2 Erklärung
Die erste Plage: Geschwüre
Die Plage trifft genau die, die das Malzeichen angenommen haben. Was ihnen Vorteile gebracht hatte, kaufen und verkaufen zu dürfen, wird zum Zeichen der Schande. In Ägypten konnten selbst die Zauberer des Pharao wegen der Geschwüre nicht mehr vor Mose stehen (2. Mose 9,11). Wer sich auf menschliche Macht verlassen hat, steht nun schutzlos da.
Die zweite und dritte Plage: Blut
„Und der zweite goß seine Schale aus in das Meer, und es wurde zu Blut wie von einem Toten, und alle lebendigen Wesen im Meer starben.“ „Und der dritte goß seine Schale aus in die Flüsse und in die Wasserquellen, und sie wurden zu Blut.“
Ohne Wasser gibt es kein Leben. Das Meer steht in der Offenbarung auch für die Völker (Offb 17,15), und die Flüsse und Quellen für das, wovon Menschen geistlich leben. Wenn sie zu Blut werden, heisst das: Was Leben versprochen hat, bringt den Tod.
Dann hört Johannes „den Engel der Gewässer sagen“: „Gerecht bist du, Herr, der du bist und der du warst, du Heiliger, daß du so gerichtet hast!“ „Denn das Blut der Heiligen und Propheten haben sie vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; sie verdienen es!“ Die Plage ist die Antwort auf die Verfolgung. Wer Blut vergossen hat, bekommt Blut zu trinken.
Und vom Altar her kommt die Antwort: „Ja, Herr, allmächtiger Gott, wahrhaft und gerecht sind deine Gerichte!“ Unter diesem Altar hatten beim fünften Siegel die Märtyrer gerufen: Wie lange noch? (Offb 6,10) Jetzt bestätigen sie: Gott ist gerecht. Zwei Stimmen bezeugen es, so wie nach dem Gesetz Israels jede Sache durch zwei Zeugen bestätigt werden musste.
Die vierte Plage: die Sonne
Diese Plage steht genau in der Mitte der sieben. Die Sonne ist in der Bibel oft ein Bild für Jesus, die Sonne der Gerechtigkeit, und für die Wahrheit, die alles ans Licht bringt. Was für die Gläubigen Heilung bringt (Mal 4,2), wird für die, die das Licht abgelehnt haben, zur brennenden Hitze. Jetzt kommt alles ans Licht.
Und die Menschen? „und sie lästerten den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen, und taten nicht Buße, ihm die Ehre zu geben.“ Die Botschaft des ersten Engels hatte gerufen: Gebt Gott die Ehre (Offb 14,7). Jetzt, wo es zu spät ist, tun sie es immer noch nicht. Die Plagen ändern das Herz nicht. Sie zeigen nur, was darin ist.
Die fünfte Plage: Finsternis über dem Thron
„Und der fünfte goß seine Schale aus auf den Thron des Tieres, und dessen Reich wurde verfinstert, und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz“ „und lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre und taten nicht Buße von ihren Werken.“
Die Plage trifft jetzt das Zentrum: den Thron des Tieres, das in Kapitel 13 so mächtig war, dass die Welt fragte: Wer ist ihm gleich? Sein Reich wird finster. Nach der Sonne der vierten Plage kommt die völlige Dunkelheit. Das Tier, das so grosse Dinge redete, hat nichts mehr zu sagen.
Die sechste Plage: der Euphrat
Dieses Bild versteht man aus der Geschichte. Die alte Stadt lag am , der mitten durch sie hindurchfloss. Er gab ihr Wasser und schützte sie wie ein Graben. Im Jahr 539 vor Christus leitete der Perserkönig Kyrus den Fluss um. Durch das trockene Flussbett drangen seine Soldaten in die Stadt ein, und Babylon fiel in einer Nacht. Gott hatte das angekündigt: „Dürre über ihre Wasser, daß sie vertrocknen!“ Und Kyrus kam aus dem Osten, vom Aufgang der Sonne.
In der Offenbarung ist Babylon die grosse Hure, die „an vielen Wassern sitzt“, und die Wasser sind Völker. Wenn der Euphrat austrocknet, heisst das: Die Völker, die Babylon getragen haben, ziehen ihre Unterstützung zurück. Und der Weg wird frei für die Könige vom Aufgang der Sonne. Viele verstehen das als Christus und sein himmlisches Heer, die kommen, um Babylon zu richten und sein Volk zu befreien, so wie Kyrus Israel aus der Gefangenschaft befreite.
Drei Frösche und Harmagedon
„Und ich sah aus dem Maul des Drachen und aus dem Maul des Tieres und aus dem Maul des falschen Propheten drei unreine Geister herauskommen, gleich Fröschen.“ Drache, Tier und falscher Prophet sind wie eine falsche Dreieinigkeit, ein Gegenbild zu Vater, Sohn und Heiligem Geist. Frösche kennst du aus den Plagen Ägyptens. In Ägypten wurde sogar eine Göttin mit Froschkopf verehrt.
„Es sind nämlich Geister von Dämonen, welche Zeichen tun und zu den Königen des ganzen Erdkreises ausziehen, um sie zum Kampf an jenem großen Tage Gottes, des Allmächtigen, zu versammeln.“ Am Ende versucht Satan mit Wundern, die ganze Welt gegen Gott zu vereinen. Paulus warnte: „der Satan selbst verkleidet sich in einen Engel des Lichts.“
„Und er versammelte sie an den Ort, der auf hebräisch Harmagedon heißt.“ Harmagedon bedeutet «Berg von ». Megiddo war eine Festung in der Ebene Jesreel im Norden Israels. Dort fanden entscheidende Schlachten statt: Debora und Barak siegten „zu Taanach am Wasser Megiddo“, und König Josia fiel dort (2. Kön 23,29). Einen «Berg von Megiddo» gibt es aber gar nicht, nur einen Hügel. Harmagedon ist darum ein Bild für die letzte, entscheidende Auseinandersetzung zwischen Gott und den Mächten, die sich gegen ihn stellen. Es ist das Gegenstück zum Berg Zion, auf dem das Lamm mit den Seinen steht (Offb 14,1).
Viele erwarten bei Harmagedon einen grossen Krieg im Nahen Osten. Die Offenbarung beschreibt aber einen Kampf zwischen Christus und Satan, zwischen Wahrheit und Lüge, der damit endet, dass Jesus wiederkommt (Offb 19,11–21).
Ellen G. White
As the crowning act in the great drama of deception, Satan himself will personate Christ.Zusammenfassung: Als Höhepunkt des grossen Täuschungsspiels wird Satan selbst als Christus auftreten.
Mitten drin ein Trost
Mitten in diesen schweren Bildern spricht Jesus selbst: „Siehe, ich komme wie ein Dieb! Selig ist, wer wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht bloß einhergehe und man nicht seine Schande sehe!“ Ein Dieb kommt unerwartet in der Nacht (1. Thess 5,2). Für die, die wachen, ist sein Kommen keine Bedrohung, sondern die Rettung. Die Kleider sind wieder die weissen Kleider, die Jesus schenkt.
Die siebte Plage: Es ist geschehen!
„Und der siebente goß seine Schale aus in die Luft; da kam eine laute Stimme aus dem Tempel des Himmels, vom Throne her, die sprach: Es ist geschehen!“ Ohne Luft kann niemand atmen. Mit dieser letzten Schale ist alles zu Ende.
Am Kreuz hatte Jesus gerufen: „Es ist vollbracht!“ Damit war die Erlösung vollbracht. Jetzt ruft die Stimme vom Thron: Es ist geschehen. Damit ist auch das Gericht vollendet.
„und ein großes Erdbeben entstand, wie dergleichen noch nie gewesen ist, seit es Menschen gab auf Erden“. „Und die große Stadt wurde in drei Teile [zerrissen]“: Die falsche Dreieinigkeit aus Drache, Tier und falschem Prophet bricht auseinander. „Und alle Inseln flohen, und Berge wurden nicht mehr gefunden.“ Alles, worauf Menschen ausser Gott gebaut haben, verschwindet. Ein Hagel mit zentnerschweren Steinen fällt, und noch immer lästern die Menschen Gott (Offb 16,21).
Mit der siebten Plage kommt Jesus wieder. Was das bedeutet, zeigt Kapitel 19 ausführlich. Vorher aber erklärt der Engel in Kapitel 17 und 18, wer Babylon ist.
Ellen G. White
The plagues upon Egypt when God was about to deliver Israel were similar in character to those more terrible and extensive judgments which are to fall upon the world just before the final deliverance of God’s people.Zusammenfassung: Die Plagen über Ägypten, als Gott Israel befreien wollte, waren den noch schrecklicheren und umfassenderen Gerichten ähnlich, die kurz vor der endgültigen Befreiung von Gottes Volk über die Welt kommen werden.
Für dich
Wer bei Jesus geborgen ist, muss die Plagen nicht fürchten. Wie Israel in Gosen geschützt war, so schützt Gott die Seinen. Bewahre deine Kleider, das Geschenk seiner Gerechtigkeit.