2 Erklärung
Die letzte Probe
Fröhlich ziehen die Brüder heim, mit Simeon, Benjamin und vollen Säcken. Doch Josef hat heimlich seinen silbernen Becher in Benjamins Sack verstecken lassen. Kurz vor der Stadt holt sie der Verwalter ein: „Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten?“
Die Brüder sind sich ihrer Unschuld sicher und sagen: Bei wem der Becher gefunden wird, der soll sterben, und wir anderen werden Sklaven. Der Verwalter durchsucht die Säcke, beim Ältesten beginnend, und findet den Becher ausgerechnet beim Jüngsten. Benjamin soll als Sklave in Ägypten bleiben.
Jetzt zeigt sich, was in den Brüdern steckt. Sie könnten einfach weiterziehen und Benjamin zurücklassen, so wie sie Josef damals im Stich gelassen haben. Doch sie zerreissen ihre Kleider und kehren alle in die Stadt zurück. Juda sagt: „Gott hat die Missetat deiner Knechte gefunden“. Er meint nicht den Becher, sondern die alte Schuld an Josef.
Wissenswert: Ein Becher zum Wahrsagen?
Der Verwalter nennt den Becher das Gefäss, „woraus mein Herr trinkt und wodurch er zu weissagen pflegt“. Im Alten Orient gab es Wahrsager, die Öl in einen Becher mit Wasser gossen und aus den Formen die Zukunft lesen wollten. Später verbot Gott Israel jede Art von Wahrsagerei (5. Mose 18,10).
Josef selbst hat nie behauptet, so etwas zu können. Er liess die Brüder nur glauben, er könne die Geheimnisse ihres Lebens lesen, damit sie ihre Schuld bekennen. Damals glaubte man ausserdem, solche Becher könnten Gift anzeigen. Das hatte mit dem Silber zu tun: Silber läuft schwarz an, wenn es mit Schwefel in Berührung kommt, und manche alten Gifte, besonders Arsen, waren oft mit Schwefel verunreinigt. Bei vielen anderen Giften färbt sich Silber aber nicht. Trotzdem waren solche Becher sehr wertvoll, als Schutz vor Mord durch Gift.
Ellen G. White
This cup was supposed to possess the power of detecting any poisonous substance placed therein.Zusammenfassung: Man glaubte, dieser Becher könne jedes Gift anzeigen, das hineingegeben wurde.
Ellen G. White
was willing to have them believe that he could read the secrets of their lives.Zusammenfassung: Er liess sie gern glauben, er könne die Geheimnisse ihres Lebens lesen.
Juda bietet sich selbst an
Dann hält Juda eine der bewegendsten Reden der Bibel. Er erzählt vom alten Vater, der sterben würde, wenn Benjamin nicht zurückkommt. Und er bittet: „Darum will nun dein Knecht als Sklave meines Herrn hier bleiben anstatt des Knaben; der Knabe aber soll mit seinen Brüdern hinaufziehen“.
Juda will an Benjamins Stelle Sklave werden. Hier sehen wir ein Bild für Jesus, der aus dem Stamm Juda kommt und sich an unsere Stelle gibt.
Josef war zufrieden. Er hatte bei seinen Brüdern die Früchte echter Reue gesehen.
Ellen G. White
Joseph was satisfied. He had seen in his brothers the fruits of true repentance.Zusammenfassung: Josef war zufrieden. Er hatte bei seinen Brüdern die Früchte echter Reue gesehen.
Für dich
Echte Reue zeigt sich darin, dass man anders handelt als früher. Wo hat Gott dich schon verändert?