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Erfüllte Vorhersagen

Kyrus: beim Namen genannt, bevor er geboren war

Kurze Antwort

Der Prophet Jesaja lebte um 700 vor Christus. In seinem Buch nennt Gott einen König mit Namen: Kyrus, der Jerusalem und den Tempel wieder aufbauen lassen wird. Etwa 150 Jahre später kam ein persischer König namens Kyrus, eroberte Babylon und erlaubte den Juden, heimzukehren und den Tempel zu bauen. Der Kyros-Zylinder im Britischen Museum bestätigt, dass Kyrus den verschleppten Völkern die Heimkehr erlaubte.

Die Vorhersage

Jesaja wirkte zur Zeit der Könige Usija, Ahas und Hiskia, etwa von 740 bis 690 vor Christus. Damals stand der Tempel in Jerusalem noch, und Babylon war noch keine Weltmacht. Doch Gott sagt über einen künftigen König: „Der von Kores spricht: «Er ist mein Hirt, und er wird all meinen Willen vollführen und zu Jerusalem sagen: Werde gebaut! und zum Tempel: Werde gegründet!»“ «Kores» ist der hebräische Name des Kyrus.

Und weiter: „Also spricht der HERR zu Kores, seinem Gesalbten, dessen rechte Hand ich ergriffen habe, um Völker vor ihm niederzuwerfen und die Lenden der Könige zu entgürten, um die Türen vor seinem Angesicht aufzutun und die Tore, damit sie nicht geschlossen bleiben“.

Die Erfüllung

, König der Perser, eroberte 539 vor Christus Babylon. Die griechischen Geschichtsschreiber Herodot und Xenophon berichten, wie es geschah: Die Perser leiteten den Euphrat um, der durch die Stadt floss, und drangen in einer Nacht, in der die Babylonier ein Fest feierten, durch das Flussbett ein. Die Tore am Fluss waren nicht verschlossen, wie Jesaja gesagt hatte.

Im ersten Jahr seiner Herrschaft erliess Kyrus einen Befehl: Die Juden dürfen heimkehren und den Tempel in Jerusalem wieder aufbauen (Esra 1,1–4). Auf dem , einer Tonwalze mit Keilschrift, rühmt sich Kyrus, dass er verschleppte Völker in ihre Heimat zurückkehren liess und ihre Heiligtümer wieder herstellte.

Der jüdische Geschichtsschreiber Josephus berichtet sogar, Kyrus habe die Worte Jesajas über sich gelesen und sei davon bewegt worden.

Ellen G. White

More than a century before the birth of Cyrus, Inspiration had mentioned him by name, and had caused a record to be made of the actual work he should do in taking the city of Babylon unawares, and in preparing the way for the release of the children of the captivity.
Prophets and Kings, S. 551

Zusammenfassung: Mehr als ein Jahrhundert vor der Geburt des Kyrus hatte die Inspiration ihn mit Namen genannt und beschreiben lassen, wie er Babylon überraschend einnehmen und den Weg für die Befreiung der Gefangenen bereiten würde.

Was manche Forscher sagen

Viele Forscher meinen, Jesaja 40 bis 66 stamme nicht von Jesaja selbst, sondern von einem späteren Propheten zur Zeit des Kyrus. Ein Grund dafür ist gerade, dass Kyrus mit Namen genannt wird, was ihnen ohne echte Vorhersage nicht möglich scheint.

Dagegen spricht: In der grossen Jesaja-Rolle vom Toten Meer, rund 125 vor Christus, geht Kapitel 39 ohne jede Lücke in Kapitel 40 über. Für die Schreiber war es ein einziges Buch. Und das Neue Testament zitiert Stellen aus beiden Teilen als Worte Jesajas (Joh 12,38–41).

Fragen zum Nachdenken

Wenn man von vornherein ausschliesst, dass Gott die Zukunft kennt, muss man jede genaue Vorhersage für nachträglich halten. Ist das noch eine Frage der Wissenschaft oder schon eine Frage des Glaubens? Gott sagt: „daß Ich Gott bin und keiner sonst, ein Gott, dem keiner zu vergleichen ist.“

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