BibelverstehenGebet

Der Weg › Teil 3 › Jesus in Galiläa

Schritt 15 von 34 · Jesus in Galiläa

Unser Vater

Matthäus 6,1–18

Ganze Bibel: Schritt 484 von 792

Hintergrund

Geben, Beten und Fasten waren für fromme Juden die drei wichtigsten Übungen des Glaubens. Jesus sagt nicht, dass sie falsch sind. Er fragt, warum man sie tut: für Gott oder für die Bewunderung der Leute?

1

Lies jetzt: Matthäus 6,1–18

Lies zuerst den Bibeltext. Die Erklärung steht gleich danebendarunter.

Zur Erklärung springen ↓

2 Erklärung

Im Verborgenen

Manche gaben ihre Spenden so, dass alle es sahen. Jesus sagt: „so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut“. Wer Gutes tut, um gelobt zu werden, hat seinen Lohn schon bekommen: das Lob der Leute. Mehr gibt es nicht.

Auch beim Beten: „geh in dein Kämmerlein und schließ deine Türe zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen“. Das Kämmerlein war oft eine kleine Vorratskammer, der einzige Raum im Haus, den man abschliessen konnte. Gott braucht keine Zuschauer. Er freut sich über das ehrliche Gespräch mit dir allein.

Ellen G. White

Acts of kindness performed in secret will bind hearts together, and will draw them closer to the heart of Him from whom every generous impulse springs.
Thoughts from the Mount of Blessing, S. 82

Zusammenfassung: Freundlichkeiten, die im Verborgenen geschehen, verbinden Herzen miteinander und ziehen sie näher zum Herzen dessen, von dem jede grosszügige Regung kommt.

Unser Vater im Himmel

Dann lehrt Jesus seine Jünger ein Gebet, das bis heute auf der ganzen Welt gebetet wird. Es beginnt mit: „Unser Vater, der du bist in dem Himmel!“ Gott ist nicht ein ferner Herrscher, sondern ein Vater. Und er ist «unser» Vater: Wer so betet, betet nie nur für sich allein.

Die ersten drei Bitten gelten Gott: sein Name soll geheiligt werden, sein Reich kommen, sein Wille geschehen. Erst dann kommen unsere Bedürfnisse: Brot für heute, Vergebung, Bewahrung vor Versuchung. Wer so betet, lernt, Gott an die erste Stelle zu setzen.

Ellen G. White

In calling God our Father, we recognize all His children as our brethren.
Thoughts from the Mount of Blessing, S. 105

Zusammenfassung: Wenn wir Gott unseren Vater nennen, erkennen wir alle seine Kinder als unsere Geschwister an.

Ellen G. White

God is our Father, who loves and cares for us as His children; He is also the great King of the universe.
Thoughts from the Mount of Blessing, S. 107

Zusammenfassung: Gott ist unser Vater, der uns liebt und für uns sorgt wie für seine Kinder. Er ist zugleich der grosse König des Universums.

Unser tägliches Brot

„Gib uns heute unser tägliches Brot.“ Wie Israel in der Wüste jeden Morgen Manna sammelte, so dürfen wir jeden Tag neu bitten. Gott gibt nicht für ein ganzes Jahr im Voraus, damit wir lernen, ihm täglich zu vertrauen. Dabei meint das Brot nicht nur Nahrung für den Körper, sondern auch das Wort Gottes, das die Seele nährt.

Ellen G. White

The prayer for daily bread includes not only food to sustain the body, but that spiritual bread which will nourish the soul unto life everlasting.
Thoughts from the Mount of Blessing, S. 112

Zusammenfassung: Die Bitte um das tägliche Brot schliesst nicht nur Nahrung für den Körper ein, sondern auch das geistliche Brot, das die Seele zum ewigen Leben nährt.

Wie auch wir vergeben

„Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldnern.“ Das ist die einzige Bitte, die Jesus danach noch einmal erklärt: „Wenn ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben.“

Wir verdienen Gottes Vergebung nicht dadurch, dass wir anderen vergeben. Aber wer Gottes Vergebung wirklich angenommen hat, kann anderen nicht unversöhnlich begegnen. Ein Herz, das sich weigert zu vergeben, verschliesst sich selbst der Vergebung Gottes.

Für dich

Bete heute das Vaterunser langsam, Satz für Satz, und denke bei jeder Bitte darüber nach, was sie für dein Leben bedeutet.

Zur Übersicht «Jesus in Galiläa» (Schritt 15 von 34)

BibeltextSchlachter 1951
Ganzes Kapitel lesen