2 Erklärung
Josef gibt sich zu erkennen
Nach Judas Rede kann sich Josef nicht mehr halten. Er schickt alle Ägypter hinaus, weint so laut, dass man es im ganzen Palast hört, und sagt: „Ich bin Joseph! Lebt mein Vater noch?“
Die Brüder stehen wie erstarrt. Der Herrscher Ägyptens ist ihr Bruder, den sie beneidet, fast ermordet und als Sklaven verkauft hatten! Alles zieht an ihnen vorbei: wie sie über seine Träume gespottet hatten und sie verhindern wollten. Und gerade dadurch hatten sie mitgeholfen, dass die Träume wahr wurden. Jetzt sind sie ganz in seiner Hand. Wird er sich rächen?
Josef sagt freundlich: „Tretet doch her zu mir!“ Als sie näherkommen, sagt er: Ich bin Joseph, euer Bruder, den ihr nach Ägypten verkauft habt (1. Mose 45,4).
Aber Josef sagt: „Und nun bekümmert euch nicht und ärgert euch nicht darüber, daß ihr mich hierher verkauft habt; denn zur Lebensrettung hat mich Gott vor euch her gesandt!“.
Josef fand, dass sie genug gelitten hatten, und versuchte grossherzig, ihnen die Angst zu nehmen und ihre Selbstvorwürfe zu lindern.
Ellen G. White
Feeling that they had already suffered enough for their cruelty toward him, he nobly sought to banish their fears and lessen the bitterness of their self-reproach.Zusammenfassung: Weil er fand, dass sie für ihre Grausamkeit an ihm schon genug gelitten hatten, versuchte er edelmütig, ihre Ängste zu vertreiben und die Bitterkeit ihrer Selbstvorwürfe zu lindern.
Gott hat es gelenkt
Josef sagt sogar: „nicht ihr habt mich hierher gesandt, sondern Gott“. Damit entschuldigt er nicht die Tat der Brüder. Aber er sieht: Über allem Bösen stand Gottes Plan. Noch fünf Jahre Hunger liegen vor ihnen, und Gott hat Josef vorausgeschickt, um die ganze Familie am Leben zu erhalten.
Dann fällt Josef Benjamin um den Hals, und beide weinen. Er küsst alle seine Brüder. Und „darnach redeten seine Brüder mit ihm“. Zum ersten Mal seit über zwanzig Jahren reden sie wieder wie Brüder miteinander.
«Zankt euch nicht auf dem Wege!»
Auch der Pharao freut sich und lädt die ganze Familie ein: „das Beste des ganzen Landes Ägypten soll euer sein!“ Josef gibt den Brüdern für die Frauen und Kinder mit, Vorräte, Festkleider und zehn Esel voller ägyptischer Güter für den Vater.
Zum Abschied sagt er ihnen noch: „Zankt euch nicht auf dem Wege!“ Josef kennt seine Brüder. Er ahnt, dass sie sich unterwegs gegenseitig Vorwürfe machen könnten, wer am meisten Schuld hatte. Vergebung heisst auch: die alte Schuld nicht immer wieder aufwärmen.
Jakob lebt auf
Als die Brüder Jakob erzählen, dass Josef lebt, heisst es: „Aber sein Herz blieb kalt; denn er glaubte ihnen nicht.“ Zu oft war er enttäuscht worden. Doch als er die vielen Wagen sieht, die Josef geschickt hat, „ward der Geist ihres Vaters Jakob lebendig“, und er sagt: „Ich habe genug, daß mein Sohn Joseph noch lebt! Ich will hingehen und ihn sehen, ehe denn ich sterbe!“
Nun mussten die zehn Brüder dem Vater gestehen, was sie damals wirklich getan hatten: dass Josef nicht von einem Tier zerrissen worden war, sondern dass sie ihn verkauft und den Vater all die Jahre belogen hatten. Jakob hatte nicht geahnt, dass seine Söhne so etwas Schlimmes getan hatten. Aber er sah, dass Gott alles zum Guten gelenkt hatte, und er vergab ihnen und segnete sie.
Ellen G. White
Jacob had not suspected them of so base a sin, but he saw that all had been overruled for good, and he forgave and blessed his erring children.Zusammenfassung: Jakob hatte sie keiner so niedrigen Sünde verdächtigt, aber er sah, dass alles zum Guten gelenkt worden war, und er vergab seinen irrenden Kindern und segnete sie.
Für dich
Josef vergab seinen Brüdern ganz. Wem möchtest du vergeben, und was hilft dir dabei, Gottes Hand in deiner Geschichte zu sehen?