Bibeltext · Psalm 84 Schlachter 1951
1 Dem Vorsänger. Auf der Gittit. Von den Kindern Korahs. Ein Psalm. (084-2) Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR der Heerscharen! 2 (084-3) Meine Seele verlangte und sehnte sich nach den Vorhöfen des HERRN; nun jubelt mein Herz und mein Fleisch dem lebendigen Gott zu! 3 (084-4) Hat doch der Vogel ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für sich, da sie ihre Jungen hinlegen kann: deine Altäre, HERR der Heerscharen, mein König und mein Gott! 4 (084-5) Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die werden dich noch preisen! (Pause.) 5 (084-6) Wohl den Menschen, deren Stärke in dir liegt, in deren Herzen gebahnte Wege sind. 6 (084-7) Wenn solche durch das Jammertal gehen, machen sie es zu lauter Brunnen, und der Frühregen bedeckt es mit Segen. 7 (084-8) Sie schreiten von Kraft zu Kraft, erscheinen vor Gott in Zion. 8 (084-9) HERR, Gott der Heerscharen, höre mein Gebet; du Gott Jakobs, merke auf! (Pause.) 9 (084-10) O Gott, unser Schild, schaue doch; siehe auf das Antlitz deines Gesalbten! 10 (084-11) Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend; ich will lieber an der Schwelle stehen in meines Gottes Haus, als wohnen in der Gottlosen Hütten! 11 (084-12) Denn Gott, der HERR, ist Sonne und Schild, der HERR gibt Gnade und Herrlichkeit; wer in Unschuld wandelt, dem versagt er nichts Gutes. 12 (084-13) O HERR der Heerscharen, wohl dem Menschen, der auf dich vertraut!
Bibeltext · Psalm 85 Schlachter 1951
1 Dem Vorsänger. Von den Kindern Korahs. Ein Psalm. (085-2) HERR, du warst einst gnädig deinem Land, hast das Gefängnis Jakobs gewendet, 2 (085-3) vergabst deines Volkes Schuld, decktest alle ihre Sünden zu, (Pause) 3 (085-4) du ließest ab von deinem Grimm, wandtest dich von deines Zornes Glut: 4 (085-5) Stelle uns wieder her, o Gott unsres Heils, laß ab von deinem Grimm gegen uns! 5 (085-6) Oder willst du ewig mit uns zürnen, deinen Zorn währen lassen von Geschlecht zu Geschlecht? 6 (085-7) Willst du uns nicht wieder neu beleben, daß dein Volk sich deiner freuen kann? 7 (085-8) HERR, laß uns deine Gnade schauen und schenke uns dein Heil! 8 (085-9) Ich will hören, was Gott, der HERR, reden wird; denn er wird Frieden zusagen seinem Volk und seinen Frommen. Nur daß sie sich nicht wieder zur Torheit wenden! 9 (085-10) Gewiß ist sein Heil denen nahe, die ihn fürchten, daß Herrlichkeit in unserm Lande wohne, 10 (085-11) daß Gnade und Wahrheit einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen, 11 (085-12) daß Treue aus der Erde sprieße und Gerechtigkeit vom Himmel schaue. 12 (085-13) Der HERR wird uns auch Gutes geben, und unser Land wird seinen Ertrag abwerfen; 13 (085-14) Gerechtigkeit wird vor ihm hergehen und ihre Füße setzen auf den Pfad.
Bibeltext · Psalm 86 Schlachter 1951
1 Ein Gebet Davids. Neige dein Ohr, o HERR, und erhöre mich; denn ich bin elend und arm; 2 bewahre meine Seele, denn ich bin dir zugetan; rette du, mein Gott, deinen Knecht, der sich auf dich verläßt! 3 Sei mir gnädig, o Herr; denn zu dir rufe ich allezeit! 4 Erfreue die Seele deines Knechtes; denn zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele! 5 Denn du, Herr, bist gut und vergibst gern und bist reich an Gnade gegen alle, die dich anrufen. 6 Vernimm, o HERR, mein Gebet, und merke auf die Stimme meines Flehens! 7 Am Tage meiner Not rufe ich dich an; denn du erhörst mich. 8 Dir, Herr, ist keiner gleich unter den Göttern, und nichts gleicht deinen Werken! 9 Alle Nationen, die du gemacht, werden kommen und vor dir anbeten, o Herr, und deinem Namen Ehre geben; 10 denn du bist groß und tust Wunder, du Gott allein! 11 HERR, zeige mir deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit; richte mein Herz auf das Eine, daß ich deinen Namen fürchte! 12 Ich will dich, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen preisen und deinem Namen ewig Ehre erweisen. 13 Denn deine Gnade ist groß gegen mich, und du hast meine Seele aus der Tiefe des Totenreiches errettet. 14 O Gott, es sind Stolze wider mich aufgestanden, und eine Rotte von Frevlern trachtet mir nach dem Leben und haben dich nicht vor Augen; 15 du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue. 16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig, verleihe deinem Knechte deine Stärke und hilf dem Sohn deiner Magd! 17 Tue ein Zeichen an mir zum Guten, so werden meine Hasser zu ihrer Beschämung sehen, daß du, HERR, mir geholfen und mich getröstet hast.
Bibeltext · Psalm 87 Schlachter 1951
1 Von den Kindern Korahs. Ein Psalmlied. Er hat sie fest gegründet auf heiligen Bergen; 2 der HERR liebt die Tore Zions mehr als alle Wohnungen Jakobs. 3 Herrliche Dinge sind von dir zu melden, du Stadt Gottes! (Pause.) 4 Ich nenne Rahab und Babel denen, die mich kennen; siehe, Philistäa und Tyrus und das Mohrenland: «Dieser ist dort geboren!» 5 Aber von Zion wird man sagen: «Mann für Mann ist in ihr geboren, und der Höchste selbst wird sie befestigen!» 6 Der HERR wird zählen, wenn er die Völker verzeichnet: «Dieser ist dort geboren.» (Pause.) 7 Und man singt und spielt: Alle meine Quellen sind in dir!
Bibeltext · Psalm 88 Schlachter 1951
1 Ein Psalmlied. Von den Kindern Korahs. Dem Vorsänger. Auf der Machalat-Leannot. Eine Unterweisung Hemans, des Esrachiten. (088-2) o HERR, Gott meines Heils, ich schreie Tag und Nacht vor dir! 2 (088-3) Laß mein Gebet vor dich kommen, neige dein Ohr zu meinem Flehen; 3 (088-4) denn meine Seele ist der Leiden satt, und mein Lebenslauf neigt sich dem Totenreiche zu. 4 (088-5) Ich werde schon zu denen gerechnet, die ins Grab sinken, bin geworden wie ein kraftloser Mann. 5 (088-6) Ich liege unter den Toten, bin den Erschlagenen gleich, die im Grabe ruhen, deren du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand abgeschnitten sind. 6 (088-7) Du hast mich in die unterste Grube gelegt, in die Finsternis, in die Tiefe. 7 (088-8) Auf mir lastet dein Grimm, und du bedrängst mich mit allen deinen Wogen. (Pause.) 8 (088-9) Du hast alle meine Bekannten von mir entfernt, hast mich ihnen zum Abscheu gemacht; ich bin eingeschlossen und kann nicht heraus. 9 (088-10) Mein Auge ist verschmachtet vor Elend; ich habe dich, HERR, täglich angerufen, meine Hände nach dir ausgestreckt. 10 (088-11) Wirst du an den Toten Wunder tun, oder werden die Schatten auferstehen und dich preisen? (Pause.) 11 (088-12) Wird man im Grabe deine Gnade verkündigen, deine Wahrheit im Abgrund? 12 (088-13) Werden deine Wunder in der Finsternis bekanntgemacht, deine Gerechtigkeit im Lande der Vergessenheit? 13 (088-14) Und doch habe ich zu dir, HERR, geschrieen, und am Morgen kommt dir mein Gebet entgegen. 14 (088-15) Warum, HERR, verwirfst du denn meine Seele und verbirgst dein Angesicht vor mir? 15 (088-16) Von Jugend auf bin ich elend und siech, trage deine Schrecken und weiß mir keinen Rat. 16 (088-17) Deine Zorngerichte sind über mich ergangen, deine Schrecknisse haben mich gänzlich vernichtet. 17 (088-18) Sie umgaben mich wie Wasser den ganzen Tag, sie umringten mich allzumal. 18 (088-19) Du hast Freunde und Gefährten von mir getan; meine Bekannten sind Finsternis.
Bibeltext · Psalm 89 Schlachter 1951
1 Eine Unterweisung. Von Etan, dem Esrachiten: (089-2) Die Gnadenerweisungen des HERRN will ich ewiglich besingen und seine Wahrheit mit meinem Munde verkündigen von Geschlecht zu Geschlecht. 2 (089-3) Und zwar sage ich: Auf ewig wird die Gnade gebaut, in den Himmeln bestätigst du deine Treue: 3 (089-4) «Ich habe mit meinem Auserwählten einen Bund geschlossen, habe meinem Knecht David geschworen: 4 (089-5) Auf ewig will ich deinen Samen bestätigen und für alle Geschlechter bauen deinen Thron!» (Pause.) 5 (089-6) Und die Himmel werden deine Wundertat preisen, o HERR, ja, deine Treue in der Gemeinde der Heiligen! 6 (089-7) Denn wer in den Wolken ist dem HERRN zu vergleichen, wer ist dem HERRN ähnlich unter den Göttersöhnen? 7 (089-8) Gott ist sehr schrecklich im Kreise der Heiligen und furchtbar über alle um ihn her. 8 (089-9) HERR, Gott der Heerscharen, wer ist mächtig wie du? Und deine Treue ist um dich her! 9 (089-10) Du herrschest über das stolze Meer; wenn sich seine Wellen erheben, so glättest du sie. 10 (089-11) Du hast Rahab wie einen Erschlagenen zermalmt, mit deinem starken Arm zerstreutest du deine Feinde. 11 (089-12) Dein ist der Himmel, dir gehört auch die Erde, der Weltkreis und was ihn erfüllt; du hast es alles gegründet. 12 (089-13) Norden und Süden hast du erschaffen, Tabor und Hermon jauchzen ob deines Namens. 13 (089-14) Du hast einen Arm voll Kraft, stark ist deine Hand, hoch erhoben deine Rechte. 14 (089-15) Recht und Gerechtigkeit sind deines Thrones Feste, Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her. 15 (089-16) Wohl dem Volk, das den Jubelschall kennt! O HERR, im Lichte deines Angesichts werden sie wandeln. 16 (089-17) Ob deines Namens frohlocken sie allezeit und sind erhoben durch deine Gerechtigkeit; 17 (089-18) denn du bist ihr mächtiger Ruhm und durch deine Huld wird unser Horn erhöht. 18 (089-19) Denn vom HERRN kommt unser Schild und vom Heiligen Israels unser König. 19 (089-20) Damals redetest du durch ein Gesicht mit deinen Frommen und sprachst: «Ich habe die Hilfe einem Helden übertragen, einen Auserwählten aus dem Volk erhöht; 20 (089-21) ich habe meinen Knecht David gefunden und ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt; 21 (089-22) meine Hand soll beständig mit ihm sein, und mein Arm soll ihn stärken. 22 (089-23) Kein Feind soll ihn überlisten und kein Ruchloser ihn unterdrücken; 23 (089-24) sondern ich will seine Widersacher vor ihm zermalmen und seine Hasser schlagen; 24 (089-25) aber meine Treue und Gnade sollen mit ihm sein, und in meinem Namen soll sein Horn sich erheben. 25 (089-26) Und ich will seine Hand ins Meer tauchen und seine Rechte in die Ströme. 26 (089-27) Er wird zu mir rufen: Du bist mein Vater, mein Gott und der Fels meines Heils. 27 (089-28) Und ich will ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten der Könige auf Erden. 28 (089-29) Auf ewig bewahre ich ihm meine Gnade, und mein Bund soll ihm festbleiben. 29 (089-30) Und ich setze seinen Samen auf ewig ein und mache seinen Thron wie die Tage des Himmels. 30 (089-31) Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen und nicht in meinen Verordnungen wandeln, 31 (089-32) wenn sie meine Satzungen entheiligen und meine Gebote nicht beachten, 32 (089-33) so will ich ihre Sünden mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Schlägen; 33 (089-34) aber meine Gnade will ich ihm nicht entziehen und meine Treue nicht verleugnen; 34 (089-35) meinen Bund will ich nicht ungültig machen und nicht ändern, was über meine Lippen gekommen ist. 35 (089-36) Einmal habe ich bei meiner Heiligkeit geschworen; sollte ich David belügen? 36 (089-37) Sein Same soll ewig bleiben und sein Thron wie die Sonne vor mir; 37 (089-38) wie der Mond soll er ewig bestehen und wie der Zeuge in den Wolken zuverlässig sein!» (Pause.) 38 (089-39) Und doch hast du verstoßen und verworfen und bist zornig geworden über deinen Gesalbten! 39 (089-40) Du verachtest den Bund deines Knechtes und trittst seine Krone zu Boden; 40 (089-41) du hast alle seine Mauern zerrissen und seine Festungen in Trümmer gelegt; 41 (089-42) es berauben ihn alle, die vorüberziehen, er ist seinen Nachbarn zum Gespött; 42 (089-43) du hast die rechte Hand seiner Widersacher erhöht, hast allen seinen Feinden Freude gemacht; 43 (089-44) du ließest zurückweichen sein scharfes Schwert und schenktest ihm keinen Sieg im Krieg; 44 (089-45) du hast seinem Glanz ein Ende gemacht und seinen Thron zu Boden gestürzt; 45 (089-46) du hast die Tage seiner Jugend verkürzt und ihn mit Schande bedeckt. (Pause.) 46 (089-47) Wie lange, o HERR, willst du dich so verbergen? Soll dein Zorn stets wie Feuer brennen? 47 (089-48) Gedenke mein! Was ist das Leben? Warum willst du alle Menschenkinder vergeblich erschaffen haben? 48 (089-49) Wo ist einer, der den Tod nicht sähe und seine Seele erretten könnte von des Totenreichs Gewalt? (Pause.) 49 (089-50) Wo sind, o Herr, deine frühern Gnadenerweise, die du dem David in deiner Treue zugeschworen hast? 50 (089-51) Gedenke, o Herr, der Schmach, die deinen Knechten angetan wird, daß ich in meinem Busen den Hohn der vielen Völker trage, 51 (089-52) womit deine Feinde dich, HERR, schmähen, womit sie schmähen die Fußstapfen deines Gesalbten! 52 (089-53) Gepriesen sei der HERR ewiglich! Amen, Amen!
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