BibelverstehenGebet

Start › Andere Fragen › Völker und Zeiten

Völker und Zeiten

Die Hethiter: das Volk, das es angeblich nie gab

Kurze Antwort

Die Bibel nennt die Hethiter fast fünfzigmal. Doch ausser der Bibel kannte sie lange niemand, und Kritiker hielten sie für erfunden. Dann fand man in der Türkei ihre Hauptstadt mit Zehntausenden von Tontafeln. Die Hethiter waren eine Grossmacht der Bronzezeit, die sogar mit Ägypten Frieden schloss. Die Bibel hatte recht.

Was die Bibel sagt

Abraham kaufte das Grab für Sara von einem Hethiter: „Und Ephron saß mitten unter den Hetitern.“ Esau heiratete hethitische Frauen (1. Mose 26,34). Später war einer der tapfersten Soldaten Davids ein Hethiter, Urija, der Mann der Batseba: „das Weib Urijas, des Hetiters?“ Und König Salomo verkaufte Pferde und Wagen an die Könige der Hethiter (1. Kön 10,29).

Ein Volk, das es nicht gegeben haben soll

Im 19. Jahrhundert waren viele Gelehrte überzeugt: Ein grosses Volk, von dem kein einziger griechischer oder römischer Schriftsteller berichtet, kann es nicht gegeben haben. Die Hethiter der Bibel seien eine Erfindung oder höchstens ein kleiner Stamm.

Doch dann wurden Inschriften und Reliefs in einer unbekannten Bilderschrift in Syrien und der Türkei gefunden. 1876 vermutete der englische Forscher Archibald Sayce, sie stammten von den Hethitern der Bibel.

Die Hauptstadt wird gefunden

1906 grub der deutsche Forscher Hugo Winckler beim Dorf Boğazköy in der Türkei. Er fand , die riesige Hauptstadt der Hethiter, mit Tempeln, Palästen, Stadtmauern und einem königlichen Archiv mit rund 30 000 Tontafeln und Bruchstücken.

1915 entzifferte der tschechische Forscher Bedřich Hrozný ihre Sprache. Es ist die älteste bekannte Sprache der indogermanischen Familie, zu der auch Deutsch gehört.

Die Hethiter waren eine Grossmacht. Um 1274 vor Christus kämpften sie bei Kadesch gegen Pharao Ramses II. Später schlossen beide Reiche einen . Eine Nachbildung dieses ältesten bekannten Friedensvertrags hängt heute im Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York.

Fragen zum Nachdenken

Die Gelehrten damals waren klug und ehrlich überzeugt. Und doch lagen sie falsch, weil sie nur glaubten, was sie schon kannten. Wie viele Urteile über die Bibel beruhen heute auf dem gleichen Fehler?

Wer der Bibel misstraute, weil ein Volk nirgends sonst erwähnt war, hätte vorsichtiger sein sollen. Die Hethiter lehren uns: Fehlende Funde sind kein Beweis. Die Bibel war die ganze Zeit eine zuverlässige Quelle.

Weiterlesen

Weitere Fragen:

← Alle Fragen

BibeltextSchlachter 1951
Ganzes Kapitel lesen