2 Erklärung
Um das Jahr 95 nach Christus ist Johannes ein alter Mann. Er ist der letzte lebende Apostel. Kaiser Domitian hat ihn auf die kleine, felsige Insel verbannt, weil er von Jesus Zeugnis gab. Hier, abgeschnitten von seinen Gemeinden, hat er an einem Tag des Herrn eine Vision.
Johannes hört eine Stimme wie eine Posaune und dreht sich um. Er sieht sieben goldene Leuchter und mitten unter ihnen Jesus, in einem langen Gewand, mit Augen wie Feuerflammen. Jeder Israelit kannte dieses Bild: Im Heiligtum stand ein goldener Leuchter, und der Priester sorgte dafür, dass er nie erlosch (2. Mose 25,31–37; 27,20–21). Jesus steht also wie ein Priester im himmlischen Heiligtum und kümmert sich um seine Leuchter.
Die Bibel erklärt das Bild gleich selbst: Die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden, die sieben Sterne in seiner Hand sind ihre Engel, also ihre Boten und Leiter (Offb 1,20). Die Gemeinde soll Licht in die Welt bringen, und Jesus hält ihre Leiter fest in seiner Hand.
Johannes soll aufschreiben, was er gesehen hat, was ist und was danach geschehen wird (Offb 1,19). Darum lesen Adventisten die Briefe nicht nur als Post an sieben Städte, sondern auch als Blick in die Zukunft. Die Briefe wurden in der Reihenfolge geschrieben, in der ein Bote sie auf einer Rundreise abgeben konnte: von Ephesus an der Küste nach Norden und dann im Bogen ins Landesinnere. Und genau in dieser Reihenfolge, so verstehen es die Adventisten, zeigen sie die Gemeinde Gottes durch die Jahrhunderte.
Achte beim Lesen darauf, wie Jesus sich in jedem Brief vorstellt. Fast immer nimmt er ein Bild aus Kapitel 1, und zwar genau das, was die jeweilige Gemeinde am nötigsten braucht.
Für dich
Jesus geht nicht an seiner Gemeinde vorbei. Er geht mitten unter ihr. Was bedeutet das für deine Gemeinde und für dich?