2 Erklärung
Zorn und Versöhnung
„Du sollst nicht töten“, so lautet das sechste Gebot. Viele meinten, sie hätten es gehalten, solange sie niemanden umgebracht hatten. Jesus sagt: Schon der Hass im Herzen, das verächtliche Wort, der Wunsch, der andere wäre nicht da, ist der Anfang davon. Hinter jedem Mord stand zuerst Zorn.
Darum ist Versöhnung so wichtig, dass sie sogar vor den Gottesdienst geht: „so laß deine Gabe dort vor dem Altar und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder“. Gott möchte nicht unsere Gaben, solange wir mit einem Menschen im Streit leben, den wir versöhnen könnten.
Ellen G. White
If when we come before God we remember that another has aught against us, we are to leave our gift of prayer, of thanksgiving, of freewill offering, and go to the brother with whom we are at variance, and in humility confess our own sin and ask to be forgiven.Zusammenfassung: Wenn uns vor Gott einfällt, dass jemand etwas gegen uns hat, sollen wir unser Gebet, unseren Dank, unsere Gabe liegen lassen, zu dem gehen, mit dem wir im Streit sind, demütig unsere eigene Schuld bekennen und um Vergebung bitten.
Die Gedanken des Herzens
Ebenso beim Ehebruch: „Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.“ Sünde beginnt in den Gedanken. Darum sagt Jesus mit einem starken Bild, man solle lieber ein Auge ausreissen als verloren gehen. Er meint nicht, dass wir uns verletzen sollen. Er meint: Nimm die Sünde ernst und trenne dich entschlossen von allem, was dich zur Sünde führt.
Auch über das Schwören spricht Jesus. Manche schworen bei allem Möglichen, um glaubwürdig zu wirken, und nahmen es mit der Wahrheit trotzdem nicht genau. Jesus sagt: „Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein!“ Wer immer die Wahrheit sagt, braucht keine Schwüre.
Ellen G. White
When the thought of evil is loved and cherished, however secretly, said Jesus, it shows that sin still reigns in the heart.Zusammenfassung: Wenn ein böser Gedanke geliebt und gepflegt wird, sei es auch noch so heimlich, zeigt das, so sagte Jesus, dass die Sünde noch im Herzen herrscht.
Die andere Wange
„Auge um Auge und Zahn um Zahn“ stand im Gesetz Mose (2. Mose 21,24). Es war eine Regel für Richter, damit eine Strafe nicht grösser ausfiel als das Unrecht. Doch viele machten daraus ein Recht auf persönliche Rache.
Jesus zeigt einen anderen Weg: die andere Wange hinhalten, den Mantel dazugeben, die zweite Meile gehen. Römische Soldaten durften Juden zwingen, ihr Gepäck eine Meile weit zu tragen. Das war demütigend. Jesus sagt: „so gehe mit ihm zwei“. Wer freiwillig mehr tut, als verlangt wird, überwindet das Böse mit Gutem.
Liebet eure Feinde
Den Nächsten lieben, das stand im Gesetz (3. Mose 19,18). Den Feind hassen, stand nicht darin. Das hatten Menschen hinzugefügt. Jesus sagt: „Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen“.
Er begründet es mit Gott selbst: „Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.“ Gottes Liebe richtet sich nicht danach, ob wir sie verdienen.
Zum Schluss sagt Jesus: „Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer himmlischer Vater vollkommen ist!“ Das klingt unmöglich. Aber Jesus meint die vollkommene Liebe, von der er gerade gesprochen hat. Wir können sie nicht aus uns selbst hervorbringen. Doch Gott gibt, was er verlangt.
Ellen G. White
Jesus has been describing to His hearers the unfailing mercy and love of God, and He bids them therefore to be perfect.Zusammenfassung: Jesus hatte seinen Zuhörern Gottes unermüdliche Barmherzigkeit und Liebe beschrieben, und darum fordert er sie auf, vollkommen zu sein.
Ellen G. White
The Jews had been wearily toiling to reach perfection by their own efforts, and they had failed.Zusammenfassung: Die Juden hatten sich mühsam abgeplagt, aus eigener Kraft vollkommen zu werden, und waren gescheitert.
Für dich
Gibt es jemanden, mit dem du dich versöhnen solltest? Oder jemanden, für den du beten könntest, obwohl er dir wehgetan hat? Jesus gibt dir die Kraft dazu.