2 Erklärung
Eine Frau, mit der Sonne bekleidet
„Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: ein Weib, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupte eine Krone mit zwölf Sternen.“ Johannes nennt es selbst ein «Zeichen». Es ist also ein Bild, keine Frau aus Fleisch und Blut.
In der Bibel ist eine Frau oft ein Bild für Gottes Volk. Gott nennt sich den Bräutigam Israels, und Paulus schreibt an die Gemeinde, er habe sie „einem Manne verlobt“, Christus. Eine treue Frau ist das treue Volk Gottes. Eine untreue Frau, eine Hure, ist ein Volk, das Gott verlassen hat. Schon Jesaja klagte über Jerusalem: „Wie ist die fromme Stadt zur Dirne geworden?“
Jedes Stück dieses Bildes hat eine Bedeutung. Die Frau ist „mit der Sonne bekleidet“: Gott hat sie mit dem Licht seiner Gerechtigkeit angezogen, mit Jesus, der „Sonne der Gerechtigkeit“. Der Mond hat kein eigenes Licht, er spiegelt nur das Licht der Sonne. So spiegelte der alte Tempeldienst mit seinen Opfern im Voraus, was Jesus tun würde. Die Frau steht auf dem Mond: Die Gemeinde Jesu steht auf dem Fundament des Alten Testaments. Und die zwölf Sterne erinnern an die zwölf Stämme Israels und an die zwölf Apostel. Schon Josef sah im Traum Sonne, Mond und Sterne als Bild für seine Familie, aus der Israel wurde (1. Mose 37,9).
Die Frau ist schwanger und schreit in Wehen (Offb 12,2). Seit Gott im Garten Eden einen Retter versprochen hatte, wartete sein Volk auf diese Geburt: „Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.“ Die Wehen sind die lange und schwere Geschichte Israels bis zur Geburt Jesu.
Ellen G. White
All this is foreshadowed in that first prophecy: “I will put enmity between thee and the woman, and between thy seed and her seed.”Zusammenfassung: All das ist in jener ersten Prophezeiung vorgezeichnet: «Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen.»
Der feuerrote Drache
„Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: siehe, ein großer, feuerroter Drache, der hatte sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Kronen“. Wer der Drache ist, sagt die Bibel selbst ein paar Verse weiter: „der große Drache, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan“.
Rot ist die Farbe von Blut und Feuer. Jesus sagte über Satan: „der war ein Menschenmörder von Anfang an“. Die sieben Köpfe, zehn Hörner und Kronen zeigen, dass er durch Reiche und Herrscher dieser Welt wirkt. Später haben auch die Tiere, die er in Dienst nimmt, sieben Köpfe und zehn Hörner (Offb 13,1; Offb 17,3). Sie sind seine Werkzeuge.
„sein Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels nach sich und warf sie auf die Erde.“ Viele verstehen das als die Engel, die Satan im Himmel zum Aufstand verführte und die mit ihm fielen. Wieder heisst es: ein Drittel, nicht alle. Die meisten Engel blieben Gott treu.
Das Kind wird entrückt
„Und der Drache stand vor dem Weibe, das gebären sollte, auf daß, wenn sie geboren hätte, er ihr Kind verschlänge.“ Du kennst diese Geschichte aus den Evangelien. Als Jesus geboren war, liess König Herodes alle kleinen Knaben in Bethlehem töten. Hinter Herodes stand der Drache.
„Und sie gebar einen Sohn, einen männlichen, der alle Heiden mit eisernem Stabe weiden soll“. So beschreibt Psalm 2 den König, den Gott einsetzt (Ps 2,9). Das Kind ist Jesus. Die Offenbarung überspringt sein ganzes Leben, seinen Tod und seine Auferstehung und sagt nur: „ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron.“ Satan konnte Jesus nicht besiegen. Er ist auferstanden und zum Vater aufgefahren (Apg 1,9). Das hast du in Kapitel 5 schon von der anderen Seite gesehen: Das Lamm tritt vor den Thron.
Krieg im Himmel
„Und es entstand ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen. Auch der Drache und seine Engel kämpften;“ „aber sie siegten nicht, und es wurde für sie kein Platz mehr gefunden im Himmel.“
Wer ist Michael? Der Name bedeutet «Wer ist wie Gott?». Bei Daniel ist er „der große Fürst“, der für sein Volk eintritt. Viele verstehen Michael als einen Namen für Christus selbst, den Anführer der Engel. Dann steht hier Christus gegen Satan, Michael gegen den Drachen.
Der Kampf hatte schon vor der Erschaffung der Welt begonnen, als Satan sich gegen Gott erhob und aus dem Himmel geworfen wurde. Doch noch lange danach trat er als Ankläger vor Gott. Im Buch Hiob kommt er mitten unter die Gottessöhne und verklagt Hiob (Hiob 1,6–11). Sacharja sieht ihn neben dem Hohenpriester stehen, „um ihn anzuklagen.“
Mit dem Kreuz änderte sich das. Jetzt ruft eine laute Stimme im Himmel: „Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes und die Macht seines Gesalbten gekommen! Denn gestürzt wurde der Verkläger unsrer Brüder, der sie vor unsrem Gott verklagte Tag und Nacht.“ Am Kreuz wurde sichtbar, wer Satan wirklich ist. Vor dem ganzen Himmel hat er jedes Recht verloren, Gottes Kinder anzuklagen. Darum kann Paulus fragen: „Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben?“
Wie haben die Gläubigen den Drachen besiegt? „Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod!“ Drei Dinge: das Blut Jesu, das sie frei macht, ihr Bekenntnis zu ihm und eine Treue, die stärker ist als die Angst vor dem Tod.
Dann folgt ein Wechsel: „Darum seid fröhlich, ihr Himmel, und die ihr darin wohnet! Wehe der Erde und dem Meere! Denn der Teufel ist zu euch hinabgestiegen und hat einen großen Zorn, da er weiß, daß er nur wenig Zeit hat.“ Im Himmel ist der Kampf entschieden. Auf der Erde tobt er noch, umso heftiger, weil Satan weiss, dass er verloren hat.
Die Frau in der Wüste
Jetzt folgt die Geschichte der Gemeinde nach der Himmelfahrt Jesu. „Und als der Drache sah, daß er auf die Erde geworfen war, verfolgte er das Weib, welches den Knaben geboren hatte.“ Zuerst verfolgte er die junge Gemeinde durch das heidnische Rom. Dann versuchte er es von innen, indem er die Kirche mit der Macht des Staates verband und falsche Lehren hineintrug. Was nicht durch Verfolgung gelang, gelang zum Teil durch Verführung.
Doch Gott sorgt für seine Gemeinde: „Und es wurden dem Weibe zwei Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste flöge an ihre Stätte, woselbst sie ernährt wird eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit, fern von dem Angesicht der Schlange.“ Ein trägt seine Jungen auf den Flügeln. Mit demselben Bild erinnerte Gott Israel an die Befreiung aus Ägypten: „wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe.“
Die Wüste ist ein Ort der Einsamkeit, aber auch der Bewahrung. Israel wurde in der Wüste mit Manna versorgt, Elia wurde am Bach von Raben ernährt (1. Kön 17,4). So bewahrte Gott die treuen Gläubigen in der dunklen Zeit, oft in abgelegenen Gegenden, wie die Waldenser in den .
Die Zeit wird dreimal genannt: „tausendzweihundertsechzig Tage“, „eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit“, und in Kapitel 13 zweiundvierzig Monate. Alle drei Angaben meinen dieselbe Dauer: 1260 Tage. Nach dem Grundsatz «ein Tag für ein Jahr» (Hes 4,6) sind es 1260 Jahre. Es ist dieselbe Zeit wie beim kleinen Horn in Daniel 7 (Dan 7,25). Viele rechnen sie von 538 bis 1798.
Ein Strom aus dem Maul der Schlange
„Und die Schlange schleuderte aus ihrem Maul dem Weibe Wasser nach, wie einen Strom, damit sie von dem Strom fortgerissen würde.“ Das Wasser kommt aus dem Maul, es ist also ein Strom von Worten. Jesus führt in der Offenbarung ein Schwert aus seinem Mund, das Wort der Wahrheit (Offb 1,16). Der Drache führt einen Strom aus seinem Maul, Lügen und Irrlehren, die die Gemeinde mitreissen sollen.
„Und die Erde half dem Weibe, und die Erde tat ihren Mund auf und verschlang den Strom“. Viele sehen darin, dass sich gegen Ende der 1260 Jahre die Lage änderte. Die Reformation brachte die Bibel zurück. In neuen Ländern, besonders in Nordamerika, fanden verfolgte Christen Zuflucht. Mit der kamen 1620 Menschen nach Amerika, die ihren Glauben frei leben wollten. Später schützten Gesetze die Freiheit des Glaubens. So half die «Erde» der Frau.
Die Übrigen
Am Ende richtet sich der Zorn des Drachen gegen die letzte Generation: „Und der Drache ergrimmte über das Weib und ging hin, Krieg zu führen mit den übrigen ihres Samens, welche die Gebote Gottes beobachten und das Zeugnis Jesu haben.“
«Die Übrigen» ist in der Bibel ein festes Wort. Nach jedem grossen Gericht blieb ein Rest übrig, mit dem Gott neu anfing: Noah und seine Familie nach der Flut, die Treuen nach der Gefangenschaft in Babylon. So gibt es auch am Ende der Geschichte einen Rest, der Gott treu bleibt.
Zwei Kennzeichen hat dieser Rest: Er hält die Gebote Gottes, alle zehn, und er hat das Zeugnis Jesu. Was das Zeugnis Jesu ist, erklärt die Offenbarung selbst: „Denn das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung.“ Die Gemeinde der letzten Zeit hat also auch die Gabe der Prophetie. Später kommen weitere Merkmale dazu: Sie folgen dem Lamm, wohin es geht, in ihrem Mund ist kein Betrug (Offb 14,4–5), und sie bewahren „die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus“.
Für dich
Der Drache ist stark, aber er ist schon besiegt. Wer dich vor Gott verklagen will, hat kein Recht mehr dazu. Durch das Blut des Lammes kannst auch du ihn überwinden.