Kurze Antwort
Die Bibel wurde auf Hebräisch, Aramäisch und Griechisch geschrieben. Damit jeder sie verstehen kann, muss sie übersetzt werden. Manche Übersetzungen bleiben möglichst nah am Wortlaut, andere geben den Sinn in heutiger Sprache wieder. Beide Arten haben ihren Wert. Auf dieser Seite liest du die Schlachter-Übersetzung von 1951, die sehr genau am Grundtext bleibt.
Übersetzen ist nötig
Schon bevor Jesus kam, übersetzten Juden in Alexandria das Alte Testament ins Griechische. Diese Übersetzung heisst . Die Apostel zitierten oft daraus. Um 400 nach Christus übersetzte Hieronymus die Bibel ins Lateinische, die sogenannte Vulgata. Sie war im Mittelalter die Bibel der Kirche, aber das einfache Volk verstand kein Latein.
Die Bibel für das Volk
John Wycliffe liess im 14. Jahrhundert die erste vollständige englische Bibel übersetzen. Martin Luther übersetzte das Neue Testament 1522 auf der Wartburg in nur elf Wochen ins Deutsche, 1534 war fertig. In Zürich erschien unter Ulrich Zwingli schon 1531 eine vollständige deutsche Bibel, die Zürcher Bibel.
Für die Bibel in der Sprache des Volkes nahmen viele Menschen grosse Gefahren auf sich. William Tyndale, der das Neue Testament aus dem Griechischen ins Englische übersetzte, wurde 1536 hingerichtet.
Ellen G. White
Wycliffe accepted the Holy Scriptures with implicit faith as the inspired revelation of God’s will, a sufficient rule of faith and practice.Zusammenfassung: Wycliffe nahm die Heilige Schrift mit festem Glauben als die inspirierte Offenbarung des Willens Gottes an, als ausreichende Richtschnur für Glauben und Leben.
Die Schlachter-Bibel
Franz Eugen Schlachter war ein Prediger in der Schweiz, in Biel und Bern. Er wollte eine Bibel, die genau übersetzt und doch gut verständlich ist, auch für einfache Leute. 1905 erschien seine «Miniaturbibel». Die Genfer Bibelgesellschaft überarbeitete sie, und 1951 erschien die Fassung, die du auf dieser Seite liest.
Weil der Text frei verwendet werden darf, kann er hier vollständig und unverändert gezeigt werden. Die Rechtschreibung von damals, etwa «daß», bleibt stehen.
Wörtlich oder frei?
Es gibt zwei Arten zu übersetzen. Wörtliche Übersetzungen wie Schlachter, Elberfelder oder Luther bleiben möglichst nah an jedem Wort des Grundtextes. Freie Übertragungen wie «Hoffnung für alle» oder «Gute Nachricht» sagen den Sinn in einfacher, heutiger Sprache. Sie sind leichter zu lesen, aber der Übersetzer muss öfter entscheiden, was gemeint ist.
Zum gründlichen Studieren ist eine wörtliche Übersetzung gut. Zum Kennenlernen kann eine freie Übertragung helfen. Wer verschiedene Übersetzungen vergleicht, entdeckt oft neue Seiten eines Verses.
Wissenswert
Die ganze Bibel ist heute in über 700 Sprachen übersetzt, das Neue Testament in über 1600 weiteren, und Teile davon in noch mehr. Kein anderes Buch wurde in so viele Sprachen übertragen.
Fragen zum Nachdenken
Menschen haben ihr Leben riskiert, damit andere die Bibel in ihrer Sprache lesen können. Wie oft lesen wir sie, die wir sie in mehreren Übersetzungen im Regal haben? „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht für meinen Pfad.“
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