2 Erklärung
Der Engel am Altar
Ein Engel steht am , der „hatte eine goldene Räucherpfanne; und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, damit er es mitsamt den Gebeten aller Heiligen auf den goldenen Altar gäbe, der vor dem Throne ist.“ „Und der Rauch des Räucherwerks stieg mit den Gebeten der Heiligen aus der Hand des Engels auf vor Gott.“
Wer bringt im Himmel die Gebete vor Gott? Die Bibel sagt es von Jesus, unserem Hohenpriester: „da er immerdar lebt, um für sie einzutreten!“ Der stand im Heiligtum für das, was Jesus für uns tut. Während auf der Erde vieles durcheinandergeht, bittet er für die Seinen.
Dann: „Und der Engel nahm die Räucherpfanne und füllte sie mit Feuer vom Altar und warf sie auf die Erde“. Dieselbe Pfanne, mit der er für die Menschen bittet, wird zum Warnzeichen. Gnade und Gericht kommen vom selben Altar.
Ellen G. White
The intercession of Christ in man’s behalf in the sanctuary above is as essential to the plan of salvation as was His death upon the cross.Zusammenfassung: Der Dienst Christi, der im himmlischen Heiligtum für die Menschen eintritt, ist für den Erlösungsplan genauso wichtig wie sein Tod am Kreuz.
Wie man die Posaunen versteht
Die ersten vier Posaunen sprechen in Bildern aus der Natur: Erde, Meer, Flüsse und Gestirne. Wörtlich genommen ergibt das kaum einen Sinn. Nie ist auf der Erde alles grüne Gras verbrannt. Viele verstehen die Bilder darum geistlich, wie an vielen Stellen der Offenbarung. Die Erde steht dann für die Christenheit, das Meer für die Völker („Die Wasser, die du gesehen hast, wo die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen.“), Flüsse und Quellen für die Lehre, die die Menschen trinken, und Sonne, Mond und Sterne für das Licht des Evangeliums.
So gelesen zeigen die Posaunen, wie sich die Christenheit Schritt für Schritt vom reinen Evangelium entfernte und welche Folgen das hatte. Es sind dieselben Zeiträume wie bei den sieben Gemeinden und den sieben Siegeln, nur aus einem anderen Blickwinkel: Gott warnt.
Seit der Reformation sahen viele Ausleger in den Posaunen auch die Stürme, die über das Römische Reich kamen: Goten, Vandalen und Hunnen, später die Heere der Araber und der Türken. Die Bibel selbst nennt keine Namen. Sicher ist der Sinn: Gott ruft zur Umkehr, bevor es zu spät ist.
Die erste Posaune: Hagel und Feuer
Hagel und Feuer kennt die Bibel aus Ägypten, als Gott den Pharao warnte (2. Mose 9,23). Das Feuer kommt hier vom Altar im Himmel. Das Blut zeigt, wie ernst die Warnung ist.
Viele verbinden die erste Posaune mit den ersten Jahrhunderten nach Christus, etwa 30 bis 300. Paulus hatte gewarnt: „denn es muß unbedingt zuerst der Abfall kommen“. Griechische Philosophie drang in die Gemeinden ein, etwa die Lehre, die Seele des Menschen sei unsterblich, oder die Gnosis, die alles Körperliche für böse hielt. Tief verwurzelte Bäume blieben zum Teil stehen. Das Gras aber, das schnell wächst und keine tiefen Wurzeln hat, verbrannte ganz. Jesus sprach von einem Samen, der schnell aufging, „und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es.“
Die zweite Posaune: ein brennender Berg
„Und der zweite Engel posaunte, und es wurde etwas wie ein großer feuerspeiender Berg ins Meer geworfen; und der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut,“ „und der dritte Teil der Geschöpfe im Meer, welche Seelen haben, starb, und der dritte Teil der Schiffe ging zugrunde.“
Ein Berg ist in der Bibel oft ein Bild für ein Reich oder eine Macht. Bei Daniel wird der Stein zu einem grossen Berg, Gottes Reich (Dan 2,35). Und über Babylon sagt Gott: „Siehe, ich will an dich, du Berg des Verderbens, der du die ganze Erde verdirbst“.
Viele verbinden die zweite Posaune mit der Zeit nach , etwa 300 bis 540. Die Kirche wurde zur Kirche des Staates, ein mächtiger Berg. Mit der Macht des Reiches stürzte sie sich auf das «Meer» der Völker, oft mit Zwang. Das Meer wurde zu Blut: Statt Frieden brachte das Christentum der Mächtigen Feindschaft und Krieg. Ein Drittel der Schiffe ging unter. Schiffe tragen Waren von Land zu Land, so wie Botschaften von Volk zu Volk getragen werden.
Die dritte Posaune: der Stern Wermut
„Und der dritte Engel posaunte; da fiel ein großer Stern vom Himmel, brennend wie eine Fackel, und er fiel auf den dritten Teil der Flüsse und auf die Wasserquellen;“ „und der Name des Sternes heißt Wermut.“
ist eine sehr bittere Pflanze. In der Bibel steht er für Bitterkeit und Abfall von Gott. Ein Stern, der vom Himmel fällt, stand einmal hoch oben. Jesaja klagt über den stolzen König von Babel: „Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Morgenstern“.
Viele sehen in diesem Stern eine Macht in der Kirche, die sich über alle anderen erhob und die Quellen der Wahrheit bitter machte: das Papsttum, das ab 538 seine Vorherrschaft aufbaute, so wie es Daniel vom kleinen Horn gesagt hatte (Dan 7,25). Der Bischof von Rom nahm Titel an, die nur Jesus zustehen, wie «Stellvertreter Christi» und «oberster Priester». Statt reinem Wasser des Lebens bekamen die Menschen menschliche Lehren zu trinken, „und viele der Menschen starben von den Gewässern, weil sie bitter geworden waren.“
Die vierte Posaune: Sonne, Mond und Sterne
Ein Drittel des Lichts fehlt. Viele verbinden diese Posaune mit dem Mittelalter, etwa 700 bis 1500. Die Bibel gab es nur in Latein, das Volk konnte sie nicht lesen. Statt auf Jesus schauten die Menschen auf Heilige, Reliquien und Priester. Amos hatte eine solche Zeit angekündigt: „nicht einen Hunger nach Brot, noch einen Durst nach Wasser, sondern darnach, das Wort des HERRN zu hören“. Ganz dunkel wurde es aber nicht. Zwei Drittel des Lichts blieben.
Dann fliegt ein Adler mitten durch den Himmel und ruft: „Wehe, wehe, wehe denen, die auf Erden wohnen, wegen der übrigen Posaunenstimmen der drei Engel, die noch posaunen sollen!“ Die drei letzten Posaunen werden noch schwerer.
Für dich
Die Posaunen sind Warnrufe aus Liebe. Gott ruft, bevor es zu spät ist. Wo hörst du heute seinen Ruf?