2 Erklärung
Nicht mehr Knecht, sondern Kind
„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott Seinen Sohn, von einem Weibe geboren und unter das Gesetz getan,“ Gott wählte den richtigen Zeitpunkt. Viele sehen darin einen Hinweis auf die Prophetie in Dan 9,25, die diesen Zeitpunkt angekündigt hatte.
Und weil wir Kinder sind, „hat Gott den Geist Seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der schreit: Abba, Vater!“ «Abba» ist das aramäische Wort, mit dem Kinder ihren Vater ansprachen. So vertraut darf man mit Gott reden. „So bist du also nicht mehr Knecht, sondern Sohn“.
Zurück in die Knechtschaft?
Die Galater hatten früher Götzen gedient, „die von Natur nicht Götter sind“. Jetzt kennen sie Gott, und doch wollen sie sich wieder unter fremde Regeln stellen. Paulus schreibt: „Ihr beobachtet Tage und Monate“, Zeiten und Jahre.
Wer das liest, fragt sich vielleicht, ob damit auch der Sabbat gemeint ist. Paulus spricht von Ordnungen, zu denen die Galater „wiederum“ zurückkehren, also von den Zeiten ihres alten Lebens und von den Festzeiten des Zeremonialgesetzes, die man ihnen als Bedingung für die Rettung auferlegen wollte. Viele verstehen darum: Der Sabbat, den Gott schon bei der Schöpfung segnete (1. Mose 2,3), ist hier nicht gemeint.
Meine Kindlein
Mitten im ernsten Brief zeigt Paulus sein Herz. Er erinnert sich, wie die Galater ihn aufnahmen, als er krank zu ihnen kam: „wie einen Engel Gottes nahmet ihr mich auf“. Sie hätten ihm sogar ihre Augen gegeben.
Wie eine Mutter leidet er um sie: „Meine Kindlein, um die ich abermals Geburtswehen leide, bis daß Christus in euch Gestalt gewinnt“.
Am Ende vergleicht er zwei Söhne Abrahams: Ismael, Sohn der Sklavin Hagar, und Isaak, Sohn der freien Sara und der Verheissung. Wer sich durch eigene Leistung retten will, lebt wie ein Sklave. Wer Gottes Verheissung vertraut, ist frei.
Für dich
Du darfst zu Gott «Vater» sagen, so vertraut wie ein Kind. Er ist nicht ein strenger Herr, der Leistungen zählt, sondern dein Vater.