2 Erklärung
Was hier passiert
Isaak ist alt und blind. Er will Esau segnen, obwohl Gott vor der Geburt gesagt hatte: „der Ältere wird dem Jüngeren dienen“. Rebekka hört davon und hat einen Plan: Jakob soll sich als Esau verkleiden. Mit Ziegenfell an Händen und Hals und Esaus Kleidern geht Jakob zu seinem Vater und lügt: „Ich bin Esau, dein Erstgeborener“.
Isaak ist unsicher: „Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände!“ Und doch segnet er ihn.
Hat Gott die Lüge belohnt?
Wer das liest, denkt vielleicht: Jakob lügt und betrügt seinen blinden Vater, und trotzdem bekommt er den Segen. Belohnt Gott hier eine Lüge?
Nein. Gott hatte den Segen Jakob schon vor der Geburt versprochen. Er hätte ihn ihm auch ohne Lüge gegeben. Die Lüge brachte Jakob und Rebekka nur Leid: Jakob musste fliehen, und Rebekka sah ihren Sohn nie wieder.
Jakob wollte zuerst nicht mitmachen, der Gedanke, seinen Vater zu täuschen, quälte ihn. Hätten Rebekka und Jakob im Glauben gewartet, hätte Gott sein Wort zu seiner Zeit erfüllt. In einer kurzen Stunde schuf Jakob sich eine lebenslange Reue.
Ellen G. White
Jacob did not readily consent to the plan that she proposed. The thought of deceiving his father caused him great distress.Zusammenfassung: Jakob war mit ihrem Plan nicht gleich einverstanden. Der Gedanke, seinen Vater zu täuschen, quälte ihn sehr.
Ellen G. White
God had declared that Jacob should receive the birthright, and His word would have been fulfilled in His own time had they waited in faith for Him to work for them.Zusammenfassung: Gott hatte gesagt, dass Jakob das Erstgeburtsrecht erhalten soll, und sein Wort hätte sich zu seiner Zeit erfüllt, wenn sie im Glauben auf sein Handeln gewartet hätten.
Ellen G. White
Rebekah bitterly repented the wrong counsel she had given her son; it was the means of separating him from her, and she never saw his face again.Zusammenfassung: Rebekka bereute bitter ihren falschen Rat; er trennte ihren Sohn von ihr, und sie sah ihn nie wieder.
Ellen G. White
In one short hour he had made work for a lifelong repentance.Zusammenfassung: In einer einzigen kurzen Stunde hatte er sich Stoff für eine lebenslange Reue geschaffen.
Esaus Tränen
Als Esau kommt, merkt Isaak den Betrug. Er erschrickt, und doch weiss er: „er wird auch gesegnet bleiben!“ Esau schreit laut: „Segne mich auch, mein Vater!“
Erinnerst du dich? Das Linsengericht
Um Esaus Tränen zu verstehen, muss man zurückdenken an 1. Mose 25,29–34. Damals kam Esau müde von der Jagd nach Hause. Jakob kochte gerade ein rotes Linsengericht. Esau wollte davon essen, und Jakob sagte: „Verkaufe mir heute deine Erstgeburt!“
Esau dachte nur an seinen Hunger: „Siehe, ich muß doch sterben; was soll mir die Erstgeburt?“ Jakob verlangte einen Schwur, „Und er schwur ihm und verkaufte also dem Jakob seine Erstgeburt.“ Esau ass, trank und ging einfach weg. Die Bibel sagt: „Also verachtete Esau die Erstgeburt.“
Das Erstgeburtsrecht war mehr als ein grösseres Erbe. Wer es hatte, sollte der Priester seiner Familie sein, und aus seiner Familie sollte der Erlöser kommen. Esau gab dieses heilige Vorrecht für einen Teller Essen her, obwohl er im Zelt seines Vaters bald etwas anderes zu essen bekommen hätte.
Jetzt, Jahre später, will Esau den Segen trotzdem haben. Obwohl er das Erstgeburtsrecht verkauft und den Handel mit einem feierlichen Schwur bestätigt hatte, war er jetzt entschlossen, sich dessen Segen zu sichern, ohne Rücksicht auf den Anspruch seines Bruders. Esau selbst sagt: „Meine Erstgeburt hat er weggenommen, und siehe, nun nimmt er auch meinen Segen!“ Dabei hatte er sie selbst verkauft.
Ellen G. White
Though he had sold his birthright, and confirmed the transfer by a solemn oath, he was now determined to secure its blessings, regardless of his brother’s claim.Zusammenfassung: Obwohl er sein Erstgeburtsrecht verkauft und den Handel mit einem feierlichen Eid bestätigt hatte, wollte er sich jetzt dessen Segen sichern, ohne Rücksicht auf den Anspruch seines Bruders.
Tränen, die zu spät kommen
Der Hebräerbrief warnt davor, so zu werden wie Esau, „der um einer Speise willen sein Erstgeburtsrecht verkaufte“. Und weiter: „er fand keinen Raum zur Buße, obschon er den Segen mit Tränen suchte“.
Falls du dich fragst: Wollte Gott Esau nicht vergeben, obwohl er weinte?
Doch, der Weg zu Gott war für Esau nicht verschlossen. Esau war nicht davon ausgeschlossen, durch Reue Gottes Gnade zu suchen. Aber das verkaufte Erstgeburtsrecht konnte er nicht zurückholen. Und seine Tränen galten nicht seiner Sünde: Er trauerte über die Folgen seiner Sünde, aber nicht über die Sünde selbst. Solange Esau das Erstgeburtsrecht in der Hand hatte, war es ihm egal. Erst als es für immer weg war, wollte er es haben.
Ellen G. White
Esau had lightly valued the blessing while it seemed within his reach, but he desired to possess it now that it was gone from him forever.Zusammenfassung: Esau hatte den Segen gering geschätzt, solange er ihn in Reichweite glaubte; nun, da er für immer verloren war, wollte er ihn besitzen.
Ellen G. White
Esau was not shut out from the privilege of seeking God’s favor by repentance, but he could find no means of recovering the birthright.Zusammenfassung: Esau war nicht davon ausgeschlossen, durch Reue Gottes Gunst zu suchen, aber er fand keinen Weg, das Erstgeburtsrecht zurückzugewinnen.
Ellen G. White
He sorrowed because of the results of his sin, but not for the sin itself.Zusammenfassung: Er trauerte über die Folgen seiner Sünde, aber nicht über die Sünde selbst.
Für dich
Jakob und Rebekka wollten Gott nachhelfen, statt zu warten. Wo fällt es dir schwer, Gott Zeit zu lassen?