2 Erklärung
Der Auftrag gegen Amalek
Gott befiehlt Saul, an Amalek den Bann zu vollstrecken und nichts zu schonen (1. Samuel 15,3).
Wer das liest, erschrickt vielleicht: Wie kann Gott so etwas befehlen?
Amalek hatte Israel nach dem Auszug aus Ägypten grundlos angegriffen, und zwar die Schwachen und Müden am Ende des Zuges (5. Mose 25,17–18). Gott hatte schon damals das Gericht angekündigt (2. Mose 17,14) und dann noch Jahrhunderte gewartet. Gott allein kennt alle Herzen und allein darf er ein solches Urteil sprechen. Heute gibt es keinen solchen Auftrag mehr: Jesus sagt seinen Nachfolgern, ihre Feinde zu lieben (Mt 5,44).
Halber Gehorsam
Saul siegt, aber er verschont den König Agag „und die besten Schafe und Rinder“. Nur was wertlos war, vernichtet er.
Gott sagt zu Samuel: „Es reut mich, daß ich Saul zum König gemacht habe“. Samuel schreit die ganze Nacht zu Gott.
Am Morgen begrüsst Saul ihn fröhlich: „ich habe des HERRN Wort erfüllt!“ Samuel fragt: „Was ist denn das für ein Blöken der Schafe in meinen Ohren“? Saul schiebt die Schuld auf das Volk und sagt, die Tiere seien für ein Opfer gedacht.
Gehorsam ist besser
Samuel antwortet: „Siehe, Gehorsam ist besser denn Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern!“ Und: „Ungehorsam ist Zaubereisünde“.
Bei jeder Entscheidung sollen wir nicht fragen, ob wir einen Schaden erkennen können, sondern ob es Gottes Willen entspricht.
Saul sagt schliesslich «Ich habe gesündigt», aber er bittet gleich: Ehre mich vor dem Volk (1. Samuel 15,30). Nicht Trauer über die Sünde, sondern Angst vor der Strafe bewegte den König.
Ellen G. White
In deciding upon any course of action we are not to ask whether we can see that harm will result from it, but whether it is in keeping with the will of God.Zusammenfassung: Wenn wir über einen Weg entscheiden, sollen wir nicht fragen, ob wir einen Schaden daraus erkennen können, sondern ob er mit dem Willen Gottes übereinstimmt.
Ellen G. White
It was not sorrow for sin, but fear of its penalty, that actuated the king of IsraelZusammenfassung: Nicht Trauer über die Sünde, sondern Angst vor ihrer Strafe trieb den König Israels an.
Reut es Gott?
Im selben Kapitel steht: Es reut Gott (1. Samuel 15,11) und: „er ist kein Mensch, daß es ihn reuen müßte!“ Ist das ein Widerspruch?
Gottes Reue ist nicht wie menschliche Reue. Bei Menschen heisst Reue, dass sie ihre Meinung ändern. Bei Gott heisst es, dass sich die Umstände und Beziehungen verändert haben. Gott bleibt gleich. Saul hat sich verändert.
Ellen G. White
Man’s repentance implies a change of mind. God’s repentance implies a change of circumstances and relations.Zusammenfassung: Die Reue des Menschen bedeutet eine Sinnesänderung. Die Reue Gottes bedeutet eine Veränderung der Umstände und Beziehungen.
Für dich
Gibt es etwas, wo du Gott nur halb gehorchst und das Beste für dich behältst? Gehorsam ist besser als jedes Opfer.