gott sei und deines Samens nach dir“. Aus ihnen sollte der Erlöser kommen. Viele Ausleger sehen es darum als bedeutsam, dass das Zeichen gerade dort gesetzt wurde, wo das Leben an die nächste Generation weitergegeben wird. Jedes Kind sollte wissen: Unser Leben gehört Gott, und von uns soll der Retter der Welt kommen.

Etwas wird weggeschnitten: Darin liegt auch ein Bild. Die Propheten sprechen später davon, das Alte und Sündige vom Herzen wegzuschneiden (Jer 4,4). Das Zeichen am Körper sollte an eine Veränderung im Inneren erinnern.

Bemerkenswert ist auch, wer beschnitten wurde: schon Babys am achten Tag, bevor sie etwas verstehen oder leisten konnten. Gottes Bund beginnt mit seiner Gnade, nicht mit unserer Leistung. Und das Zeichen galt auch für Knechte, die „von irgend einem Ausländer“ gekauft waren. Schon damals war Gottes Bund offen für Menschen aus anderen Völkern.

Gott nahm das Zeichen ernst. Wer es verweigerte, „dessen Seele soll aus seinem Volke ausgerottet werden, weil es meinen Bund gebrochen hat“. Wer das Zeichen verachtete, verachtete den Bund selbst.

Was das Zeichen bedeutet

Die Beschneidung zeigte: Diese Familie gehört Gott, sie dient ihm und trennt sich vom Götzendienst ringsum. Wichtig ist die Reihenfolge. Abraham glaubte Gott schon Jahre vorher: „Und Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.“ Das Zeichen kam erst danach. Paulus schreibt: „Und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, welchen er schon vor der Beschneidung hatte“. Nicht die Beschneidung machte Abraham gerecht, sondern sein Glaube. Das Zeichen bestätigte, was Gott schon im Herzen getan hatte.

Hätten die Menschen Gottes Gesetz treu gehalten, wie Adam, Noah und Abraham es kannten, wäre dieses besondere Zeichen gar nicht nötig gewesen. Es sollte Abrahams Nachkommen davor bewahren, die Götter der anderen Völker anzunehmen.

Ellen G. White

At this time the rite of circumcision was given to Abraham as “a seal of the righteousness of the faith which he had yet being uncircumcised.”
Patriarchs and Prophets, S. 138

Zusammenfassung: Zu dieser Zeit wurde Abraham die Beschneidung gegeben als «Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er schon vor der Beschneidung hatte».

Ellen G. White

It was to be observed by the patriarch and his descendants as a token that they were devoted to the service of God and thus separated from idolaters
Patriarchs and Prophets, S. 138

Zusammenfassung: Sie sollte vom Stammvater und seinen Nachkommen als Zeichen beachtet werden, dass sie dem Dienst Gottes geweiht und damit von den Götzendienern getrennt waren.

Ellen G. White

If man had kept the law of God, as given to Adam after his fall, preserved by Noah, and observed by Abraham, there would have been no necessity for the ordinance of circumcision.
Patriarchs and Prophets, S. 364

Zusammenfassung: Hätte der Mensch Gottes Gesetz gehalten, wie es Adam nach dem Sündenfall gegeben, von Noah bewahrt und von Abraham befolgt wurde, wäre die Verordnung der Beschneidung nicht nötig gewesen.

Die Beschneidung des Herzens

Schon Mose sagt, worauf es Gott eigentlich ankommt: „So beschneidet nun die Vorhaut eures Herzens und seid forthin nicht halsstarrig!“ Und Gott verspricht: „Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deines Samens beschneiden, daß du den HERRN, deinen Gott, liebest von ganzem Herzen“.

Auch Jesus wurde als Jude am achten Tag beschnitten (Lk 2,21). Mit seinem Tod und seiner Auferstehung begann aber etwas Neues. Die Beschneidung hatte auf den Erlöser hingewiesen, der aus Abrahams Nachkommen kommen sollte. Nun war er gekommen. Darum ist die Beschneidung nicht mehr nötig, um zu Gottes Volk zu gehören.

Das war für viele Juden, die an Jesus glaubten, schwer zu verstehen. Manche sagten, auch Christen aus anderen Völkern müssten sich beschneiden lassen, sonst könnten sie „nicht gerettet werden“. Darum trafen sich die Apostel und Ältesten in Jerusalem und berieten darüber. Ihre Entscheidung war klar: Wer sich aus den anderen Völkern zu Gott bekehrt, den soll man mit der Beschneidung „nicht weiter belästigen“. Gerettet wird man nicht durch ein Zeichen am Körper, sondern allein durch den Glauben an Jesus.

An die Stelle der Beschneidung ist die Taufe getreten. Paulus schreibt, dass Christen „beschnitten mit einer Beschneidung, die ohne Hände geschehen ist“ sind, „indem ihr mit ihm begraben seid in der Taufe“. Die Taufe ist jetzt das sichtbare Zeichen, zu Gott zu gehören. Was die Taufe genau bedeutet, erklären wir später auf dem Weg ausführlich.

Entscheidend ist aber nicht das äussere Zeichen, sondern das Herz: „Denn in Christus Jesus gilt weder Beschnitten noch Unbeschnittensein etwas, sondern eine neue Kreatur.“ Paulus war übrigens nicht gegen die Beschneidung an sich. Er liess seinen Mitarbeiter Timotheus beschneiden, damit die Juden ihn anhörten (Apg 16,3). Er war nur dagegen, dass man sie als Bedingung für die Rettung verlangte.

Wer beschneidet heute?

Juden beschneiden ihre Söhne bis heute am achten Tag, genau wie Gott es Abraham sagte. Dieses Fest heisst «Brit Mila», «Bund der Beschneidung», und es ist für die meisten Juden ein Zeichen, zu Abrahams Volk zu gehören.

Auch bei Muslimen ist die Beschneidung von Jungen weit verbreitet. Sie berufen sich auf Abraham (Ibrahim), den sie als Stammvater verehren, über seinen Sohn Ismael. Im Koran selbst steht kein Gebot dazu, sie gilt als überlieferter Brauch. Meist geschieht sie nicht am achten Tag, sondern im Kindesalter.

Die meisten Christen lassen ihre Kinder nicht aus religiösen Gründen beschneiden, wegen der Entscheidung der Apostel in Apostelgeschichte 15. Ausnahmen sind einige alte Kirchen, etwa in Äthiopien und Ägypten, wo die Beschneidung als Brauch geblieben ist. In manchen Ländern, zum Beispiel in den USA, werden viele Jungen aus medizinischen oder kulturellen Gründen beschnitten. Das entscheiden die Eltern.

Wichtig: Die Bibel spricht nur von der Beschneidung von Männern und Jungen. Die sogenannte «Beschneidung» von Mädchen und Frauen hat mit der Bibel nichts zu tun. Sie ist eine schwere Verletzung und in vielen Ländern verboten.

Wissenswert: Warum der achte Tag?

In den ersten Lebenstagen gerinnt das Blut von Neugeborenen schwächer, weil ihnen noch Vitamin K fehlt. Darum bekommen Babys heute nach der Geburt Vitamin K. Manche sehen darin einen weisen Grund für den achten Tag. Die Bibel selbst nennt keinen medizinischen Grund, und die Fachleute sind sich nicht einig, ob der achte Tag dafür wirklich besonders ist.

Auch Ismael wird gesegnet

Abraham bittet für seinen Sohn: „Ach, daß Ismael vor dir leben sollte!“ Und Gott hört ihn: Auch Ismael wird gesegnet und zu einem grossen Volk (1. Mose 17,20). Aber der Bund, durch den der Retter kommen soll, geht über Isaak (1. Mose 17,21).

Für dich

Gott gab Abraham und Sarah neue Namen, als Zeichen für eine neue Zukunft. Welchen neuen Anfang wünschst du dir von Gott?

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