2 Erklärung
Das verlorene Schaf
Ein Hirt mit hundert Schafen verliert eines. Er lässt die neunundneunzig zurück und sucht, „bis er es findet“. Dann „nimmt er es auf seine Schulter mit Freuden“. Ein verirrtes Schaf findet allein nicht zurück. Es legt sich oft verängstigt hin und muss getragen werden.
„also wird Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße tut“.
Ellen G. White
As the shepherd loves his sheep, and cannot rest if even one be missing, so, in an infinitely higher degree, does God love every outcast soul.Zusammenfassung: Wie der Hirt seine Schafe liebt und keine Ruhe findet, wenn auch nur eines fehlt, so liebt Gott in unendlich höherem Mass jeden verstossenen Menschen.
Die verlorene Münze
Eine Frau hat zehn Drachmen und verliert eine. Vielleicht war es Teil ihres Brautschmucks, eine Kette aus Münzen, die verheiratete Frauen trugen. Die Häuser hatten kaum Fenster und einen Lehmboden. Sie „zündet nicht ein Licht an und kehrt das Haus und sucht mit Fleiß, bis sie sie findet“.
Das Schaf hatte sich selbst verlaufen. Die Münze ging im eigenen Haus verloren, ohne es zu merken. Auch Menschen, die im Haus Gottes aufgewachsen sind, können verloren gehen. Gott sucht auch sie.
Der verlorene Sohn
Ein jüngerer Sohn verlangt sein Erbe, bevor der Vater gestorben ist. Das war, als würde er sagen: Ich wünschte, du wärst tot. Der Vater gibt es ihm. Der Sohn zieht in „ein fernes Land“ und verschleudert alles. Am Ende hütet er Schweine, für einen Juden das Allerniedrigste, und hätte gern von ihrem Futter gegessen.
„Er kam aber zu sich selbst“. Er macht sich auf den Heimweg und übt seine Rede: Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heissen. Mach mich zu einem Tagelöhner.
Ellen G. White
This younger son had become weary of the restraint of his father’s house.Zusammenfassung: Dieser jüngere Sohn war der Ordnung im Haus seines Vaters überdrüssig geworden.
Der Vater lief
„Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen, lief, fiel ihm um den Hals und küßte ihn.“ Der Vater hatte Ausschau gehalten, jeden Tag. Ein älterer, angesehener Mann rannte damals nie, das galt als würdelos. Dieser Vater rannte.
Der Sohn kommt mit seiner Rede nicht einmal zu Ende. Der Vater lässt das beste Kleid bringen, einen Ring und Schuhe. Knechte gingen barfuss, Söhne trugen Schuhe. „Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist wiedergefunden worden.“ So ist Gott. Er wartet nicht mit verschränkten Armen, er läuft uns entgegen.
Ellen G. White
He does not appear as a tyrannical, relentless being, but as a father longing to embrace his repenting son.Zusammenfassung: Er erscheint nicht als tyrannisches, unerbittliches Wesen, sondern als Vater, der sich danach sehnt, seinen reumütigen Sohn in die Arme zu schliessen.
Der ältere Bruder
Doch die Geschichte hat noch einen zweiten Teil. Der ältere Sohn kommt vom Feld, hört die Musik und wird zornig. „Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe nie dein Gebot übertreten“. Er war nie weggelaufen, aber sein Herz war genauso fern vom Vater. Er sah sich als Knecht, nicht als Sohn.
Auch zu ihm geht der Vater hinaus: „Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein.“ Die Geschichte endet offen. Ob der ältere Bruder hineingeht, erfahren wir nicht. Jesus erzählte sie den Pharisäern. Sie waren der ältere Bruder, und die Frage war an sie gerichtet.
Für dich
Bist du der jüngere Sohn, der weit weg ist? Der Vater wartet und läuft dir entgegen. Bist du der ältere, der treu dient, aber nicht froh ist? Auch zu dir sagt er: «Alles, was mein ist, ist dein.»