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Der Weg › Teil 1 › Am Sinai: Gesetz und Heiligtum

Schritt 3 von 12 · Am Sinai: Gesetz und Heiligtum

Gottes Ordnungen für das Zusammenleben

2. Mose 21–23

Ganze Bibel: Schritt 99 von 790

Hintergrund

Nach den Zehn Geboten gibt Gott Mose weitere Regeln. Ellen G. White erklärt: Das Volk kam aus der Sklaverei und aus dem Heidentum und konnte die weiten Grundsätze der Zehn Gebote noch nicht ganz verstehen. Darum zeigten diese Regeln an konkreten Fällen, wie man die Gebote im Alltag lebt.

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Lies jetzt: 2. Mose 21–23

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2 Erklärung

Erlaubt die Bibel Sklaverei?

Wer das liest, ist vielleicht irritiert: Hier gibt es Regeln für Knechte und Mägde. Billigt Gott Sklaverei?

Gott schützte die Schwachen in einer Welt, in der Sklaverei überall üblich war. Ein Hebräer durfte höchstens sechs Jahre dienen, „und im siebenten soll er unentgeltlich freigelassen werden“. Wer einen Knecht verletzte, und sei es nur ein Zahn, musste ihn freilassen (2. Mose 21,26–27). Menschenraub wurde mit dem Tod bestraft (2. Mose 21,16).

Die Israeliten waren eben selbst Sklaven gewesen. Jetzt sollten sie sich hüten, andere so grausam zu behandeln, wie sie in Ägypten behandelt worden waren. Das achte Gebot verurteilt auch Menschenraub und Sklavenhandel.

Ellen G. White

But a Hebrew could not be sold as a slave for life.
Patriarchs and Prophets, S. 310

Zusammenfassung: Aber ein Hebräer durfte nicht lebenslang als Sklave verkauft werden.

Ellen G. White

The Israelites had lately been servants themselves, and now that they were to have servants under them, they were to beware of indulging the spirit of cruelty and exaction from which they had suffered under their Egyptian taskmasters.
Patriarchs and Prophets, S. 310

Zusammenfassung: Die Israeliten waren eben noch selbst Knechte gewesen; jetzt, wo sie Knechte unter sich haben würden, sollten sie sich hüten vor dem Geist der Grausamkeit und Ausbeutung, unter dem sie bei ihren ägyptischen Aufsehern gelitten hatten.

Auge um Auge?

Wer das liest, denkt vielleicht: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ klingt nach Rache.

Es ist das Gegenteil. Diese Regel galt für die Richter, nicht für die Rache des Einzelnen. Sie begrenzte die Strafe: nicht mehr als der Schaden. In vielen alten Kulturen wurde für ein Auge ein Leben genommen. Jesus zeigte später den noch höheren Weg der Liebe: „Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Auge um Auge und Zahn um Zahn!» Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen“.

Gott schützt die Schwachen

Immer wieder geht es um Fremde, Witwen, Waisen und Arme: „Den Fremdling sollst du nicht bedrängen noch bedrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland“. Von Armen durfte man keinen Zins nehmen (2. Mose 22,25). Ein Mantel als Pfand musste am Abend zurückgegeben werden, damit der Arme nicht friert.

Sogar dem Feind soll man helfen: Wenn sein Esel unter der Last zusammenbricht, „Du sollst ihm samt jenem aufhelfen!“

Und für Gerichte gilt: „Und nimm kein Geschenk! Denn das Geschenk macht die Sehenden blind“.

Wissenswert: Andere Gesetze der alten Welt

Aus Babylon kennt man den Codex Hammurabi, eine Gesetzessammlung auf einer , die heute im Louvre in Paris steht. Auch dort gibt es «Auge um Auge». Aber die Strafen hängen vom Stand ab: Wer einem Vornehmen ein Auge ausschlug, wurde anders bestraft als bei einem Armen oder einem Sklaven.

Das Gesetz Israels ist an vielen Stellen menschlicher: Es schützt Fremde, Arme und Sklaven ausdrücklich und gibt einen wöchentlichen Ruhetag für alle, sogar für Knechte und Tiere (2. Mose 23,12).

Für dich

„Denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen.“ Wie kann deine eigene schwere Erfahrung dir helfen, mit anderen barmherziger zu sein?

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BibeltextSchlachter 1951
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